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10 Naturgärten im Landkreis ausgezeichnet

Im Berchtesgadener Land gibt es jetzt die ersten zehn vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege ausgezeichnete Naturgärten. Er ist der Dachverband der 19 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis und sein Geschäftsführer heißt Josef Stein. Er ist beim Landratsamt erster „Garten-Ansprechpartner“, gelernter Landschaftsgärtner, Geograph (BA), Ingenieur für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (MA) und damit hoch qualifiziert. Er selbst aber winkt ab: „Die Natur und Umwelt ist in ihrer Biodiversität so komplex, dass man letztlich in der Praxis lernt. Da bin ich an der richtigen Stelle und habe noch viel zu tun.“

Natur findet auch in kleinen Gärten Platz

Treffpunkt zur Übergabe der Urkunden und Plaketten zum Anbringen an die Gartentüre, war das Wohnhaus der Familie von Annika und Michael Botzke-Hoch in Freilassing. Ihr Haus reiht sich in der kleinen Siedlung an viele andere, und beim Vorbeifahren fällt es nicht besonders auf, außer, dass „etwas mehr grün“ zu sehen ist. Auf den zweiten Blick bemerkt man viele Büsche, alte Obstbäume und sogar ein kleines Gehege für zwei Hühner, die es sich bei der Präsentation auf einem der Bäume eingerichtet haben. Auf Anfrage bei ihren Besitzern dürfen die prämierten Naturgärten auch gerne besichtigt werden, hieß es ausdrücklich.

Kein verwilderter Garten

Wie Sepp Stein einräumt, „ist ein Naturgarten kein verwilderter Garten, sondern die Natur hat ihren Platz, neben den Bedürfnissen des Menschen für Ernte und Erholung.“ Grundsätzlich gehe es um mehr Biodiversität und der kleine Flyer zum Projekt der Naturgärten stellt die provokative Frage: „Ist ihr Garten eine Blütenorgie, ein Insektenparadies und ein bunter Lebensraum, in dem sich die Natur entfalten darf?“

Die Familie Annika und Michael Botzke-Hoch waren Gastgeber in ihrem prämierten Naturgarten. Es bleibt auch Platz zum Spielen für ihre kleinen Kinder Felix und Lotte – Fotos: Gerd Spranger

Im Garten der Familie Botzke-Hoch bekommt der Besucher schnell den Eindruck, wie der Anspruch mit Fallobst, liegen gelassenem Laub, großen Sträuchern, Blumen, Hochbeete und einer 3000 Liter fassenden Regenzisterne umgesetzt werden kann. Ihre drei Kinder im Alter von fünf, acht und 14 Jahren werden in die Pflege ebenfalls mit eingebunden. Und das ist durchaus Absicht von Naturgärten, nämlich bereits den Kindern eine lebensnahe Vorstellung über die natürlichen Zusammenhänge zu geben. „Wilde Ecken sind kostbare Kinderstuben. Blütenvielfalt rettet Insekten und ein naturnah bewirtschafteter Garten bereichert das Leben in jeder Hinsicht“, informiert der Flyer.

Wilde Ecken als kostbare Kinderstuben

„Dabei“, so Landrat Bernhard Kern, „ist der Garten ein Ort der Erholung und Entspannung. Man vermutet gar nicht, was sich darin alles so verbirgt.“ Für die Gartler selbst ist es zudem Hobby und Leidenschaft in einem. „Der Garten ist keine Arbeit im eigentlichen Sinne“, bekräftigt Annika Botzke-Hoch. „Das eigene Haus und der große oder kleine Garten hat in Zeiten von Lockdowns und Einschränkungen an Bedeutung gewonnen“, bemerkt Sepp Stein.

So sind die zehn ausgezeichneten Naturgärten in ihrer Größe und Art auch sehr verschieden. Manche haben einen Teich, Schafe oder Sudansätze, in anderen sind mehr Blumen oder Kräuter zu finden. Die älteste prämierte Naturgartenbesitzerin stammt aus dem südlichen Landkreis und ist 93 Jahre alt. „Mit 83 Jahren hat sie noch ein Stück Land hinzugenommen“, merkt Anderl Lexhaller, erster Vorstand des Kreisverbandes an. „Garteln hält also offensichtlich jung“, konstatiert er. „Gärten sind dynamisch und ändern sich fast täglich, das macht die Sache auch so spannend und faszinierend“

Die für ihren Naturgarten ausgezeichneten Familien mit Landrat Bernhard Kern (l.) und Kreisfachberater Josef Stein (r.).

Ganz allgemein hätte ein Umdenken stattgefunden, ein deutliches Signal dafür sei etwa das Volksbegehren „Bienensterben“ im Jahr 2019 gewesen. Kreisfachberater Stein verweist darauf, dass „nicht nur die Landwirte in der Pflicht sind, sondern auch die Kommunen und selbst bei den Hausgärten wird angesetzt. Es wird auf chemisch synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet. Zudem findet in den Naturgärten kein Torf Verwendung.“

Bei der Bewertung der Naturgärten wurden insgesamt 14 Kriterien berücksichtigt und jeder Garten wurde von zwei ausgebildeten Juroren, aus dem Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege, bewertet. „Für eine sinnvolle und naturnahe Gartenpflege braucht es Herz, Hirn und Hand“, bekräftigt Sepp Stein. „Das Herz dürfte meist kein Problem sein und das nötige Wissen kann man sich aneignen“, meinte er. Hoch im Kurs stehen etwa Kurse wie „Der Garten im Jahresverlauf“. 50 Anmeldungen habe es dafür zuletzt gegeben, doch nur 15 Teilnehmer konnten genommen werden. „Die Kursreihe wird deshalb ausgebaut und fortgesetzt“, verspricht der Kreisfachberater und Geschäftsführer des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege.

Auch auf einer höheren Ebene passiere bei der Landschaftspflege viel. Etwa das Programm „Landschaft- und Naturpark-Richtlinie“, das der Freistaat seit 2014 anbietet und dabei auch Zuwendungen und Förderungen für eine nichtwirtschaftliche Tätigkeit in Aussicht stellt. Vor zwei Jahren wurden die Förderungen für Streuobstwiesen von 70 auf 90 Prozent angehoben und erst im August kündigte Ministerpräsident Markus Söder einen ehrgeizigen Streuobstpakt an. Eine Million Obstbäume sollen im Freistaat neu gepflanzt werden. Im Landkreis pflanzte der Trägerverein Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V. seit 2015 zusammen mit seinen Partnern über 3.100 Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Kirsch- und Nussbäume.

Die ausgezeichneten Naturgärteninhaber
und die prüfenden Juroren:

Annika Botzke-Hoch, Freilassing – Veronika Kerschl, Saaldorf – Thea Götzinger, Teisendorf – Sabine und Stefan Rosenbusch, Anger – Angela Teichmann, Freilassing – Ekkehard und Helga Feist, Bischofswiesen – Monika Angerer, Marktschellenberg – Kerstin Thiel, Bischofswiesen – und zwei Familie aus Laufen und Berchtesgaden

J U R O R E N

Monika Angerer, Marktschellenberg (2. v.l.) – Thea Götzinger, Teisendorf (hockend 1. v.l.) – Josef Stein, Kreisgartenfachberater (hockend 1. v.r.) -Anderl Lexhaller, 1. Vorstand Kreisverband (hinten, 5. v. l.)

Wer sich für Naturgärten interessiert oder ganz allgemein Fragen rund um den Garten hat, für den ist der jeweilige Obst- und Gartenbauverein behilflich oder über das Landratsamt direkt Sepp Stein. Viele Informationen sind ebenso zu finden unter http://www.garten-bgl.de

DJ Börnsen freut sich auf den neustart in den clubs

Aktuell freut sich Bernhard (DJ Börnsen) wieder mit guter Musik für beste Stimmung zu sorgen. Die den Corona-Maßnahmen geschuldete zweijährige Abstinenz war auch für ihn eine schwere Zeit. Er freut sich, wenn die Clubs wieder öffnen und private Feiern „ohne Handicap“ wieder möglich sind. Für Termine einfach unter Facebook-Messenger (Diyay Börnsen) anfragen. Hier seine Geschichte und ein Revival auf gute alte Zeiten:

Mit 15 Jahren legte er die ersten Platten im ‚Haus der Jugend‘ in Bad Reichenhall auf und durchlief zu jener Zeit eine Ausbildung zum Metzger, seinem Beruf, in dem er 20 Jahre lang gearbeitet hat. Es waren die frühen 80er-Jahre und es waren noch echte Schallplatten, meistens Singles, die er damals auflegte, erzählt Bernhard, der in der Alpenstadt und weit darüber hinaus als DJ Börnsen bekannt ist.

„Jede Woche durfte ich dafür zehn neue Singles aus den Charts im Auftrag von Rupert Fegg, dem damaligen Leiter der städtischen Einrichtung, beim Kaufhaus Juhasz kaufen“, erzählt er. „Wir hatten zuletzt einen Fundus von 300 LP’s und 1000 Singles um bei den Disc-Partys für gute Stimmung zu sorgen.

Hunderte Jugendliche
bei den Partys

Und die Stimmung war gut, denn die 14tägig angesetzten Partys im Haus der Jugend waren begehrte Treffs unter den Jugendlichen. In der Kurstadt gab es dazu keine Alternative und nicht selten besuchten sie einige hundert Jugendliche. Als ‚Disc-Jockey“ war man bei den Mädchen beliebt und irgendwie stand man damit auch im Mittelpunkt, was dem jungen Mann schmeichelte. „Ein Gefühl, dass ich von Anfang an mochte und zu dem ich heute, mit 50 Jahren, auch stehe. Ich bin nun mal extrovertiert und dennoch seit über 25 Jahren glücklich verheiratet.“

Gutes Geld und
ein hoher Zeitaufwand

Den Sprung ganz in das „Musik-Business“ einzusteigen hat DJ Börnsen nie gemacht. „Es ist zwar ein gutes Gefühl an einem Abend die Leute zu begeistern, und viele glauben damit reich zu werden, die Realität aber sieht anders aus. Will man wirklich in diesem Geschäft bestehen, muss die Soundanlage gestellt werden, was mit hohen Investitionen und dem Auf- und Abbau bei jeder Veranstaltung einhergeht. Und dann wächst der Zeitaufwand von fünf auf neun Stunden an, und so relativiert sich das gute Einkommen.“ Eines der ganz großen Events, an die sich Bernhard bis heute gerne erinnert, war die Snow-Board-WM am Götschen. „Ich bespielte über mehrere Tage den Zielbereich und legte auch bei den Siegerehrungen im Gasthof Brennerbräu auf, ein tolles Erlebnis und eine Super-Stimmung.“

Von den Singles auf die CD’s

Doch selbst nebenberuflich war der Zuspruch stark. Kontakte und Auftritte vertiefte Börnsen über das Sternenzelt, über die Event-Lokation Kaktus, Baamhake und in vielen Lokalen in Bad Reichenhall. Gerne erinnert er sich an die großen Faschingsbälle auf dem Schroffen im Brauereigasthof Bürgerbräu oder Kammerer-Bräu. Von der umfangreichen Sammlung an Langspielplatten und Singles trennte sich Bernhard gegen Ende der 80er-Jahre. „Da habe ich alles auf CD umgestellt. Das war dann schon bedeutend einfacher.“

Große Namen und große Rockbands

Es ist die Musik jener Jahre, die Nach-Beatles- und die Nach-Abba-Zeit. Als die Neue Deutsche Welle und der Electro-Synth-Pop seine Erfolge feierte. Es ist die Zeit von Madonna, Prince, Michael Jackson und Falco, aber auch von Udo Jürgens, Frank Zander, Boy George, Laid Back. Es ist aber auch die Aera der großen Rockbands, die die Jahrzehnte überdauert haben. Namen wie Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, AC/DC, Queen, Led Zeppelin, Eagles, Santana, Beach Boys, Scorpions und Status Quo sind unvergessen.

Den Stimmungspegel hoch halten

Der Erfolg des Metzger-Fachverkäufers Bernhard als DJ Börnsen wuchs weiter. Ab 2000 meldete er dann doch ein eigenes Gewerbe an, nebenberuflich war es die aktivste Zeit für ihn. Es verging keine Woche, an der er nicht mindestens zweimal in Rosenheim, Traunstein, Salzburg oder im Berchtesgadener Land irgendwo die Musik einspielte und mit Licht und Lasershows das Publikum unterhielt. Auch Bands engagierten ihn gerne, um vornweg, zwischendurch und zum Ausklang den Stimmungspegel oben zu halten.

Online und mit Tonstudio

Technisch stand ab 2004 der nächste Sprung an. Ab da an ging’s online mit Laptop zu den Auftritten. Sein langjähriger Partner, das Tonstudio Martin, sorgte jetzt für die Technik und das ist bis heute so geblieben. „Das macht es für mich einfacher, ich kann mich auf das Kerngeschäft konzentrieren, und die Profis vom Tonstudio machen einen guten Job. Stimmt nämlich die Akustik nicht, dann kommt auch gute Musik nicht zur Geltung“, weiß DJ Börnsen.

Die Generation 50-Plus

Beruflich ist Bernhard nicht stehen geblieben. Er machte noch eine Ausbildung zum Kaufmann, engagiert sich heute als Fahrer bei den Malteser Hilfsdiensten und legt auch weiterhin bei Events und privaten Feiern auf, online versteht sich, mit der guten alten Musik aus den 70-, 80- und 90-er Jahren. „Da dominiert im Publikum meist die Generation 50-Plus, eben meine Generation, die mich über die vielen Jahre hinweg kennt und schätzen gelernt hat.

„Qualität ist geil“

„Die Zeiten sind für einen Entertainer mit regionalem Bezug heute besser geworden“, meint Bernhard. „Die ‚Geiz-ist-geil-Welle‘ ist ausgelaufen. Gern werden zwei, drei Euro mehr bezahlt oder ein kleiner Obolus für den Eintritt, wenn die Show und damit auch die Stimmung passen.“ Das kommt ihm selbst, vor allem aber den Gastronomen und Veranstaltern zugute. Wer DJ Börnsen live erleben möchte, hat dazu am 26. Oktober in ‚Kopp’s Vinothek‘ Gelegenheit.

Wie viele Menschen sterben in Deutschland?

K O M M E N T A R

Sind Tote normal? Ja, sie sind es, denn der Tod gehört zum Leben dazu. Brutal? Ja, vielleicht, doch das Leben ist endlich. Wie viele Tote aber „sind normal“, fragt Data-Journalist Mathias Brandt im Januar 2021. Wir fragen es uns auch heute, wie viele Menschen starben im ersten Halbjahr 2021 und haben dafür ebenfalls die Daten des Bundesamtes für Statistik bemüht. Zunächst aber zurück zum Jahr 2020. Rund 982.500 mussten sterben, ein 30-Jahres-Rekord, merkt der Kollege Brandt an.

Auffällig ist auch das Jahr 2018 mit knapp 955.000 verstorbenen Menschen, es sei einer aggressiven Grippewelle geschuldet. In einem Fünf-Jahresdurchschnitt wären von 2015 bis 2019 nämlich „nur“ 932.500 Menschen in Deutschland verstorben. Damit läge die Zahl des Jahres 2021 um fünf Prozent zu hoch, „Altersbereinigt“ (Überaltertung der Bevölkerung) immer noch um drei Prozent. Ganze drei Prozent! bei einer Pandemie in deren Verlauf man allein in Deutschland Millionen Tote befürchten müsse, warnte CSU-Innenminister Horst Seehofer.

Eine Übersterblichkeit von drei Prozent im Jahr 2020 – tatsächlich? Was ist mit dem Grippejahr 2018 mit 955.000 verstorbenen Menschen in Deutschland? Legt man darauf eines auf zwei Jahre durch die Überalterung der Bevölkerung resultierendes Anwachsen von drei Prozent zugrunde, so errechnet sich eine Sterblichkeit von 983.600 Menschen und liegt damit sogar über den Wert des Jahres 2020.

Damit sind wir genau in jenem Bereich einer „starken Grippewelle“, die politisch nicht sein darf, wir haben bitteschön unter einer Corona-Pandemie zu leiden. Auch die großen Schlagzeilen, wonach Coronaviren jetzt die häufigste Todesursache sei, werden zur Makulatur. Grippe abgeschafft und Herz-Kreislauferkrankungen finden sich ebenso vermehrt in der Corona-Statistik. Würden tatsächlich 30 Prozent mehr Menschen an/mit/durch Corona versterben, müssten wir jährlich 1,3 Millionen Menschen beklagen, müssen wir aber nicht.

Und auch 2021 ist im ersten Halbjahr keine signifikante Übersterblichkeit in Sicht. Mit 506.000 verstorbenen Menschen ist zwar wieder ein Höchstwert erreicht, doch zählte man 2018 im ersten Halbjahr bereits 501.000 verstorbene Menschen in Deutschland – aufgrund einer schweren Grippewelle.

Gerd Spranger

In Bayern möchte man das gerne anders sehen, wie unten stehender Link zeigt, vor allem Ministerpräsident Markus Söder. Es bleibt jedoch ein großer Unterschied, ob Grundleiden oder Begleiterkrankung nachgewiesen wurden. In erster Linie dürfte man sich bei der Diagnose auf Corona beschränkt haben. Damit werfen die gelieferten Zahlen viele Fragezeichen auf. Hier der Link:

https://www.tvo.de/bayern-covid-19-die-dritthaeufigste-todesursache-waehrend-der-ersten-corona-welle-526648/

Leere Strände und Plätze in Italien

Der große Run bleibt aus
Die Lockdowns hallen nach

Sieben Monate im Lockdown und der Sommer hält im Mai zögerlich seinen Einzug. Unser Verlangen nach Freizeit ohne Einschränkungen und Urlaub steigt. 9 Grad sind eindeutig zu kalt, in Italien immerhin 24 Grad und Sonne. Doch was ist möglich in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten, wie ist die Stimmung? Wir wagen früh den Versuch und starten am 15. Mai zu unserem italienischen Urlaubsdomizil, zu unseren seit Jahren bevorzugten Campingplatz zwischen Jesolo und Venedig. Die Quarantäne-Pflicht wurde ja beendet und eine Impfung oder PCR-Test für die Einreise und erholsamen Urlaub reichen aus.

Sehnsuchtsort: Strand, Sonne, Meer. Richtig heiß wird es erst im Juni. Das Klima und die Meerluft stärken aber auch so die Gesundheit, das Immunsystem und natürlich das Rundum-Wohlgefühl. Fotos: Gerd Spranger

Bereits vor einem Jahr, im Juni 2020, eine Woche nachdem Italien wieder für Urlauber öffnete, machten wir unsere ersten Erfahrungen, wie die Menschen mit den massiven Einschnitten umgehen. Signifikant war die Belegung zu etwa nur 40 Prozent auf dem Campingplatz, in einer Jahreszeit, in der der Platz sonst weitgehend ausgebucht ist. Es war ein erholsamer und ruhiger Urlaub mit weiten Spaziergängen und idyllischer Stimmung. Was erwartet uns 2021, jetzt wo Reisen an die Adria wieder möglich ist? So früh in der Saison waren die Plätze in den letzten Jahren etwa zu einem Drittel belegt. Wird es 2021 einen Run geben oder sind die Menschen weiter zurückhaltend?

Allein auf der Autobahn

Die Antwort fanden wir bereits bei der Anreise. Zwischen Salzburg und Udine zählten wir keine zehn Wohnmobile oder Wohnwagen auf der Autobahn. Waren wir etwa zu früh dran? Öffnete Italien erst am 16. Mai? Was ist los, was erwartet uns? Keine Kontrolle an der italienische Grenze und auch unterwegs nicht. Nach fünf Stunden und 450 Kilometern stehen wir dann an der Einfahrt zu unserem Domizil auf Zeit, alleine. Ein aktueller PCR-Test ist ausreichend, Quarantäne nicht mehr nötig, der Urlaub kann beginnen. Wir fahren ein in den Platz mit Kapazitäten für 5500 Gäste. Im Mai 2021 aber sind kaum Bungalows oder Zelte belegt, auf dem großen Areal der Stellplätze, die sich auf einer Länge von einem Kilometer zum Meer hinziehen, stehen sechs einsame Wohnmobile, in der Zone C kein einziger. Wir haben das Gefühl, allein zu sein auf dem Platz. Wo sind die Menschen?

Einsam steht unser Zelt-Caravan auf dem Platz. Wir genießen die Ruhe und lange Spaziergänge.

Am ersten Tag genießen wir die Ruhe, die Idylle, das Meer, den Strand und natürlich ‚unsere‘ Sunshine Strandbar von Omar, bei der wir seit zehn Jahren immer wieder gerne zu Gast sind, neben zahlreichen italienische Urlaubern und Einheimischen, man spricht aber deutsch. Wie sieht es auf den anderen Plätzen in der Nachbarschaft aus? Bei ausgedehnten Strandspaziergängen besuchen wir vier weitere. Überall das gleiche Bild. Kaum Gäste an der Adria. Zugegeben, es ist noch früh im Jahr, nachts Regen und die Pfingstferien beginnen erst in einer Woche. Das Meer ist noch kalt, und bestenfalls bei strahlender Sonne zu genießen, dazu das Wetter wechselhaft. Das milde Klima aber, der stetige Wind vom Meer, das sanfte Brausen der Wellen, die auf den gepflegten feinen Sandstrand auflaufen, das alles tut der Seele, dem Körper und Geist gut.

Italien im Mai: Leere Strände und leere Plätze bei zu kaltem Wetter. Dennoch: Sehnsuchtsort, mildes Klima und immer eine Brise vom Meer her. Wir kommen wieder.

Nach einer Woche wandelt sich das Bild kaum. Der Platz zählt nun 50 Wohnmobile und Cravans, wo sonst 500 stehen. Besonders beliebt ist die sonnige Ecke hin zur Sunshine-Bar, hier stehen die Wohnmobile eng an eng, ansonsten gähnenden Leere. Es sind fast ausschließlich Wohnmobile, der Anteil an Caravans geht seit zehn Jahren beständig zurück. Für viele Menschen ist es die neue Form des schnellen und leichten Reisens, wenn sie uns denn lassen. Die Heimfahrt starten wir nach einem letzten „Strand-Cappuccino“ bei 24 Grad in der Sonne und werden in Arnoldstein mit sieben Grad und Schnee auf den Bergen begrüßt. Willkommen im Urlaub, willkommen in Italien, es sind noch Plätze frei, daheim ist es viel zu kalt.

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Parkplätze und Autobahn bieten ein ungewohntes Bild. Es sind keine Wohnmobile oder Wohnwagen unterwegs, auch sonst herrscht wenig Verkehr am zweiten Maiwochenende.

Auf in goldene Zeiten

K O M M E N T A R

Die Medien machen Stimmung, ein Silberstreif, ja ein strahlender Sonnenaufgang scheint am Horizont sichtbar. Schnell sollen die dunklen Coronajahre vergessen werden, obwohl man noch gar nicht weiß, ob sie überhaupt überwunden sind. Der Wirtschaft tut’s keinen Abbruch. Das von Wirtschaftsminister Altmaier kürzlich präsentierte Wirtschafts-Gutachten geht sogar von einem deutschlandweiten Plus von 3,5 Prozent aus. Corona scheint es die ersten vier Monate des Jahres 2021 nicht gegeben zu haben, zumindest was die Wirtschaft betrifft. Der Pulsschlag werde dabei vom Export, internationalen Lieferketten und gefüllten Auftragsbüchern bestimmt. Ebenso dürften sich die großen Handelsglobalisten wie Edeka, Lidl, Aldi und Co bester Umsätze erfreuen.

Es scheint im Lande keine Rolle zu spielen, dass Handel, Tourismus und Kultur um bis zu 90 Prozent eingebrochen sind, teilweise sogar ganz zum Erliegen kamen. Hier würde mit weit über100 Milliarden an Hilfen und Krediten geholfen und mit vielen Milliarden die Kurzarbeit gefördert, so der Minister. Kein Wort davon, woher der große Geldsegen kommt. Vor so viel Optimismus, wo die Milliarde als geläufige Recheneinheit erscheint, kann sich der Normalbürger, Kleinunternehmer, Arbeiter und Angestellte nur verwundert die Augen reiben. Die Rechnung aber geht zumindest für den Wirtschaftsminister und die deutsche Industrie auf.

Ein kleines Beispiel mag verdeutlichen, dass der Optimismus womöglich auf sehr zerbrechlichen Füßen steht. Verbuchen Leitindustrien etwa im Gesundheitsbereich Gewinne von 100 Milliarden Euro, und der Mittelstand branchenbezogen Verluste von 97 Milliarden Euro, verbleibt gesamtwirtschaftlich betrachtet immer noch „ein Gewinn“ von drei Milliarden Euro. Der Mittelstand aber besteht zu 95 Prozent aus Familienunternehmen und davon gibt es in Deutschland rund 3,5 Millionen.

Aber bislang sei ja eine große Insolvenzwelle ausgeblieben und mit so einer sei auch nicht zu rechnen, prognostiziert Altmaier. Kein Wort davon, dass Millionen von Menschen in Kurzarbeit auf ein Drittel ihres Einkommens über Monate hinweg verzichten mussten. Im Gegenteil, es werde eine deutliche Erholung der Binnenwirtschaft und der privaten Konsumausgaben erwartet. Die Reichen werden noch reicher. Es werden wohl sie sein, die die Kassen wieder zum Klingeln bringen, während der Normalbürger und Kleinunternehmer das nächste Jahrzehnt daran arbeiten wird, den aufgehäuften Schuldenberg wieder abzutragen, sofern die Politik von endlos scheinenden Lockdowns ein Ende finden wird und man nicht wieder für ganze Branchen ein Berufsverbot ausspricht. Denn wirklich zu brauchen scheint man sie ja nicht. Es lebe der Export und die deutsche Wirtschaft. Oder wie es Wirtschaftsminister Altmaier ausdrückt: „Ich appelliere an alle, die Verantwortung tragen werden, für die nächsten vier Jahre dem Stellenwert der Industrie gebührenden Platz einzuräumen.“ Die Industrie dürfe nicht zu sehr mit Abgaben und Bürokratie belastet werden. Also jene, die glänzende Geschäfte machen, dürfen steuerlich ja nicht belastet werden.

Gut ins Bild und in die Handelsbeziehungen passt da auch die neue Liebe zu den USA. Der medial verehrte neue Präsident werde endlich die großen Schäden seines wenig geliebten Vorgängers wieder beheben. Die lang und teuer bezahlten Impfkampagnen zeigen langsam Wirkung und sogar Impfstoffe stehen zur Verfügung. Es winke die neue Freiheit für alle Geimpfte, Getestete und Genesene und zumindest dieses Geschäftsmodell ist auf Jahr hinweg bestens abgesichert.

Quelle:

Mit Unternehmergeist gegen den Lockdown arbeiten

  • Warten auf die Öffnung der Biergärten und warten auf Hilfsgelder
  • Gasthof Heimgarten „Zum Bergei“
  • To-Go und Lieferservice mit bayerischer Küche

Der Lockdown im Berchtesgadener Land für Hotellerie, Gastronomie, Tourismus- und Kultubranche hält an. Lieferservice und ein Ausser-Haus-Verkauf (To-Go) lohnen wirtschaftlich häufig nicht, zumindest für 87 Prozent der Branche nach offiziellen Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Lieferdienste hätten sich vor allem in städtischen Bereichen etabliert. Es gibt aber auch Ausnahmen, die mit To-Go zumindest eine Firmenpleite abwenden. Einer dieser Betriebe ist in Bad Reichenhall die Gaststätte in den Heimgärten, „Zum Bergei“. Die Redaktion hat sich mit den Wirtsleuten unterhalten.

Biergarten in idyllischer Lage

Cristoph und Barbara Berger übernahmen den Betrieb im Februar 2017. Sie etablierten in den folgenden Jahren ein kleines Angebot an Speisen, das sie bis heute, vor allem an den Wochenenden, konstant erweitern. Mit einem großen sonnigen Biergarten, einer idyllische Lage mitten in der Gartenanlage und die Nähe zu den Radwegen entlang der Saalach und den Nonner Auen entwickelten sie sich zu einer beliebten Ausflugsgastronomie. Dabei sind Christoph und Barbara Branchen-Quereinsteiger, ließen sich aber über Monate hinweg von einem versierten Küchenchef schulen und beschäftigen heute einen gelernten Koch. Der 33 Jahre junge Christoph Berger baute sich seit 2014 bereits mit einem speziellen Getränkeservice für Großveranstaltungen und Festivals ein Nebeneinkommen auf. „Mit selbst entwickelten Cocktailanlagen, eigenen Rezepturen und eigener Abfüllung kamen wir ganz gut ins Geschäft“, so der Jungunternehmer, der sich jetzt ganz neuen Herausforderungen stellen muss.

Engagement für den Betrieb

„Corona mit den langen Lockdowns und Betriebsschließungen brachten uns jetzt nach sechs Monaten an den Rand unserer wirtschaftlichen Existenz, wenn wir die Zeit auch zu nutzen wussten. Heute sind alle finanziellen Reserven aufgebraucht, finanziellen Hilfen vom Staat erhielten wir bis dato nicht“, so der Gastronom. Aufgeben wollte und will er aber nicht. Immer wieder hat er mit viel Eigenleistung in den Betrieb investiert, vor allem im Bereich des Biergartens. Bis zuletzt gab es ja Hoffnung, zumindest die Außen-Gastronomie wieder zu öffnen. „Wir setzten die strengen Hygienekonzepte im Sommer 2020 erfolgreich um. Soweit ich weiß, hat sich in der Außen-Gastronomie im gesamten Berchtesgadener Land nicht ein einziger Gast infiziert.“

Um nicht einen wirtschaftlichen Totalausfall hinzunehmen, entschlossen wir uns früh, sowohl einen Außer-Haus-Verkauf als auch einen Lieferservice anzubieten. Zugute komme ihnen dabei die Struktur als Familienunternehmen, Schwester Evelyn ist ebenfalls im Team, übernimmt den Lieferservice. Für die drei Kinder (14,11 und vier Jahre) wurde der aktuell geschlossene Gastraum zur „Lernstube“ umfunktioniert. Das hilft in Zeiten von Homeschooling, in denen auch die Eltern stärker gefordert sind.

Service mit bayerischer Küche

„Wir mussten den Rhytmus für die Küche komplett umstellen, ein Liefer- und Warmhaltesystem installieren und leider auch Personal freistellen“, erzählt der Gastronom. Einen Pluspunkt für den sich langsam einstellenden Erfolg, sieht er in der Ausrichtung auf die bayerische Küche. „Das klassische Liefergeschäft hat sich vor Corona ja weitgehend auf ‚Pizza und Pasta‘ beschränkt. Kaum aber wurde die traditionelle Küche geliefert. Das schätzen immer mehr Kunden, zumal die Gastronomie insgesamt geschlossen ist.“ Geholfen habe den Wirtsleuten Berger auch die regelmäßige Präsenz in den sozialen Medien, Postwurfsendungen und Werbung in der regionalen Zeitung.

Christoph Berger sieht in der kleinen Betriebsgröße ein weiteres Plus, denn es helfe Betriebskosten zu sparen. Die allerdings laufen auch während des Lockdowns weiter und neue Verhandlungen mit dem Kleingartenverein Reichenhall e.V. stehen an. Auch fielen die Nebenkosten in einem alten Gebäude wie die Heimgartengaststätte insgesamt höher aus.

Alles zum Wohl der Gäste geben

Der Betriebsstart im Jahr 2017 war für ihn und seine Partnerin als Quereinsteiger nicht leicht und die Anspannung wurde mit der Pandemie erneut verschärft. „Du liebst oder hasst die Gastronomie, lernst damit zu leben oder gibst auf. Gastronomie kann man nicht eben mal ein- oder ausschalten. Das ganze Umfeld, von den Räumlichkeiten, Warenhaltung, Pflege, Personal, Reinigung, Schulungen und das ganze Team sind aufeinander abgestimmt. Es ist ein komplexes Zusammenwirken zum Wohl unserer Gäste. Im Hintergrund laufen noch der Einkauf, Bankgeschäfte, Versicherungen, Steuerberater und betriebliche Auflagen. Es ist kein leichtes Geschäft plus einem 14- bis 16-Stundentag, häufig sieben Tage die Woche,“ erzählen Christoph und Barbara Berger rückblickend auf die vier Jahre ihrer gemeinsamen Selbständigkeit.

Natürlich wünschen sie sich, den Gartenbereich bald wieder öffnen zu können. Sie setzen aber auch auf die Idylle der Kleingartenanlage,die immer mehr Spaziergänger anziehe, vor allem jetzt im Frühjahr. Freuen würden sie sich auch über mehr gemeinsame Aktionen mit dem Gartenverein.

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Stadt verspielte die Chance

K O M M E N T A R :

Die Stadt Bad Reichenhall hatte die Chance als Kurstadt und Staatsbad gegen Erkrankungen der Atemwege nachhaltig und zukunftsweisend den Verkehr aus dem Tal zu bringen. Diese Chance ist nun vergeben, wie im Artikel der Lokalzeitung vom 23. April dargestellt und in der Stadtratssitzung ausführlich dargelegt. Eine Ortsumfahrung sei nun „hinten runter gefallen“. „Erst Brücke, dann Vollanschluss“ lautet die Entscheidung des Straßenbauamtes Traunstein, die so bereits im September 2020 mit kommunalen CSU-Spitzenvertretern und der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer getroffen wurde. Bad Reichenhall, und hier die Mehrheit der politischen Parteien, inklusive der Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Dr. Christian Lung, haben abgewartet, als hätte man alle Zeit der Welt. Alternativen mussten untersucht und geprüft werden nebst dem von Max Aicher angestoßenen Projekt Auentunnel. Alternativen, die im Wesentlichen bereits im Planfeststellungsverfahen aus dem Jahr 2011 abgelehnt wurden. Mit der Aufnahme des Kirchholztunnels in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes im Dezember 2016 hätte sich die Stadt vehement für diese Lösung einsetzen können. Sie hätte, wohlgemerkt. Sie hat aber nicht.

Bis zu 50.000 Fahrbewegungen täglich verzeichnet das Staatsbad Reichenhall im innerstädtischen Verkehr und auf der B20 und B21, die parallel zur Saalach verläuft. Ein Kircholztunnel (links im Waldrücken) hätte täglich bis zu 20.000 Fahrzeuge und den gesamten LKW-Transitverkehr aufnehmen können. So verbleiben Lärm und Feinstaub in Bad Reichenhall, dass sich als Kurort gegen Erkrankung der Atemwege empfiehlt.

Die Stadt verspielte damit aber eine Jahrhundertchance und die betroffenen Anwohner und auch Urlaubsgäste – sofern Reisen wieder erlaubt und Hotels wieder geöffnet – werden auch in den nächsten 20 Jahren Lärm, Dreck und Abgase hinnehmen müssen. Dabei wären dies Argumente sogar zu kurz gegriffen, denke man nur an den Verlauf der B20 und B21 vom Gablerknoten bis zum Festplatz. Denn auch der innerstädtische Verkehr würde spürbar entlastet, das unterstellen eindeutig das Mobilitätskonzept des Landkreises aus dem Jahr 2016 und die etwas ältere Verkehrsprognose des Professor Kurzak im Planfeststellungsverfahren aus dem Jahre 2011.

Keine Entlastung für die Innenstadt?

Mit einer deutlichen Entlastung der jetzigen Umgehungsstraße (B20/21) würde sie nämlich wieder vermehrt als Ortsentlastungsstraße angenommen werden. Darum fiele der Rückgang des Personenverkehrs dort auch relativ gering aus. Für die Innenstadt von Bad Reichenhall aber würde es einen Rückgang um rund 30 Prozent bedeuten. Warum wird dies in dem aktuellen Gutachten des Straßenbauamtes völlig negiert, prognostiziert man im innerstädtischen Bereich sogar eine Zunahme auf 18.000 Verkehrsbewegungen? Nähme der Kirchholztunnel 18.500 Fahrzeuge auf, und verblieben auf der Loferer Straße 18.000 und auf der Münchner Allee 18.500 Fahrzeuge, so bedeute dies ein Verkehrsaufkommen von 55.000 Fahrzeugen „an einem durchschnittlichen Werktag“, wie in dem Artikel „Verkehrsgutachten“ dargestellt. Am Gablerknoten aber soll es nur 42.000 Fahrbewegungen geben? Wo ist der Rest von 13.000 Fahrzeugen geblieben? Unterschlägt das Gutachten die Entlastung der Innenstadt durch einen Kirchholztunnel, wie er im Bundesverkehrswegeplan des Deutschen Bundestages beschlossen wurde?

Aber wie schon gesagt, alles ist rein rechnerisch, „denn hätte und wenn“ liegen gemeinsam auf dem Friedhof begraben, sagte zu mir in jungen Jahren bereits die Oma. Für Bad Reichenhall wird diese hohe Verkehrslast erhalten bleiben, obwohl eine leistungsfähige Ortsumfahrung bereits seit 1977 mehrfach Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplänen fand, die massive Belastung selbst in Bonn und Berlin bestätigt wurde. Für die Stadt aber „ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug“, attestierte 2017 der damalige Leiter des Staatlichen Bauamtes von Traunstein, Sebald König. Die Stadt, vor allem aber die besonders betroffenen Bewohner, werden sich also weiterhin in ihrem Leid üben. Die kommunale Politik hat es in über 50 Jahren nicht geschafft, eine Lösung des Verkehrsproblems zu erreichen. Vielleicht wollte man es nicht wirklich, denn Zeit genug hätte man ja gehabt.

Gerd Spranger / 1. Vorstand des Vereins „Reichenhall pro Kirchholztunnel“ (www.)pro-reichenhall.de

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Mehr Schutz vor häuslicher Gewalt

Kooperation mit Frauenhaus Rosenheim
Vereinbarung mit  Sozialdienst katholischer Frauen

Für Frauen die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist der erste Ansprechpartner die Polizei. Sie übermittelt den Fall dann mit einem unterschriebenen Fax an den Sozialdienst katholischer Frauen, der dann umgehend mit den Betroffenen Kontakt aufnimmt. „Ein pro-aktiver Prozess, der sich seit fünf Jahren bewährt hat“, erzählt auf Nachfrage Sozialpädagogin Sabine Weiß, Leiterin der landkreisübergreifenden Interventionsstelle. „Von 50 Frauen mit denen wir in Kontakt treten, nehmen 46 das Angebot an“, berichtet sie weiter. Die Zahl der Betroffenen nehme dabei kontinuierlich zu.

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Der Landkreis Berchtesgadener Land strebt darum einen Anschluss an das Frauenhaus Rosenheim an, denn er verfügt selbst über keine eigene Einrichtung. Der Kreisausschuss des Berchtesgadener Landes stimmte dieser Lösung jetzt in seiner jüngsten Sitzung zu. Nach Paragraph 16a des Sozialgesetzbuches II ist es für den Landkreis eine Aufgabenverpflichtung, sich zum Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen einem Frauenhaus „zuzuordnen“, verfügt man selbst über kein eigenes. Der Schutz muss rund um die Uhr sichergestellt sein. Im Sachvortrag heißt es, dass dieser Anschluss in der Vergangenheit aufgrund eines fehlendes Bedarfes nicht weiterverfolgt wurde. Das soll jetzt geändert werden.

Der Landkreis Berchtesgadener Land soll nun in einen Verbund mit den Landkreisen Traunstein und Rosenheim aufgenommen werden, für eine die Finanzierung betreffende Zweckvereinbarung mit dem Frauenhaus vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Südostbayern (SkF). Mit dieser Aufnahme ist eine Erweiterung des Platzangebotes im Frauenhaus in Rosenheim verbunden. Für den Landkreis Berchtesgadener Land bedeutet dies einen jährlichen finanzieller Aufwand von 5000 Euro für eine Beteiligung an den Personalkosten.

19.000 Euro für den SkF

Darüber hinaus benötige die Interventionsstelle SkF zum Ausbau der Beratung einen Zuschuss von 19.092 Euro um die Versorgungslücke für ein spezielles und weiterführendes Beratungsangebot zu schließen. Man will ein offenes Beratungsangebot für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen schaffen. „Dazu bedarf es einer Verdoppelung der bisherigen Stunden von 12 auf 24 Wochenstunden für die Landkreise Traunstein und Berchtesgaden. Im vergangenen Jahr wurde dieser Zuschuss mit der Förderzusage vom 24. September 2020 dem SkF zugesagt“, wird im Sachvortrag des Kreisausschusses festgehalten.

„Es besteht noch Handlungsbedarf“

Dabei habe man aber „wegen eines nicht eindeutigen Antrages des SkF“ die Förderung mit einer bereits gewährten jährlichen Unterstützung von 5.592 Euro verrechnet und dieser Betrag sei jetzt noch offen. „Das Beratungsangebot ist neben dem Anschluss an das Frauenhaus ein weiterer wichtiger Baustein, um das Hilfsangebot für unseren Landkreis für von Gewalt bedrohte Frauen vervollständigen zu können“, wird im Sachvortrag bekräftigt. Kreisrätin Elisabeth Hagenauer (Grüne) signalisierte zwar die Zustimmung ihrer Partei, sieht aber noch viel Handlungsbedarf. „Ein Platz reicht nicht. Gerade in schwierigen Zeiten unter den Corona-Maßnahmen verschlechtert sich die häusliche Situation der Frauen.“

Betreuung über Monate

Sabine Weiß vom SkF verweist auf die seelischen Wunden von misshandelten Frauen. „Es dauert häufig sieben Jahre, bevor sich Frauen öffnen, bereit sind darüber zu sprechen wenn sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Finanzielle Hilfe ist aber nur für drei Beratungen vorgesehen, dabei nimmt die Begleitung oft Monate in Anspruch.“ Sie verweist auch auf einen Grundsatz der im Gewaltschutzgesetz verankert ist und lautet: „Wer schlägt, muss gehen – das Opfer bleibt in der Wohnung.“

Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden für den Landkreis?

Branchenvertreter mit klarem Statement  Wirtschaftshilfe BGL zeigt sich zögerlich

Dr. Anja Friedrich-Hussong, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, schweigt noch zu den aktuellen Zahlen des Wirtschaftseinbruchs im Landkreis. Fotos: Gerd Spranger
Dr. Anja Friedrich-Hussong, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, schweigt noch zu den aktuellen Zahlen des Wirtschaftseinbruchs im Landkreis. Fotos: Gerd Spranger

Wie hoch ist der Schaden für den Tourismus mit den betroffenen Branchen von Hotellerie, Gastronomie, Handel und Freizeiteinrichtungen – von den Thermen bis zu den Bergbahnen – nach sechs Monaten Stillstand. Wie stellt sich die wirtschaftliche Lage im Landkreis dar, wollten wir als Redaktion wissen. Erster Ansprechpartner in der Region ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. 

Sie unterstützt nach eigener Aussage mit einem Team von elf Mitarbeitern „Unternehmerinnen und Unternehmer umfassend, individuell und vertraulich“. Vor vier Wochen baten wir um aktuelle Zahlen, bis heute könne man dazu keine Angaben machen, „man wisse es ganz einfach nicht, arbeite aber daran“, ließ Geschäftsführerin Dr. Anja Friedrich-Hussong ausrichten. Jetzt steht endlich ein Termin fest. Wir haben uns vorher bereits umgehört.

Keiner nennt das Ausmaß
der Kollateralschäden

Interessiert hätte uns, wie hoch der Wirtschaftseinbruch für den Landkreis im Jahr 2020 ausfällt. Deutschlandweit sollen es fünf Prozent gewesen sein, in unserer vom Tourismus geprägten Region dürfte er höher ausfallen. Nach dem Wegfall des Weihnachtsgeschäftes bleiben im neuen Jahr für viele Unternehmer die Türen geschlossen. Sie dürfen nicht aufsperren, nicht vermieten und auch keine Gäste befördern oder bewirten. Ein Jahresumsatz von 487 Millionen Euro im Jahr 2019, laut Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif), zeigt die Bedeutung der Branche für das Berchtesgadener Land. Tourismusmanagerin Dr. Brigitte Schlögl bezifferte den Umsatzausfall für den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 bereits mit rund 50 Millionen Euro für den Landkreis.

Einbruch von 36 Prozent

Dehoge-Kreisvorsitzender Johannes Hofmann

„Ein überaus starker Sommer verhinderte zwar das Schlimmste“, bekennt Dehoga-Kreisvorsitzender Johannes Hofmann, „die Reisen ins Ausland waren ja nur erschwert möglich, doch die Einbrüche im Landkreis liegen zwischen 16 und 36 Prozent, je nach Region.“ So verlor Berchtesgaden im Jahr 2020 knapp 370.000 Übernachtungen und Bad Reichenhall mit Bayerisch Gmain 353.000 Übernachtungen. Für Bad Reichenhall aber bedeutet dies bei insgesamt nur 958.000 Nächtigungen ein Minus von 36 Prozent. Die fünf südlichen Landkreisgemeinden brachten es 2019 auf 2,27 Millionen Nächtigungen. Dazu verzeichnete der Landkreis jährlich noch knapp sechs Millionen Ausflugsgäste, die seit Oktober 2020 weitgehend ausbleiben. Je Tagesgast wird ein Umsatz von 24,80 Euro zugrunde gelegt.
Ein aktuelles pdf dazu hier: dwif-wirtschaftsfaktor-tourismus-bgl

Rücklagen aufgebraucht – 
Griff nach der Altersvorsorge

Wieninger Schwabenbräu überbrückt mit einem Außer-Haus-Verkauf.

Wie hoch der angerichtete Schaden dabei ist, kann auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Berchtesgadener Landes aktuell nicht benennen. Wie viel Unternehmerinnen und Unternehmer haben ihre Rücklagen aufgebraucht, teilweises sogar ihre Altersvorsorge investiert? Wie viele „arbeitslose Selbständige“ zählen wir im Landkreis? Wie viele Fachkräfte wenden sich von der Branche ab? Zu all dem gibt es keine Angaben und gerade sie wären zur Beurteilung der Lage wichtig. Erschwerend wirken sich darüber hinaus die verzögerten Hilfen aus. „Erst wenn klar ist was bei den Betrieben ankommt, kann man Bilanz ziehen und das kann noch dauern“, gibt Johannes Hofmann zu denken.

Wirte leben von Hartz IV
Tourismus ohne Zukunft

Tische stehen auf der Bergstation der Jennerbergbahn keine mehr, auch Gäste bleiben seit einem halben Jahr aus. Der Betrieb musste schließen.

Er macht sich Sorge um die Zukunft der Branche: „Ich kenne erste Wirte die Hartz IV beziehen und erste Köche und Servicekräfte die in die Verwaltung, das Handwerk oder in die Dienstleistungsbranche wechseln.“ Noch vor einem Jahr zeichnete sich die Tourismusbranche durch Innovation, Internationalität, Wachstum und einen guten Ruf aus. Das ist jetzt nachhaltig vorbei, „wer will in einer unsicheren Branche noch seine berufliche Zukunft investieren?“ fragt der Dehoga-Kreisvorsitzende. Selbst Landrat Bernhard Kern, der die negativen Auswirkungen für das Berchtesgadener Land fürchtet, zeigt sich laut seiner jüngsten Pressemeldung „fassungslos über die jüngsten Beschlüsse der Staatsregierung“, sieht die Belange des Landkreises nicht berücksichtigt.

Wo bleiben
die Gelder und Hilfen?

Zu der wirtschaftlich angespannten Situation der Branche kommt noch die schleppende Auszahlung versprochener Hilfen. Hannes Lichtmannegger vom Hotel Rehlegg in der Ramsau, und mit ihm auch alle anderen betroffenen Unternehmen im Landkreis, können erst jetzt im März die Oktoberhilfe beantragen. „Und dabei haben wir aufgrund der Zwangsverordnung des Landkreises über Nacht bei Vollbelegung alle Gäste nach Hause schicken müssen“, erinnert der Hotelier. Für den gesamten Zeitraum von Oktober bis November seien bislang nur 150.000 Euro Überbrückungshilfe geflossen, bei einem Umsatzausfall von zwei Millionen Euro.

Nicht jeder
bekommt einen Kredit

Auch bei der Rupertustherme in Bad Reichenhall „geht nichts mehr“. Parkplatz und Therme sind seit sechs Monaten geschlossen.

“Die Hilfen für November wurden erst im Februar ausbezahlt und für Dezember und Januar sind ebenfalls noch keine Gelder angewiesen“, ergänzt er. Zudem müsse er als Unternehmer das Kurzarbeitergeld für die Angestellten am Monatsanfang ausbezahlen, bekommt es aber erst drei, vier Wochen später wieder erstattet, abzüglich des Arbeitgeberanteils. „Ich schätze mich heute glücklich, dass ich sofort das Gespräch mit meiner Hausbank gesucht habe und sie mir für diese schwere Zeit einen großzügigen Kredit gewährte. Den muss ich natürlich wieder zurückzahlen, größere Investitionen in den Betrieb sind damit für die nächsten Jahre erst einmal gestoppt“, bekennt Hannes Lichtmannegger. Nicht alle Hoteliers und Gastronomen dürften in dieser glücklichen Lage sein. „Bei Pachtbetrieben oder jungen Unternehmen wird es nur bedingt Kredite geben, um sich über diese Monate zu retten“, räumt Johannes Hofmann ein. „Die Situation vieler Betriebe wird zunehmend äußerst kritisch, weder ein Aufatmen durch Umsätze während der Weihnachtszeit, noch die Winter- und Skisaison konnten die schreckliche Situation in den Betrieben verbessern“, führt er in einem persönlichen Schreiben als Dehoga-Kreisvorsitzender an den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder aus.

Klare Ansage der Bürgermeister

An ihn wandten sich bereits am 15. Februar alle fünf Bürgermeister des südlichen Landkreises sowie Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden- Königssee, und die Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen und vom Markt Oberstdorf. Sie bezeichnen den Tourismus in der Alpenregion für eine stabile Wirtschaftslage als unverzichtbar und warnen vor der Abwanderung von qualifizierten Fachkräften, denn „die Qualität in den touristischen Betrieben hängt stark von geeignetem Personal ab.“ Zudem „stößt eine mangelnde Planungsperspektive Gäste ab. Buchungen erscheinen unsicher und werden vermieden.“

Nichts für Ferienwohnungen

Sie appellieren bereits im Februar an den Ministerpräsidenten Markus Söder, Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und Ausflugsziele gleichzeitig zu öffnen, denn „sonst verliert der Aufenthalt in der Urlaubsregion zu stark an Attraktivität.“ Ein in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommener Aspekt der Lockdowns ist die Schließung von nichtgewerblichen Privatvermietern und Ferienwohnungen. Die Bürgermeister treten auch für sie ein. „Sie zahlen wie jeder andere Betrieb Steuern und Gebühren, erhalten aber trotz großer Umsatzeinbußen keine finanziellen Hilfen.“

Fast 15 Millionen Euro für die Jugendhilfe im Landkreis

Noch ist der Haushalt des Landkreise Berchtesgadener Land für die Jugendhilfe über 14,7 Millionen Euro vom Kreistag nicht angenommen, doch der Jugendhilfeausschuss hat ihm bereits zugestimmt. Bringt man Erträge von 3,7 Millionen zum Abzug, verbleibt dem Landkreis eine Belastung von knapp 11 Millionen Euro.  

Emotionen entfalten sich auf ihre eigene Weise. Bild von Free-Photos von Pixabay

Zu den Hintergründen: „Hinter ADS/ADHS, Legasthenie oder Dyskalkulie, Autismus und ähnlichen Auffälligkeiten können sich seelische Störungen verbergen, die dazu führen können, dass ein Kind von der seinem Lebensalter entsprechenden Entwicklung abweicht und im schulischen Alltag oder auch in der Familie und im Zusammensein mit Freunden auffällig ist.“ Der Jugendhilfeausschuss wurde dabei über Schwerpunkt der Arbeit und die Maßnahmen der Eingliederungshilfe informiert. Eine tragende Rolle spielen die Eingliederungshilfe und der Schutz vor einer Gefährdung des Kindeswohl.

Seelische emotionale Störungen

Als größter Posten der Jugendhilfe werden unter „Sonstige Leistungen“ 9,7 Millionen ausgewiesen. „Dahinter verbergen sich 36 Einzelleistungen, wie die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche gemäß Paragraph 35a des achten Sozialgesetzbuches (SGB) mit 1.963.000 Euro. Darüber hinaus sind 1,3 Millionen Euro Zuschussbedarf für die Heimerziehung und sonstige betreute Wohnform nach Paragraph 34 des achten SGB eingeplant. Auch zählen zu den sonstigen Leistungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe die Jugendsozialarbeit, Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz, Förderung der Erziehung in der Familie und weitere Hilfen zur Erziehung“, führt Nicole Fegg, Fachbereichsleiterin des Finanzmanagements im Landratsamt, aus.

Eine Gefährdung des Kindeswohl?

Mathias Kunz, Fachbereichsleiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familien ergänzt: „Im Bereich der Gefährdungsabklärung, der mit einem Hausbesuch verbunden ist, verzeichnen wir eine signifikante Steigerung von jährlich 115 auf 192 Fälle, also eine Steigerung von 67 Prozent. Der Bedarf in der Jugendhilfe also wird weiter steigen.“ In der Sozialraumanalyse aber habe man die Situation im Blick, führte er weiter aus, um eine Gefährdung des Kindeswohl zu vermeiden.

Von 800.000 auf zwei Millionen

Als besonderen Bereich präsentierte Nicole Fegg dem Jugendhilfeausschuss die Entwicklung der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche in einer zehnjährigen Übersicht. Der Zuschussbedarf hat sich von 811.500 Euro im Jahr 2012 auf fast zwei Millionen Euro im Jahr 2021 entwickelt. Der größte Sprung war in den Jahren 2016 und 2017 zu verzeichnen, als der Bedarf von 809.000 auf 1.345.00 Euro anstieg. Eine Ursache davon dürfte der steigende Immigrationsdruck sein, auch wenn das Amt dazu keine Angaben macht. Doch vor allem bei ihnen dürfte eine schnelle  Eingliederungshilfe geboten sein.