Elf zusätzliche Busse als Hygienekonzept für den Schulweg

Die erste Woche des neuen Schuljahres ist vorbei. Für Schüler und Lehrkräfte ebnet sich der Weg hin zur Normalität. Das gilt nicht nur für die neuen Schuljahrgänge, sondern auch für erschwerte Bedingungen der vom Coronavirus verursachten Umstände. Bündnis 90/ Die Grünen fragten darum beim Landkreis am 26. August nach, wie es mit dem Hygienekonzept für den Schulbusverkehr für das laufende Schuljahr bestellt sei. Konkret interessierten Absprachen und Umsetzung eines Hygienekonzeptes mit den Busunternehmen und Förderungen durch das Gesundheitsministerium. Johann Wick, Verkehrsmanager des Landratsamtes, ging in der gestrigen Sitzung des Kreistages ausführlich darauf ein.

In der ersten Septemberwoche habe das Landratsamt der Fraktion eine Zwischenantwort übermittelt, eine Besprechung mit den Busunternehmern initiiert und darüber in einer Presseaussendung informiert. Wick bekräftigte, dass „der Landkreis bis auf wenige Ausnahmen selbst keine Bestellung von Verkehrsleistungen für die Schülerbeförderung vornimmt, sondern die dafür nötigen Jahreskarten bestellt. Eine Sonderstellung nimmt der klassische Schulbusverkehr ein. Sachaufwandsträger für den Schulbusverkehr zu den Grund- und Mittelschulen sind in der Regel die Gemeinden.“

Mehr Sicherheit für die Schüler

Entsprechend sei für die Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes immer der Veranstalter und Betreiber, in der Regel also der Unternehmer, verantwortlich. Die Prüfung des von den Verkehrsteilnehmern vorgelegten Konzeptes obliegt dem Gesundheitsamt. Gleichwohl sehe sich der Landkreis in der Verantwortung, „auch im Bereich der Schülerbeförderung die größtmögliche Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler des Landkreises zu gewährleisten.“

Masken und Abstand halten

Zentraler Ansatz für ein Hygienekonzept bei der Schulbusbeförderung sei die Maskenpflicht für die gesamte Fahrzeit, das Abstandsgebot an den Haltestellen sowie eine ausreichende Lüftung und Desinfektion der Busse. Im Gespräch mit den Busunternehmen sei schnell klar geworden, dass es für mehr Abstand zusätzliche Buskapazitäten brauche. Acht Verstärkerbusse und drei Kleinbusse sind zunächst vorgesehen. Ab der 39. Woche wird neu justiert. „Wir prüfen laufend, auf welchen Linien der Verstärker-Verkehr noch sinnvoll und notwendig ist, um den tatsächlichen Bedarf abzudecken“, erläutert Johann Wick. Die Verkehrsunternehmen veranschlagen wegen der hohen Vorhaltekosten von Fahrzeug und Fahrer in der Hauptverkehrszeit morgens und mittags einen Pauschalpreis. Das Landratsamt rechnet mit täglichen Kosten von bis zu 4500 Euro für die Ausweitung des Schulbusverkehrs um acht Linienbusse und drei Kleinbusse.

Zur Finanzierung des erhöhten Bedarfs nimmt der Landkreis Berchtesgadener Land ein Förderprogramm des Freistaates Bayern in Anspruch, das zunächst bis zu den Herbstferien festgeschrieben ist. Gezahlt werden 4 Euro je Kilometer mit einem Tageshöchstsatz von 300 Euro. Landrat Bernhard Kern verweist darauf, dass der Landkreis die Mehrkosten voraussichtlich selbst tragen werden muss. Er bedankte sich bei den Mitarbeitern, die sich die letzten zwei Wochen dem Thema sehr intensiv annahmen. Die Bayerische Staatsregierung beschloss erst am ersten September die Kosten für zusätzliche Verstärkerbusse im Linienverkehr zu übernehmen.

Wortmeldungen aus dem Kreisrat

Kreisrätin Elisabeth Hagenauer (Grüne) übte Kritik an der späten Reaktion der Regierung in München. „Das Problem war längst bekannt und es wäre Zeit für ein grundlegendes Konzept gewesen. Eine Woche vor Schulbeginn besinnt man sich dann auf Verstärkerbusse und setzt die Landkreise unter Druck.“ Landrat Bernhard Kern hingegen bescheinigte den Ministerien eine hervorragende Arbeit.

Kreisrat und Schulleiter Hans Metzenleitner (SPD) aus Bischofswiesen erkennt in den Ausführungen zur Umsetzung eines Hygienekonzeptes „ein unglaubliches Improvisieren.“ Gleichwohl räumt er ein, dass „die Kreisbehörde in kurzer Zeit sehr viel geleistet hat. Für die aktuelle Situation gibt es keine Blaupause, keine Vorlage. Eltern und Schulen haben gut zusammen gearbeitet. Auch sie mussten sich den neuen Bedingungen stellen.“

Kreis- und Bezirksrat Georg Wetzelsperger (CSU) informierte sich über die Akzeptanz und den Bedarf bei der Schulbusbeförderung. „Fahren, nicht zuletzt auch aufgrund der Corona-Pandemie, nicht viele Eltern ihre Kinder selbst in die Schule? Kommen nicht viele mit dem Fahrrad?“

Johannes Wick räumt ein, dass dies für sonnige Herbsttage wohl zutreffe. „Die Spitze aber kommt erst in der kälteren Jahreszeit und bei schlechtem Wetter. Auch darum müssen wird die aktuellen Maßnahmen laufend überprüfen.“ Insgesamt spiele die Entwicklung der Infektionszahlen im Herbst ebenso eine starke Rolle.

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