Ein starker Kreistag mit Michael Koller als Landrat

Die FWG-Kandidaten (v.l.): Anton Wieser, Bürgermeisterkandidat für Piding; Ania Winter, Oberbürgermeister-Kandidatin für Bad Reichenhall, Michael Koller, Landrats-Kandidat, Kreisvorsitzender Armin Nowak und Sabrina Stutz, Bürgermeister-Kandidatin für Teisendorf. – Fotos: Gerd Spranger

Am 15. März stellen sich gleich fünf Kandidaten für das Amt des Landrates zur Wahl. Zeitgleich wird ein neuer Kreistag gewählt, so dass auf kommunaler Ebene einiges in Bewegung kommen wird. Dabei ist vielen Bürgern die eigene Gemeinde- oder der Stadtrat näher als die Ebene des Landkreises. Die FW (Freien Wähler) sehen das differenzierter, was bei der Vorstellung der Kandidaten im Gasthof Bürgerbräu am 11. Februar deutlich wurde. Sie schicken über ihren Landratskandidaten Michael Koller hinaus sechzig Kandidaten für den Kreistag ins Rennen, auch die Mitte des Landkreises mit Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Piding, Anger und Schneizlreuth ist gut präsentiert.

Die Mitte muss stärker werden

FWG-Kreisvorsitzender Dietrich Nowak

Das war eines der zentralen Themen und Forderungen des Wahlabends der FW über alle Kandidaten hinweg. „Die Mitte des Landkreises ist im jetzigen Kreistag deutlich unterpräsentiert, aus Bad Reichenhall vertreten nur zwei Kandidaten die Stadt,“ erläutert Dietrich Nowak, FW-Kreisvorsitzender aus Ainring, die aktuelle Situation, „dabei stellt die Stadt fast ein Fünftel der Einwohner des Landkreises.“ Er plädierte dafür, den Blick nach vorne zu richten. „Es geht um die nächsten sechs Jahre. Was wollen wir erreichen, wo wollen wir hin? Auf Landkreisebene werden wichtige Themen wie Verkehr, Kliniken, Schulen und Infrastruktur entschieden und über Mittel und Maßnahmen für Soziales, Umwelt und Integration befunden.“

Akuter Handlungsbedarf
in der Region

FWG-Landratskandidat Michael Koller

FW-Landratskandidat Michael Koller nahm den Ball auf, prangerte mit offenen Worten gesellschaftliche Missstände und Fehlentwicklungen an. „Wenn etwa 280 Millionen Pakete in Deutschland wieder zurück gesendet werden, wenn die Generationen untereinander ausgespielt, wenn ehrenamtlich engagierte Menschen nicht gewürdigt, wenn keine Energieform die richtige ist und die Dinge vor Ort zu lange brauchen, dann betrifft es uns auch in der Region und wir haben akuten Handlungsbedarf.“ Und Koller weiß von was er redet, nach seiner Schreinerlehre hat er sich weitergebildet und der heute 43-Jährige ist seit 2007 als Lehrkraft an der Realschule in Freilassing tätig und mit der Hälfte seiner Arbeitszeit seit 2016 Verwaltungsleiter im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden. Seit 12 Jahren ist er im Gemeinderat von Berchtesgaden Fraktionssprecher und seit sechs Jahren Kreisrat. Er ist in weiteren fordernden ehrenamtlichen Engagements aktiv.

Sich den Herausforderungen stellen

„Wir werden die anstehenden großen Herausforderungen unserer Zeit aber nur gemeinsam lösen können. Als Landrat möchte ich das Gespräch und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten pflegen, angefangen bei den Mitarbeitern des Landratsamtes bis hin zu den beteiligten Organisationen wie die BGLT, den Wirtschaftsservice, die Biosphärenregion, den Wirtschaftstreibenden, den Gemeinden und Vereinen.“ Konkret nannte er:

Generationen: „Wir hätten eigentlich viel ‚von den Alten‘ gelernt und was Nachhaltigkeit und Ökologie betrifft gute Vorbilder gehabt. Es gab keine ‚Wegwerfgesellschaft‘ und auch keine drei Auslandsurlaube jährlich. Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Da müssen wir uns im Maß wieder etwas besinnen!

  • Ehrenamt:  „Hilfsbewusst sein mit sozialem Gewissen“
  • Digitalisierung: „Schnell und zeitnah umsetzten was funktioniert, wo gute Erfahrungen gemacht wurden.“ Breitbandausbau auch aufs Land, für die Zukunft des Arbeitslebens unerstzlich.
  • Gesundheit: „Den Standort der Kliniken sichern und erhalten. Die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein tun gut daran, jährlich 1 bzw. 2 Millionen auf ein Rücklagenkonto einzuzahlen.“
  • Bürgernähe: „Kurze Entscheidungswege, klare Entscheidungen, gegenseitige Wertschätzung und Motivation als Dienstleister.“
  • Wirtschaft: „Wir müssen unsere ortsansässigen Gewerbe- und Handwerksbetriebe fördern und in ihrer Entwicklung unterstützen. Dabei gilt es das Wirtschaftsleitbild des Landkreises tatkräftig umzusetzen.“
  • Tourismus: „Weniger Ausflugsverkehr, höhere Wertschöpfung, attraktive Gesundheits- und Wellnessangebote.“
  • Verkehr: „Die Mitte des Landkreises ist extrem belastet, ein verbesserter ÖPNV mit höherer Taktfrequenz und günstigeren Preisen. Gute Park & Ride Angebote für die Städte. Aber es muss auch schnelle Lösungen bei verkehrlichen Dauerstaustrecken geben!“
  • Grenzkontrollen: „Nicht immer optimal, mehr mit personell aufgestockter, sehr professioneller Schleierfahndung arbeiten.“
  • Schulen: „Auch die Berufsschule in Freilassing baulich wieder fit und konkurrenzfähig machen für ein interessantes Gesamtangebot im Landkreis“
  • Wohnen: „Flächenfraß vermeiden, Leerstände nutzen und offen für neue Wege sein. Erleichterte Bedingungen für bestehende Bauten mit Leerstand im Außenbereich, etwa bei Mehrgenerationen-Häusern. Keine Zweitwohnungen.“
  • Energie: „Regional und dezentral, Alternativen fördern, Potentiale und Einsparpotential beim Verbrauch nutzen.“

Nach der Vorstellung von Michael Koller als Landratskandidaten der Freien Wähler stellten sich 17 FW-Kandidaten aus der Mitte des Landkreises, von Bayerisch Gmain bis Anger, vor. Ein zentrales Thema dabei war der sich immer mehr verdichtende Verkehr über alle Gemeinden hinweg, bis in den Norden nach Laufen. Ania Winter, die FWG-Kandidatin für den Oberbürgermeister in Bad Reichenhall, steht auf Platz 11 der FW-Kreistagsliste und bekräftigte ihr Bestreben sich für den Kreistag zu engagieren. „Viele Entscheidungen betreffen Bad Reichenhall direkt. Zudem ist es wichtig, sich in der Kommunalpolitik untereinander zu vernetzen und auszutauschen. Die Freien Wähler sind zudem von München anfangend in allen Kommunen vertreten und stellen etliche Bürgermeister. Das ist gut für unsere Arbeit.“

Kommentar: Terror, elf Tote und politischer Missbrauch

In Hanau mussten neun Menschen, der Täter und seine Mutter sterben. Es fehlen die Worte, der gewaltsame Tod auch nur eines einzigen Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen, die Würde des Menschen ist unantastbar. Tiefe Trauer ist angebracht, doch in die Trauer mischt sich politischer Missbrauch. Ein Rundumschlag gegen die verhasste AFD, die den etablierten Parteien ihre Mehrheiten nimmt und im Osten gar zur zweitstärksten Kraft aufgestiegen ist.

Die AFD ist schuld, muss mitschuldig sein, auch wenn in Hanau durch die Tat eines einzigen Verwirrten zehn Menschen zu Opfern werden. „Zwischen AfD-Hasspredigern und rechtsextremen Gewalttaten gibt es einen direkten Zusammenhang“, so und ähnlich wird argumentiert. Einige Zitate habe ich an den Schluss dieses Kommentars gestellt, denn die mediale Hetze gegen die AFD ist im Zusammenhang mit der schrecklichen Gewalttat von Hanau grenzenlos. Es geht nicht um die Opfer, sondern um politisches Kapital – und das ist eine grausame Unmoral.

Von einer „rechtsradikalen Wutrenaissance“ ist gar die Rede und diese Wortkreation ist an sich schon wieder interessant. Woher kommt die Wut, das Auseinander-Triften der Gesellschaft – eindeutig von der AFD unterstellen viele Politiker und Medien, die natürlich nicht rechts, sondern links stehen, am liebsten in der Mitte, wo aber ist diese? Was aber erwartet eine Regierungskoalition, allen voran Bundeskanzlerin Angelika Merkel, die 2015 mal kurzerhand die Grenzen öffnet und zwei Millionen Menschen ins Land lässt. Keine Feststellung der Identität, der Herkunft, des Alters und ohne die eindeutigen Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention anzuwenden. Zwei Millionen Menschen bei vollen Bezügen (Hartz-4) und voller Versorgung von der Unterbringung über Eingliederungsmaßnahmen und ärztlicher Versorgung. Bezahlt wird dann alles aus der Steuerkasse – über Jahrzehnte hinweg.

Hier, und ausschließlich hier wurde der Nährboden von Hass und Wut gelegt. Unverständnis und Ohnmacht weiter Teile der Bevölkerung – im Osten etwa ein Fünftel. Menschen, die sich auch nach 20 und 30 Jahren harter Arbeit in diesem unserem schönen Deutschland mit einer Rente auf Hartz-4-Niveau irgendwie am Leben erhalten. Menschen, die kein „schönes Stück Fleisch“ im Supermarkt kaufen können, schon gar nicht ein Biofleisch. Menschen die sich mit zwei 450-Euro-Jobs über Wasser halten und Alleinerziehende, die nicht wissen, wie sie den nächsten Schulausflug bezahlen sollen. Aber wir sind ja alle so gut situiert und pflegen einen demokratischen Konsens – was für ein Bullshit! Aber: Schuld ist die AFD, auch bei zehn Opfern in Hanau und einer rechtsradikalen Wutrenaissance, denn eine linksradikale kann es ja von Haus aus gar nicht geben. Die Linken sind die Guten, die Rechten sind die Bösen, und nur sie.

Und um das am Ende auch noch einmal klar zu stellen. „Hass“ hat in keiner Form etwas in unserer Gesellschaft zu suchen und ist des Menschen unwürdig. Rechts-Radikalismus ebenso wenig, weil er den Menschen, den anderen Menschen, ihre Würde nimmt.

Einige willkürlich gesammelte Zitate:

  • Walter Kohl: „Ich empfinde die AfD als unpatriotisch und staatsfeindlich“
  • Hanau: „Bei einem mutmaßlich rechtsradikalen und rassistischen Anschlag“
  • „Lizenz für Anschläge“: Welle der Kritik an AfD nach Hanau-Bluttat
  • „Tobias R., der mutmaßliche Täter, hatte zuvor wirre rechte Videos im Internet veröffentlicht.“
  • Infantiler und paranoider Verschwörungstheoretiker: Das Psychogramm des Hanau-Killers
  • „Natürlich gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Erstarken der AfD und der Zunahme rechter Gewalt“, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius
  • „Der Verfolgungsdruck auf die Überschneidung von Rechtsterrorismus und AfD muss nach Hanau deutlich zunehmen.“
  • Der Mannheimer Politikwissenschaftler Rüdiger Schmitt-Beck bezeichnete im „Mannheimer Morgen“ rechte Hetze und den Aufruf des AfD-Politikers Björn Höcke zum politischen Umsturz als „Lizenz für Anschläge“.
  • Arbeitsminister Hubertus Heil bezeichnete die Partei als geistige Brandstifter, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nannte sie den „politischen Arm der extremen Rechten“. Die Partei habe das gesellschaftliche Klima in den letzten Monaten und Jahren vergiftet, sagte Klingbeil. „Es ist doch völlig klar, dass die AfD eine Partei ist, die beobachtet werden muss vom Verfassungsschutz“, sagte Klingbeil im ARD-„Morgenmagazin“. Norbert Röttgen, der sich für den CDU-Vorsitz bewirbt, sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir müssen das Gift bekämpfen, das von der AfD und anderen in unsere Gesellschaft getragen wird.“
  • Hanau zeigt: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen AfD-Hasspredigern und rechtsextremen Gewalttaten. Polizei, Justiz und Verfassungsschutz müssen im Kampf gegen diesen Terror besser ausgestattet werden. Es geht um nichts weniger als unseren demokratischen Konsens.“
  • „Der Terror in Hanau macht sprachlos. Und doch ist es wichtig, die Sprache schnell wiederzufinden. Die Vernunft in den Vordergrund zu stellen. Nicht die Wut.“
  • „Denn das ganze Land befindet sich im Würgegriff einer Wutwelle. Genauer einer rechtsradikalen Wutrenaissance, die wirklich mehr und mehr an die Polarisierung und Destabilisierung in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnert.“
  • „Aber dass es einen Zusammenhang gibt zwischen rechten Hasspredigern und rechtsextremen Gewalttaten, ist unbestreitbar.“

4. Militär-Olympiade CISM ein Fest für die Region

Kostenlose Zutritte
Zivil-militärische Zusammenarbeit
Ein Band der Freundschaft knüpfen

Alle vier Jahre richtet der Internationale Militärsportverband CISM (Conseil International Du Sport Militaire) eine Militär-Olympiade aus, an der sich 45 Nationen beteiligen. Für die vierten Militär-Weltspiele stehen vor allem Berchtesgaden und Ruhpolding im sportlichen Zentrum. Die deutsche Bundeswehr richtet das sportliche Großereignis zum ersten Mal aus. Die Jahre zuvor waren es Italien (2010), Frankreich (2014) und Russland (2017).

Für Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee der 4. CISM WWG 2021, bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen. Zudem verlangen Wettkampforganisation, Logistik, Verpflegung, Transport, Unterkunft und Kommunikation einen hohen Einsatz. Dieses Engagement zeigen die Sportler der Bundeswehr anlässlich der geplanten Großveranstaltung im Rahmen ihrer Spitzensportförderung vom 23. bis 28. März. Angetreten wird in neun Sportarten: Alpin Ski, Biathlon, Para-Ski-Langlauf, Ski Bergsteigen, Klettern, Ski Patrouille, Cross-Lauf, Ski Orientierungslauf und Snowboard.

Das Organisationskomitee der 4. WWG 2021 informierte im Staatlichen Kurhaus von Bad Reichenhall über die sportliche Großveranstaltung. Auf dem Foto Brigadegeneral Georg Klein (rechts) mit Generalleutnant Jürgen Weigt (Mitte), den international erfolgreichen Sportlern Klaus Brandner und Anton Palzer sowie Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, Bad Reichenhall. – Fotos: Gerd Spranger

Als Symbol der 4. Militär-Weltspiele CISM im Jahr 2021 steht ein „Band der Freundschaft“, in dem alle Nationen im sportlichen Wettkampf verbunden sind und die Bevölkerung mit einbeziehen. Nicht das Motto „höher, weiter, schneller“ soll dominieren, sondern unsere Willkommenskultur und Gastfreundschaft“, bekräftigt Generalleutnant Jürgen Weigt. Alle Events und Wettkämpfe sind für das Publikum kostenfrei, und erstmals werden Disziplinen angeboten, bei denen „unsere nationalen und internationalen Kameradinnen und Kameraden mit physischen Einschränkungen und psychischen Belastungen an den Welt-Winterspielen teilnehmen können“, bekräftigt Jürgen Weigt. Insgesamt werden 1300 Athleten erwartet.

Von links: Brigadegeneral Georg Klein, Abteilungsleiter Ausbildung Streitkräfte; Josef Wenig, 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Berchtesgaden und Leiter des AlpenCongress; Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee 4. CISM WWG 2021; Hauptfeldwebel und international erfolgreicher Skirennläufer Klaus Brandner aus Berchtesgaden und Feldwebel Anton Palzer aus der Ramsau, Junioren Weltmeister im Skibergsteigen und Weltcup-Gesamtsieger (2018) im Vertical.

Für die Durchführung der Spiele könne man ausschließlich auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen. In Berchtesgaden soll der Weihnachtsschützenplatz zu einem „Friendship-Place“ als internationale Begegnungsstätte werden. „Sportler und Offizielle können sich dort in entspannter bayerischer Atmosphäre austauschen und anfreunden“, informiert Oberst Jürgen Ammann, Koordinator des Bereichs Kommunikation. Die Eröffnungsfeier wird am 23. März am Götschen und die Abschlussfeier am 28. März 2021 in der Max-Aicher-Arena in Inzell sein.

Bei den 4. CISM Winterspielen setzt man auf eine funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit. Bestes Beispiel dafür die vier Bäuerinnen, Ingrid, Maria, Kathi und Christl, die für die Präsentation im Alten Königlichen Kurhaus ein Berchtesgadener Bauernbuffet angerichtet haben. Im gesunden Selbstverständnis prangt die Schrift „Ohne Bäuerin läuft gar nichts“, auf ihren Schürzen.

Die Kommunen und Vereine sind in die 4. CISM Militär-Weltspiele des Wintersports eingebunden. Neben allen sportlichen Ambitionen und Spitzenleistungen sind in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden Tagesausflüge zu den touristischen Sehenswürdigkeiten geplant, sowie ein begleitendes Kultur- und Freizeitprogramm. Im Focus steht ebenso die Unterbringung von offiziell teilnehmenden Delegationen in 23 Hotels- und Unterkünften. In Ruhpolding etwa ist mit dem SV-Ruhpolding vor Beginn der Wettkämpfe eine Schulstaffel angedacht, bei der die jungen Sportler auf der gleichen Strecke laufen wie die Top-Athleten des Militärs. Offen sei man für weitere Ideen und Aktionen in diese Richtung.

Für Generalleutnant Jürgen Weigt bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen.

Bereits jetzt habe man schon ein Verkehrskonzept entwickelt, und zwar ist die Anreise zentral über den Airport München vorgesehen. Ein Shuttle mit Fahrzeugen der Bundeswehr wird eingesetzt. Vor Ort arbeite man an einem Konzept mit regionalen Verkehrsverbünden. Die ganze Veranstaltung werde von der „Operationszentrale AlpenCongress“ aus gesteuert, die zugleich als zentrale Anlaufstelle für jedermann dient. Dazu gehören der Infobereich und die Open-Area. Die Bundeswehr hebt die funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit positiv hervor, besonders die Unterstützung durch die Sportverbände, Gemeinden und Betreiber der Wettkampfstätten mit der Bereitstellung von Personal und Material im Bereich der Wettkampflogistik. Ein eigenständiges Pressecenter ist in der Chiemgau-Arena Ruhpolding geplant, sowie ein „Internationales Broadcasting Centre“ für die TV-Übertragungen.

Oberst Jürgen Ammann koordiniert den Bereich Kommunikation bei den 4. CISM Winterspielen

Brigadegeneral Georg Klein hebt in seinem Schlusswort die wichtige sportliche Dimension der Veranstaltung hervor. „Sehen sie die Augen der jungen Leute leuchten, die Motivation im Dienst für die Bundeswehr? Das würde sich manches private Unternehmen wünschen. Wir freuen uns auf diese Winterspiele und die gute Zusammenarbeit in und mit der Region.“

Wertschöpfung und Wertschätzung für regionale Produkte

Im Gespräch mit Hannes Lichtmannegger ist immer seine Begeisterung zu spüren, seine Visionen und Ideen die ihn antreiben. Die bringt er im Landwirtschaftsministerium in München ebenso vor wie in den Landesbezirken von Österreich oder an Unis wie in Innsbruck oder München. „Ob Minister, Professoren oder Lehrende ganz im Allgemeinen, sie haben ein Problem. Die Leute glauben ihnen häufig nicht mehr. Sie wollen wissen, wie es in der Praxis funktioniert, was wirklich geht.“ Und da kommt immer häufiger Johannes Lichtmannegger ins Spiel, der gemeinsam mit seinem Cousin Franz das Berghotel Rehlegg in der Ramsau in den letzten fünf Jahren komplett auf Nachhaltigkeit umgestellt hat.

Achtung vor dem Tierleben

Dem Mensch, die Umwelt und das Tierwohl liegen Johannes Lichtmannegger vom Berghotel Rehlegg am Herzen – Foto: Gerd Spranger

Und immer wieder spricht er von den Bauern, der Landwirtschaft und bemängelt die oft fehlende Anerkennung. „Wertschöpfung und Wertschätzung sollten uns bewusst sein, wenn wir von Lebensmitteln sprechen,“ bekennt Lichtmannegger. Dabei nimmt er Bezug zum eigenen Verhalten als Unternehmer. Er kennt seine Bauern persönlich von denen er Schafe, Kälber und Schweine kauft, und die meisten selbst in der Ramsau ansässig sind. Er war bei den meisten schon im Betrieb, hat sich Stallungen und Tierhaltung angeschaut. Hannes gab auch die Initialzündung für die Wiedereinführung der Züchtung heimischer Rassen, wie etwa das Schwarze Alpenschwein oder die Augsburger Hühner. So können diese Tiere vor dem Aussterben bewahrt werden. Dabei setzt er auf Nachhaltigkeit und artgerechte Haltung. „Ein Masthuhn hat eine Lebenserwartung von 30 Tagen, ein Biohuhn von 80 Tagen und unsere Augsburger Hühner leben ganze 11 Monate lang“, wird er konkret und könnte das Beispiel fast beliebig fortsetzen.

Der Preis allein
darf nicht entscheiden

„Wenn die Konsumenten die Zusammenhänge nicht kennen, ganz einfach weil sie darüber nicht aufgeklärt werden, wird eben fast ausschließlich über den Preis entschieden.“ Und dann wird Hannes doch noch einmal deutlich: „Milchmastkälber schreien deswegen so viel, weil sie Hunger haben und ab der zweiten Lebenswoche eigentlich ‚feste Nahrung‘, also Raufutter in Form von Gras oder Heu brauchen. Es wird ihnen aber häufig verweigert, damit das Fleisch für die Verbraucher weiß bleibt. Und der Tod ist für ihr kurzes Leben von etwa fünf Monaten dann eine Erlösung.“ Die Verhältnisse hätten sich zumindet in Deutschland zwar etwas gebessert, dass es auch anders geht, zeigt der Hotelier in seinem eigenen Betrieb. „Das Kalbfleisch der von unseren Landwirtschafts-Partnern aufgezogenen Rinder ist nicht ganz weiß, sondern rosa, schmeckt aber mindestens genauso gut. Sie erhalten artgerecht ab der zweiten Lebenswoche Raufutter. Unsere Kälber leben beim Muttertier und werden sieben bis neun Monate alt.“

Das Bewusstsein wächst

Johannes Lichtmannegger: „Unser wirtschaften muss enkeltauglich sein“

Umfragen würden zeigen, dass sich in einem Bauernladen zwar 58 Prozent der Kunden zu mehr Qualität bekennen, aber nur sieben Prozent sich dann wirklich dafür entscheiden, wenn der Preis etwas höher liegt, erzählt Johannes. Er bezieht sich dabei auf Erhebungen, des Vereins „Land schafft Leben“, der sich selbst als erster Ansprechpartner für mehr Transparenz rund um österreichische Lebensmittel bezeichnet. Den Verein hat vor sechs Jahren der Landwirt Hannes Royer gegründet, zu dem Johannes Lichtmannegger einen engen Kontakt pflegt. Überhaupt sind Kontakte und Netzwerke für Hannes ganz wichtig. So lädt er etwa einmal im Jahr alle seine Lieferanten zu einem Event ins Berghotel Rehlegg ein. „Es gibt mir die Gelegenheit die Beziehung zu vertiefen, sich für das Engagement und die Leistung meiner Partner zu bedanken, und auch untereinander ist bereits ein gutes und breites Netzwerk entstanden.“

Enkeltauglich:
„Zukunft hinterlassen“

Überregional gewinnen die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und faire Preise für Lebensmittel immer mehr an Bedeutung. Denn nur eine Verknüpfung von Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Konsumenten schaffe eine gute Basis für die Zukunft, ist sich Johannes Lichtmannegger sicher. Sein persönliches Credo, dass auch auf der Webseite des Hotels zu finden ist, lautet „Zukunft hinterlassen“. Gemeint sei damit „ein enkeltaugliches Wirtschaften“, wie Hannes es bezeichnet. Und seine beiden Töchter, Stephanie und Katharina arbeiten bereits im Betrieb mit, die vierte Generation der Hoteliersfamilie des Berghotels Rehlegg in der Ramsau.

Mehr Ökologie und Bio

Dabei stellte sich vor vier Jahren durchaus die Frage, ob man die konsequente Umstrukturierung hin zu mehr Ökologie und Bioprodukten weiter gehen möchte. „Wir haben in diesen Prozess sicher einen sechsstelligen Betrag investiert. Doch sparten wir zugleich aus der verbesserten Energiehaushaltung durch unsere Solartherme, den Photovoltaik-Anlagen und den Blockheizkraftwerken viel ein, so dass wir den Gewinn
wieder reinvestieren konnten. 2017 wurde der Betrieb übrigens als erstes klimapositives Hotel Oberbayerns ausgezeichnet. Es bindet mehr CO2 als es ausstößt.

Kritische Gäste und Verbraucher

„Wenn wir vor vier Jahren von einem CO2-Haushalt gesprochen haben, dann haben uns die meisten Menschen nur ungläubig angesehen. Heute ist es in aller Munde und aus der Öffentlichkeit nicht mehr wegzudenken.“ So hat die Zeit dem Berghotel Rehlegg in der Entscheidung für eine konsequente Ökologie in die Karten gespielt. Die Gäste schätzen und honorieren es heute. „Sie sind auch kritischer geworden und hinterfragen mehr“, beobachtet Hannes.

Klimapositiv durch Humusaufbau

CO2 ist eines der nächsten großen Themen, die Johannes Lichtmannegger bewegen. „Mit Humusbildung können wir viel bewirken,“ ist er sich sicher und bezieht sich auf die Professorin Dr. Ingrid Kögel-Knabner, die 2019 mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Sie bezeichnet gesunde Böden mit einem nachhaltigen Humusaufbau als einen Meilenstein für ein besseres Klima. Die Bodenwissenschaftlerin Ingrid Kögel-Knabner, ist Professorin für Bodenkunde an der Technischen Universität München und betreibt Grundlagenforschung für ein besseres Klima und Umweltschutz. Die enorme Bedeutung unserer Böden sei allein schon an der Tatsache erkennbar, dass in „einer Hand voll Erde mehr Organismen leben als Menschen auf der Erde“, so die Wissenschaftlerin. Johannes Lichtmannegger hat daraus seine Konsequenzen gezogen und fördert über das Unternehmen Positerra akitven Humusaufbau in der Landwirtschaft.

Kommentar: CSU macht die politische Linke stark

Nein, es wird niemals und in keiner Weise eine Zusammenarbeit mit der AFD geben, so das gemeinsame Credo der Parteien. Ob sie es nun will oder nicht, die CSU arbeitet damit der politischen Linken zu. Sehr deutlich wurde es in diesen Tagen bei der skandalträchtigen Wahl in Thüringen. „Rechtsextreme, alles Nazis und keine Demokraten“, so der Vorwurf vor allem aus der linken Ecke. Demokraten müssen zusammen halten, wobei man die AFD nicht dazu rechnet. Die AFD also keine zugelassene und demokratische Partei in Deutschland?

Es geht aber noch viel schlimmer, denn selbst ein Zeitgenosse vom Kaliber und Status eines Ministerpräsidenten lässt twittern, im Zweifelsfall zitieren, dass es höchst skandalös sei, sich von einer Partei an die Macht heben zu lassen, die für den Tod von Millionen verantwortlich sei. Die AFD für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich? Das ist eines Ministerpräsidenten nicht würdig, selbst eines Linken nicht. Auch habe er in dieser dunklen Stunde an Buchenwald denken müssen. Ein AFD-KZ? Wie will ein Mensch ein Land führen, wenn er einem Fünftel der Bevölkerung nicht die ausgestreckte Hand reicht, sondern die geballte Faust hochhält?

Und die CSU? Klar und kraftvoll distanziert sich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Das ist politisch verständlich und für sich gesehen mag es richtig sein. Doch rutscht die CSU damit ganz automatisch nach links, bereitet zumindest den Weg dafür. Selbst hat sie in Thüringen 12 Prozent an die AFD verloren, ehemalige Wähler, die jetzt ja alle Nazis seien und Nicht-Demokraten. Die CSU positioniert sich so, dass es nur einen ‚Weg nach Links‘ geben kann. Denn rechts der CSU gibt es keinen politischen Raum, er wird kurzerhand ausgeblendet. Das hatte FJS im letzten Jahrhundert eindeutig anders gemeint.

Aber laut gebrüllt wird aus Bayern gerne, da macht es der Söder dem Seehofer gleich. Was haben wir nicht alles für markige Worte gehört, selbst ein Bruch mit der Schwesterpartei CDU stand kurz im Raum, in den Jahren nach 2015, das man getrost als Geburtsstunde einer starken AFD bezeichnen kann. Nur passiert ist dann gar nichts und nicht umsonst lautete ein Wahlslogan, „wer Merkel wähl, wählt CSU“.

Und dass die Kanzlerin Alleingänge bis heute liebt, weiß man nicht erst seit den ‚offenen Grenzen‘, sondern auch nach der Thüringwahl. Merkel schafft an – die Partei folgt. Und dann ist diese Partei eben mal grün angehaucht und im nächsten Moment rot, man ist wandelfähig, ganz wie es dem Zeitgeist beliebt. Nur was soll der Wähler glauben? Und ganz offensichtlich glaubt er nicht mehr, weder der Kirche, noch der CSU, noch der CDU. Welche Alternative bleibt ihm dann? Die SPD hat sich längst vom Status einer Volkspartei gelöst. Die Wähler suchen Alternativen.

In Thüringen soll jetzt eine linke Regierung an der Macht gehalten werden, die weder eine Mehrheit verfügt, noch aus der letzten Wahl gestärkt hervorging. In Summe haben Linke, SPD und Grüne fast zwei Prozent verloren. Neuwahlen lehnen die Parteien ab, aus gutem Grund. Es ist völlig klar, dass es in Thüringen nicht um den Willen der Wähler geht. Denn was nicht passt, das darf nicht sein. Geistlicher Führer des Volkes ist dabei die Bundeskanzlerin Angelika Merkel. Sie hat die Richtung unmissverständlich vorgegeben.

Auf Welt.de wird das aktuell so kommentiert:
„Die Widersprüche, denen die Christdemokraten in Erfurt nicht gewachsen waren, stellen sich der Partei in ganz Ostdeutschland. Auch die Gemütslage, die von Unverständnis über die Politik der Kanzlerin längst in Aggression gegenüber der Berliner Parteizentrale umgeschlagen ist, gleicht sich überall in den neuen Ländern – und teilweise auch darüber hinaus. Deshalb war Thüringen kein Unfall, sondern könnte erst der Anfang gewesen sein.“

Zum Autor:
Der Autor ist kein Mitglied der AFD, auch keiner anderen politischen Partei. Es geht ihm um eine „Un-Kultur“ der politischen Sprache, die im Nachgang der Thüringer Wahlen hochkochte. Es geht um das hohe Gut einer Demokratie, die angesichts der Sprache und jüngsten Entwicklungen gefährdeter denn je zu sein scheint. Und es geht um das unbedingte Festhalten an der politischen Macht und die hohen Bezüge, notfalls bis zum Zerbruch – gegen jede Vernunft.

„Es ist Zeit für einen politischen Neuanfang“

Die FWG startet im Gasthof Bürgerbräu in den Wahlkampf für die Kommunahlwahl am 15. März. – Fotos: Gerd Spranger

„Nach 14 Jahren ist es Zeit für einen politischen Wechsel in Bad Reichenhall“, bekräftigt FWG-Vorsitzender Hans-Jürgen Frankenbusch bei der Präsentation von Kandidatinnen und Kandidaten und dem Zukunftsprogramm der FWG Bad Reichenhall im Gasthof Bürgerbräu. Die FWG wurde im Stadtrat von Bad Reichenhall 2014 zwar zur zweitstärksten Fraktion gewählt, doch war sie in den letzten sechs Jahren in der Rolle der Opposition. Mit der neuen dynamischen Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters, Ania Winter, will sie das ändern. Mit Spannung wurde darum auch Ihre Vorstellung im mit fast 100 Personen vollbesetzten Festsaal der Braugaststätte erwartet.
Martin Strobl aus Ainring moderierte die Veranstaltung.

Martin Strobl moderierte die Veranstaltung, führte durch die Kandidatenvorstellung, begleitete die Oberbürgermeisterkandidatin und die Stadtratskandidaten bei der Vorstellung des Wahlprogrammes.

Ania Winter ist Rechtsanwältin, 51 Jahre, verheiratet und hat zwei Töchter. Sie durchlief nach ihrem Abitur eine Ausbildung zum Automechaniker, „und ich weiß wie es ist, nach einem harten Acht-Stunden-Tag müde nach Hause zu kommen.“ Dabei ist ihr Arbeitsalltag als selbständige Rechtsanwältin meistens deutlich länger, und seit 2012 leitet sie im Caritas Zentrum von Bad Reichenhall die Soziale Beratungsstelle für das Berchtesgadener Land, kennt die Brennpunkte und elementaren Nöte vieler Menschen. Seit gut zehn Jahren wohnt sie und ihre Familie in Bad Reichenhall, zuvor lebte die gebürtige Fränkin zehn Jahre in Schönau am Königssee. Privat verbringt sie am liebsten Zeit mit ihrer Familie, kocht gerne gemeinsam mit ihren zwei Töchtern oder ist sportlich für die Gesundheit und Erholung unterwegs.

Auf dieses Gleichgewicht an guten zwischenmenschlichen Beziehungen und fachlicher Kompetenz, wenn es etwa darum geht, Rechte von Menschen in Not durchzusetzen, legt sie Wert. Als künftige Oberbürgermeisterin von Bad Reichenhall ist ihr darum die fundierte Ausbildung als Juristin wichtig, aber gleichzeitig auch, die Menschen dort abzuholen, wo das Engagement eines Verwaltungschefs gefordert ist. „In der Verwaltung, in den städtischen Einrichtungen und auch in zur Stadt gehörenden Gesellschaften, arbeiten qualifizierte und gute ausgebildete Menschen, die ihren Job hervorragend erledigen. Es ist aber immer auch eine Frage der Motivation, in wie weit sich der Einzelne für die Stadt und ihre Bürger engagiert.“

Ania Winter ist für die FWG die Oberbürgermeister-Kandidatin in Bad Reichenhall

Politisch ist Ania Winter unbelastet, darum „unvoreingenommen, innovativ und emotional belastbar“, ist im Wahlkampfjournal der FWG zu lesen, das sich auf zwei Seiten auch eingehend der Frage widmet, was denn eigentlich die Aufgaben eines Oberbürgermeisters oder eines Stadtrates sind. Winter signalisiert damit deutlich, wie ernst sie die gestellten Anforderungen nimmt. Ania Winter und einige FWG-Stadträte kritisieren, dass Bad Reichenhall in einigen Bereichen hinter den Erwartungen zurückbleibe. Es wurde versäumt, das ganze Potential als Kreisstadt voll auszuschöpfen. Verantwortlich dafür sehe man, dass in den letzten Jahren die Handlungsspielräume der Stadt und Regulierungs-Instrumente nicht voll ausgeschöpft wurden. Es wurden auch Beschlüsse des Stadtrates nicht, nicht entsprechend oder nur schleppend umgesetzt.
Aus diesem Grund sei ein Wechsel an der Führung der Stadtregierung überfällig. Auch der Umstand, dass es so viele Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters gebe, zeige, dass weitgefächert ein Führungswechsel als notwendig erachtet werde.

Es ist Wahrzeichen und ein Schmuckstück der Alpenstadt Bad Reichenhall. Die historischen Gebäude der Alten Saline. Im HIntergrund der Hausberg Predigtstuhl.

Wie kann man die ‚Schmuckstücke der Stadt‘ noch mehr zum Leuchten bringen? Wie gut wird das Stadtmarketing tatsächlich umgesetzt? FWG-Stadtrat Gerhard Fuchs bringt es auf den Punkt: „Wir Reichenhaller sollten viel mehr stolz auf unsere Stadt sein, auf das, was wir haben. Da dürfen wir gerne noch von den Berchtesgadenern lernen.“ Er führt weiter aus: „Wir haben flächendeckende Kinderbetreuung in den einzelnen Stadtgebieten, sozialverträglichen Wohnraum über die Reichenhaller Wohnbau, und eine starke Kur GmbH, die öffentlichen Gebäude, Parks und Einrichtungen wie die Rupertustherme unterhält. Zudem die Stadtwerke, die die Energieversorgung sicherstellt.“ Fuchs wehrt sich dagegen, dass Stadtteile gegeneinander ausgespielt werden. Das unterstrich auch Stadtrat Friedrich Hötzendorfer und zitierte den ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück mit den Worten, dass es ‚politischer Auftrag sei, das Gemeinwohl auch bei unterschiedlichen Ansichten im Blick zu haben‘. „Wir müssen verantwortlich handeln, und das bei angespannter Haushaltslage“, mahnt er an.

FWG-Vorsitzender Hans-Jürgen Frankenbusch stellt sich auch 2020 wieder der Wahl zum Stadtrat von Bad Reichenhall.

Bei der FWG-Präsentation flammten immer wieder die Themen Wohnraum, Stadtentwicklung und Verkehr auf. Beim Verkehr sollen der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) gestärkt, Radwege ausgebaut und geschaffen und der Verkehr insgesamt aus der Stadt gebracht werden. Für die Oberbürgermeister-Kandidatin Ania Winter ist die Sachlage langfristig eindeutig. „Es gibt vom Deutschen Bundestag bis hinunter zum Stadtrat eindeutige Beschlüsse für eine Ortsumfahrung Bad Reichenhall. Wir werden uns mit Nachdruck dafür einsetzen. Bis es soweit ist“, betont Ania Winter, „werden wir alles unternehmen, um die Situation vor Ort zu verbessern.“

Eine offene Aussprache bei der FWG-Wahlveranstaltung in Bad Reichenhall. Oberbürgermeister-Kandidation Ania Winter und Moderator Martin Strobl

Glücklich ist sie, dass Bad Reichenhall mit den Stadtwerken eine starke regionale Energieversorgung hat. Damit ist eine Energieautarkie ein realistisches Ziel. Über den sozialen Wohnungsbau hinaus brauche es auch Baugründe, damit junge einheimische Familien sich ‚den Traum vom Eigenheim‘ erfüllen können. Bad Reichenhall müsse sich wieder auf seine touristischen Stärken wie Kur- und Gesundheit besinnen, mehr für die Ansiedelung kleiner Gewerbebetriebe unternehmen und eine solide Finanzpolitik betreiben.

Mit der Wahl des neuen Oberbürgermeisters am 15. März wird auch ein neuer Stadtrat, ein neuer Kreisrat und Landrat gewählt. Die FWG ist nicht nur Teil der Regierung in Bayern, sondern ebenso in allen Städten und Kommunen vertreten. So präsentierten sich im Bürgerbräu die Kandidaten für die Kommunalwahlen. Einen guten Eindruck hinterließ der FWG-Landratskandidat Michael Koller. Auch er hat sich nach seiner Schulzeit für eine Ausbildung im Handwerk entschieden und sich zum Fachlehrer weitergebildet. Seit 2007 unterrichtete er an der Realschule in Freilassing und seit 2016 ist er Verwaltungsleiter im Pfarrverband Stiftsland Berchtesgaden. Politisch engagiert er sich als FWG-Fraktionssprecher im Gemeinderat Berchtesgaden und ist stellvertretender Kreis- und Bezirksvorsitzender. Im Ehrenamt ist Michael Koller erster Vorsitzender der Untersberger Weihnachtsschützen und Kurator der Kirche Maria am Berg.

Oberbürgermeister-Kandidatin Ania Winter und der FWG-Kandidat für den Landrat, Michael Koller.

Er bekräftigt sein Engagement und seine Kämpfernatur mit seiner Lehrerstelle im sozialen Brennpunkt München-Hasenbergl. „In der Pause hatten wir Polizeischutz. Wer hier im Sinne einer ausgeglichenen und stabilen Persönlichkeit überlebt, der schafft es überall.“ Er wünscht sich für den Landkreis mehr Dynamik, Fortschritte beim Verkehr, beim Wohnen und im Bildungsbereich, den er auch auf Fachkräfte in den jeweiligen Berufen verstanden wissen will. „Es ist aber auch unsere Aufgabe Menschen mit sozialen Schwierigkeiten aufzufangen und zu helfen. Ein Landrat ist der Kommunikator des Landkreises, er kann viel bewegen“, ist sich Michael Koller sicher und der 43jährige will es voller Elan angehen.

Die Oberbürgermeisterkandidatin Ania Winter brauchte auf Nachfrage aus dem Publikum nicht lange zu überlegen, was ihr an Bad Reichenhall so besonders gefällt. „Viel Natur in allen Richtungen, sauberes Wasser, gute Kindergärten und Schulen, die Nähe nach Salzburg und Berchtesgaden, die Fußgängerzone, Tourismus und Kur mit allen Einrichtungen wie Kurpark, Philharmonisches Orchester, die vielen Parks der Stadt, Stadtwerke und Wohnbau sowie das Vereinswesen, Tradition und Brauchtum, die für unsere Werte stehen.“ Diese Werte zu erhalten, dafür will sie ihre ganze Energie und ihre Kraft als Oberbürgermeisterin einbringen.