Ein Blick in die alte Kur-Zeitung

Viele Pensionen, Hotels
und Kuranstalten sind längst Geschichte

Der Sprung von 1999 ins neue Jahrtausend war wesentlich kleiner – von der Einführung des Euro abgesehen – als der von 1989, vor allem wenn es um die Entwicklung der alten Kur- und Badeorte geht. Auch Bad Reichenhall bekam das mit Rückgängen von bis zu 30 Prozent bei den Kuren zu spüren. Im Mittelpunkt stand dabei das Gesundheits-Reformgesetz von Norbert Blüm, die große Gesundheitsreform – und damit ‚das Aus‘ der offenen Badekuren – folgte einige Jahre später.

Wir haben in einer alten Kurzeitung geblättert und dabei wieder einige Fundstücke gemacht. Auch viele kleine Pensionen und Hotels entdeckt, die es längst nicht mehr gibt, ebenso sind die Kuranstalten fast alle längst Geschichte. Darum zeichnet Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner mit seiner Aussage, dass „es in Bad Reichenhall die letzten 30 Jahre keine Hotelneubauten mehr gegeben hat“, nur das halbe Bild.

Touristinfo am Bahnhof mit drei Angestellten

Die treibenden Kräfte im Staatsbad waren in jenen Jahren Kurdirektor Wolfgang Städtler und Dr. Herbert Pfisterer vom Kur- und Verkehrsverein, der bis 2005 die gesamte Werbung und Außendarstellung Bad Reichenhalls – vor allem auf vielen Tourismus-Messen – voran brachte. Neue Schaltzentrale der Aktivitäten war das neu gebaute Kurgastzentrum. Bis 1987 war die „Touristinfo“ von Bad Reichenhall in einen Raum am Bahnhof (heute Eisdiele) untergebracht.

Sole-Bewegungsbad mit Therapiebecken

Damals wurden noch im Sole-Bewegungsbad „Rupertus“ Bewegungstherapien durchgeführt, aber auch Yoga, Tänze und Skigymnastik standen auf dem Programm. Und was die Ernährung betrifft, war man bereits in den 80er-Jahren längst am Umdenken. Diäten, Vollwert- und Schonkost waren die sichtbaren Zeichen davon. Selbst einzelne Betriebe spezialisierten sich darauf, wie etwa die Hotel-Pension Hansi in der Rinkstraße oder die Schroth-Kuranstalt in der Vogelthennstraße. Beide Betriebe gibt es heute nicht mehr. Im damals neuen Kurgastzentrum wird den Gästen „entspannte Unterhaltung in absolut rauchfreien Räumen bei nichtalkoholischen Getränken“ versprochen. Rauchfrei – war damals noch die besondere Ausnahme.

Eine große Kneipp-Abteilung

Neben einer Anzeige des „Sanatorium der Barmherzigen Brüder“ findet sich ein Beitrag zum Wandel der ‚Volksgesundheit‘. Schon damals sprach man von einer Zunahme der Alterskrankheiten. „Wer zur Kur fährt ist kein Drückeberger“ lautet die Headline. Die Kur werde weiter an Bedeutung gewinnen, waren sich ihre Fürsprecher sicher. Lebensqualität habe etwas mit „biologischer und psychischer Lebensbalance“ zu tun. Zu jener Zeit hat man kräftig investiert, etwa auch die Barmherzigen Brüder, in einem neuen Gymnastiksaal, ein Bewegungsbad und eine Vergrößerung der Kneipp-Abteilung und des Saunabereiches.

Geburt des ‚Sanften Tourismus‘

Touristisch mühte man sich einem ’sanften Tourismus‘ auf die Spur zu kommen oder ihn gar in die Spur zu bringen. War es damals die Sehnsucht nach einer ‚heilen Welt‘, litt man zu sehr unter der sich ständig drehenden Erfolgsspirale, den Änderungen in der Gesellschaft, der Harmonie zwischen Job und Familie? Die Ursachen waren damals ebenso vielfältig wie heute. Dr. Herbert Pfisterer vermutete dahinter sogar den Einfluss einer stärker werdenden ‚New-Age-Bewegung‘, von der heute keiner mehr spricht. Das New-Age des 21. Jahrhunderts hat weder geistig noch spirituell den erhofften Segen gebracht.

Gesundheitsbildung
und medizinische Aufklärung

Gesundheitsbildung, Patientenschulung und medizinische Aufklärung waren da wohl die seriöseren Ansätze um vor allem den Ruf des Staatsbades zu festigen. „Medizinische Aufklärung ist gefragt, die Kurgäste danken es.“ Und damals konnte man nicht einfach mal bei Google nachfragen. Der moderne Mensch sei gefordert von einer Gefährdung von Herz und Kreislauf, Bewegungsarmut, Allergien, Stress, Blutzucker und Bluthochdruck. Das klingt für uns auch heute noch nicht ganz unbekannt. „Kur- und Fachärzte sollen zwischen Arzt und Patienten ein Gefühl der Partnerschaft und des ‚Vertraut-Seins‘ herstellen.“

Das Hotelsterben begann bei den Pensionen

Das Hotel ‚Bayerischer Hof‘ und ‚Salzburger Hof‘ standen damals noch unter der Leitung der Hoteliersfamilie Herkommer, -Die Pensionen Villa Augusta, Hotel Aurora, Gästehaus Eisenrieth, Gästehaus Laxenburg, Haus garni Rosette gibt es heute nicht mehr, ebenso das Hotel Tiroler Hof, Hotel St. Peter, Sanatorium Dr. Mack, Sanatorium der Barmherzigen Brüder, Hotel Panorama, Hotel Hansi, Kuranstalt Geyer und auch die anderen Kuranstalten, die einstigen Hochburgen der Gesundheit. Einige der wenigen Pensionen die überlebt haben ist das Hotel Steiermark. Es feiert im Februar sein 50-jähriges Bestehen.

Dazu zählten die Kuranstalt Fürstenbad, das Viktoriabad, das Staatlich-Städtische Kurmittelhaus, die Kuranstalt Becker und auch die Kuranstalt Salus, die heute zur Klinik ausgebaut ist. Seit 30 Jahren ist in Bad Reichenhall kein neues Hotel mehr gebaut worden, ganz im Gegenteil. Viele haben für immer geschlossen. Die Hotels und Pensionen hatten damals auch noch keine Sterne, selbst nicht das Grandhotel Axelmannstein, es brauchte sie auch nicht, denn unter der Leitung von Steigenberger war es jeder Kritik enthoben und prominenten Gäste aus aller Welt logierten hier.

Kur-Anstalten: Es ist paradox, doch sie wurden teilweise wie Anstalten geführt. Lange Wartezeiten, bis man endlich mit seinen ambulanten Kuranwendungen an der Reihe war. Doch sie haben viel für die Volksgesundheit geleistet.
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Was macht Bad Reichenhall als Alpenstadt so lebenswert?

Tourismus-Chefin Dr. Brigitte Schlögl im Gespräch mit der Redaktion

(gsp) Dr. Brigitte Schlögl, seit einem Jahr in der BGLT für die Marke Bad Reichenhall verantwortlich, gibt sich vorsichtig im Interview, wenn es um konkrete Marketing-Maßnahmen für die Alpenstadt geht und doch hat sie schon viel auf den Weg gebracht. Das Ergebnis der Umfrage zur „Einkaufsstadt Bad Reichenhall“, von Studenten der Universität Passau in der Region durchgeführt, hält sie noch unter Verschluss, möchte darüber erst den Stadtrat informieren. Regionale Schwerpunkte waren dabei Salzburg, der Pinzgau und der Chiemgau.

Salzburger schätzen die Alpenstadt

Soviel aber verrät sie schon, nämlich dass das Image der Kur- und Einkaufsstadt ‚bei den Salzburgern‘ wesentlich besser ist, als selbst bei vielen Einheimischen. Die inhabergeführten Geschäfte, die vielen Parks, die Fußgängerzone und auch die beschauliche Ruhe der lebenswerten Alpenstadt stehen hoch im Kurs. Und gerade darum möchte man die Werbung im nahen Salzburg verstärken, PR in den Salzburger Nachrichten, beim ORF und Salzburg-TV ausbauen.

Marketing der Stadt
und Tourismus gehören zusammen

„Das ist in eigentlichem Sinne kein touristisches Marketing, doch je mehr wir hier erreichen, die Kaufkraft in unserer lebenswerten Alpenstadt gestärkt wird, desto höher ist die Anziehungskraft bei den Gästen“, erklärt sie den Zusammenhang. Sie ist sich sicher, „dass die Verbindung von Stadtmarketing und dem touristischen Marketing zusammen gehören und nicht voneinander zu trennen sind.“ Als Beispiel nennt sie etwa den Adventrundgang und Christkindlmarkt, die 2019 unter ihrer Leitung und mit neuem Konzept vertieft werden sollen. Gleiches gilt auch für die “Klangwolke‘ oder das ‚Stadtlesen‘.

Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend

Tourismus und Stadtmarketing haben in Bad Reichenhall ein Gesicht, nämlich das von Dr. Brigitte Schlögl, hier vor dem Kurgastzentrum in Bad Reichenhall.

Die „Reichenhaller Klangwolke“ etwa ist ein Erlebnis der besonderen Art, das sich selbst in Salzburg herumgesprochen hat. Das Konzert des Philharmonischen Orchesters erklingt an einem lauen Sommerabend von 17 bis 20 Uhr in die gesamte Innenstadt, vor allem aber entlang der zwei Kilometer langen Fußgängerzone. Auf der Homepage der BGLT heißt es dazu überschwänglich. „Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend, zur schwungvollen Kurmusik der Bad Reichenhaller Philharmonie. Wenn im Königlichen Kurgarten die AlpenSole glitzernd in der Abendsonne am Solebrunnen am Gradierhaus zerstäubt, es überall grünt und blüht.“

Dabei spielt das Philharmonische Orchester nicht nur zur Klangwolke eine tragende Rolle. Es ist mit dem Staatsbad Bad Reichenhall seit 150 Jahren auf das Engste verbunden. Große Sinfonik in großer Orchesterbesetzung mit täglichem Konzertprogramm – das ist selbst in Bayern nahezu einzigartig.

Was hat Zukunft für Bad Reichenhall?

Es braucht Zeit, um mit allen Leistungsträgern Gespräche zu führen, Ideen aufzugreifen, auszuloten, abzuschätzen was davon Zukunft hat und in einem Konzept weiterverfolgt werden kann. „Ideen gibt es sehr viele denn Bad Reichenhall hat ein großes Potential“, so Dr. Brigitte Schlögl. Für sie beginnt jetzt, nach einem Jahr der Sondierung und erster Aktionen, die eigentliche Aufgabe. „Personell sind wir unterbesetzt und meine Arbeitskraft ist begrenzt, doch wir werden vieles anstoßen und auf den Weg bringen“, verspricht sie.

Leerständen den Kampf ansagen

So freut sie sich über die jüngste Schaufensteraktion  in der Diana-Passage. Dort werben im Großformat einige Motive der neuesten Fotos für die Vermarktung der lebenswerten Alpenstadt. „Leerstände und nackte Schaufenster sind unattraktiv, bieten aber eine gute Werbefläche. Und die neuen frischen Motive von Bad Reichenhall, die glückliche Menschen zeigen, sind eine Augenweide.“ Leerstände von Geschäften in der Reichenhaller Innenstadt will man engagiert angehen und abstellen. Einerseits mit der Gestaltung, aber auch durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsservice, der Unternehmerin und Unternehmer umfassend, individuell und vertraulich berät und begleitet.

Wo steht Bad Reichenhall
in zehn Jahren?

Man darf gespannt sein, wie es mit der Marke Bad Reichenhall als belebendste Alpenstadt weiter geht. „Aufschwung wird zunächst sicher der Neubau des Hotel Luisenbad und dessen Umfeld mit sich bringen, auch wenn wir während der Bauzeit zunächst verlieren“, ist sich Schlögl sicher. Weitere Hotelprojekte könnten folgen. Viel wird davon für die Zukunft Bad Reichenhalls abhängen.

Aufbauarbeit im Markenprozess

Ein Problem sei allein schon die Kommunikation. „Egal wie viel wir selbst im engen Kreis und bei den Mitarbeitern informieren, es wird nicht alles gelesen, die Flut der Informationen ist einfach zu groß“, beteuert sie. In Bad Reichenhall gibt es viel auszuarbeiten, nachdem die touristische Marke Bad Reichenhall von der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus) in den letzten 13 Jahren nicht beworben, und sich 2018 wieder neu erfinden musste. Aufbauarbeit, die Dr. Brigitte Schlögel leistet.

Frauensache und Bierpauschale

Aktuell sind für Bad Reichenhall online acht Pauschalen zu buchen (https://www.bad-reichenhall.de/alpenstadt-angebote), zwei davon sind neu. Mit dem Slogan „Bier & Salz, Gott erhalt’s“ will man in der Alpenstadt 2019 dem 400-Jahr-Jubiläum der Soleleitung gedenken, der ältesten Pipeline der Welt, und der 525-jährigen Tradition der regionalen Brauerei. Dr. Brigitte Schlögl hat darüber hinaus die weibliche Seite von Bad Reichenhall im Focus. ‚Frauensache‘ heißt das Reizwort und soll zum Shopping mit Stilberatung, zum Relaxen in der Therme, auf den Predigtstuhl, zum Besuch eines Konzertes oder des Casinos einladen.

Vitalität, Gesundheit und Regionalität

Es ist Teil der Vitaltät und Gesundheit als touristisches Kernangebot, das ebenfalls weiterentwickelt wird. Ein anderer Bereich ist das Thema Genuss und Regionalität. Seit Januar ist der neue Blog „Sophie kocht“ online, wo die BGLT regionale Produkte und Produzenten in den Focus eines Koch-Blogs stellen. Umgesetzt wird der Blog von den BGLT-Mitarbeiterinnen Sophie Lödermann und Franziska Kleinert (www.sophiekocht.de).

Salzburg ist ein
Magnet für die Region

Die Tourismus-Chefin schwärmt aber auch von der alpinen Landschaft, die sich in Richtung Salzburg und Rupertiwinkel öffnet, so dass nie ein Gefühl der Enge entsteht. Darüber hinaus ist Salzburg für Bad Reichenhall nicht nur ein interessanter Markt, sondern auch ein Magnet, vom Airport über die Innenstadt bis hin zur Messe, den Museen und kulturellen Veranstaltungen.

Fotos & Interview: Gerd Spranger

Dem Tüchtigen steht die Welt offen

1000 Perspektiven einer beruflichen Ausbildung

(gsp) Der Informationstag für Beruf und Studium am Samstag im AlpenCongress Berchtesgaden gestaltete sich als eine eindrucksvolle Leistungsschau von Wirtschaft, Verwaltung, privaten wie öffentlichen Schulen und Handwerk. Auffallend war die Präsenz von Bildungseinrichtungen aus dem nahen Österreich, die das Ausbildungsangebot positiv aufwerteten.

„Einen Zukunftsjob mit dem Du Berge versetzen kannst“, nämlich bei der Saline (Südwestdeutsche Salzwerke AG). Sechs Ausbildungsberufe stehen zur Wahl.

Aber selbst Institutionen des Öffentlichen Dienstes, von der Kur Gmbh über das Landratsamt, zum Bayerischen Staatsministerium des Inneren, das Staatliche Straßenbauamt, der Allgemeine Vollzugsdienst und Polizei oder Sparkasse, Barmer, AOK, IHK und die Agentur für Arbeit zeigten berufliche Möglichkeiten und Perspektiven.

Stahlwerk Annahütte. Hier wird nicht nur Stahl gewalzt, sondern 580 Mitarbeiter schmieden eine stahlstarke Zukunft und bilden in fünf Berufen aus.

Namhafte Unternehmen wie die Milchwerke Berchtesgadener Land, das Stahlwerk Annahütte, die Südwestdeutschen Salzwerke AG (Saline), Schmölzl und viele aus der Hotellerie wie die Hotels Kempinski, Edelweiß, Klosterhof, Grünberger bis hin zur Steigenberger Akademie und Tourismusschulen verdeutlichten das breite Spektrum einer beruflichen Bildung.

Berufliche Veränderung ist immer möglich

BHG-Vorsitzender Johannes Hofmann im Gespräch mit Larissa Schütz von der Bayernwelle. „Nur wer selbst in der Küche am Herd gestanden ist, kennt die Praxis in der Gastronomie,“ ist sich Johannes Hofmann sicher, der selbst 42 Lehrlinge ausgebildet hat.

Dabei sind die einst eher starren Systeme längst einer innovativen Flexibilität gewichen. Egal welchen beruflichen Einstieg man heute wählt, fast immer ist berufliche Veränderung möglich, von der Weiterbildung bis zum Studium oder auch seine Karriere im Ausland fortzusetzen. Zu keiner anderen Zeit scheint sich der alte Spruch zu bewahrheiten, dass „dem Tüchtigen die Welt offensteht“. Denn bei diesem großen Angebot für die berufliche Bildung darf nicht übersehen werden, dass in jedem Bereich Leistung verlangt wird. Wer aber ‚das Richtige‘ findet, dem wird Leistung auch nicht schwerfallen und genau das war ein starker Impuls dieses Informationstages. Es standen an den meisten Ständen selbst Auszubildende oder ‚Menschen aus der Praxis‘ für offene Gespräche bereit.

Bei unserem kleinen Rundgang
sammelten wir einige Eindrücke:

Immer zu einem kleinen Späßchen aufgelegt, die Jungs von der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei, denen die Arbeit offensichtlich Spaß macht.

Ein junger Herr am Stand der Berufsfachschule der Schnitzer und Schreiner etwa meinte, dass sich heute viel mehr junge Menschen aus idealistischen Gründen für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden. Dabei öffne besonders der Werkstoff Holz viel Potential für Kreativität. Gleich nebenan präsentierten sich Beamte aus dem Vollzug, also eine völlig andere Ausrichtung und „das ist bei der Messe gewollt“, erläutert Ausstellungsleiterin Heike Mechelhoff.

Heike Mechelhoff vom Jugend-Treff.5 Förderverein e.V. organisiert und leitet seit acht Jahren diese jährlich wiederkehrende Ausstellung. Ihr liegt dabei das Wohl der Jugend besonders am Herzen. „Die jungen Menschen sollen für sich entdecken, wie viele Möglichkeiten ihnen das Leben bietet. Dazu zählt vor allem eine gute berufliche Zukunft, die dem einzelnen Menschen gerecht wird.“

„Wir wollen bewusst die Gewerke vermischen um die berufliche Vielfalt und Lebendigkeit zu zeigen.“ Das ist im AlpenCongress Berchtesgaden gut gelungen, die Räumlichkeiten sind für Ausstellungen und kleine Messen ideal. Einziger Schwachpunkt war, dass die Moderation vor Ort von Bayernwelle Südost mit halbstündigen Interviews in den drei großen Hallen nicht zu hören war, und die hätte man gerne mitverfolgt. Dabei gestaltete man im zentralen Eingangsbereich erstmals einen ‚kleinen Biergarten‘ mit Buffet, Tischen und Bänken, „als Kommunikationsbörse, zum Austauschen und Zusammensitzen.“

Im Justizvollzug wirken viele Berufe zusammen

Beim Justizvollzug steht eine Beamtenlaufbahn offen, doch in den Fachdiensten werden auch Ärzte, Juristen, Pädagogen, Psychologen, Seelsorger und Sozialpädagogen beschäftigt. Einige Stände weiter stellt die Fachhochschule Salzburg (FH) ihre 18 Bachelor- und 12 Masterstudiengänge vor. Je Semester ist an der FH mit rund 380 Euro Gebühren zu rechnen. Als Novum erscheint die Modeschule Hallein, die sich selbst als einzigartig in Österreich bezeichnet und zu fast allen Theatern gute Beziehungen pflegt. Die ‚ganz große Nummer‘ ist die fünfjährige Höhere Lehranstalt für Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei die mit einer Reife- und Diplomprüfung und einer abgeschlossenen Berufsausbildung endet. Darüber hinaus gibt es die ‚Internationale Modeklasse‘ und ein berufsbegleitendes 6-semestriges Kolleg.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentieren sich gerne im regionalen Umfeld. Ausgebildet wird in sieben Berufen. Ein besonderer Tipp für die Bewerbung: „Sei einfach du selbst“

Gleich um die Ecke ging es dann bodenständiger zu, denn die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentierte sich an einem großen Stand. In sieben Berufen bildet der Betrieb in Piding aus. Spezielles Wissen wird etwa als Milchtechnologe verlangt. In den führenden Hotels des Landkreises, die fast alle auf der Messe vertreten waren, sucht man ebenfalls nach guten Nachwuchskräften.

Die Steigenberger Akademie zählt Europaweit zu den Besten. Sie bietet eine Top-Ausbildung für die Hotellerie. Die private Akademie ist allerdings nicht billig. „Es ist die richtige Einstiegsvoraussetzung, um in diesem facettenreichen Tätigkeitsfeld in der 5-Sterne Hotellerie auf internationaler Ebene erfolgreich zu sein“, wirbt das Unternehmen.

Ja, es ist anspruchsvoll, die Arbeitszeit etwas ungewöhnlich, doch dafür die Perspektiven gut, ist etwa eine Managerin vom Hotel Edelweiß überzeugt. Bei der Steigenberger Akademie hingegen sieht es wieder etwas anders aus, denn die Privatschule kostet Geld, deutlich mehr als ein Studium an der FH. Dafür zählt die Akademie mit zu den besten in Europa, „und gut ausgebildete Fachkräfte aus der Branche, vor allem aus Deutschland, werden weltweit gesucht“, weiß Linda Pfeiffer von der Studienberatung und vom Marketing.

Zierpflanzen-Gärtner gesucht

Auch im Bayerischen Staatsbad werden Auszubildende gesucht. Hier von der Kur-GmbH, die in insgesamt acht Berufen ausbildet. Dringend Azubis gesucht für Gärtner, Fachrichtung Zierpflanzen

Selbst die Kur GmbH aus Bad Reichenhall präsentierte sich in ihrer Suche nach Auszubildenden im AlpenCongress Berchtesgaden. In fünf Berufen wird ausgebildet, doch vor allem werden Zierpflanzengärtner gesucht, informierten die drei Vertreter am Stand. Drei charmante Damen präsentierten das Landratsamt und meine Frage nach dem Image der Behörde als Arbeitgeber wurde entschieden gekontert. „Wir haben moderne Arbeitsplätze, selbst höhenverstellbare Schreibtische, Gleitzeit, Home-Office, beste Möglichkeiten der Weiterbildung und selbst ein Wechsel in eine andere Abteilung, falls man sich verändern möchte, ist in der Regel möglich.“

Elopro Elektrik erarbeitet und programmiert eigene Automatisierungstechnik, Gebäudetechnik und Energiemanagement. Auch dieser ausgezeichnete Mittelstandsbetrieb sucht Auszubildende.

Selbst traditionsreiche Handwerksbetriebe sind auf der Suche nach Auszubildenden. Etwa das Autohaus Bachfrieder, das für 2020 noch sieben Ausbildungsstellen zu vergeben hat und aktuell noch einen Auszubildenden zum Zweiradmechatroniker (Motorradtechnik) sucht. Mit einem besonderen Tipp wartete der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice auf.

Auf seiner Homepage finden sich unter Beruf & Karriere zwei Links, die alle Stellen im näheren Umfeld zeigen. Erster Ansprechpartner bleibt natürlich die Agentur für Arbeit, auch sie war in Berchtesgaden vertreten.

Foto rechts:
Auf einer Messe bleibt immer Zeit für geschäftliche Gespräche. Im Bild Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein und Bürgermeister Herbert Gschoßmann aus der Ramsau. Das Straßenbauamt bietet Ausbildungsplätze vom Straßenwärter über den Bauzeichner bis hin zum Diplom-Verwaltungswirt.

Veröffentlicht im Berchtesgadener Anzeiger:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-1001-perspektive-informationstag-fuer-beruf-und-studium-im-alpencongress-_arid,465064.html
Veröffentlicht im Reichenhaller Tagblatt:
https://www.pnp.de/lokales/berchtesgadener_land/3204343_Eindrucksvolle-Schau-beruflicher-Vielfalt.html

Ein Besuch der Diana-Passage lohnt sich

 

Unerwartet – blicken dem Besucher zwei charmante Damen von der Terrasse des Kaufhauses Juhasz entgegen.

Nur wenige Meter von der Fußgängerzone Ludwigstraße in Bad Reichenhall erreicht man durch die Diana-Passage einen großen Innenhof (Cafe Löbich). Dort erwartet den Besucher eine Überraschung. In Bad Reichenhall hat man aus der Not nämlich eine Tugend gemacht. Die Schaufenster der leerstehenden Geschäfte im hinteren Teil verwandelte man kurzerhand in Plakatflächen. Und es sind ganz besondere Plakate, im Großformat und mit freundlichen Menschen, wie man ihnen gerne begegnet in der Alpenstadt. Vielleicht fällt der Blick so auch auf den Aushang ‚zu vermieten‘, so dass ebenso der Immobilienverwalter von der Aktion profitiert.

Die Motive stammen von dem neuen Bildmaterial, das die BGLT im Rahmen der Neuausrichtung von Bad Reichenhall als Marke in Auftrag gab. „Eine Landschaft oder eine Stadt ohne Menschen lebt nicht. Sie sind das lebendige Element, die Sympathieträger auf den Motiven“, bekennt sich die neue Marketingchefin von Bad Reichenhall, Dr. Brigitte Schlögl zu der Aktion. „Darüber hinaus sind Leerstände in einer Stadt ganz einfach nicht attraktiv.“

Die Bilder aus der Diana-Passage verwendet die BGLT bereits in ihren Print-Medien, wie etwa im Alpenstadt-Magazin 2019, auf Social Media und der Homepage des Tourismusverbandes.

Lesen Sie demnächst:

„Kann sich Bad Reichenhall als Marke neu positionieren?“ – Interview mit Dr. Brigitte Schlögl“ –

‚Lebendige Alpenstadt‘ heißt aktiv zu sein, das Leben spüren.