Unterschiedliche Reaktionen auf G2 in Berchtesgaden

Auch in Berchtesgaden gilt für den Einzelhandel die 2G-Regel. Die Redaktion hat bei Bekleidungs- und Sportgeschäften nachgefragt. Wie gehen Sie mit der neuen Situation um? Verärgert zeigen sich die Händler über immer neue auferlegte politische Maßnahmen und die langfristigen Folgen daraus.

Ein Blick über die Dächer von Berchtesgaden. Handel und Tourismus in der Spannung von 2G

„Ungut“ empfindet Engelbert Aigner es, Juniorchef von Lederhosen Aigner, Kunden an der Ladentüre abweisen zu müssen. „Es wird uns von der Politik aufgedrückt. Das mit dem 2G wäre im Einzelhandel gar nicht nötig, da gerade hier sämtliche Hygienemaßnahmen leicht einzuhalten sind“. Dabei habe man bei Lederhosen Aigner noch Glück, da ein Standbein die maßgefertigten Lederhosen sind. Und hier sei man nach wie vor sehr gut ausgebucht. Auch im Onlinehandel sieht man bei hochwertiger Trachtenbekleidung kaum eine Konkurrenz. Die persönliche Beratung bleibt substanziell.

Ein Lockdown durch die Hintertür

Für Stephanie und Michael Böhm, Inhaber und Geschäftsführer des Modehauses Unterländer, kommt die neue 2G-Regelung „einem Lockdown durch die Hintertür gleich“, und sie sind verärgert. „In einem frühen Stadium der Pandemie haben wir von jedem Kunden, auch von Laufkundschaften, die Personalien aufnehmen müssen. Jetzt heißt es den 2G-Nachweis zu überprüfen. Immer wieder neue Regeln und ein neuer Aufwand, die uns das Leben schwer machen.“

Die Folgen spüre man im Handel schon heute, auch aus dem Tourismus und der Gastronomie, wo das Geschäft nur sehr zögerlich anlaufe. „In guten Zeiten besuchten uns täglich 100 bis 150 Kunden, heute sind es nur noch vierzig. Jetzt müssen wir dann auf weitere fünfzig Prozent verzichten, wenn die Impfquote in Berchtesgaden tatsächlich so niedrig liegt“, ärgert sich Michael Böhm.

Es fehlen die Veranstaltungen und Events

Ebenso spüre man bei Lederhosen Aigner das Ausbleiben der Laufkundschaft. „Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel sehr wichtig. Für den Markt insgesamt ist die neue Zuspitzung der Situation und die Beschränkungen eine Katastrophe. Mit am schwersten wiegt wohl die Absage des Weihnachtsmarktes, und dass die Gastronomie und Hotellerie nicht wie gewohnt geöffnet haben. Es trifft uns im Handel momentan alle schwer“.

Dies bestätigt Michael Böhm und geht noch einen Schritt weiter. „Die Betriebe werden sich gut überlegen, ob sie wieder aufsperren. Die Situation ist zu ungewiss“, schätzt er die Lage ein. Das Weihnachtsgeschäft habe zudem eine weit über den Dezember reichende Schlüsselrolle für den Handel. „Das Plus von Weihnachten hilft über einen ruhigen Januar und Februar hinweg. Zudem ist es die Zeit, in der bereits die Frühjahrskollektion geordert wird und da braucht es ein finanzielles Polster,“ argumentiert Michael Böhm. Engelbert Aigner bleibt optimistisch: „Auch wenn momentan die Unsicherheit groß ist, sind wir sehr zuversichtlich, dass es spätestens im Frühjahr wieder richtig bergauf geht“.

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