Kunden-Abzocke bei Aldi?

Kommentar:
Kunden-Abzocke bei Aldi?

12 große Schilder prangen an den Laternenmasten. Wurden Sie erst kürzlich montiert, haben sich die Beschwerden bei Aldi gehäuft?

Es ist letztlich einerlei, ob es Knöllchen durch Zweckverbände oder von privaten Dienstleistern gibt. Allerdings dürfte es sich in den meisten Fällen eher um eine Abzocke, als um eine Dienstleistung handeln. Besonders verstärkt wird dieser Eindruck, wenn bei Discountern Kundenparkplätze streng kontrolliert werden. So auch der Parkplatz bei Aldi in Bad Reichenhall. Es trifft immer wieder ‚Kunden‘, die zu Strafzahlungen herangezogen werden, weil sie auf einem ‚Privatgelände geparkt‘ haben. Getroffen hat es einen Bekannten am Freitag. Er wollte „nur noch schnell fünf, sechs Sachen erledigen (einkaufen) und dann ab in ein langes Wochenende starten“, dachte er voller Elan und Vorfreude.

Der zehnminütige Einkauf für 14,50 Euro wurde am Aldi-Parkplatz von einer weiteren Forderung in Form eines gelben Zettel an der Windschutzsscheibe gekrönt. „30 Euro Vertragsstrafe“ werden verlangt, er empfindet es ganz einfach als ‚Abzocke bei Aldi‘ und hat den Eindruck, der Kontrolleur habe schon gelauert, jemandem ’30 Euro Vertragsstrafe‘ aufzubrummen. Sogar die öffentliche Verkehrsüberwachung gibt zehn Minuten Zeit, um das eigene Fehlverhalten zu korrigieren.

Nochmal 200 Prozent Aufschlag auf den Einkauf, für  einen Moment der Unaufmerksamkeit, um noch ’schnell was einzukaufen‘ ist hart. Die nächsten schnellen Einkäufe wird er nicht mehr bei Aldi erledigen, versichert er mir. Denn weder bei Edeka, noch bei Norma, Penny oder Netto habe er jemals einen Strafzettel erhalten, und er nutze wöchentlich alle vier Geschäfte. Abzocke am Parkplatz gab es für ihn in den letzten 50 Jahren nur bei Aldi.

Von einem ‚Kunden-Parkplatz‘ zu sprechen ist Hohn in seinen Ohren. Die mittlerweile zum Geschäftsmodell von „Park & Controll PAC GmbH“ weiter entwickelte ‚Abzocke am Aldi-Parkplatz‘ hatte ursprünglich ja einen ganz anderen Hintergrund. Es sollte der Missbrauch durch Dauerparker beendet werden. Und um 8.50 Uhr bei halbleerem Parkplatz ist sehr gut zu sehen, wer ‚eben mal einkauft‘ oder sich als Dauerparker aufstellt. Zumal die Scheiben des Autos wegen eines Garagen-Stellplatzes – bei Minustemperaturen – komplett eisfrei waren. ‚Eben mal einkaufen‘ führt bei Aldi dann mitunter zu einer richtigen Abzocke auf dem Kundenparkplatz, der diesen Namen eigentlich nicht mehr verdient. Mit Kunden geht man anders um.

Gerd Spranger, Bad Reichenhall

Kunden-Freundlichkeit geht anders. Lesen Sie unseren Beitrag:
https://meinreichenhall.wordpress.com/2019/05/13/innovation-und-technik-fuer-aufschwung-in-berchtesgaden/

Gebirgsjägerbrigade 23: „Sich in einer schnell ändernden Welt behaupten“

Es könnte das letzte Jahrespressegespräch von Brigadegeneral Jared Sembritzki in Bad Reichenhall bei der Gebirgsjägerbrigade 23 gewesen sein, denn „unsere Stehzeit hält in der Regel drei Jahre, bevor die Karrierereise weitergeht“, erzählt er freimütig. Und der General blickt optimistisch auf das Erreichte für seine Truppe. Seine drei Gebirgsjägerbataillone sind im Auslandseinsatz, im Gefechtsdienst und mit Sonderaufgaben betraut. Es ist ein routierendes System, um allen Anforderungen gerecht zu werden.

Gebirgsjägerbrigade 23 sorgt
für Stabilität in der Welt

„Innerhalb der Landes- und Bündnisverteidigung müssen wir für realistische Einsätze, also unter Gefechtsbedingungen, bereit sein“, bekräftigt der General und erklärt: „Die letzten 20 Jahre sorgten wir für Stabilität in unruhigen Regionen der Welt. Selbst war ich dreimal in Afghanistan und das war für viele in der Truppe die Zeit ihres Karriere-Anfangs. Das prägt uns, wir sind noch nie in direkter Konfrontation mit einem gleichwertigen Partner gestanden. Doch dafür müssen wir bereit sein.“

Brigadegeneral Jared Sembritzki beim Pressegespräch in Bad Reichenhall

Er bekräftigt das Engagement auf internationaler Ebene, etwa bei der militärischen Großübung „Defender 2020“. In wenigen Wochen führen die US-Streitkräfte rund 20.000 Soldaten über Deutschland nach Polen und ins Baltikum. Deutschland wird logistische Drehscheibe bei der von den US-Steitkräften geführten Übung, an der sich insgesamt 19 Staaten beteiligen und auch die Bundeswehr eingebunden ist.

Gefechtsübung Berglöwe mit Salzburg?

Die Gebirgsjägerbrigade 23 agiert im September im Rahmen der freilaufenden Gefechtsübung „Berglöwe“ zwischen Rosenheim un Berchtesgaden. „Wir versuchen darüber hinaus eine Kooperation mit Salzburg zu erreichen, doch der Ausgang ist noch ungewiss“, informiert Jared Sembritzki. „Im abgeschirmten Bereich eines Übungsplatzes kann leicht nach Plan und Handbuch gearbeitet werden, doch unter realen Bedingungen schaut das anders aus, viele unvorhergesehene und manchmal sehr plötzlich auftretende Umstände erfordern Geschick, Flexibilität, Kommunikation und Führungsstärke. Das Interesse und Verständnis in der Bevölkerung für diese Art der offenen Übung ist groß, wie die Erfahrung der letzten zwei Jahre zeigen“, freut sich der General.

Neue Software für die Truppe

Ganz andere Herausforderungen stellt etwa die Gefechtsstandsübung „Schneller Degen“ vom 03. bis 11. Februar 2021 in Wildflecken. Die Brigade 23 tritt gegen eine deutsch-französische Brigade mit je zwei Gefechtsständen auf digitaler Ebene an. Szenarien werden erstellt und Entscheidungsabläufe gegen einen starken Gegner durchdacht, der sich schnell bewegt und ebenso über modernste Technik und Ausstattung verfügt. Zum Einsatz kommt dabei eine neue „Gefechtsstands-Software“ auf Grundlage von SitaWare, das in ein neues Battle Management System (BMS) eingebunden ist.

In der Nato kompatibel sein

Für Brigadegeneral Jared Sembritzki ein wichtiges Instrument der schnellen Kommunikation, wie es von vielen anderen europäischen Ländern bereits benutzt wird und ebenso von den USA. „Nur so ist gemeinsame Kommunikation im Bündnisfall möglich.“ Die besonderen Kenntnisse der Gebirgsjäger seien dabei besonders gefragt, denn die Bedingungen im Gelände unterscheiden sich meist von jenen, die auf Karten oder in Animationen zu sehen sind. Im Gelände werden sich dabei etwa 900 Soldaten bewegen und die Gefechtsstände besetzen.

Mali spitzt sich zu

Seit vielen Jahren ist die Gebirgsjägerbrigade 23 auch in Mali, als Teil der Blauhelmmission der Vereinten Nationen, im Einsatz. Nach Ansicht von Brigadegeneral Jared Sembritzki spitzt sich dort die Situation zu. Die Gewalt unter den ethnischen Gruppen nimmt zu, die Aufgabe der Gebirgsjäger bestehe vor allem in der zivilen Mission, im Lagebericht. „Die Situation wird nicht allein dadurch besser, dass wir da sind“, bekennt der General. „Arabische Islamisten, Nomaden und Sesshafte kämpfen um Macht, Einfluss und Geld. Unser Beitrag dient der Stabilisierung des Staates.“

Ausbildung in der Mongolei

Ganz anders stellt sich ein neues Engagement der Bundeswehr in der Mongolei dar. Ein Besuch hoher Regierungsvertreter aus dem Land, das halb so groß wie Europa ist, bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall, hat den politischen Wunsch geweckt Kräfte im Land entsprechend auszubilden. „Wir arbeiten in Afghanistan mit militärischer Unterstützung aus der Mongolei, so dass Kontakte bestehen und wir diesem Wunsch letzlich nachkommen“, informiert Jared Sembritzki. 25 Offiziere bilden dort etwa 50 Soldaten aus, jeweils für vier bis sechs Wochen zweimal jährlich.

„Die Motivation ist hoch und was an Ausrüstung fehlt, machen die Mongolen an Eifer und gutem Willen wett.“ Zur Ausbildung zählt ebenso das Klettern wie Seiltechniken am Fels. Hilfe bei der militärischen Ausbildung leisten die Gebirgsjäger in Bangladesch, Senegal, Benin und Ägypten, hier vornehmlich in der Grundausbildung über Waffensysteme und Sprengfallen. Selbst auf Zypern sind nun einige Gebirgsjäger stationiert. Sie sind im Rahmen der UN-Mission Unifil eingesetzt und kümmern sich um die Logistik am Hafen. Angedacht war darüber hinaus ein „Wüstentraining“ in Israel, denn „die Truppe der Gebirgsjäger muss unter extremen Wetterbedingungen bestehen können. Ob im Hochgebirge oder in heißen Wüsten“, so der General.

Sich der neuen Zeit stellen

Zum Schluss des Jahresgespräches plauderte Brigadegeneral Jared Sembritzki noch privat über seine neuesten Erfahrungen in den Sozialen Medien, nicht ohne dabei „seine Truppe“ im Blick zu haben, denn der Umfang mit den neuen Medien bei der Bundeswehr sieht er problematisch. „Wir müssen uns auch hier einer neuen Zeit stellen und die Medien besser für uns nutzen.“ Und damit war er bei der Außendarstellung und der Gewinnung von Nachwuchskräften angelangt. Wie es damit aktuell bei der Gebirgsjägerbrigade 23 bestellt ist, berichten wir in unserem nächsten Beitrag.

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Syrische Familie findet neue Heimat in Deutschland

2016 wurde für den heute 43jährigen Syrer Bassam Almawas und seiner Familie zu einem Schicksalsjahr. Er floh im Februar mit seiner Frau und vier Kindern im Alter von 6 bis 15 Jahren über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Österreich nach Deutschland. Wenige Wochen zuvor waren in seiner Heimat 50 Dörfer im Umfeld der Stadt Hamas zerstört worden, auch das Haus der Familie. „Da lebt heute niemand mehr“, ist sich Bassam sicher. Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges war er in seiner Gemeinde beim Ordungsamt angestellt und für die Kontrolle von Neubauten zuständig.

Bassam Almawas flüchtete mit seiner Familie 2016 aus Syrien. Heute spricht er fließend Deutsch, ist als Fussballer aktiv, hat die Prüfung zum Schiedsrichter abgelegt und leistet ein FSJ beim Malteser Hilfsdienst. - Foto: Gerd Spranger
Bassam Almawas flüchtete mit seiner Familie 2016 aus Syrien. Heute spricht er fließend Deutsch, ist als Fussballer aktiv, hat die Prüfung zum Schiedsrichter abgelegt und leistet ein FSJ beim Malteser Hilfsdienst. – Foto: Gerd Spranger

Über die Zerstörung seiner Heimat hiaus trieb ihn vor allem die Sorge um die Zukunft der Kinder zur Flucht. „Es gibt dort heute keine Schulen mehr, keine Ausbildung und keine Arbeit. Welche Zukunft haben junge Menschen dort“, fragt der Familienvater. Schuld am Terror ist für Bassam Almawas der IS und das Assad-Regime. Und so verlässt er das Land, bricht in Richtung türkischer Grenze auf und fand für sechs Monate Unterkunft in einem kleinen Dorf. Zwei Monate lebte er mit der Familie in einem kleinen Zelt. Seine Freunde und Bekannte waren damals selbst auf der Flucht.

In drei Wochen
von der Türkei nach Deutschland

Am 1. Februar 2016 überquerte er mit einem Flüchtlingshelfer die Grenze zur Türkei, und lohnte für diesen Dienst für jede Person 600 Euro. Es war nicht das letzte Mal, dass er zahlen musste. Mit dem Bus ging die Reise weiter nach Izmir und von dort aus nach Griechenland. Erneut wurden für jede Person über 600 Euro „Hilfsgeld“ erhoben. „Auf einem kleinen Schlauchboot, bei der Überfahrt vom türkischem Festland zu einer griechischen Insel, mit 60 Personen beladen, bekamen wir es das erste Mal richtig mit der Angst zu tun, vor allem die Kinder“, erinnert er sich. Die nächste Reise auf einem großen Schiff kostete die sechsköpfige Familie 1200 Euro und brachte sie bis nach Serbien. Weiter ging es auf weiten Fußmärschen und mit Bussen, bis die Familie am 25. Februar 2016 bei Passau an der deutschen Grenze stand. „Wollen Sie weiterreisen nach Skandinavien oder Kanada oder in Deutschland bleiben“, wurde Bassam gefragt. Er wollte bleiben, und schon am nächsten Tag ging es mit Bussen in die Nähe von Nürnberg in eine Sammelunterkunft.

Da war sie nun, die kleine Familie, am Ziel ihrer Träume?, sie und weitere Zehntausende, die Schutz, Versorgung und Zukunft in Deutschland suchten. Es gab dort glücklicherweise auch einen Ansprechpartner der gut arabisch und deutsch sprach. Er half schnell bei den nötigen Formalitäten. „Wir habe in Deutschland vom ersten Monat an Unterstützung erhalten, auch für die Kinder“, freut sich Bassam. Drei Wochen später ging es weiter in das Berchtesgadener Land, wo die Familie bis heute lebt. „Das größte Handicap war immer die Sprache gewesen“, erzählt Bassam, doch er und seine Familie lernten schnell. „Die Kinder kamen in Bad Reichenhall innerhalb weniger Tage in die Schule und lernten in ihrer freien Zeit intensiv deutsch, so dass sie die Sprache innerhalb weniger Monate weitgehend beherrschten, sie zumindest gut verstanden.

Sprachunterricht im Schroffen
und im bfz-Freilassing

Untergebracht waren sie im ‚Schroffen‘ mit zehn Familien, den der Unternehmer Max Aicher renovieren und als Flüchtlingsunterkunft ausbauen ließ. Über das Netzwerk des Unternehmens organisierte man kurzfristig drei Lehrkräfte, die allen dort wohnenden Sprachunterricht gaben. Später folgte im bfz Freilassing ein regulärer Deutschunterricht mit Vermittlung der Sprachzertifikate A1, A2 und B1 – so dass einer fließenden Unterhaltung nichts im Wege steht. Damit war man nun „endlich angekommen in Deutschland“ und Bassam ließ keine Zeit verstreichen. Wann immer möglich, vertiefte er seine Deutschkenntnisse. Schon 2018 hatte er in Freilassing einen ‚ersten Job‘ gefunden und legte die deutsche Führerscheinprüfung ab. Nicht das Fahren selbst – er fährt seit 20 Jahren Auto – sondern die Sprache setzte bei der Prüfung Herausforderungen, die er aber mit Ehrgeiz und Fleiß zu meistern wusste.

Kinder in Deutschland zuhause

2017 findet er für sich und seine Familie eine eigene Wohnung, über Bekannte, über die so vieles läuft. Bassam ist ein aktiver Mensch, blickt selten zurück und meist nach vorne. Dennoch haben er und seine Frau bis heute Heimweh nach Syrien, ihrer alten Heimat. Die Kinder hingegen, heute zwischen 10 und 19 Jahre alt, möchten bleiben. „Was sollen wir dort in Syrien“, fragen sie. Der Große hat bereits im Beruf Fuß gefasst, der jüngere Bruder will eine Ausbildung zum Automechatroniker durchlaufen. Die beiden Schwestern gehen noch zur Schule. Bassam arbeitet seit einem halben Jahr beim Malteser Hilfsdienst in Vollzeit im Rahmen eines „Freiwilligen Sozialen Jahres“ , ist im Fahrdienst für Menschen mit Behinderung und im Menüservice eingesetzt. Die Mutter, die sich zuhause um die sechsköpfige Familie kümmert, legt aktuell den dritten Deutschkurs, die Prüfung zum B1-Niveau ab. Auch sie will sich die nächsten Monate für einen Job bewerben.

Zertifikat zum Schiedsrichter

Für Bassam ist die Arbeit eine Bereicherung, denn „so komme ich mit Einheimischen ins Gespräch und kann viele Kontakte knüpfen.“ Das ist aber nicht sein einziger Bezug, denn als leidenschaftlicher Fußballer spielt er für den Verein „BGL International Freilassing“ und hat die Gelegenheit genutzt, eine Ausbildung zum Schiedsrichter zu durchlaufen. „Die Regeln kenne ich natürlich, die sind auch in Syrien nicht anders. Schwer war es, die ganzen Fachbegriffe auf deutsch zu lernen.“ Doch auch das meisterte der engagierte und optimistische 43jährige. Aktuell hat er sich einer neuen Aufgabe gestellt und absolviert einen Grundkurs beim Technischen Hilfswerk in Mitterfelden.

Syrischer Reisepass
oder deutscher Ausweis?

Kontakt zur seiner alten Heimat pflegt er in täglichen Telefonaten. Drei seiner Brüder leben noch dort und auch seine Mutter. Bassam überlegt wie er ihnen dort helfen kann. „Die Kosten für Lebensmittel sind in Syrien sehr hoch, doppelt so hoch wie in Deutschland“, erzählt er. Bassam strebt eine Festanstellung im sozialen Bereich an, doch das braucht seine Zeit. Einen Personen-Beförderungsschein etwa kann er erst im Herbst erwerben, denn dazu muss er den deutschen Führerschein zwei Jahre lang besitzen. Eine Ausbildung erscheint ihm als zu problematisch, vor allem der Wechsel zwischen Arbeitsstelle und Berufsschule. Vor Herausforderungen stellt ihn zudem die alle zwei Jahre nötige Verlängerung des syrischen Reisepasses für die ganze Familie. „Dafür müssen wir alle in das Konsulat nach Berlin reisen und die Kosten belaufen sich auf 2500 Euro plus Reisespesen und Übernachtung“, gibt er an. Warum er keinen deutschen Pass erhält, versteht er nicht. Ansonsten ist Bassam Almawas längst angekommen in Deutschland, hat sich und seine Familie schnell integriert, will nicht nur nehmen, sondern auch geben, sich in die Gesellschaft einbringen. Er ist dem deutschen Staat dankbar, der ihm ein neues Leben fern der Heimat ermöglicht hat. Die Menschen hier im Berchtesgadener Land erlebt er als aufgeschlossen und sehr hilfsbereit. Mit Ausländerfeindlichkeit sah er sich in den drei Jahren noch nie konfrontiert.

Drei Betriebe beim Umweltpakt Bayern ausgezeichnet

Drei Betriebe aus dem Berchtesgadener Land wurden jetzt für qualifizierte freiwillige Umweltleistungen als Teilnehmer am Umweltpakt Bayern ausgezeichnet. Der stellvertretende Landrat Rudolf Schaupp hob dessen Bedeutung für die Wirtschaft hervor und bekräftigte die Vorreiterrolle Bayerns. „Seit 25 Jahren prägen Freiwilligkeit und die Übernahme von Eigenverantwortung beim Umweltpakt Bayern den Charakter der Initiative. Ökologie und Ökonomie ergänzen sich auf sinnvolle Weise.“ Schaupp bezeichnet das Berchtesgadener Land mit Nationalpark und Biosphärenregion als den führenden Naturschutz-Landkreis in Bayern.

Wirtschaft und Ökologie sollen beim Umweltpakt Bayern zusammen gestalten. Die Preisträger im Berchtesgadener Land (v.l.): Markus Jung und Geschäftsführer Franz Praxenthaler von dem Unternehmen Hörl Kunststofftechnik in Laufen, Geschäftsführende Gesellschafterin Irene Wagner von der psm protech aus Marktschellenberg, stellvertretender Landrat Rudolf Schaupp, Rogger Peter-Eggerdinger und Vorstand Karl-Heinz Schörghofer von der MAFO Systemtechnik aus Teisendorf – Foto gsp

Leistungsstark: Hörl, Mafo und psm

Mit den Unternehmen „psm protech“, Marktschellenberg, Mafo Systemtechnik AG, Teisendorf, sowie Hörl Kunststofftechnik, Laufen, sind drei familiär geprägte Betriebe des Mittelstandes mit insgesamt 510 Beschäftigten ausgezeichnet worden. Allein 71 Auszubildende zeugen vom Engagement der drei Unternehmen über den Umweltschutz hinaus mit sozialer Verantwortung in und für die Region. Dies bekräftigten unisono die Bürgermeister der drei Gemeinden, Franz Halmich (Marktschellenberg), Thomas Gasser (Teisendorf) und Hans Feil (Laufen).

Sie hoben ihre Bedeutung als herausragende Arbeitgeber im Ort hervor, die hohe Beiträge an Gewerbesteuer leisten und sich für das Allgemeinwohl engagieren. Bürgermeister Franz Halmich dankte für die großzügige Praxis bei Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr bei der „psm protech“, für die selbstlose Freistellung ihrer Arbeitskräfte. Als freiwillige Umweltleistung gestaltete die psm die Parkplatzrandstreifen neu, verwandelte eine 500 Quadratmeter große Wiese in eine artenreiche Blumenwiese mit regionalem Saatgut, setzte heimische Pflanzen, legte eine Streuobstwiese an und sorgte im Heckensaum für eine Anreicherung von Arten. Geschäftsführerin Irene Wagner: „Ein wenig Wildwuchs tut der Natur und uns Menschen gut.“

Auch die Bürgermeister der Gemeinden freuen sich über das Engagement und die gute Entwicklung ihrer Betriebe. Links Bürgermeister Hans Feil (Laufen), Mitte Bürgermeister Franz Halmich (Marktschellenberg), Rechts Bürgermeister Thomas Gasser (Teisendorf)

Die Hörl Kunststofftechnik GmbH aus Laufen machte die Gestaltung einer neuen Blumenwiese gleich zu einem Azubiprojekt und realisierte mit der Biosphärenregion BGL eine naturnahe Gestaltung des Außenbereichs. Aber auch im Betrieb selbst setzt man ganz auf Umweltschutz. Auf dem Dach des Betriebsgebäudes sorgen Photovoltaikanlagen für Energieeinsparung und einer Verminderung der CO2-Emissionen. Selbst für die Heizung fällt kein Energieverbrauch an, denn die Wärme wird aus der Abwärme der Spritzgussmaschinen gewonnen. Die Kunststoffabfälle werden im Haus regranuliert und erneut zugemischt. Zur Sicherung einer umweltgerechten Mobilität hat das Unternehmen ein Elektrofahrzeug für den Kurzstreckenverkehr bestellt. Geschäftsführer Franz Praxenthaler erinnerte an das Jahr 2013, als das Unternehmen am Ortseingang von Laufen auf der grünen Wiese komplett neu erstand. „Damals haben wir mit auf den Weg bekommen, was Schönes für den Ort zu tun, einen repräsentativen Entrée für den Ort zu gestalten. Daran haben wir uns bis heute gehalten.“ Das Unternehmen will 2020 neben Radweg und Straße noch einen eigenen naturnahen Themengarten anlegen und so zu einer weiteren Verbesserung des Ortsbildes beitragen.

Und vor dem Betrieb
grasen die Kälber

Bei dem Unternehmen Mafo Systemtechnik in Teisendorf grasen im Sommer Kälber vor dem Betriebsgelände und die Grünflächen machen zeitweise einen ungepflegten Eindruck. „Das aber ist so gewollt, wir wollen ein Stück Natur zurückholen und setzen auf Biodiversität. In idyllischer Lage, nahe am Wald gelegen, passt es zu uns“, erklärt Vorstand Karl-Heinz Schörghofer. Unterstützung hat er durch Roger Peter-Eggerdinger, Leiter des Qualitätsmanagements, der sich privat im Gartenbauverein engagiert. Bei der Verleihung der Urkunde vom Umweltpakt Bayern im Landratsamt hob Rudolf Schaupp die freiwilligen Leistungen des Betriebes hervor: „Sie haben als Teilnehmer am Blühpaket Bayern 13.000 Quadratmeter Fläche neu gestaltet und verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel. Bereiche der Blühflächen bleiben über den Winter ungemäht.“ Die Urkunden für die drei Betriebe wurden von Bayerischen Staatsminister für Umweltschutz, Thorsten Glauber gezeichnet.

Biosphärenregion
leistet aktive Hilfe

Aktive Hilfe erführen die ausgezeichneten Unternehmen von der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V., die Unternehmen, Schulen, Vereine und Kommunen beraten. „Zum Einsatz kommt autochthones, also in der Region wachsendes Saatgut, das in den letzten Jahren aufwändig gezüchtet und geerntet wurde“, erklärt Sabine Pinterits von der Biosphärenregion. Zuvor aber müsse der Boden von einem fetten und humsreichen Erdreich hin zu einem mageren Boden bearbeitet werden, was mit der Einbringung von Kies und Sand erfolgt. Bei den Unternehmen selbst werden Mitarbeiter geschult und eingewiesen, was widerrum eine hohe Kooperationsbereitschaft der Betriebe voraussetzt. „Die Maßnahmen gehen über das Schaffen von kulturtypischen Blumenwiesen hinaus, wie sie etwa bis in die 50er-Jahre typisch für die Region waren. Wir realisieren gemeinsam mit den Firmen sogar Streuobstwiesen, Heckenpflanzungen und schaffen insgesamt eine artenreiche Struktur des Umfeldes der Betriebe, so dass selbst Wildbienen wieder einen Lebensraum finden.

Wintervergnügen auf der Piste und in der RupertusTherme

Die Rupertustherme offeriert super Angebote mit dicken Prozenten.

Nutzen Sie die attraktiven Rupertustherme Angebote. Während man in den Tälern des Berchtesgadener Landes noch auf Schnee wartet, sind die Pisten in höheren Regionen bestens vorbereitet für das Wintervergnügen mit Schlitten, Skiern oder Snowboards. Sein erstes Winter-Opening etwa startete die neue Jennerbahn vor wenigen Wochen in Schönau am Königssee, aber auch andere kleine Skigebiete locken. Ein besonderer Tipp sind verbilligte Karten in Verbindung mit der RupertusTherme in Bad Reichenhall mit 15 bis 30 Prozent bei den Top-Tickets.

Der Jenner ist eines von vier Skigebieten, das mit einem Kombiticket gebucht werden kann.
Der Jenner ist eines von vier Skigebieten, das mit einem Kombiticket gebucht werden kann.

‚Kombiticket24.com‘ heißt die Buchngsplattform und ist direkt über die Homepage der RupertusTherme erreichbar. Sie verknüpft die Leistungen von fünf Skigebieten, acht Bergbahnen sowie acht Museen und Ausstellungen im Berchtesgadener und Salzburger Land miteinander. Ob indoor oder outdoor, individuell stehen Urlaubs- und Freizeitprogramme mit günstigen Preisen zur Wahl, sparen mit den Prozenten. Dabei kann jede Buchung an einem separaten Tag in Anspruch genommen werden und ist drei Jahre lang gültig, so dass der Gast selbst entscheidet, wann das Freizeitabenteuer beginnen soll.

Der Link zur Therme:
https://www.rupertustherme.de

Der Link zur Buchung:
https://www.kombiticket24.com/