Ministerin Michaela Kaniber: Zukunftsinvestitionen

Bei der Sitzung des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land unterstrich Ministerin Michaela Kaniber die Notwendigkeit einer Energiewende. „Wir brauchen in Bayern zwei neue Energietrassen. Der Bedarf ist mit einer dezentralen Versorgung nicht zu decken. Darüber hinaus sollen tausende neue Blockheizkraftwerke entstehen und Biogasanlagen, um eine echte Energiewende zu erreichen.“ Die Dringlichkeit unterstrich sie damit, dass der Wirtschaftsabschwung sich in Bayern fortsetze und sich ohne eine gesicherte Energieversorgung die Probleme weiter vertiefen.

Natürliche Energien besser nutzen

Ebenso eindringlich wirbt sie für die Nutzung natürlicher Energien wie etwa die Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik. „Ich glaube nicht, dass wir uns auf Dauer der Nutzung von Windrädern verschließen können und bedauere sehr, dass wir an der Salzach mit dem Bau eines neuen Wasserkraftwerkes nicht weiter kommen.“ Bayern sei darüber hinaus ein Sonnenland und auch diese Energie gelte es besser zu nutzen.

Landwirtschaft für eine bessere Umwelt

Signifikant und kritisch erleben wir dies aktuell bei der Automobilindustrie. „China und die USA machen mit der Dieseltechnik ausgezeichnete Geschäfte, während wir hier in Deutschland unsere Spitzentechnologie bekämpfen.“ Nicht ganz so stark steht die Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung. „Dabei haben wir hier eine Wirtschaftszweig mit 158 Milliarden Umsatz und für ein neues Klimakonzept, für Ökologie und Umweltschutz ist die Landwirtschaft entscheidend wichtig,“ so MdL Michaela Kaniber.

In die Zukunft investieren

Als weiteren wichtigen Schritt nannte sie die Förderung der Geisteswissenschaften und hier vor allem die Forschung und Entwicklung künstlicher Intelligenz. „Wir dürfen uns von China und den USA nicht abhängen lassen. Wir brauchen in diesem Bereich 1000 neue Professoren und 10.000 neue Studenten. Wir brauchen die Besten der Besten,“ zeigt sich die Ministerin kämpferisch. „Wir investieren 42 Milliarden in Bildung, Kinder und Jugend und fördern verstärkt die MINT-Studien.

„Wir brauchen innere Sicherheit“

Als drängendes regionales Problem machte sie den Ausbau der A8 und die Grenzkontrollen aus. Dabei dürfte der Autobahn-Ausbau noch auf sich warten lassen, denn der Abschnitt bis zur Grenze ist aktuell nur im weiteren Bedarf eingestuft. Eminent wichtig aber seien die Kontrollen der Grenzen. „Solange die EU-Außengrenzen nicht sicher sind, müssen wir kontrollieren. Wir haben im vergangenen Jahr 6000 Zurückweisungen und 20.000 Delikte festhalten können. Wir brauchen innere Sicherheit.“ In Zahlen nannte die Ministerin darüber hinaus 3169 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 2008 Urkundendelikte wie Ausweisfälschungen, 903 Waffen- und Sprengstoffdelikte, 733 Eigentums- und Vermögensdelikte, 4836 Verkehrsdelikte und 13.201 Fahndungstreffer. Darunter 750 Haftbefehle, 61 Wiedereinreisesperren und 111 Personen die europaweit zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben waren.

Alles begann im ‚Haus der Jugend‘ mit den Disc-Partys

Mit 15 Jahren legte er die ersten Platten im ‚Haus der Jugend‘ in Bad Reichenhall auf und durchlief zu jener Zeit eine Ausbildung zum Metzger, seinem Beruf, in dem er 20 Jahre lang gearbeitet hat. Es waren die frühen 80er-Jahre und es waren noch echte Schallplatten, meistens Singles, die er damals auflegte, erzählt Bernhard, der in der Alpenstadt und weit darüber hinaus als DJ Börnsen bekannt ist.

„Jede Woche durfte ich dafür zehn neue Singles aus den Charts im Auftrag von Rupert Fegg, dem damaligen Leiter der städtischen Einrichtung, beim Kaufhaus Juhasz kaufen“, erzählt er. „Wir hatten zuletzt einen Fundus von 300 LP’s und 1000 Singles um bei den Disc-Partys für gute Stimmung zu sorgen.

Hunderte Jugendliche
bei den Partys

Und die Stimmung war gut, denn die 14tägig angesetzten Partys im Haus der Jugend waren begehrte Treffs unter den Jugendlichen. In der Kurstadt gab es dazu keine Alternative und nicht selten besuchten sie einige hundert Jugendliche. Als ‚Disc-Jockey“ war man bei den Mädchen beliebt und irgendwie stand man damit auch im Mittelpunkt, was dem jungen Mann schmeichelte. „Ein Gefühl, dass ich von Anfang an mochte und zu dem ich heute, mit 50 Jahren, auch stehe. Ich bin nun mal extrovertiert und dennoch seit über 25 Jahren glücklich verheiratet.“

Gutes Geld und
ein hoher Zeitaufwand

Den Sprung ganz in das „Musik-Business“ einzusteigen hat DJ Börnsen nie gemacht. „Es ist zwar ein gutes Gefühl an einem Abend die Leute zu begeistern, und viele glauben damit reich zu werden, die Realität aber sieht anders aus. Will man wirklich in diesem Geschäft bestehen, muss die Soundanlage gestellt werden, was mit hohen Investitionen und dem Auf- und Abbau bei jeder Veranstaltung einhergeht. Und dann wächst der Zeitaufwand von fünf auf neun Stunden an, und so relativiert sich das gute Einkommen.“ Eines der ganz großen Events, an die sich Bernhard bis heute gerne erinnert, war die Snow-Board-WM am Götschen. „Ich bespielte über mehrere Tage den Zielbereich und legte auch bei den Siegerehrungen im Gasthof Brennerbräu auf, ein tolles Erlebnis und eine Super-Stimmung.“

Von den Singles auf die CD’s

Doch selbst nebenberuflich war der Zuspruch stark. Kontakte und Auftritte vertiefte Börnsen über das Sternenzelt, über die Event-Lokation Kaktus, Baamhake und in vielen Lokalen in Bad Reichenhall. Gerne erinnert er sich an die großen Faschingsbälle auf dem Schroffen im Brauereigasthof Bürgerbräu oder Kammerer-Bräu. Von der umfangreichen Sammlung an Langspielplatten und Singles trennte sich Bernhard gegen Ende der 80er-Jahre. „Da habe ich alles auf CD umgestellt. Das war dann schon bedeutend einfacher.“

Große Namen und große Rockbands

Es ist die Musik jener Jahre, die Nach-Beatles- und die Nach-Abba-Zeit. Als die Neue Deutsche Welle und der Electro-Synth-Pop seine Erfolge feierte. Es ist die Zeit von Madonna, Prince, Michael Jackson und Falco, aber auch von Udo Jürgens, Frank Zander, Boy George, Laid Back. Es ist aber auch die Aera der großen Rockbands, die die Jahrzehnte überdauert haben. Namen wie Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, AC/DC, Queen, Led Zeppelin, Eagles, Santana, Beach Boys, Scorpions und Status Quo sind unvergessen.

Den Stimmungspegel hoch halten

Der Erfolg des Metzger-Fachverkäufers Bernhard als DJ Börnsen wuchs weiter. Ab 2000 meldete er dann doch ein eigenes Gewerbe an, nebenberuflich war es die aktivste Zeit für ihn. Es verging keine Woche, an der er nicht mindestens zweimal in Rosenheim, Traunstein, Salzburg oder im Berchtesgadener Land irgendwo die Musik einspielte und mit Licht und Lasershows das Publikum unterhielt. Auch Bands engagierten ihn gerne, um vornweg, zwischendurch und zum Ausklang den Stimmungspegel oben zu halten.

Online und mit Tonstudio

Technisch stand ab 2004 der nächste Sprung an. Ab da an ging’s online mit Laptop zu den Auftritten. Sein langjähriger Partner, das Tonstudio Martin, sorgte jetzt für die Technik und das ist bis heute so geblieben. „Das macht es für mich einfacher, ich kann mich auf das Kerngeschäft konzentrieren, und die Profis vom Tonstudio machen einen guten Job. Stimmt nämlich die Akustik nicht, dann kommt auch gute Musik nicht zur Geltung“, weiß DJ Börnsen.

Die Generation 50-Plus

Beruflich ist Bernhard nicht stehen geblieben. Er machte noch eine Ausbildung zum Kaufmann, engagiert sich heute als Fahrer bei den Malteser Hilfsdiensten und legt auch weiterhin bei Events und privaten Feiern auf, online versteht sich, mit der guten alten Musik aus den 70-, 80- und 90-er Jahren. „Da dominiert im Publikum meist die Generation 50-Plus, eben meine Generation, die mich über die vielen Jahre hinweg kennt und schätzen gelernt hat.

„Qualität ist geil“

„Die Zeiten sind für einen Entertainer mit regionalem Bezug heute besser geworden“, meint Bernhard. „Die ‚Geiz-ist-geil-Welle‘ ist ausgelaufen. Gern werden zwei, drei Euro mehr bezahlt oder ein kleiner Obolus für den Eintritt, wenn die Show und damit auch die Stimmung passen.“ Das kommt ihm selbst, vor allem aber den Gastronomen und Veranstaltern zugute. Wer DJ Börnsen live erleben möchte, hat dazu am 26. Oktober in ‚Kopp’s Vinothek‘ Gelegenheit.

Erfolgreicher ARD-Krimi ‚Watzmann ermittelt‘

Neue Folgen ab Sommer 2020

Sie drehen für die neue Folge „Watzmann ermittelt“ in Berchtesgaden (v.r.): Geneveva Mayer, Andreas Giebel, Nadine, Regisseur John Delbrigde, Peter Marton, Marie Theres Kroetz-Relin, Rosalie Schlagheck und Sven Gielnik.

(gsp) Die neue Krimiserie „Watzmann ermittelt“ ist mit 3,3 Millionen Zuschauern seit Jahren die erfolgreichste ARD-Vorabendserie. Jetzt werden weitere acht Folgen zur ersten Staffel gedreht, auch für eine zweite Staffel wurde bereits ein Auftrag erteilt informierte Boris Ausserer von der Produktions‎firma ‎“Lucky Bird Pictures GmbH“. Sendestart soll im Sommer 2020 sein und vorab nochmals die ersten acht Folgen ausgestrahlt werden.

Dreharbeiten in Berchtesgaden

„Wir versuchen die Klischees zu umschiffen“, bekennt Hauptdarsteller Andreas Giebel, der die Rolle des etwas ‚grantelnden‘, aber herzlichen Hauptkommissars Benedikt Beissl spielt. Und doch lebt die Serie von den Klischees einzigartiger Landschaftsbilder, idyllisch gelegenen bäuerlicher Anwesen und den alten malerischen Gassen der Marktgemeinde Berchtesgaden. Für Krimispannung sorgen meist familiäre und private Tragödien, die sich im Rahmen der Ermittlungen weitgehend erschließen. So soll es in der neuen Folge eine Wirtin treffen, gespielt von Marie Theres Kroetz-Relin, deren Mann sich plötzlich von ihr trennt und sie mit der ganzen Lebenssituation alleine lässt. „Kein Klischee“, betont sie. Privat engagiert sie sich für die Rechte der Frau und für eine Inklusion von Flüchtlingen, etwa mit dem Projekt ‚kino-frauen-aller-kulturen‘.

Keiner stiehlt die Show

Hauptkommissars Benedikt Beissl ( Andreas Giebel) und sein Ermittlerteam.- Fotos: Gerd Spranger

Ein junges und dynamisches Gesicht der Serie ‚Watzmann ermittelt‘ ist der gebürtige Wiener Peter Marton in seiner Rolle als Kommissar Jerry Paulsen. Er geht spontan und mit Empathie auf die Menschen zu und erobert schnell die Herzen. Auch privat fährt er damit gut, versichert Marton. Neuland war für ihn Berchtesgaden, den Watzmann kannte er nur von der Ferne. „Die Leute hier sind natürlich etwas anders geprägt, wie etwa in einer Großstadt wie Wien.“ Damit aber komme er gut zurecht. Gut zusammen kommen auch die beiden Kommissare der Serie. Die Beziehung zwischen Andreas Giebel und Peter Marton habe sich vertieft. „Keiner stiehlt dem Anderen die Pointe und wir lernen vermehrt in leisen Tönen zwischen den Zeilen unseren Humor zu entfalten“, verrät Andreas Giebel.

Die Freiheit des Schauspielers

Regisseur John Delbrigde und Marie Theres Kroetz-Relin

Dass dazu Raum bleibt, sind sich die Akteure einig. Regisseur John Delbrigde gibt dafür die schauspielerische Freiheit. „Als Darsteller passen wir uns den besonderen Gegebenheiten vor Ort an und da gibt es immer wieder unbekannte Situationen und Umstände, die so im Drehbuch nicht zu finden sind. Ein gutes Team setzt das erfolgreich um, und wir machen unsere Sache nicht schlecht“, erklärt Giebel augenzwinkernd. Eine Vorabendserie sei auch nicht dazu angetan mit allzu viel Aktion oder psychologischen Tiefgang gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen. Sie soll unterhaltsame Spannung, eingebunden in einer reizvollen Kulisse, vermitteln. Und da macht der Watzmannkrimi seine Sache gut, wie die Einschaltquoten belegen. Ein wenig ist er zwischen Bergdoktor und Bozen-Krimi angesiedelt.

Berchtesgaden gewinnt
durch das Filmbusiness

Die Kommissare Jerry Paulsen (Peter Marton) und Benedikt Beissl (Andreas Giebel) posieren vor der Polizeistation in Berchtesgaden.

Für Maren Hauke, die die Dreharbeiten vor Ort für die BGL-Tourismus GmbH begleitet, ist der Erfolg der Serie für Berchtesgaden schon jetzt durch die zahlreichen positiven Rückmeldungen mehr als belegt. „„Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH freut sich sehr darüber, dem Team von „Watzmann ermittelt“ optimale Rahmenbedingungen für den Dreh zu schaffen und die Region wiederholt in den neuen Folgen in Szene zu setzen. Durch das Film- und TV-Business gewinnt das Berchtesgadener Land nicht nur ein ausgezeichnetes Image, sondern erzielt auch eine hohe Reputation und Wertschöpfung. Wir freuen uns über den Film-Tourismus, den wir mittlerweile an beliebten Drehorten erleben dürfen“, bekennt BGLT-Geschäftsführer Peter Nagel.

Peter Marton mit Regisseur John Delbrigde und Geneveva Mayer, die Gerichtsmedizinerin in der ARD-Serie ‚Watzmann ermittelt‘.

 

Schafft es die Jennerbahn in die Gewinnzone?

Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn AG, Franz Moderegger (l.) und Aufsichtsrats-Vorsitzender Peter Hettegger präsentierten den Aktionären die aktuellen Geschäftszahlen.

(gsp) In den „neuen Jenner“ wurden 56,7 Millionen Euro investiert und ab Juni 2019 ist der volle Betrieb bis zur Bergstation wieder möglich. Schafft es die Jennerbahn kurzfristig  in die Gewinnzone? Ein erster Vergleich lässt hoffen.  Vergleicht man die aktuellen Zahlen der Jennerbahn mit jenen ‚der alten Bahn‘ aus der Saison 2015/2016, so ist der positive Trend klar zu sehen. Damals nutzten von Juni bis August 90.000 Gäste die Bahn. Heute zählt man in diesen drei Monaten 125.000 Fahrgäste.

Zielmarke von 220.000 Besuchern

Insgesamt registrierte die neue Jennerbahn seit November 2018 bereits 189.000 Fahrgäste. Damit stehen die Chancen gut, in den verbleibenden zwei Monaten des Geschäftsjahres die Besucherzahl von 220.000 Gästen aus dem Jahr 2015/16 zu übertreffen, hoffte man auf der Hauptversammlung der Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG) am ersten September-Wochenende.

Bis zu 3000 Gäste täglich

Dieses Ergebnis wird von den Gesellschaftern als ein außerordentlicher Erfolg gewertet, zumal bereits das Winterhalbjahr bis April 2019 die Erwartungen um 39 Prozent übertraf und der Betrieb nur bis zur Mittelstation offen war. Darum lagen die Umsatzzahlen im Vergleich niedriger. „Die aus dem Wintergeschäft und dem anfänglich nur eingeschränkten Sommerbetrieb noch übertragenen Umsatzrückstände werden aber sukzessive ausgeglichen“, freut sich Franz Moderegger, Vorstand der Jennerbahn. Er ist zuversichtlich, dass „die Planzahlen deutlich überschritten werden.“ Ebenso zeigt sich der Vorstand zufrieden mit den Ergebnissen aus dem gastronomischen Geschäft, das von der Jenneralm GmbH getragen wird. Ein weiterer Indiz für den guten Geschäftsverlauf ist das Ergebnis vom 04. September. Erstmals erreichte die Bahn an diesem Tag 3000 Gäste ‚im normalen Fahrbetrieb‘.

Ein neuer Tagungsraum

Verschwunden ist mittlerweile der große Kran, der über ein Jahr lang weithin sichtbar über den Rohbau der Bergstation aufragte. Die Hochbauarbeiten sind abgeschlossen und in den nächsten Wochen wird intensiv an den Außenanlagen und den Vorbereitungen zur Pistenanbindung gearbeitet. Mit der Hauptversammlung der BBAG wurde ebenso der große helle Tagungsraum eingeweiht, auch wenn die Technik und der letzte Schliff noch fehlte. Tagungen, Seminare und selbst Hochzeiten auf dem Jenner werden das Geschäft weiter voran bringen. Die Jenneralm GmbH hat sich bereits jetzt zu einer tragenden Säule des Gesamtunternehmens BBAG entwickelt.

Richard Wagner folgt
auf Wilfried Deubler

Zur Trennung vom langjährigen technischen Betriebsleiter Wilfried Deubler wollte man kein Statement abgeben. „Man hat sich einvernehmlich getrennt und werde auch künftig verbunden bleiben“, erklärte Franz Moderegger knapp. Als Nachfolger soll Richard Wagner eingesetzt werden, der bis zu seiner Ernennung vorläufig die Geschäfte des Betriebsleiters übernimmt.

Schon bei der Eröffnung der Bergstation der Jennerbahn im Juni ist das auf die Terrasse ‚aufgesetzte‘ Gebäude mit großem Veranstaltungssaal gut zu sehen. Im Hintergrund der Schneibstein (2.176 m). Die Schneereste sind im August längst verschwunden. Fotos: Gerd Spranger

 

Bergsteigerdorf Ramsau im Kampf gegen wildes Parken

(gsp) Für so manchen Bergsteiger ist es bis heute ein Ärgernis, wenn er für seine Tour zur Blaueishütte am Parkplatz sieben Euro für ein Tagesticket zahlen muss. Mit Gästekarte kostet das Parken nur die Hälfte. Das gilt auch für die zwei großen Parkplätze am Nationalparkhaus, wo die Straße nach Hirschbichl führt und der Almbus die Besucher bequem zum Zielort bringt, wem die ganze Strecke zu weit zu laufen ist. Das Busticket kostet 10 Euro, für die Gästekarte gibt es keine Ermäßigung.

Die Tarife sind einheitlich und gelten für alle fünf Parkplätze am Hintersee, ausgenommen man ergattert einen der begehrten Plätze am Straßenrand und ‚parkt wild‘. Dem soll bald ein Ende bereitet werden, wie Bürgermeister Herbert Gschoßmann jetzt die Bürger auf einem eigenen Infoabend im Rathaus informierte. Er warb aber auch für einen sensiblen Umgang: „Wildparker am Hintersee sind für die Einen ein Dorn im Auge, dort ansässige Gastronomen aber werden das womöglich anders sehen.“ Auf alle Fälle aber müsse man Sicherheitsaspekte, etwa wenn sich Autos, Busfahrer, Fußgänger und Radfahrer begegnen, höher werten als ästhetische Aspekte.

Ziel der Gemeinde Ramsau ist es, die Gültigkeit der Parkgebührenordnung ab 2020 auf 24 Stunden auszudehnen und nicht bis 19 Uhr zu begrenzen. Im Blick sind vor allem Wohnmobile, die sich verstärkt erst ab 19.00 Uhr auf die Parkplätze stellen würden und damit gratis parken. „Womöglich lassen sie auch noch ihren Müll zur Entsorgung für uns stehen“, merkt Gschoßmann kritisch an. Wohnmobile sollen dann 10 Euro für ein Tagesticket bezahlen, „denn eigentlich gehören sie ja auf einen Campingplatz“, bringt der Bürgermeister seine ganz eigene Ansicht von der Freiheit des Reisens zum Ausdruck. Einen eigenen Wohnmobil-Stellplatz sucht man in der Gemeinde Ramsau hingegen vergebens. Und der Campingplatz liegt weit oberhalb der Gemeinde am Taubensee. Er ist weder zentrumsnah, noch in der Nähe des Hintersees.

Aktuell nutzen die Wohnmobil-Übernachter eine Grauzone, denn eigentlich sei der Übernachten auf den Parkplätzen nicht erlaubt, äußerte sich ein Vertreter der regionalen Verkehrsüberwachung. „Campieren als solches geht so und so nicht“, ergänzt er. Auch sei noch ungewiss, ob die aktuelle Software bei den Automaten einen Extratarif für Wohmobile ermögliche. Der Vertreter der Verkehrsüberwachung hat kein Verständnis für allzu wildes Parken. „Wer extra an den Hintersee fährt, um ein besonders schönes Stück Natur zu genießen, der sollte auch sensibel im Umgang mit derselben sein.“

Ebenso soll am Hochschwarzeck bald ‚Schluss sein‘ mit dem Gratis-Parken. „Das kann aber noch zwei Jahre dauern“, schränkt Gschoßmann ein. Es sind noch Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern und Gespräche mit allen Beteiligten zu führen. Ein weiterer Brennpunkt des wilden Parkens sei der Parkplatz an der B305, wo der Weg zur Mordaualm hinauf führt. Die Gemeinde will sich darum in den nächsten Monaten kümmern.