Landkreis unterstützt die Nachbarschaftshilfe mit 31.000 Euro

Früher war es die Nachbarschaftshilfe und die Hilfe in der Familie, die im ländlichen Raum gut funktionierte, und das ist in vielen Bereichen auch heute noch so. Doch die Zahl jener Menschen nimmt zu, bei denen dieses Netzwerk aus unterschiedlichen Gründen versagt. So haben sich im Landkreis des Berchtesgadener Landes vor fünf Jahren zwei Vereine gegründet, die diesen Mangel ausfüllen. Es ist die Seniorengemeinschaft Berchtesgadener Land-Süd in Bischofswiesen und der Generationenbund BGL, mit Sitz in Anger. Beide Vereine werden von den Gemeinden und vom Landkreis unterstützt, der ihnen in der Sitzung des Kreistages am Dienstag eine jährliche Förderung von 31.172 Euro zusicherte, zunächst auf vier Jahre begrenzt. Den Löwenanteil erhält mit 23.846 Euro der Generationenbund für den mittleren und nördlichen Landkreis. Die Redaktion hat beim Verein über seine Tätigkeit nachgefragt.

Lena und Luna sind die jüngsten Helferinnen im Generationenbund (l.). Sie führen regelmäßig den Hund einer alten Dame aus. Das junge Ehepaar aus Laufen (r.) engagierte sich besonders während der Corona-Krise als Einkaufshelfer. – Foto: Spranger/ Generationenbund

Um ‚die Presse‘ kümmert sich Günther Wolf, Gründungsmitglied und dritter Vorstand. Aktuell zählt der Verein rund 1000 Mitglieder und darunter 200 Helfer. Sie leisten im Monat 600 bis 800 Stunden ‚Nachbarschaftshilfe‘. Bei der Vereinsgründung habe man sich an das Seniorenentwicklungskonzept des Landkreises orientiert. Wer hilft oder Hilfe in Anspruch nimmt, muss Vereinsmitglied sein, für die eine Jahresgebühr von 10 Euro berechnet wird. „Damit wissen wir, mit wem wir zusammen arbeiten und zugleich können versicherungsrechtliche Angelegenheiten geregelt werden“, informiert Günther Wolf. Auf der Webseite des Vereins ist zu lesen, dass „die geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen erlauben, dass das Entgelt für die Helfer bis zu einem Jahresbetrag von höchstens 2.400,- € steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.“

Kleines Honorar für große Hilfe

Ganz ohne monetäre Zuwendung funktioniert das System nicht“, bekennt Wolf. „Da bleiben die Menschen nicht über einen längeren Zeitraum hinweg aktiv.“ So aber funktioniert die Nachbarschaftshilfe und für die Koordination und Abrechnungen sind sogar zwei Halbtagskräfte angestellt und es wird ein kleines Büro unterhalten. „Das geht nicht anders, selbst die EDV haben wir professionell einrichten lassen und viel Zeit verbringen wir am Telefon“, erzählt Wolf.

Helfer beim Putzen gesucht

Was aber macht der Verein? „Fast alles, außer pflegerische Leistungen sowie Steuer- und Rechtsberatung“, bekennt Wolf. Von der Hilfe im Garten, im Haushalt, bei Behördengängen, im Krankheitsfall oder bei der Tierbetreuung, alle Arbeiten eben, die im Alltag so anfallen. Mangel herrsche bei den Reinigungsdiensten (putzen), auch wenn hier statt der üblichen sechs Euro mit zehn Euro die Stunde deutlich mehr verrechnet werden. „Helfer sind immer willkommen“, richtet Günther Wolf seinen Appell an die Leser. Mehr Informationen über den Verein ist auf der Webseite (www.generationenbund-bgl.de) zu finden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s