KSOB nimmt Stellung zum Neubau

Auf eine redaktionelle Nachfrage, warum ein Klinik-Neubau in Bad Reichenhall nötig sei, nimmt die KSOB (Kliniken Südostbayern AG) Stellung. Unternehmenssprecher Ralf Reuter schreibt:

Altersstruktur der Bauten

Die bauliche Altersstruktur der Kreisklinik Bad Reichenhall mit etlichen zentralen Komponenten aus den 1960er Jahren war Grundlage der Überlegungen zur Sanierung der Bestandsgebäude oder zum Neubau einer Klinik. Im Rahmen eines Logistik- und Kostenvergleichs wurde die Umsetzung eines Klinikneubaus seitens des Landkreises und Aufsichtsrates favorisiert.

Viele Gründe sprechen für einen Klinikneubau in Bad Reichenhall
Vieles spricht für einen Neubau der Klinik in Bad Reichenhall. Es regt sich aber auch Widerstand gegen den Standort „auf der grünen Wiese“ und der Vernichtung von Infrastruktur für Freizeit, Kinder und Jugend. Unsere Foto (Google) zeigt den Bestand mit dem alten Schachnerbau (rotes Dach).
Kostensicherheit und Bauzeit

Für einen Neubau spricht eine größere Kostensicherheit und eine wesentlich kürzere Bauzeit. Eine Sanierung der Kreisklinik müsste im laufenden Betrieb geschehen und wäre für Patienten und auch Mitarbeiter auf diesem begrenzten Platz in Bad Reichenhall eine ziemliche Herausforderung. Eine Sanierung würde ca. 15 Jahre dauern, ein Neubau stünde in drei Jahren. Auch ist eine Sanierung teurer als ein kompletter Neubau, unter anderem deshalb, weil auf aufwändige und kostenintensive Interimsmaßnahmen verzichtet werden kann.

Interne Abläufe und neue Konzepte

Bei einem Neubau haben wir zur Neugestaltung sämtlicher Abläufe bessere räumliche Optionen – auch Erweiterungen betreffend. Die Verbesserung der internen Abläufe durch die vollständige Neukonzipierung der Reichenhaller Klinik ist nur durch einen Neubau möglich. Das heißt als Beispiel, zusammenarbeitende medizinische Bereiche sollen wesentlich näher räumlich angeordnet werden – also eine Klinik der kurzen Wege entstehen.

Mehr Servic und Flexibilität

Auch sehen wir im Neubau eine Verbesserung der Services für Patienten und Besucher unter anderem allein schon durch die Parkplatzsituation. In einen Neubau sehen wir auch weitere Gestaltungsspielräume für neue bzw. zusätzliche medizinische Disziplinen durch räumliche Flexibilität, die wir auf dem bestehenden Gelände nicht mehr haben. Ferner können wir nur bei einem Neubau den sog. „Green Hospital“-Gedanken, also Nachhaltigkeit, Energie- und Umweltgedanken entsprechend umsetzen.

Der Neubau war bereits 2018 beschlossene Sache

Für den Chef der Kliniken Südostbayern AG (KSOB), Dr. Uwe Gretscher, war bereits 2018 klar, dass man in Bad Reichenhall nicht um einen Neubau umhinkomme. Man will den Verbund aus sechs Kliniken zukunftssicher machen. Der Kreistag forderte darauf hin ein medizinisches Gesamtkonzept, denn allein für den Neubau veranschlagte man damals 125 Millionen Euro, in der jüngsten Kreistagssitzung, im Dezember 2021, waren es dann 175 Millionen Euro. Die Zukunft des Klinikverbundes KSOB geht im Wesentlichen von zwei Hauptstandorten aus, nämlich Traunstein und Bad Reichenhall. Die anderen Standorte, zu denen auch die Kliniken in Berchtesgaden und Freilassing zählen, werden wie berichtet in ihrem Leistungsangebot zum Jahr 2028 zurück gefahren.

Stv. Landrat Michael Koller
fordert öffentliche Debatte

Der stellvertretende Landrat und Kreisrat Michael Koller (FWG) aus Berchtesgaden mahnte beim jüngsten Kreistagsbeschluss für den Standort Bad Reichenhall an, einen gesellschaftlichen Konzens zu den Veränderungen zu finden und regte dabei eine breite gesellschaftliche Debatte an. Dabei habe er selbst ebenso dem neuen Standort und Klinikkonzept zugestimmt. „Wir können die Entwicklung nicht aufhalten, zumal die Vorgaben ja vom Gesetzgeber und den Kassen selbst gestellt werden“, führt er aus.

Notfallversorgung in Berchtesgaden

Wichtig aber sei etwa die Notfallversorgung in Berchtesgaden sicher zu stellen, wenn die Notfallaufnahme im Krankenhaus geschlossen werde. „Wir müssen uns unterhalten und diskutieren, wie es dann weitergehen soll. Wird es einen Ärzteverbund geben oder der Rettungsdienst verstärkt? Muss ein Kind bei einer Platzwunde zur Notaufnahme nach Bad Reichenhall gefahren werden? Welche Kapazitäten brauchen wir, wenn sommers wie winters tausende Touristen in den Bergen und der Natur unterwegs sind“, fragt er an.

Für Michael Koller ist es wichtig, die Notwendigkeiten der Entscheidungen aufzuzeigen. „Wenn etwa Dr. Uwe Gretscher dem Kreistag in einer einstündigen Präsentation die Hintergründe darlegt, erschließen sich die Entscheidungen noch lange nicht der Bevölkerung. Natürlich haben Menschen Angst, dass im Falle eines Notfalles die Versorgung leiden könnte“, so der stellvertretende Landrat.

Landkreis stemmt viele Großprojekte

Von der Kostenseite sind die Kreisräte aktuell ja mehr denn je gefordert. Anstehende Großprojekte wie der Neubau des Berufsbildungszentrums in Freilassing für 115 Millionen Euro, die Erweiterung des Rottmayer-Gymnasiums in Laufen für über 20 Millionen Euro und die Wiederherstellung der Bob- und Rodelbahn für 57 Millionen Euro sowie nun auch der Neubau der Klinik in Bad Reichenhall für 175 Millionen Euro. Überall ist der Landkreis Träger der Einrichtungen und daneben stehen noch viele kleinere Projekte, ebenfalls in Millionenhöhe. „Das ist nur die finanzielle Seite, so Michael Koller. Die Verwaltung ist auch bei der Projektierung, der Vergabe und Durchführung gefordert und braucht dafür Personal und hoch dotierte Fachkräfte. Dabei dürfen eben auch kleine Projekte, wie etwa die Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei in Berchtesgaden, nicht zurück stehen.

Bei den Kliniken gilt es darüber hinaus langfristig sicherzustellen, dass man über genug Fachärzte und Fachkräfte verfüge. Auch das habe eine entscheidende Rolle für den Neubau in Bad Reichenhall gespielt. Das Credo des Arzt und Krankenhausbetriebswirt Gretscher kommt darum nicht von ungefähr wenn er konstatiert: „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass man überall alles vorhalten kann und noch dazu in hoher Qualität allen Anforderungen entsprechend.“

Zentrale Rolle des Rettungsdienstes

„Wir müssen uns zusammen setzen und ausloten, ob etwa niedergelassene Ärzte bei leichteren Fällen eine Notfallversorgung durchführen können und ob die Rettungsdienste das schaffen.“ Bei den Rettungsdiensten verweist Pressesprecher Markus Leitner vom Roten Kreuz darauf, dass man bereits jetzt schwere Fälle nach Bad Reichenhall oder Salzburg bringe, was angesichts der Belastungen durch die Coronapandemie nicht immer ganz einfach gewesen sei. In Berchtesgaden sei man aktuell an zwei Standorten zu finden, plane aber bereits einen Neubau, um die Platzverhältnisse zu verbessern. Auch der Notarztstandort ist in die Rettungswache integriert. Darüber hinaus „haben wir ein großes Polster an Ehrenamtlichen, gut ausgebildete Kräfte für die Spitzenabdeckung“, argumentiert Markus Leitner sowie „große Unterstützung durch die Bergwacht und Wasserwacht.“

Für Michael Koller bildete von Anfang an das „Medizinische Gesamtkonzept“ den Schlüssel für die Planungen. „Damit sind wir fähig, die sechs Standorte zu halten,“ bekräftigt er. Andernfalls, deutet etwa Dr. Uwe Gretscher an, hätte es mittelfristig das Aus für die Klinikstandorte Berchtesgaden und Freilassing bedeuten können.

Die wilden Jahre von Bad Reichenhall

Die wilden Jahre von Bad Reichenhall in den 60er- bis in die 80er-Jahre mit täglich Live-Musik in 18 Tanzlokalen

Tanzlokale, Alleinunterhalter und Ensembles prägten die Zeit

Bad Reichenhall war Ende der 60er- bis weit in die 80er-Jahre hinein bekannt für seine Tanzlokale mit Livemusik. Nicht nur der hohe Anteil an Kurgästen, denen damals vorwiegend die „Offene Badekur“ verschrieben wurde und die in vielen Kurheimen, Pensionen oder bei Privatvermietern logierten, bestimmte die Szene. Es reisten auch viele Tanzfreudige eigens an, sogar aus Niederbayern oder München. Bad Reichenhall hatte sich in der Szene einen guten Namen gemacht, war bis weit über die Grenzen hinaus bekannt. Begünstigt hatte diese Entwicklung ein „Casinobus“, der seine Kunden kostenlos mehrmals wöchentlich nach Bad Reichenhall fuhr. Neben dem Spiel im Casino, nutzten viele die Gelegenheit zu einem Besuch der Tanzlokale.

Seit 60 Jahren kennt er die Szene

Ein Kenner und Akteur dieser Zeit ist Martin Koch (78), der von 1969 bis 1980 selbst wöchentlich sechsmal als Alleinunterhalter auftrat und in den Folgejahren die Szene mit einem eigenen Tonstudio begleitete und weiterhin bei besonderen Veranstaltungen zu hören war. Die Redaktion hat sich mit ihm getroffen, um mehr über ihn und „seine Zeit“ zu erfahren.

Martin Koch und sein Equipment für stimmungsvolle Abende mit Musik und Gesang mit Gesangsanlage, Rythmusgerät, Orgelverstärker, Elektronik sowie die gesamte Verstärkeranlage und Effektgeräte. – Fotos: Gerd Spranger

Seine musikalischen Talente entwickelte er in seiner Kindheit und Jugend in der Trachtenkapelle in Anger-Höglwörth und im Quintett „Höglwörther Buam“. Gebürtig ist er vom Högl, wo seine Familie über Generationen hinweg einen Bauernhof betreibt. Seine Musikerkarriere als Alleinunterhalter startete er im Jahr 1969. „Ich spielte das ganze Jahr durch ohne Urlaube, täglich sechs Stunden, und meist bis weit in die Nacht hinein. Nur im Dezember nahm ich mir eine zweiwöchige Pause“, erzählt er und betont: „Es ist mir nicht schwer gefallen, ich konnte mit dem Publikum immer interagieren“, und meint damit, dass er es als Alleinunterhalter verstand, sein Publikum mitzureißen. „Nicht immer die Perfektion zählt, sondern die Stimmung muss passen und dafür braucht es immer ein gewisses Gespür für die Gäste und natürlich die Wahl der richtigen Titel.“ Für Martin Koch ist die Musik bis heute seine große Leidenschaft.

Hochkonjunktur des Deutschen Schlagers

Gespielt wurde in jenen Jahren hauptsächlich der deutsche Schlager, der zu jener Zeit eine Hochkonjunktur erlebte. Martin spielte und sang zudem noch Wiener Lieder, G’stanzl und zwischendurch hielten „ruhige Schleicher“ das Publikum bei Laune. In seinen ersten Jahren trat er im Reichenhaller Heustadel, in den Winzerstuben des Kurhauses und in der Klosterklause auf. Eine Wintersaison spielte er in Reit im Winkl, häufig auch in Berchtesgaden und eine Saison auf der Nordseeinsel Borkum, wo der Gastronom Österreicher einen Zweigbetrieb des Bad Reichenhaller Tanzlokals Heustadel eröffnete.

Die Einladung zum Tanz

„Es war eine ganz andere Zeit damals“, erinnert sich Martin. „Von den vielen Tanzlokalen ist auch ohne die Corona-Pandemie keins mehr geblieben. An Namen wie Meran, Winzerstuben im Kurhaus, Azteka, White Horse, Enzianstüberl oder Schroffen erinnert sich heute nur noch die ältere Generation. Manche Namen wie Klosterklause, Salzburger Hof, Kammererbräu, Kurcafé oder das Axelstüberl sind geblieben, doch Livemusik oder die Einladung zum Tanz sind die Ausnahme.

Martin Koch in seinen jungen Jahren und ein Blick in das ehemalige Lokal Heustadl am Kaiserplatz.

Um die Dynamik jener Zeit zu verstehen, muss man die großen Veranstaltungen im Staatlichen Kurhaus mit einbeziehen. Es war mit „prallem Leben“ erfüllt und internationale bekannte Bands und Ensembles wechselten sich wöchentlich ab wie etwa: Hugo Strasser, Egerländer Musikanten, Original Oberkrainer, Max Greger und ebenso bekannte Unterhalter und Musiker wie Iwan Rebroff, Roy Black, Franzl Lang, Maria Hellwig, Roberto Blanko, Hermann Prey und viele andere mehr. Martin Koch erinnert sich:

Dicke Autos und große Namen
Martin Koch vor alten Plakaten mit ihm als Alleinunterhalter und seine Kinder Martin und Renate, die ebenfalls bei bekannten Musikgruppen aktiv waren.

„Es fuhren die großen und teuren Autos vor, wie Lamborghinis, Rolls-Royce, Porsches und schwere Mercedes und BMW. Der Parkplatz war meist voll belegt. Es lag wohl auch daran, dass bis zum Bau des Kurgastzentrums auch das Spielcasino im Kurhaus integriert war.“

Martin Koch vor alten Plakaten mit ihm als Alleinunterhalter und seine Kinder Martin und Renate, die ebenfalls bei bekannten Musikgruppen aktiv waren.

Froh ist Martin bis heute im Salzburger Musikschulwerk, dass dem Mozarteum angegliedert ist, eine Gesangsausbildung gemacht zu haben. „Die Stimme muss für Auftritte bis zu sechs Stunden lang gehalten werden. Davor helfen Übungen zur Lockerung der Stimmbänder“, verrät er. Damals hatte man sich richtig ‚fein gemacht‘, das Tragen einer Krawatte etwa war in manchen Lokalen obligatorisch, es gab an der Garderobe auch immer welche zum Ausleihen. Mit Turnschuhen etwa fand man ebenfalls keinen Einlass. Die Damen machten sich im Kostüm oder im Dirndl zum Fortgehen fesch.

200 Titel im Repertoire

Die Abende begannen um 19.00 Uhr, manchmal wurde bereits am Nachmittag zum Tanztee geladen. „Die Kurgäste waren im Alter von 20 bis 70 Jahren und sie blieben bis zu vier Wochen, manche verlängerten noch um weitere zwei Wochen“, erinnert sich Martin. „Viele waren richtig tanzbegeistert, bereits nach dem ersten oder zweiten Lied war die Tanzfläche voll.“ Getanzt wurde alles. Ob Foxtrott, Tango, Wiener Walzer oder Tschatschatscha (Cha-Cha-Cha). Entsprechend groß war das Repertoire von Martin, wenn er mit seiner Akkordeonorgel aufspielte, mit der damals möglichen zusätzlichen Technik verstärkte und live gesungen hat. „In meinen besten Zeiten konnte ich an die 200 Titel auswendig spielen und singen, heute schaffe ich noch etwa 100, muss dafür aber viel üben,“ räumt er ein. Corona hat seinen Auftritten vor zwei Jahren ein jähes Ende gesetzt. „Wenn du ein gewisses Alter erreicht hast und nicht wöchentlich auftreten kannst, verlierst du manches. Um es auf Neudeutsch zu sagen: der Flow ist dann weg und es wird psychisch immer schwieriger, wieder hinein zu finden bei heute gestiegenen Ansprüchen“, bedauert er.

Ein eigenes Tonstudio

Die Karriere als Alleinunterhalter mit täglichen Auftritten beendete Martin 1980, als er ein eigenes Tonstudio gründete. Er war aber weiterhin mehrmals die Woche zu hören, etwa auf dem Berghof Schroffen, im Haus des Gastes in Bayerisch Gmain, im Kurcafè, im Luisenbad, wo er 15 Jahre lang aufspielte, ebenso wie zum Apress-Ski in Berchtesgaden-Oberau, im Café Waldluft in Berchtesgaden und 52 Jahren lang immer an Silvester, zu Hochzeiten, an Fasching und bei großen Familienfeiern.

Martin Koch mit seinem Hohner Knopfakkordeon

2003 übergab er das Tonstudio, das sich in den 25 Jahren seines Bestehens mehrfach gewandelt und gut entwickelt hatte, an seinen Sohn Martin junior, der es bis heute erfolgreich führt und erweitert hat. Auch hier unterlag die Zeit einem großen Wandel. „1979 gab es zwischen Salzburg und München nur wenige Studios für professionelle Aufnahmen. Es gab damals kaum Möglichkeiten für eine Ausbildung zum Tontechniker, ich habe mir das alles selbst beigebracht.

LPs, Kassetten und CDs

„Es war damals schon eine große Sache, eine eigene Kassettenproduktion zu betreiben“, erzählt er. „Das Gerät, eine Kasetten-Duplizieranlage, überspielte ein Band in 62-facher Geschwindigkeit auf Kopierplätze und ermöglichte eine Produktion von 120 bis 130 Stück in der Stunde. Für die Produktion von LP (Langspielplatten und Singles) fertigten wir Masterbänder (Mutterband), die dann in einem Presswerk in München oder Gütersloh auf Platte gebracht wurden. 2005 begann Martin Junior mit einer eigenen CD-Herstellungsanlage und eine kleine Druckwerkstatt für die Produktion der Cover. Größere CD-Aufträge wurden dann über das Sonypresswerk in Anif abgewickelt.

Tradition wird weiter geführt

Sein Sohn Martin führt die Tradition seines Vaters fort. Früh schon war er gemeinsam mit seiner Schwester Renate mit verschiedenen Musikgruppen bei Liveauftritten unterwegs. Heute ist Martin aktiv im Studio, hat dazu einen Musikalienhandel von Verstärkeranlagen, und auswärts sorgt er mit Beschallungstechnik, Licht- und Videoanlagen bei kleinen und großen Veranstaltungen für den richtigen Ton und gute Stimmung. In Coronazeiten wuchs das Geschäft für Kommunen und Schulen mit der Ausstattung von Bild-, Ton- und Übertragungstechnik – zum Glück – „denn leider wurden allein im letzten Jahr über 200 Veranstaltungen ersatzlos abgesagt“, bedauert er.

Anekdoten zur Unterhaltung

Eine heimliche Leidenschaft von Martin Koch Senior sind kleine Anekdoten und Witze, die er heute bei seinen Auftritten zum Besten gibt. „Früher passte es bei einem tanzfreudigen Publikum nicht so, doch im Laufe der Zeit habe ich etwas umgestellt“, erzählt er. Die Schlager von 1951 bis 1993 sind ihm bestens geläufig, aber auch aktuellere Titel wie „Eine Nacht mit Dir“, „Atemlos“, „Warum hast Du nicht Nein gesagt“, „Einen Stern der Deinen Namen trägt“. Und ältere Klassiker wie: „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“, Rote Lippen soll man Küssen“, „Griechischer Wein“, „Marmor Stein uns Eisen bricht“ oder „Blue Spanish Eyes“.

„Livemusik war mein Leben“

Für Martin Koch war es eine wunderschöne Zeit. „Die Livemusik war mein Leben“, bekennt er. Zudem „waren die Menschen geselliger, tanzfreudiger und aufgeschlossener für diese Art der Musik und Unterhaltung“. Es war auch eine Zeit ohne Computer, Privat-TV, Internet, Sozial-Media, Handy und Smartphone. Die Welt war damals vielleicht nicht besser, aber womöglich etwas gemütlicher. Ein Brief brauchte eben seine Zeit und die Dinge im Allgemeinen.

Die wilden Jahre von Bad Reichenhall und die Tanzlokale:

Tanzcafé Meran, täglich internationale Tanz- und Show-Kapelle – Tanzlokal Azteka, täglich im Hotel Bayerischer Hof mit Profi-Kapelle – Tanzcafe Bayerischer Hof, täglich Alleinunterhalter – Kurhaus Winzerstube, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Kurcafé am Kurpark, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Heustadl am Kaiserplatz, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Berghof Schroffen (Saal), in der Saison mit Tanzkapelle – Berghof Schroffen (Stüberl), täglich Alleinunterhalter für Tanz u Unterhaltung – Weinlokal Klosterklause, täglich mit Alleinunterhalter – Wettersteinkeller, täglich Alleinunterhalter für Tanz und Unterhaltung – White Horse, täglich Alleinunterhalter für Tanz und Unterhaltung – Kammererbräu, täglich Alleinunterhalter und Duos – Hotel Axelmannstein (Bar), täglich Pianomusik, teilw. Tanzkapelle im Saal – Hotel Axelmannstein (Stüberl), täglich Alleinunterhalter und Zithermusik – Hotel Luisenbad, mittwochs Alleinunterhalter, samstags Tanzkapelle – Weinlokal „s’Herzl“, täglich Pianospieler und Schrammelmusik – Weinlokal Enzianstüberl, täglich Alleinunterhalter, Harfenspieler – Wienerwald, täglich Alleinunterhalter mit echter Wiener Musik – Große Veranstaltungen im Kurhaus: Wahl der „Miss Kurgast“, Wahl der „Miss Rosenkönigin“, große Bälle und international bekannte Musiker, Künstler und Interpreten (siehe Bericht).

Kliniken im Verbund mit neuen Aufgaben

In seiner jüngsten Sitzung entschied sich der Kreistag für den neuen Klinikstandort in Bad Reichenhall. Die Zusammenführung der Kliniken im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein vor 20 Jahren leitete die richtige Entwicklung ein, „dabei war die Situation in den ersten Jahren teilweise desaströs“, bekennt Aufsichtsratsvorsitzender der KSOB (Kliniken Südostbayern AG), Dr. Uwe Gretscher.

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Unterschiedliche Reaktionen auf G2 in Berchtesgaden

Auch in Berchtesgaden gilt für den Einzelhandel die 2G-Regel. Die Redaktion hat bei Bekleidungs- und Sportgeschäften nachgefragt. Wie gehen Sie mit der neuen Situation um? Verärgert zeigen sich die Händler über immer neue auferlegte politische Maßnahmen und die langfristigen Folgen daraus.

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„An die neue Situation gewöhnen“

Beim Kaufhaus Juhasz in Bad Reichenhall hofft Geschäftsführer Ulrich Wassermann mittelfristig auf eine Normalisierung der neuen Situation mit der 2G-Regel für den Einzelhandel. „Die letzten Tage haben viele genutzt, um noch ohne Auflagen zu shoppen. Einige äußerten ihren Unmut über die neue 2G-Regelung. Wir werden uns alle aber an die neue Situation gewöhnen müssen und es wird die neue Normalität werden“, hofft er.

Kaufhaus Juhasz:
Im Gespräch mit Ulrich Wassermann

Beim Kaufhaus Juhasz in Bad Reichenhall hofft Geschäftsführer Ulrich Wassermann mittelfristig auf eine Normalisierung der neuen Situation mit der 2G-Regel für den Einzelhandel. „Die letzten Tage haben viele genutzt, um noch ohne Auflagen zu shoppen. Einige äußerten ihren Unmut über die neue 2G-Regelung. Wir werden uns alle aber an die neue Situation gewöhnen müssen und es wird die neue Normalität werden“, hofft er.

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„2G bietet uns Sicherheit“

Kathrin Proft vom Modehaus Dollinger registriert bei ihren Kunden bislang entgegen der Erwartung eine positive Einstellung. „Gerade ältere Kunden fühlen sich mit der 2G Regelung beim Einkaufen wieder sicherer.“ Sie ist aber skeptisch, dass 2G im Handel wirklich zur Verbesserung der Lage beiträgt.

Mit 16 Filialen ist das Modehaus Dollinger im Landkreis Traunstein, im Berchtesgadener Land und in Salzburg gut vertreten. Alle Geschäfte sind in bester Innenstadtlage. – Fotos: Gerd Spranger

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Kunsteisbahn Königssee ohne schriftliche Kostenzusage keine Planung

„Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit stehen“, waren sich Landrat Bernhard Kern und Kreisrat Dr. Bernhard Zimmer einig, als es um die Zukunft der Bobbahn am Königssee geht. Mündlich wurde die Finanzierung für einen schnellen Wiederaufbau mehrfach gegeben und der Kreistag hat sich bereits eingehend mit dem Thema und dem Ausmaß der Schäden befasst (wie berichtet). Am 27. September gab es dazu im Bayerischen Staatsministerium des Inneren eine Besprechung mit den drei Ministern Joachim Herrmann, Kerstin Schreyer und Michaela Kaniber sowie Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister Hannes Rasp von der Gemeinde Schönau am Königssee und Hans Jahn, Geschäftsbereichsleiter beim Landratsamt.

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10 Naturgärten im Landkreis ausgezeichnet

Im Berchtesgadener Land gibt es jetzt die ersten zehn vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege ausgezeichnete Naturgärten. Er ist der Dachverband der 19 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis und sein Geschäftsführer heißt Josef Stein. Er ist beim Landratsamt erster „Garten-Ansprechpartner“.

Im Berchtesgadener Land gibt es jetzt die ersten zehn vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege ausgezeichnete Naturgärten. Er ist der Dachverband der 19 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis und sein Geschäftsführer heißt Josef Stein. Er ist beim Landratsamt erster „Garten-Ansprechpartner“, gelernter Landschaftsgärtner, Geograph (BA), Ingenieur für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (MA) und damit hoch qualifiziert. Er selbst aber winkt ab: „Die Natur und Umwelt ist in ihrer Biodiversität so komplex, dass man letztlich in der Praxis lernt. Da bin ich an der richtigen Stelle und habe noch viel zu tun.“

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DJ Börnsen freut sich auf den neustart in den clubs

DJ Börnsen) freut sich, wieder mit guter Musik für beste Stimmung zu sorgen. Die den Corona-Maßnahmen geschuldete zweijährige Abstinenz war auch für ihn eine schwere Zeit. Er freut sich, wenn die Clubs wieder öffnen und private Feiern „ohne Handicap“ wieder möglich sind. Für Termine einfach unter Facebook-Messenger (Diyay Börnsen) anfragen. Hier seine Geschichte und ein Revival auf gute alte Zeiten:

Aktuell freut sich Bernhard (DJ Börnsen) wieder mit guter Musik für beste Stimmung zu sorgen. Die den Corona-Maßnahmen geschuldete zweijährige Abstinenz war auch für ihn eine schwere Zeit. Er freut sich, wenn die Clubs wieder öffnen und private Feiern „ohne Handicap“ wieder möglich sind. Für Termine einfach unter Facebook-Messenger (Diyay Börnsen) anfragen. Hier seine Geschichte und ein Revival auf gute alte Zeiten:

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Freie Wähler und Bürger im Dialog

In Traunstein sollten bei der Veranstaltung der Freien Wähler „regionale Umweltthemen zwischen Königssee und Chiemsee“ im Mittelpunkt stehen, doch ebenso wurden Fragen der Energie und Bauordnungen diskutiert, die vermehrt unter dem Aspekt Umweltschutz und Klimawandel gewertet werden.

Umweltminister Thorsten Glauber und Andrea Wittmann, der Direktkandidatin der Freien Wähler für die Landkreise Berchtesgaden und Traunstein, stellen sich den Fragen der Bürger – Foto: Gerd Spranger

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Wie viele Menschen sterben in Deutschland?

K O M M E N T A R

Sind Tote normal? Ja, sie sind es, denn der Tod gehört zum Leben dazu. Brutal? Ja, vielleicht, doch das Leben ist endlich. Wie viele Tote aber „sind normal“, fragt Data-Journalist Mathias Brandt im Januar 2021. Wir fragen es uns auch heute, wie viele Menschen starben im ersten Halbjahr 2021 und haben dafür ebenfalls die Daten des Bundesamtes für Statistik bemüht. Zunächst aber zurück zum Jahr 2020. Rund 982.500 mussten sterben, ein 30-Jahres-Rekord, merkt der Kollege Brandt an.

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Mikrodepots: der Wille des Kreistages

Verbannen Mikrodepots wirklich den Verkehr aus den Kleinstädten. Der Landkreis Berchtesgadener Land muss eine Entscheidung treffen.

Kommentar:

– Neue Stadtlogistik für den Handel –

Der politische Wille ist erklärt, der Lieferverkehr muss aus den Städten verbannt werden. E-Lastenfahrräder und Mikrodepots sollen den Emissionen von alten Vans ein Ende bereiten. Bislang hat sich aber noch nicht ein KEP-Dienstleister im Berchtesgadener Land (BGL) als Kurier-, Express- oder Paketdienstleister für diese Idee entschieden, man ist selbst nämlich auf das Beste organisiert. DHL errichtet in Freilassing sogar ein neues Logistikzentrum.

Stattdessen entschied der Kreisausschuss des BGL sich im Aufbau einer regionalen Stadtlogistik zu profilieren, selbst Ideen-und Impulsgeber im Warenlieferverkehr für den Einzelhandel zu werden. Damit aber nicht genug. Um die Sache wirklich voran zu bringen ist, ob ihr nun Erfolg beschieden ist oder nicht, ein Regionalmanager und ein Dienstleister zu verpflichten. Funktionieren kann die Idee ebenso nur mit einer professionellen E-Commerce-Plattform auf der Kunden und Einzelhändler bitte künftig zugreifen sollen. Kosten wird es jeder einzelnen Kommune (sofern sie sich beteiligt) im Landkreis jährlich zwischen 30.000 und 47.000 Euro. Dabei ist der Aufwand zum Aufbau einer eigenen E-Commerce-Plattform noch nicht einmal eingerechnet.

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Sind Mikrodepots eine Chance für den Einzelhandel?

Paketstationen in Verbindung mit einem regionalem Lieferdienst mit Lastenfahrräder sollen im Berchtesgadener Land die Innenstädte entlasten und dem Handel mehr Umsatz bringen.

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Das Mobilitätskonzept des Landkreises Berchtesgadener Land wurde im Jahr 2018 präsentiert und sah neben dem Ausbau von Radwegen auch Konzepte für Mikrodepots für den innerörtlichen Zustellverkehr und die „Errichtung von Mobilitätsstationen“ vor. Mit allen drei Themen befasste sich der Kreisausschuss des Landkreises für Umweltfragen, Energie, Landkreisentwicklung und Mobilität in seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch. Um für die Umsetzung eine tragfähige Grundlage zu finden gab der Landkreis Gutachten in Auftrag, die jetzt vorgestellt wurden. Landrat Bernhard Kern betonte, dass es jetzt an der Zeit sei, ins Handeln zu kommen.

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Natur für alle und jeder Platz?

Jetzt ist es soweit: die Gumpen am Königssee sind die nächsten fünf Jahre gesperrt.

Sperre die Gumpen am Königsbach / Köngissee

Die Schönheit der Natur genießen, in jedem Gelände und überall? Damit ist jetzt Schluss, laut Verordnung des Landratsamtes Berchtesgadener Land als untere Naturschutzbehörde. Die Gumpen am Königsbach im Nationalpark Berchtesgaden sind für die nächsten fünf Jahre gesperrt und zwar bereits ab Mittwoch, 30. Juni. Besucher und Naturnutzer, insbesondere aus dem Bereich der Neuen Medien, sollen für die Bedürfnisse der Pflanzen- und Tierwelt im Nationalpark sensiblisiert werden, heißt es zu der Verordnung. Es solle ein Bewusstsein für deren Schutz geweckt werden. Diese Hoffnung spiegele sich in der Befristung der Verordnung für die kommenden fünf Jahre wieder.

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Bergbahnen mit unterschiedlichen Konzepten aus der Krise

Die Preise bei den Bergbahnen für eine Berg- und Talfahrt reichen von 24 bis zu 49 Euro. Preistreiber ist die Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall.

Nicht alles für jeden,
für jeden aber etwas auf dem Berg

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