„An die neue Situation gewöhnen“

Kaufhaus Juhasz:
Im Gespräch mit Ulrich Wassermann

Beim Kaufhaus Juhasz in Bad Reichenhall hofft Geschäftsführer Ulrich Wassermann mittelfristig auf eine Normalisierung der neuen Situation mit der 2G-Regel für den Einzelhandel. „Die letzten Tage haben viele genutzt, um noch ohne Auflagen zu shoppen. Einige äußerten ihren Unmut über die neue 2G-Regelung. Wir werden uns alle aber an die neue Situation gewöhnen müssen und es wird die neue Normalität werden“, hofft er.

Unstimmigkeiten bereite die besondere Struktur des Kaufhauses mit dem Müllermarkt als Untermieter, der ein großes Sortiment an Drogerie- und Kosmetikartikel führt. „Der Anteil aber beträgt weniger als 90 Prozent seines Gesamtumsatzes und so gilt auch hier die 2G-Regel, und das verstehen viele Kunden nicht“, bekennt der Geschäftsführer. „Das Marksortiment umfasst eben noch die Bereiche Multimedia und Spielwaren.“ Das Unternehmen hat darum an den Ein- und Ausgängen je einen Mitarbeiter von Juhasz und vom Müllermarkt abgestellt, um die die CovPass-Check App zu kontrollieren. Darüber hinaus sollen Wartezeiten und Gruppenbildungen vermieden werden.

„Das Mensch-Sein nicht vergessen“

Ulrich Wassermann glaubt nicht, dass es die letzte und endgültige Regelung für den Einzelhandel sein wird. „Not macht erfinderisch“, meint er und man dürfe „egal wie man persönlich über das Impfen denkt, die menschlichen Komponenten nicht vergessen. Juhasz biete darum einen Service wie bereits bei den letzten Lockdowns an, nämlich eine Juhasz Stylebox. „Es ist quasi ein großes Update zum reinen Click & Collect, und ist persönlicher und nahbarer gestaltet.“

Die Handelsbranche sieht er erneut als einen Sündenbock. „Wir müssen wieder die Zeche in der Pandemie zahlen. Geöffnete Türen mit staatlich vorgegebener limitierter Frequenz. Leider ist es schon so, dass die Politik den Konflikt in unsere Gesellschaft gebracht hat. Wir müssen es nun im Privaten oder in der Arbeit ausfechten.“ Der Geschäftsführer hätte sich von Anfang an eine klare stringente Linie gewünscht, „es wäre für uns alle besser gewesen.“ Immerhin hätten ja auch die Hotels und die Gastronomie wieder geöffnet, auch das helfe, bringe Gäste in die Region. Mit der 2G-Regel aber dränge die Politik ungeimpfte Menschen in die digitale Welt.

Persönliche Beratung vor Ort

„Dennoch glauben wir weiter stark an den Ort der Begegnung, der Fachberatung und des persönlichen Kontaktes. Unsere Stärken kann kein digitales Produkt auffangen. Ein Lächeln, ein nettes Wort und vor allem Fachberatung und individuelle Problemlöser machen den Mehrwert des Handels und das Shoppingerlebnis aus,“ ist sich Ulrich Wassermann sicher. Mit vorsichtigen Optimismus blickt er auf das Weihnachtsgeschäft. „Wir haben die Türen geöffnet und ich bin mir sicher, dass die Kunden das zu schätzen wissen. Gemeinsam werden wir auch durch diese Zeit kommen und die Situation wird sich wieder entspannen“, hofft er.

Interview: Gerd Spranger

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