Der Spaß ist vorbei

Kommentar: Der Spaß ist vorbei

Endlich ist er da, der lang ersehnte Schnee. Und wir alle erinnern uns gern an jene Tage, als wir warm eingepackt als Kinder, ausgerüstet mit Schlitten und kleinen Skiern, unsere ersten Versuche unternahmen, um im „Sausewind“ wohlbehalten wieder unten an der kleinen Anhöhe anzukommen. Das sind unvergessene Erlebnisse, und so können sich nur Kinderherzen freuen. Doch der Spaß ist vorbei. Für uns Großen sind die Liftanlagen diesen Winter komplett gesperrt und die Kleinen dürfen jetzt noch nicht einmal mit ihren Eltern in die verschneite Bergwelt fahren. Der Aktionsradius ist auf 15 Kilometer beschränkt. Das Virus droht.

Droht es wirklich in freier Natur an frischer Luft? Gerade Bewegung und mäßiger Sport an der frischen Luft ist unserer Gesundheit zuträglich, stärkt das Immunsystem. Ab jetzt aber ist es verboten, zählt man nicht zu jenen Privilegierten, die nahe der Berge wohnen, der Spaß ist vorbei. Reisefreiheit, eines unserer Grundrechte? Das gilt schon längst nicht mehr. Reisefreiheit existiert für uns Normalbürger nur noch mit gnädiger Zustimmung der Obrigkeit. Nicht mal mehr ein Ausflug ins nahe Salzburg ist gestattet. Das Virus droht, und offenbar ist es in freier Natur besonders aggressiv, könnte man vermuten.

Wie wäre es mit Lebensmittelkarten, die sich in Kriegszeiten ja bereits bewährt haben. Auch ein Lockdown ist nur aus jenen finsteren Jahren bekannt. Die Regierung hat sich damit inzwischen bestens angefreundet, auch wenn die Menschen vornehmlich in Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern versterben. Sie verfügt heute über eine in der BRD noch nie dagewesene Machtbefugnis. Lebensmittelkarten, etwa mit der Genehmigung nur noch einmal wöchentlich einen Discounter für den Einkauf zu besuchen, das Ganze alphabetisch geordnet. Nirgendwo sonst könnte man die Ansammlung von Menschen leichter reduzieren, auf Skipisten und Rodelbahnen jedenfalls nicht.

Aktuelle Ergänzung: Pressemeldung des Landratsamtes vom 12.01.2021:

Berchtesgadener Land. Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat aufgrund der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen entschieden, Tagesausflüge in das Berchtesgadener Land zu untersagen. Seitens der Regierung von Oberbayern und des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ist der Entwurf der entsprechenden Allgemeinverfügung am späten Montagabend, 11.01.2021, geprüft und genehmigt worden. Die Verfügung tritt zum Mittwoch, 13.01.2021, 00:00 Uhr in Kraft und gilt vorerst bis Sonntag, 31.01.2021, 24:00 Uhr.

Das Impfen muss noch warten

Optimistisch zeigte sich Landrat Bernhard Kern noch vor den Weihnachtsfeiertagen. „Das Impfzentrum steht bereit“, verkündete er stolz. Mit Unterstützung von mobilen Impfteams sollten dann täglich bis zu 480 Personen gegen das Virus Covid-19 geimpft werden. Mit heutiger Pressemeldung präzisiert die Behörde: „Die theoretische Kapazität im Impfzentrum liegt bei 280 Impfungen pro Tag zuzüglich den Kapazitäten aus den mobilen Teams in Höhe von 200 Impfungen.“ Für den Landrat habe damit „die letzte Phase der Corona-Pandemie begonnen.“ Die Realität aber hat uns inzwischen eingeholt, Deutschland wartet auf den Impfstoff, auch das Berchtesgadener Land. Bis zum Montag werden zwei weitere Lieferungen mit 700 Impfdosen erwartet.

Bislang wurden im Berchtesgadener Land 750 Impfungen in Senioreneinrichtungen und bei medizinischem Fachpersonal verabreicht. Auf der Suche nach Informationen tappt der Bürger weiter im Dunkeln. Auf der angekündigten Webseite des Impfzentrum heißt es lediglich: „Die Seite ist aktuell im Aufbau“, keine weiteren Informationen, keine Anschrift, keine Telefonnummer, keine Emailadresse. Auf Nachfrage der Redaktion ist auch aus dem Landratsamt nichts Näheres zu erfahren. Man wolle nur „gesicherte Informationen“ weitergeben und im Zweifelsfall zuerst beim Gesundheitsamt nachfragen. Und das kann dauern.

Das Landratsamt bittet ausdrücklich, „von weiteren Anfragen abzusehen. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt steht fest, dass nur Termine vergeben werden, wenn auch Impfstoff vorhanden ist.“ Weiter informiert die Behörde: „Wann und in welchen Mengen weiterer Impfstoff folgt, ist derzeit nicht bekannt. Gesichert ist die Zulieferung der erforderlichen Impfstoffdosen für die Zweitimpfung, die im Regelfall exakt nach 21 Tagen erfolgt.“

Seit der Jahreswende hat sich der 7-Tage-Indzidenzwert verdoppelt, im Berchtesgadener Land (BGL) liegt er aktuell sogar bei 325. Damit steht das BGL ganz oben in Bayern. Das Infektionsgeschehen dauert also trotz eines harten Lockdowns an. Auf Bundesebene, wie auch im Landkreis Berchtesgaden, heißt es dazu: „Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.“ Auch eine Woche nach Neujahr kann oder will man keine nähere Auskünfte erteilen und verweist auf ein allgemeines Geschehen. Die eigene Webseite des Impfzentrums BGL mit den entsprechenden Informationen ist aktuell noch nicht erreichbar. Die Adresse lautet: www.impfzentrum-bgl.de