TSV  zum seniorenfreundlichen Verein ausgezeichnet

Ein Siegel soll neue Anreize geben – Bürgerschaftlich engagierte Hilfe

(gsp) Als einer der ersten Vereine hat der TSV Bad Reichenhall vom Bayerischen Turnerverband (BTV) das Qualitätssiegel ‚Seniorenfreundlicher Verein‘ erhalten. Vereinsvorsitzender Josef Dennerl und sein Team ließen dafür eigens zwei Übungsleiter des Sportvereins weiterbilden, die sich jetzt verstärkt der Senioren annehmen. „Von den 1700 Mitgliedern des TSV (Turn- und Sportverein 1862 Bad Reichenhall e.V.) zählen wir rund 700 Kinder und Jugendliche. Der Anteil unserer Senioren dürfte sich auch auf einige Hundert summieren und so verpflichten wir uns mit dieser Auszeichnung ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit zu geben.“ Die neu gekürten Seniorenbeauftragten Renate Bosch und Rudi Sprinzing möchten einige ’niederschwellige Angebote‘ mit leichter Gymnastik ins Leben rufen und mit kulturellen Programmen und Ausflügen für besseren Kontakt untereinander sorgen.

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Thomas Bender, ehemaliger Vicepräsident des BTV und aktives Mitglied des TSV, überreicht das Qualitätssiegel des Bayerischen Turnerverbandes. Von links: Thomas Bender, Josef Dennerl mit den beiden Seniorenbeauftragten Renate Bosch und Rudi Sprinzing. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner wünscht dem Verein viel Erfolg und bedankt sich für das Engagement über alle Altersgruppen hinweg. – Foto: Gerd Spranger

Gefördert soll mit der Auszeichnung zum seniorenfreundlichen Verein ebenso die Kooperation hin zu Senioreneinrichtungen und Krankenkassen mit ihren Gesundheitsprogrammen. Der BTV will mit dieser Initiative die Vereine bei der Gewinnung neuer Mitglieder unterstützen und die Senioren besser Einbinden. Die Vereine sollen ihre Angebote im Sinne einer bürgerschaftlich engagierten Nachbarschaftshilfe verbessern. Das Qualitätssiegel füge sich gut in das Programm der Bayerischen Staatsregierung ‚Selbstbestimmtes Leben im Alter‘ ein. Zu den Förderern des Siegels zählen die zwei Sponsoren Flexo-Handlaufsysteme GmbH und die TOGU GmbH in Prien am Chiemsee.

Traktoren: ein Leben lang und mehr

100 Oldtimer-Traktoren präsentieren sich am Wochenende auf dem Festplatz in Bad Reichenhall. Vielleicht muss man ein wenig verrückt sein, um die alten landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte über viele Jahrzehnte hinweg zu pflegen und zu hegen. Oft sind es aber auch Erinnerung an die eigene Kindheit und über Generationen hinweg, die man mit den Oldtimer-Traktoren verbindet. Angereist waren die Landwirte aus dem Landkreis Traunstein, aus dem Berchtesgadener Land und selbst aus Wals und Salzburg präsentierten sie ihre alten Traktoren. Als Belohnung gab es im Bürgerbräu-Festzelt eine große Brotzeit und eine Maß Bier dazu. Die war bei hochsommerlichen Temperaturen von deutlich über 30 Grad auch gut zu verkraften.

Ich habe einige Fotos mit ‚kleinen Geschichten‘ zusammengestellt, denn erst mit der persönlichen Geschichte zum Oldtimer wird es spannend. Man hätte Stunden verbringen können, allein die Technik, die alten Motoren und Modelle wären es wert. Leider aber bin ich kein technisch versierter Mensch, schon gar nicht bei Traktoren. Doch seht selbst, ein wenig ‚zwischenmenschliches‘ habe ich zusammen getragen. – Fotos: Gerd Spranger

Opa Franz Neureiter bereiste mit seinem Gespann alle Landeshauptstädte Österreichs und erlebte auf seiner 33 Tage dauernden Rundfahrt vieles. Mit seinem Lieblingstraktor, einem 30er-Steyrer Wohnwagen, Baujahr 1954, und Hündin Lucy ging er auf Tour. „Man erlebt viel und lernt mit wenig auszukommen“, gibt er sich bescheiden. Campiert hat er stets an einem Waldrand. „Angesprochen bin ich von den Bauern häufig geworden. Bis auf eine Ausnahme waren alle sehr nett.“ Auch einige Verkehrskontrollen musste er über sich ergehen lassen.“

Dieses junge Pärchen aus Marzoll hat zwar keinen eigenen Bauernhof, sind aber leidenschaftliche Fans alter Traktoren und stolz auf ihren Fendt. Die alten Traktoren werden, falls überhaupt, nur an wirkliche Liebhaber weiter verkauft.

Pammer Michaela ist stolz auf ihren alten Lanz-Traktor aus dem Jahr 1940 und verbindet viele Erinnerungen damit. „Als kleines Mädchen bin ich schon mit Opa damit viel über die Felder gefahren“, erinnert sie sich gerne. Heute ist der Oldtimer im Besitz ihres Sohnes Julian und ist damit in der dritten Generation im Einsatz.

Viele der alten Traktoren sind ‚wie aus dem Ei gepellt‘ und echte Schmuckstücke, wie der alte Steyr aus dem Jahr 1961 mit 28 PS von Martin Leberer aus Anthering bei Salzburg.

Dem Eicher-Traktor aus dem Jahr 1951 ist sein Alter deutlich anzusehen. Er läuft aber bis heute, obwohl das Werk im oberbayerischen Forstern längst Geschichte ist.

Dieser Odtimer von Gaisreiter Muchei aus Inzell mit der Typbezeichnung JW20 ist Baujahr 1948, wird mit einem großen Schwungrad angetrieben und leistet 18 PS.

Das Organisationstem der Inzeller „Oid-Traggei-Freind“ gab die großen Schilder für die Oldtimer-Traktoren aus. Von rechts: Friedl Egger, Franz Kaml und Christian Strobl. „Ein Traktor hält fünfzig Jahre und mehr. Viele der ausgestellten Oldtimer sind bis heute im täglichen Einsatz“, bekräftigten sie.