Den KFZ-Bereich für die Zukunft rüsten

 

Berufsschule Freilassing:
Investitionen in das Kompetenzzentrum gefordert

Die Staatliche Berufsschule Freilassing bildet in sechs Handwerksberufen und in acht kaufmännischen Berufen aus. Außerdem bietet sie Zusatzangebote bis hin zur Erlangung der Fachhochschulreife. Jetzt will die Bildungseinrichtung ihre Kompetenz im Bereich Kfz-Technik erweitern. Durch den wachsenden Schwerpunkt der Hochvolt- und Systemtechnik für die KFZ-Mechatronik besteht zusätzlicher Bedarf.

Dabei ist die Staatliche Berufsschule für die Landkreise Berchtesgaden und Traunstein Kompetenzzentrum für Kraftfahrzeugtechnik. Die Ausbildung der angehenden KFZ-Mechatroniker soll auf dem modernen Stand der Technik weiterhin gewährleistet sein. Landrat Georg Grabner erinnerte, wie sehr man sich damals für eine Aufwertung des Standorts Freilassing einsetzte.

Wir müssen im Landkreis wettbewerbsfähig bleiben und brauchen dafür vor allem auch im Handwerk beste Ausbildungsbedingungen. Berufliche Bildung ist eine Kern- und Zukunftsaufgabe“, bekräftigt er. Der Landrat informierte dabei über eine eigene Woche der beruflichen Bildung. Vom 11. bis 15 November präsentieren sich 75 Betriebe aus dem ganzen Landkreis. Schwerpunkt der Veranstaltung werden die Berufsschule und die benachbarte Realschule sein, wo einzelne Marktstände über die beruflichen Perspektiven informieren. Auch dezentral gibt es in den Betrieben dazu Angebote. Am 14. November ist ein Aktionstag als „Markt der Berufe“ angesetzt.

Schulleiter Hermann Kunkel verweist darauf, dass es ein KFZ-Kompetenzzentrum wie in Freilassing nur noch in München und Ingolstadt gebe. Es soll jetzt ein wichtiger Schritt ‚in die neue Zeit‘ erfolgen, um den Auszubildenden die neueste Technik von Verbrennungs-, Elektro-, und Hybrid-Antrieb zu vermitteln. „Dafür brauchen wir mehr Platz und Technik. Die aktuellen Räume aus den 80er-Jahren sind dafür nicht mehr ausreichend“, begründet er den Antrag. Das ursprünglich für die Metallbearbeitung konzipierten Raumangebot werte man als nicht mehr optimal für einen handlungsorientierten Unterricht. Dabei entwickelt sich die Branche im Bereich von neuen Technologien insgesamt sehr rasant, und es ist offen, welche Technik die nächsten Jahre noch kommen wird.

Markus Hiebl, Fachbereichsleiter für das zentrale Gebäudemanagement des Landkreises, betont die enge Abstimmung mit der Schulleitung. Dabei liegt die Erweiterungsfläche für den Neubau auf einem anderen Grundstück, das aber im Besitz des Landkreises ist. Dennoch sei es schwierig, den Zeithorizont schon jetzt genau abzuschätzen. Zuvor gelte es den Schulstandort mit seinen Gebäuden ganzheitlich zu betrachten. Es braucht eine Bestandsanalyse, was bei dem bestehenden Gebäude noch möglich ist und eine Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern. Ziel soll eine richtige Weichenstellung für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre sein.

Die Verwaltung schlägt vor, dass eine Bestands- und Bedarfsanalyse mit einer Beurteilung der vorhandenen baulichen und technischen Substanz nach folgenden Kriterien erstellt wird: Die schulische und pädagogische Funktionalität, die Organisation der Gastschüler, die Sicherheit und Statik, der Brandschutz sowie die Möglichkeit von Energieeinsparungen. Dieser Prozess soll bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Kreisrat Dr. Bernhard Ziemer merkt kritisch an: „Das wird Jahre brauchen, und doch besteht der Bedarf schon heute.“

Kreisrat Hans Metzenleitner bestätigte die Wichtigkeit der Berufsausbildung, besonders in Zeiten eines Mangels an Facharbeitern. „Das beginnt schon in der Schulzeit, und das Problem sind häufig die Eltern, die von den guten Perspektiven einer fundierten Berufsausbildung im Handwerk überzeugt werden müssen.“

Letztlich wurde die Beschlussvorlage als eine Empfehlung für den Kreistag einstimmig gefasst. Die Verwaltung soll dann eine Bestands- und Bedarfsanalyse für die gesamte Schulanlage erstellen.

Schnelles Radwegenetz für den Alltag

Landkreis vergibt Auftrag über 72.854 Euro

Ein wichtiger Baustein für umweltfreundliche Mobilität im Landkreis Berchtesgadener Land ist ein gut beschildertes und funktionierendes Radwegenetz, ein Alltagsradwegenetz, wie es jetzt konkrete Formen annehmen soll. Im Juli 2019 gab der Ausschuss für Landkreisentwicklung grünes Licht, um das Projekt ausschreiben zu können. Landrat Georg Grabner stellte jetzt die Ergebnisse vor. Eingegangen ist ein formgerechtes Angebot von einer Firma aus Murnau, die im Landkreis und darüber hinaus bereits gute Referenzen habe, informierte Grabner.

Ein schnelles Radwegenetz für den Alltag wird im Berchtesgadener Land gefordert
Ein schnelles Radwegenetz für den Alltag wird im Berchtesgadener Land gefordert

Es gelte, sich nun „abzustimmen und zusammenführen“ hinsichtlich bestehender Radwege in den einzelnen Gemeinden. „Dabei müssen die Schnittstellen über die Gemeindegrenzen hinweg richtig gesetzt werden. Schwierig ist teilweise auch die Bereitschaft zur Abtretung von Flächen, wenn etwa Lücken geschlossen werden müssen“, informierte der Landrat.

Die Leistung der beauftragten Firma green-solutions GmbH umfasst das Abfahren der Radwege sowie die Definition der wichtigen Punkte für Wegweiser, „und zwar in alle Richtungen“, betont der Landrat. Auch sollen Ziel- und Kilometerangaben die Streckenfindung vereinfachen. Die gewonnenen Daten dienen im weiteren Verlauf als Grundlage der Beschilderung, um in einheitlicher Ausführung gut sichtbar den Weg zu weisen. Das ausgearbeitete Alltagsradwegenetz ergänzt zusätzlich die touristischen Strecken, und auch hier ist Abstimmungsbedarf. „Dabei soll an der Landkreisgrenze nicht Schluss sein“, betont Grabner. Der Auftragswert beläuft sich auf 72.854 Euro und ist im Haushalt des Landkreises über mehrere Jahre verteilt.

Ob im Alltag oder im Urlaub – mit dem Rad unterwegs zu sein ist gut für die Umwelt und Gesundheit.
Ob im Alltag oder im Urlaub – mit dem Rad unterwegs zu sein ist gut für die Umwelt und Gesundheit.

Kreisrat Armin Nowak bedauerte, dass sich nur ein Anbieter gefunden habe, und Kreisrat Metzenleitner sah den Schwerpunkt zunächst in einer Bestandsaufnahme. Das wollte Landrat Georg Grabner nicht gelten lassen, denn es gehe bereits um konkrete Umsetzung, argumentiert er. Metzenleitner wollte sich damit nicht zufrieden geben. „Wir haben im Süden noch große Lücken, und wir brauchen einen fundierten Plan mit konsequenten Maßnahmen. Im Vergleich mit Österreich sind wir weit hinten“, merkt er kritisch an.

Auch hier, am Staufensteg bei Staufenbrücke, an der Grenze von Bad Reichenhall nach Piding, treffen mehrere Rad- und Wanderwege aufeinander. Informationstafeln informieren über die Region.
Auch hier, am Staufensteg bei Staufenbrücke, an der Grenze von Bad Reichenhall nach Piding, treffen mehrere Rad- und Wanderwege aufeinander. Informationstafeln informieren über die Region.

Auch für Kreisrat Richard Graßl gilt es, noch einige Punkte mehr zu beachten. „Wir müssen die Hauptkriterien heraus arbeiten und benennen. Es braucht dafür vernünftige Vorschläge, die umsetzbar sind. Lösungen mit starken Steigungen von 40 Prozent bei der Streckenführung helfen nicht weiter. Sein Kollege Franz Eder sieht in der Einrichtung eines guten Alltagsradwegenetzes noch viel Handlungsbedarf. „Manche Gemeinden handeln nach dem Mischprinzip, nämlich jeder muss schauen, wo er irgendwo hin fahren kann.“

Letztlich wird ein gut verzweigtes und beschildertes Alltagsradwegenetz auch Teil des neuen Mobilitätskonzeptes des Landkreises sein. Darüber wurde dem Ausschuss für Landkreisentwicklung des Landkreises ein aktueller Sachstand dargelegt. Wir berichten darüber in unserer nächsten Ausgabe.

Fotos: Gerd Spranger

Landkreis muss handeln:  Karlsgymnasium zu klein

Umstellung auf G9 und mehr Schüler brauchen Platz
Bedarfsprüfung und Machbarkeitsstudie

Es war vor gerade einmal drei Jahren, als die Generalsanierung des Karlsgymnasium in Bad Reichenhall abgeschlossen wurde. Diese Woche stand es erneut auf der Tagesordnung des Kreisausschusses des Berchtesgadener Landes, denn Grundlage der Sanierung war ein G8-Gymnasium, das nach 14 Jahren nun wieder einem Neunjährigen (G9) weicht. Das bedeutet mehr Klassen, mehr Schüler und damit auch einen höheren Platzbedarf. In der Beschlussvorlage für den Kreistag heißt es: „Für ein 4,5 zügiges Gymnasium fehlen neun Unterrichtsräume, Flächen für die moderne Unterrichtsgestaltung sowie Pausenflächen.“ Für ein fünfzügiges Gymnasium fehlen sogar 15 Unterrichtsräume.

2016 wurde auf Grundlage eines G8-Gymnasium erst die Renovierung des Karlsgymnasium abgeschlossen. Die Rückkehr zu G9 und mehr Schüler fordern jetzt mehr Platz, der Landkreis muss handeln.
2016 wurde auf Grundlage eines G8-Gymnasium erst die Renovierung des Karlsgymnasium abgeschlossen. Die Rückkehr zu G9 und mehr Schüler fordern jetzt mehr Platz, der Landkreis muss handeln.

Landrat Georg Grabner weist jedoch darauf hin, dass „der Bedarf eines Landkreises nicht über eine einzige Schule ermittelt wird, sondern immer auf den Landkreis bezogen ist.“ Aktuell erreiche man aber auch beim Rottmayr-Gymnasium in Laufen die Grenzen der Kapazität. „Damit besteht ein berechtigtes Interesse, den Bedarf der Erweiterung mit der Regierung von Oberbayern abzustimmen.“ Die nächsten Jahre sei zudem mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen.

Konkret bedeute es über den Ministerialbeauftragten die Zahl der Klassen pro Jahr festzulegen (aktuell 4,5), die Weiterführung der Einführungsklassen sowie die Notwendigkeit von Unterrichtsflächen für die moderne Gestaltung des Unterrichts mit pädagogischen Konzept. Dafür brauche es eine Abstimmung des Raumprogramms zur schulaufsichtlichen Genehmigung und einen Antrag der Kostenübernahme auf Grund des Konexitätsprinzips. Das alles werde Zeit in Anspruch nehmen, so dass für das Schuljahr 2020/21 Interimslösungen erforderlich sein werden, ist das Resümee der Beschlussvorlage.

Kreisrat Dr. Bernhard Zimmer hinterfragte dabei die Interimslösungen kritisch. „Container dürfen keine Dauerlösung sein. Wie hoch ist der Bedarf tatsächlich, und ist nicht auch eine hochwertige Holzbauweise, möglicherweise als flexible Module ausgeführt, denkbar?“ Ebenso bewertet er die Umnutzung bestehender Räume nicht immer als sinnvoll. „Fachräume müssen dabei tabu sein und auch die Gruppenräume sind begrenzt.“

Landrat Georg Grabner beruhigt und erinnert an den Genehmigungsprozess: „Wir müssen für die Zukunft reagieren und darum zunächst den Bedarf prüfen und von der Schulaufsichtlich genehmigen lassen. Eigentlich sind die Flächen ausgereizt und wir müssen prüfen, ob wir irgendwo aufstocken können. Dabei sollten alle Lösungen relevant sein, ob Container, Modul- oder Holzbauweise, ob Miete oder Kauf. Bei allem ist die künftige Entwicklung abzuschätzen.“

Der Beschlussvorschlag für den Kreistag ist darum komplex. Die Verwaltung soll beauftragt werden:

  • Die schulaufsichtliche Genehmigung und die Prüfung der Konnexität für die notwendige Erweiterung am Karlsgymnasium abzustimmen.
  • Eine Machbarkeitsstudie für die Grundlagenermittlung einer möglichen Erweiterung durchführen zu lassen.
  • Die Kosten für die Planung und Umsetzung einer Interimslösung ab dem Schuljahr 2020/21 im Haushalt 2020 einzuplanen.

In 30 Jahren entstand Bayerns größtes Lawinenprojekt an der Weißwand

400.000 Bäume gepflanzt
20,7 Millionen Euro investiert
Lawinenschutz ist Lebensschutz

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hat nach 30 Jahren die Baumaßnahme Weißwand abgeschlossen. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber spricht von Bayerns größten Lawinen-Verbauungsprojekt und stellt klar: „Lawinenschutz ist Lebensschutz“. Die lange Zeitspanne, die mit 20 Millionen Euro hohen Kosten und der Umfang von rund 430 Hektar, oberhalb der vier Kilometer langen Strecke der B305 zwischen Schneizlreuth/ Unterjettenberg und der Ramsau, machen diese Sicherungsmaßnahmen einzigartig und zu einem Erfolgsprojekt. „Die Lawinennetze helfen dem Bergwald und schützen die Bundesstraße“, betont der Minister und ist sichtlich beeindruckt von der Bauleistung im steilen Gelände. „Das ist höchst anspruchsvolle Arbeit und ‚Hand-Werk‘ im besten Sinne“, für die das Wasserwirtschaftsamt Traunstein verantwortlich zeichnet. Dabei kooperierten Wasserwirtschaftsamt, Straßenbauamt, Bayerische Staatsforsten und die Forstverwaltung eng zusammen.

Hoch über der Alpenstraße ragt die Weißwand auf und fällt steil ab.

Fährt man die Straße hoch zum Wachterl, so fallen neben der Straße die hohen Netze der Verbauung auf. Doch der ganz große Teil weit oberhalb der Straße ist für den Autofahrer unsichtbar. Verbaut wurden zwölf ‚Lawinenstriche‘, also jene Gräben, die sich durch die zahlreichen Abgänge in den 60er- und 70-Jahren in den Boden gefräst haben und vermehrt zu Steinschlägen führten. Dabei sind 1120 Lawinennetze, 7200 Gleitschneezäune und fast 1800 Meter Steinschlagschutzzäune in den Boden verankert.

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Hoch über der Alpenstraße ragt die Weißwand auf und fällt steil ab.

Von links: Baudirektor Christian Rehm vom Straßenbauamt Traunstein, Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller von den Bayerischen Staatsforsten, Forstdirektor Marius Benner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Umweltminister Thorsten Glauber, Walter Raith, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein und Alexander Krüg vom Landwirtschaftsamt Rosenheim. In dichter Bebauung verhindern die flexiblen Lawinennetze schon in großer Höhe das Abrutschen des Schnees und damit die Lawinenbildung.
Von links: Baudirektor Christian Rehm vom Straßenbauamt Traunstein, Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller von den Bayerischen Staatsforsten, Forstdirektor Marius Benner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Umweltminister Thorsten Glauber, Walter Raith, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein und Alexander Krüg vom Landwirtschaftsamt Rosenheim. In dichter Bebauung verhindern die flexiblen Lawinennetze schon in großer Höhe das Abrutschen des Schnees und damit die Lawinenbildung.

„Der Freistaat Bayern investierte für das Gesamtprojekt seit Baubeginn 20,6 Millionen Euro. Gegenüber dem damaligen Ansatz von 55 Millionen DM, also nach heutiger Rechnung über 28 Millionen Euro, konnten wir 7,4 Millionen Euro einsparen“, freut sich Walter Rath, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein. Damals habe man auch überlegt die Straße mit einer Galerie, also einer Überdachung, zu schützen. „Die Kosten aber wären doppelt so hoch gewesen“, erinnert sich Walter Rath, „und der Wald wäre dabei nicht saniert worden.“

Geht man heute in den Bergwald an der Weißwand, fällt ein junger Wald mit vielen unterschiedlichen Nadel- und Laubbäumen auf. Dies wurde vor allem als Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsforsten und der Bayerischen Forstverwaltung erreicht. Rund 400.000 Bäume wurden seit 1986 auf einer Fläche von 120 Hektar gesetzt. Bei den Nadelbäumen vor allem Fichte, Tanne, Läche und Kiefer und bei den Laubbäumen dominieren Buche und Bergahorn. Die Kosten der Bepflanzung werden mit 1,1 Millionen beziffert.

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Ein Zeichen der Hoffnung sind die jungen Bäume, die langsam in den Lawinenrinnen heranwachsen.

Walter Rath, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, erklärt Umweltminister Thorsten Glauber das enge Zusammenspiel von Lawinennetzen, Gleitschnee- und Steinschlagschutz-Zäune hoch über der B305 hinauf zum 'Wachterl' und ihre feste Verankerung mit starken Stahlseilen.
Walter Rath, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, erklärt Umweltminister Thorsten Glauber das enge Zusammenspiel von Lawinennetzen, Gleitschnee- und Steinschlagschutz-Zäune hoch über der B305 hinauf zum ‚Wachterl‘ und ihre feste Verankerung mit starken Stahlseilen.

„Dabei war es in den 80-Jahren noch umstritten, ob eine Bepflanzung überhaupt erfolgreich sein kann. Man wollte die Ursachen der Schädigung durch einen viel zu hohen Wildbestand nicht wahrhaben. Der saure Regen sei Schuld, dass nichts nachwachse, wurde argumentiert,“ erklärt Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller von den Bayerischen Staatsforsten. „Es ist der Verdienst des ehemaligen Forstamtsleiters von Bad Reichenhall, Dr. Georg Meister, der sich gegen alle Widerstände durchsetzte. Das Ergebnis sehen wir heute, 30 Jahre später, als ein außerordentliches Erfolgsprojekt der Natur, die sich mit Unterstützung wieder prächtig erholt.“ Besonders freut sich Dr. Daniel Müller über die vielen kleinen Bäume in den ‚Lawinenstrichen‘ so dass sich der Wald auch dort wieder bilden wird. „In weiteren 30 Jahren ersetzt er dann die Funktion der heutigen Lawinenverbauung“, erklärt der Forstbetriebsleiter. „Der Wald bildet Humus, ist Wasserspeicher, Luftfilter und gibt unzähligen Tieren und Kleinstlebewesen ihren Lebensraum. Ganz nebenbei ist ein gesunder Wald auch für Bergstraßen, wie hier für die B 305, der beste Schutz.“

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber freut sich über den neuen Schutz vor Lawinen und Steinschlag sowie über die Gemeinschaftsleistung von Wasserwirtschaftsamt, Forstamt und Straßenbau.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber freut sich über den neuen Schutz vor Lawinen und Steinschlag sowie über die Gemeinschaftsleistung von Wasserwirtschaftsamt, Forstamt und Straßenbau. – Fotos: Gerd Spranger

Für das Staatliche Bauamt Traunstein, das ein ein Netz von 364 Kilometer Bundesstraßen, 369 Kilometer Staatsstraßen, 88 Kilometer Kreisstraßen des Landkreises Berchtesgadener Land betreut, geht es immer mehr um die Sicherung der Straßen, vor allem in der Bergregion. „Jährlich ist der Etat dafür auf bis zu acht Millionen Euro angewachsen. Wir sind in der Pflicht für Sicherheit zu sorgen und das wird bei den vielen Baustellen auf wenigen Kilometern deutlich. Ob die Strecke von Jettenberg nach Bad Reichenhall, von Schneizlreuth nach Melleck oder in Richtung Weißbach, oder auf unserer großen Baustelle bei Hallthurm am Eisenrichter-Berg– wir müssen umfangreiche Verbauungen durchführen und bis 2030 stehen noch einige große Projekte an“, informiert Baudirektor Christian Rehm. Auch für ihn ist das hier in den letzten 30 Jahren Geleistete außergewöhnlich und macht Mut für die Zukunft.

 

Immer beliebter die Partnermassagen in der RupertusTherme

Vor zwei Jahren hat die Rupertustherme in Bad Reichenhall im Spa-Resort eine ‚Partnermassage‘ eingeführt, und dafür einen eigenen Bereich mit Wohlfühlatmosphäre geschaffen. Das Programm wird bis heute gut, sogar sehr gut angenommen. „In der Regel müssen Gäste eine Woche vorher reservieren, um einen Termin zu bekommen“, betont Ute Wienerroither, Service-Center-Leiterin Wellness.

Weitere Story(s)telling finden Sie im Blog der Rupertustherme

Auch Mutter und Tochter buchen

Das ‚Partnerpackage‘ für eine entspannte Zeit nutzen beste Freundinnen, Mutter und Tochter oder zwei Freunde – es wird in allen Kombinationen gebucht. Das Package ‚Alpine Zweisamkeit‘ (Link) mit 169 Euro ist auf den ersten Blick nicht billig. Es gibt aber 135 Minuten, also deutlich über zwei Stunden Zeit zu zweit. Zum Einstieg wird ein Glas Prosecco gereicht und für zwischendurch Obstsalat, Shatler’s Cocktail und freie Getränkeauswahl aus der Minibar. Selbst ein Bademantel- und Handtuchservice sind inklusive. Die RupertusTherme gibt den richtigen Rahmen als eine Quelle des Wohlbefindens.

„Ganz auf Emfpang gestellt“

Der Aufenthalt in Wohlfühlatmosphäre wird in jeder Hinsicht versüßt. Nach einem Fußbad und einer Dusche geht es ohne Zeitdruck auf die Massageliege. Entspannung erleben, Zeit haben, Ruhe genießen und sich was Gutes tun in vertraut angenehmer Gesellschaft mit der Partnermassage durch zwei professionelle Masseure. Selbstverständlich bleibt das Handy draußen, man ist offline und doch ganz auf Empfang eingestellt bei der Alpinen Zweisamkeit (Link) in der RupertusTherme.

Tiefenentspannung und Wohlfühl-Ambiente

„Unsere Massagen sind einzigartig für einen die Tiefenentspannung und das Wohlfühl-Ambiente“, begeistert sich Ute Wienerroither. „Die winzigen Salzkristalle wirken wie ein Peeling. Die Haut durchblutet gut und ist vorbereitet, so dass die Wirkstoffe vom Körper aufgenommen werden. Das Ergebnis ist eine zarte und geschmeidige Haut. Es ist die einzigartige Wirkung von Alpensole und Alpensalz. Gut gegen Neurodermitis und für die Atemwege“, erklärt die Leiterin des Service-Centers Wellness der RupertusTherme die Vorzüge.

Was die Partner-Wohlfühlzeit in der Rupertustherme sonst noch alles beinhaltet lesen Sie hier:

https://shop.rupertustherme.de/reservations/category/

Lesen Sie auch unseren Artikel im Blog:
https://rupertusthermen.blog/2017/11/07/wellness-im-partnerspa-erleben/

Die Wasserkraft der Saalach nutzen

Kommt  ein Ausleitungskraftwerk?
Die Betreiber informieren

Seit dem Frühjahr 2018 bewegt ein geplantes Wasserkraftwerk, ein grenzüberschreitendes Ausleitungskraftwerk, die Gemüter der Gemeinde Schneizlreuth. Die künftigen Betreiber, die Wasserkraft Schneizlreuth GmbH & Co. KG mit den Gesellschaftern Ingenieur Josef Reschen aus Salzburg und Johann Abfalter aus Grabenstätt, stellten sich jetzt in einer Informationsveranstaltung im Hotel-Gasthof Mauthäusl den Fragen der Bürger.

Gemeinsam setzen sie sich für ein Kraftwerk ein (v.l.): Johann Abfalter, Mag. Wolfgang Gadermayr, Dipl.-Ing. Paul Oberleitner sowie Josef Reschen aus Salzburg

In der Projektübersicht zeigten sie die geologischen Gegebenheiten, die Aufschlüsselung der Wassermengen bis hin zu Auswirkungen auf die Restwassermengen, die Energienutzung, die Wehranlage in Unken sowie das Krafthaus auf Höhe von Schneizlreuth-Ulrichsholz auf. Mit einer in den massiven Dolomitfels gebohrten Tunnel von über sechs Kilometern Länge und einem Ausbruchdurchmesser von 5,20 Meter soll mit einer Fallhöhe von 32 Metern der Strom erzeugt werden. „Umweltfreundliche Energie für 13.000 Drei-Personenhaushalte“, werben die Betreiber, mit 56 Millionen Kwh Strom jährlich. Die Haupforderung nach biologischer Durchgängigkeit der Saalach sei erfüllt und die Vorteile für Klima, Umwelt und Artenschutz sowie die Versorgungssicherheit eindeutig.

Mag. Wolfgang Gadermayr erläutert die Zusammenhänge der Grundwasserströme

Ausführlich ging der verpflichtete Hydrologe der Wasserkraft Schneizlreuth GmbH, Mag. Wolfgang Gadermayr, auf die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Schneizlreuth ein. Sie wird aus einem Brunnen, zwischen Haiderhof und Saalach gelegen, gespeist. „Der Brunnen reicht bis in eine Tiefe von 26 Metern. Der Wasserspiegel im Talgrundwasserkörper korrespondiert mit der Vorflut und wird vorwiegend aus dem Saalachfiltrat gespeist. Die hydraulischen Untersuchungen zeigten, dass der Brunnen bei maximaler Entnahmemenge von 8,1 Liter je Sekunde eine Einzugsbreite von etwa 25 Meter aufweist. Der liegt somit deutlich außerhalb der Saalach“, begründet er. Darum sei eine qualitative und quantitative Beeinträchtigung durch den Bau oder Betrieb des Kraftwerkes Schneizlreuth nach menschlichem Ermessen auszuschließen.

Bürgermeister Wolfgang Simon steht dem Projekt skeptisch gegenüber. Fotos: Gerd Spranger

Das verbleibende Restwasser in der Saalach bezeichnete Dipl-Ing. Paul Oberleitner, der für das Unternehmen als Wasserkraftfachmann und Projektsteuerer tätig ist, mit über sechs Kubikmeter in der Sekunde als absolut ausreichend. Geschäftsführer Ingenieur Josef Reschen ist sich sicher, „dass alle bisher geäußerten Bedenken ausgeräumt sind.“ Noch bis 10. Oktober liegen die Unterlagen zur Einsicht im Rathaus von Schneizlreuth auf und Josef Reschen hofft, dass die Bürger davon regen Gebrauch machen. Die Investionssumme des Vorhabens liegt mittlerweile bei 60 Millionen Euro. Als dritter Gesellschafter ist die Leikermoser Energiehandel GmbH aus Salzburg an dem Unternehmen beteiligt.

Dass aber längst nicht alle Bedenken ausgeräumt, wurde in der Aussprache deutlich. Bürgermeister Wolfgang Simon, ein erklärter Gegner des Wasserkraftwerkes, meldete sich mehrfach und nachdrücklich zu Wort. Er verlangt Garantieren von den Betreibern, „dass nichts passiert.“ Mehr als die fundierte Expertise von Gutachtern und die Sicherheit „nach menschlichen Ermessen“, werden sie aber nicht bekommen, kontert Reschen. Auch stoß Simon auf, dass Unterlagen nicht früher zur Einsicht vorlagen und von der Behörde mit einem Sperrvermerk versehen waren. „Das liegt in der österreichischen Gesetzgebung,“ informierte Reschen, „denn sonst könnte das Projekt jeder kopieren und mit kleinen Änderungen einreichen. In Deutschland ist das anders geregelt.“ Auch habe Bürgermeister Simon angedeutet, das Projekt an den Bund Naturschutz weiterzuleiten. „Sie wissen gar nicht, wer das dann alles zu lesen bekäme“, kommentierte Reschen dieses Ansinnen.

Mehrfach brachte Bürgermeister Wolfgang Simon zum Ausdruck, dass die Gemeinde Schneizlreuth das Projekt erst eingehend prüfen und dafür noch externe Gutachter heranziehen müsse. „Sie müssen nicht prüfen“, kontert Reschen, „sie müssen ihre Bedenken und die der Bürger einbringen. Prüfen werden es die Fachbehörden und ebenso ihre Bedenken mit einbeziehen“, ergänzt er. Dabei war sich Simon zwischenzeitlich nicht sicher, ob die Zuständigkeit beim Landratsamt liegt, oder der Regierung von Oberbayern.

Die Gemeinde Schneizlreuth will ihre Sicht der Dinge in einer eigenen Versammlung am 15. Oktober vorstellen. Bis zum 31. Oktober hat sie Zeit ihre Einwände zu formulieren. Die Bürger können sich bis zum 04. Dezember zu dem Projekt äußern.