Archiv der Kategorie: Marketing

Schöne Worte für den Miss-Stand

K O M M E N T A R

Ein Wettbewerb der Ideen, Inspirationen und Impulse, Projekte und Marketing – das alles klingt gut und vorwärts gewandt. Von was aber sprechen wir eigentlich? Von einem hohen Leerstand der Geschäfte in Bad Reichenhall. Dahinter stehen hunderte Tragödien, denn niemand schließt sein Geschäft freiwillig. Im Stadtrat von Bad Reichenhall wird bei jeder Wahl, seit einem Jahrzehnt und länger, immer wieder betont, wie dringend doch ein Stadtmarketing für Bad Reichenhall wäre.

Ganz viel Abstand und ohne Maske: Da kommt Shopping-Laune auf. Von links: OB Dr. Christoph Lung, Dr. Brigitte Schlögl, Maria Fuschlberger und Martin Schoberth

Wir haben jetzt eines, nämlich Dr. Brigitte Schlögl und wie auf dem Foto in der Lokalpresse zu entnehmen war, auch eine Mitarbeiterin, Maria Fuschlberger, und einen CSU-Wirtschaftsreferenten, Martin Schoberth. Nicht zu vergessen natürlich der jung-dynamische Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung.

Dr. Schlögl sollte ja eigentlich einen Schwerpunkt ihrer Arbeit, neben der Leitung der BGLT im Zweierteam, im Stadtmarketing für Bad Reichenhall finden. Seit acht Monaten aber ist sie alleinige Geschäftsführerin der BGLT und „im Nebenjob“ noch ein wenig für das Stadtmarketing zuständig. Das ist symptomatisch für Bad Reichenhall. Stadtmarketing im Nebenjob. Und weil das Problem seit über einem Jahrzehnt bekannt ist, sollen jetzt Gespräche mit Hauseigentümern und in Folge auch mit den Pächtern, den noch verbliebenen, geführt werden. Es dauert eben ein wenig in der Alpenstadt. Zwei Jahre später soll ein Ideenwettbewerb erhellende Erkenntnisse liefern. Bis zur Umsetzung, wenn überhaupt, dürften dann erneut zwei Jahre vergehen. Frequenzmessungen und die Ströme des Geldes (Kaufkraft) sind ebenfalls Ziel einer Analyse.

Das klingt nach viel Aktionismus und Profilierungs-Ambitionen. Unterdessen schließen weitere Geschäfte und bunte Bilder an den Schaufenstern, so schön und gut gemeint sie auch sein mögen, ändern die Situation nicht. Längst müssten die Zahlen und Analysen auf dem Tisch liegen. Woher kommen die Käufer, wie viel Geld geben sie aus, was fehlt im Sortiment des Branchenmixes? Fehlt es etwa an Parkplätzen, an guter Erreichbarkeit, an Service-Freundlichkeit? Was wurde an Innovationen in den letzten Jahren umgesetzt, außer einer Reihe sehr guter Veranstaltungen, die jetzt, in Corona-Zeiten, leider obsolet sind. Warum sollten Einheimische und Gäste aus dem Umland nach Bad Reichenhall fahren? Wie hoch ist das Werbebudget, nimmt die Stadt „Geld in die Hand“?

Allein an der Hauptzielgruppe, nämlich in Stadt und Land Salzburg, wird deutlich, wie wenig hier in den letzten Jahren angestoßen wurde. Wer zu geizig ist, in Werbung zu investieren, verbunden mit einer klaren Strategie, der kann gleich zusperren. Darüber hinaus braucht es Konzepte und Ideen die sofort bewegen, und nicht in zwei Jahren diskutiert und in Schubläden abgelegt werden. Die CIMA Stadtmarketing ist nicht die erste Organisation, die Fehlentwicklungen aufzeigen wird. Zusperren: ein Schicksal, von dem in Bad Reichenhall immer mehr Selbständige, ihre Familien und Angestellten betroffen sind. Da helfen auch schöne Worte und Absichtserklärungen nicht weiter. Es muss gehandelt werden, und zwar sofort!

Salzbergwerk Berchtesgaden: nach Wieder-Eröffnung gleich ausgebucht

 „Den Atem der Geschichte spüren“
Hygiene und Sicherheit im Focus –

Eigentlich ist hier in den Pfingstferien richtig Betrieb. Bus- und Reisegruppen begehren Eintritt in das Salzbergwerk Berchtesgaden, zumal bei bedeckten Himmel mit Tendenz zu leichtem Nieselregen. 2020 aber ist es anderes, die Besucher erleben die neue Normalität in Zeiten des Corona-Virus. Die Wartenden sitzen in kleinen Gruppen ruhig zusammen, selbst die Kinder sind leise, keine Reisegruppen und kaum internationale Gäste. In 16 Sprachen übersetzten Audio-Guides in normalen Zeiten die Führung. Sie sind aus Hygienegründen aktuell aber nicht im Einsatz.

Die Eingangs-, Laden- und Kassenpassage des Salzbergwerkes in Berchtesgaden wächst in die Länge. Sie wird um zwei neue Aussen-Kassen mit Überdachung erweitert. Aktuell, in Coronazeiten,  gibt es nur über Online-Reservierung die Karten. Fotos: Gerd Spranger

Seit Montag sind das Salzbergwerk Berchtesgaden und auch die Alte Saline in Bad Reichenhall wieder geöffnet. Man hat sich die letzten Wochen bei der Südwestdeutsche Salzwerke AG auf die neue Situation eingestellt und Vorkehrungen getroffen. „Nach den jüngsten gesetzlichen Verordnungen haben wir eine Gefährdungsbeurteilung – wegen SARS-CoV-2 und Covid-19 – im Betrieb vorgenommen“, erzählt Peter Botzleiner-Reber, Fachbereichsleiter Tourismus Bayern und für die regionale Presse zuständig. „Dazu zählen die bekannten Hygienemaßnahmen, Mundschutz und Abstand halten. Die Größe der Gruppen, die mit der Grubenbahn 600 Meter tief in den Berg einfahren, ist von 50 auf 20 Personen begrenzt“, erläutert er.

Karten für das Salzbergwerk Berchtesgaden gibt es nur mit Online-Reservierung

Ein ganz wesentlicher Baustein in dem neuen Konzept aber ist ein zwingender Erwerb der Karten im Onlineshop, die Kassen direkt beim Bergwerk sind geschlossen. „Der Anteil lag bei steigender Tendenz im Jahr 2019 bei etwa 25 Prozent. Jetzt geht es nur noch mit Reservierung. Dabei sind wir schon heute, am zweiten Tag unserer Wiedereröffnung nach einer dreimonatigen Corona-Zwangspause, bis zum Sonntag ausgebucht. Das liegt natürlich auch daran, dass wir den touristischen Betrieb mit nur 40 Prozent unserer Leistung fahren können. Doch die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeiter haben Vorrang.“

Auch im Salzbergwer Berchtesgaden gilt: Mundschutz und Abstand halten

Bereits am großen Parkplatz lässt das Unternehmen kontrollieren ob der Gast im Besitz eines Online-Tickets ist, um unnötigen Personenverkehr zu vermeiden. Auch im Ablauf hat sich einiges geändert, wovon nicht nur die farbigen Bänder am Boden im Abstand von 1,5 Metern zeugen.

„Im Shop dürfen sich gleichzeitig nur sieben Personen aufhalten. Das Überziehen des Overalls als Schutzkleidung haben wir jetzt ins Freie verlegt“, erläutert Peter Botzleiner-Reber. In wenigen Wochen folgen im Außenbereich zwei neue überdachte Kassen. „Auch das wird helfen die Besucherströme im Sommer zu entzerren. Für Reisegruppen wird es einen „Fast-Line-Zugang“ geben.“ Doch wichtig ist ihm etwas ganz anderes.

Alte Saline und Salzbergwerk
Wegbereiter der Geschichte

„Wir sind seit 1517 ein aktives Bergwerk und kein Museum, in welchem seit über 500 Jahren kontinuierlich gearbeitet wird“. Das ist weltweit einzigartig und zugleich ein großes Stück Berg- und Industriegeschichte, denkt man auch noch an die Alte Saline in Bad Reichenhall. Städte wie Traunstein und Rosenheim haben über Jahrhunderte hinweg mit dem Salz gelebt und sind damit gewachsen. Zeitgeschichtlich hängt die Gründung von München und selbst auch von Salzburg eng mit der Salzgewinnung in Bad Reichenhall zusammen. Bis heute erleben wir es hier „zum Anfassen“, direkt vor unserer Haustüre. In Berchtesgaden das aktive Salzbergwerk und in Bad Reichenhall ein Industriedenkmal und eine ‚Salz-Geschichte‘, die weit über tausend Jahre zurück reicht, und darauf können wir alle stolz sein.“

Peter Botzleiner-Reber vor dem Eingangsbereich des Salzbergwerkes in Berchtesgaden. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes ist für die ganze Zeit der Besichtigung verpflichtend.
Peter Botzleiner-Reber vor dem Eingangsbereich des Salzbergwerkes in Berchtesgaden.

Es ist vielleicht gerade dieser „Atem der Geschichte“, den die Besucher bei der Einfahrt in den Berg oder auf ihren Gang hinab zum Quellenbau spüren und die Faszination Salzbergwerk ausmachen, über Generationen hinweg. Beliebt und wegen des Fotos unvergessen ist die Rutsche. Die besondere Atmosphäre, die Mystik des Berges aber, spürt der Besucher in der Salzkathedrale, in der Steinsalzgrotte, im magischen Salzraum und bei der Floßfahrt über den Spiegelsee mit faszinierenden Lichteffekten.

4. Militär-Olympiade CISM ein Fest für die Region

Kostenlose Zutritte
Zivil-militärische Zusammenarbeit
Ein Band der Freundschaft knüpfen

Alle vier Jahre richtet der Internationale Militärsportverband CISM (Conseil International Du Sport Militaire) eine Militär-Olympiade aus, an der sich 45 Nationen beteiligen. Für die vierten Militär-Weltspiele stehen vor allem Berchtesgaden und Ruhpolding im sportlichen Zentrum. Die deutsche Bundeswehr richtet das sportliche Großereignis zum ersten Mal aus. Die Jahre zuvor waren es Italien (2010), Frankreich (2014) und Russland (2017).

Für Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee der 4. CISM WWG 2021, bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen. Zudem verlangen Wettkampforganisation, Logistik, Verpflegung, Transport, Unterkunft und Kommunikation einen hohen Einsatz. Dieses Engagement zeigen die Sportler der Bundeswehr anlässlich der geplanten Großveranstaltung im Rahmen ihrer Spitzensportförderung vom 23. bis 28. März. Angetreten wird in neun Sportarten: Alpin Ski, Biathlon, Para-Ski-Langlauf, Ski Bergsteigen, Klettern, Ski Patrouille, Cross-Lauf, Ski Orientierungslauf und Snowboard.

Das Organisationskomitee der 4. WWG 2021 informierte im Staatlichen Kurhaus von Bad Reichenhall über die sportliche Großveranstaltung. Auf dem Foto Brigadegeneral Georg Klein (rechts) mit Generalleutnant Jürgen Weigt (Mitte), den international erfolgreichen Sportlern Klaus Brandner und Anton Palzer sowie Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, Bad Reichenhall. – Fotos: Gerd Spranger

Als Symbol der 4. Militär-Weltspiele CISM im Jahr 2021 steht ein „Band der Freundschaft“, in dem alle Nationen im sportlichen Wettkampf verbunden sind und die Bevölkerung mit einbeziehen. Nicht das Motto „höher, weiter, schneller“ soll dominieren, sondern unsere Willkommenskultur und Gastfreundschaft“, bekräftigt Generalleutnant Jürgen Weigt. Alle Events und Wettkämpfe sind für das Publikum kostenfrei, und erstmals werden Disziplinen angeboten, bei denen „unsere nationalen und internationalen Kameradinnen und Kameraden mit physischen Einschränkungen und psychischen Belastungen an den Welt-Winterspielen teilnehmen können“, bekräftigt Jürgen Weigt. Insgesamt werden 1300 Athleten erwartet.

Von links: Brigadegeneral Georg Klein, Abteilungsleiter Ausbildung Streitkräfte; Josef Wenig, 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Berchtesgaden und Leiter des AlpenCongress; Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee 4. CISM WWG 2021; Hauptfeldwebel und international erfolgreicher Skirennläufer Klaus Brandner aus Berchtesgaden und Feldwebel Anton Palzer aus der Ramsau, Junioren Weltmeister im Skibergsteigen und Weltcup-Gesamtsieger (2018) im Vertical.

Für die Durchführung der Spiele könne man ausschließlich auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen. In Berchtesgaden soll der Weihnachtsschützenplatz zu einem „Friendship-Place“ als internationale Begegnungsstätte werden. „Sportler und Offizielle können sich dort in entspannter bayerischer Atmosphäre austauschen und anfreunden“, informiert Oberst Jürgen Ammann, Koordinator des Bereichs Kommunikation. Die Eröffnungsfeier wird am 23. März am Götschen und die Abschlussfeier am 28. März 2021 in der Max-Aicher-Arena in Inzell sein.

Bei den 4. CISM Winterspielen setzt man auf eine funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit. Bestes Beispiel dafür die vier Bäuerinnen, Ingrid, Maria, Kathi und Christl, die für die Präsentation im Alten Königlichen Kurhaus ein Berchtesgadener Bauernbuffet angerichtet haben. Im gesunden Selbstverständnis prangt die Schrift „Ohne Bäuerin läuft gar nichts“, auf ihren Schürzen.

Die Kommunen und Vereine sind in die 4. CISM Militär-Weltspiele des Wintersports eingebunden. Neben allen sportlichen Ambitionen und Spitzenleistungen sind in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden Tagesausflüge zu den touristischen Sehenswürdigkeiten geplant, sowie ein begleitendes Kultur- und Freizeitprogramm. Im Focus steht ebenso die Unterbringung von offiziell teilnehmenden Delegationen in 23 Hotels- und Unterkünften. In Ruhpolding etwa ist mit dem SV-Ruhpolding vor Beginn der Wettkämpfe eine Schulstaffel angedacht, bei der die jungen Sportler auf der gleichen Strecke laufen wie die Top-Athleten des Militärs. Offen sei man für weitere Ideen und Aktionen in diese Richtung.

Für Generalleutnant Jürgen Weigt bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen.

Bereits jetzt habe man schon ein Verkehrskonzept entwickelt, und zwar ist die Anreise zentral über den Airport München vorgesehen. Ein Shuttle mit Fahrzeugen der Bundeswehr wird eingesetzt. Vor Ort arbeite man an einem Konzept mit regionalen Verkehrsverbünden. Die ganze Veranstaltung werde von der „Operationszentrale AlpenCongress“ aus gesteuert, die zugleich als zentrale Anlaufstelle für jedermann dient. Dazu gehören der Infobereich und die Open-Area. Die Bundeswehr hebt die funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit positiv hervor, besonders die Unterstützung durch die Sportverbände, Gemeinden und Betreiber der Wettkampfstätten mit der Bereitstellung von Personal und Material im Bereich der Wettkampflogistik. Ein eigenständiges Pressecenter ist in der Chiemgau-Arena Ruhpolding geplant, sowie ein „Internationales Broadcasting Centre“ für die TV-Übertragungen.

Oberst Jürgen Ammann koordiniert den Bereich Kommunikation bei den 4. CISM Winterspielen

Brigadegeneral Georg Klein hebt in seinem Schlusswort die wichtige sportliche Dimension der Veranstaltung hervor. „Sehen sie die Augen der jungen Leute leuchten, die Motivation im Dienst für die Bundeswehr? Das würde sich manches private Unternehmen wünschen. Wir freuen uns auf diese Winterspiele und die gute Zusammenarbeit in und mit der Region.“

Lebenshilfe München ist für die Zukunft gut aufgestellt

Den Original-Bericht finden Sie auch im Blog der Lebenshilfe München

Vorstand soll
hauptamtlich tätig sein

Die Neuwahl der Lebenshilfe München im November 2019 hat die Weichen für die künftige Entwicklung des Elternvereins gestellt. Mit der Zustimmung zur neuen Satzung und deren Genehmigung durch das Vereinsgericht kann nämlich ein hauptamtlich tätiger Vorstand eingesetzt werden. Berufen wird der neue Vorstand durch den Aufsichtsrat, den die Mitgliederversammlung jetzt neu gewählt hat – wie im aktuellen Newsletter der Lebenshilfe ausführlich berichtet. Die Lebenshilfe München ist für die Zukunft gut aufgestellt.

Für eine neue Satzung gestimmt

Die Redaktion hat nachgefragt, warum diese Änderung für den Verein so wichtig ist. Zunächst hält Geschäftsführer Peter Puhlmann fest: „Wir haben den im März von der Mitgliederversammlung eingeschlagenen Weg jetzt konsequent weitergeführt. Vorab wurde die neue, jetzt beschlossene Satzung durch das Finanzamt geprüft, um die Gemeinnützigkeit nicht zu gefährden. Mit Annahme durch das Vereinsregistergericht tritt sie 2020 voraussichtlich in Kraft.“

Der neu gewählte Aufsichtsrat der Lebenshilfe München (v.l.): Peter Springmann, Petra-Bianca Koch, Gudrun Oßmann, Andrea Siemen (AR Vorsitzende), Dr. Hubert Jäger und Friederike Stadler. Im Bild auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe München, Peter Puhlmann (ohne Blumen).

„Den Verein stärken“

Seit März 2019 ist die Volljuristin Andrea Siemen die neue Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe München. Sie engagiert sich seit 2008 im Elternverein und war die letzten Jahre stark in der Angehörigenberatung eingebunden, da hier juristischer Rat immer wichtiger wird. Sie bekräftigte im Frühjahr bereits, „die Reorganisation des Vereins aktiv mit zu begleiten und die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins zu stärken.“

Zuversicht für die Zukunft

„Die Situation für die Angestellten wird sich weiter verbessern. Wir wollen den Mitarbeitern der Lebenshilfe mit Hilfe der neu beschlossenen Satzung nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz erhalten, sondern auch Zuversicht geben. Auf diese Weise können wir noch mehr anpacken, neue Projekte planen und so, gut aufgestellt, in die Zukunft gehen“, bekräftigt die Vorsitzende.

25 Millionen Euro Umsatz

Dabei betont sie, dass es schon länger absehbar war, dass so ein großer Verein sich nicht mehr mit einem ehrenamtlich tätigen Vorstand bewältigen lasse. Peter Puhlmann ergänzt: „Wir sprechen von einem Unternehmen mit 25 Millionen Euro Umsatz, von 435 Mitarbeitern mit insgesamt 268 Vollzeit-Stellen plus 700 bis 800 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern.“ Der Anteil an weiblichen Mitarbeitern liegt bei über 80 Prozent.

Mitglieder wichtigstes Gremium

Als wichtigste Neuerung bezeichnet Andrea Siemen den alle drei Jahre durch die Mitgliederversammlung berufenen ehrenamtlichen Aufsichtsrat, der dann die hauptamtlichen Vorstände beruft. „Die Mitglieder also bleiben das wichtigste Gremium des Vereins. Darüber hinaus wird es zukünftig neben dem Kuratorium auch Beiräte (z.B. Angehörigenbeirat, Selbstvertreterbeiräte) geben. Sie haben die Möglichkeit sich regelmäßig mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auszutauschen und diese zu beraten. Als hauptamtlicher Vorstand ist der bisherige Geschäftsführer Peter Puhlmann besetzt. Eine zweite Person wird gesucht und die beiden Vorstände werden sich dann gemeinsam um das operative Geschäft der Lebenshilfe München kümmern und die Weichen für die Zukunft stellen.“

Entwicklung begann 2017

Geschäftsführer Peter Puhlmann sieht den Weg hin zu mehr Professionalisierung des Elternvereins bereits seit 2007 im Werden. „Damals wurden mit zwei gemeinnützigen GmbHs die Bereiche „Wohnen“ und „Kinder und Jugend“ organisatorisch und auch rechtlich aus dem Elternverein herausgenommen, ohne dass dabei der Elternverein sein Mitspracherecht verloren hätte. Es folgte dann die Einsetzung eines hauptamtlichen Geschäftsführers und jetzt gehen wir den nächsten Schritt.“

Große Projekte für die
Lebenshilfe München geplant

Dabei stehen bei der Lebenshilfe München 2020 bereits die nächsten großen Projekte an. Im Frühjahr wird die neue Wohneinrichtung am Willinger Weg eröffnet. Die ersten Planungen für eine offen betreute Wohngemeinschaft im neu entstehenden integrativen Vorzeigeprojekt der Stadt München in Freiham. Auch in Putzbrunn plant die Lebenshilfe München weiter und ist auf der Suche nach einem Grundstück zum Bau einer weiteren Wohneinrichtung. Der Schwerpunkt wird hier die Betreuung und Pflege von Menschen mit Behinderung im Seniorenalter sein.

Ministerin Michaela Kaniber: Zukunftsinvestitionen

Bei der Sitzung des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land unterstrich Ministerin Michaela Kaniber die Notwendigkeit einer Energiewende. „Wir brauchen in Bayern zwei neue Energietrassen. Der Bedarf ist mit einer dezentralen Versorgung nicht zu decken. Darüber hinaus sollen tausende neue Blockheizkraftwerke entstehen und Biogasanlagen, um eine echte Energiewende zu erreichen.“ Die Dringlichkeit unterstrich sie damit, dass der Wirtschaftsabschwung sich in Bayern fortsetze und sich ohne eine gesicherte Energieversorgung die Probleme weiter vertiefen.

Natürliche Energien besser nutzen

Ebenso eindringlich wirbt sie für die Nutzung natürlicher Energien wie etwa die Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik. „Ich glaube nicht, dass wir uns auf Dauer der Nutzung von Windrädern verschließen können und bedauere sehr, dass wir an der Salzach mit dem Bau eines neuen Wasserkraftwerkes nicht weiter kommen.“ Bayern sei darüber hinaus ein Sonnenland und auch diese Energie gelte es besser zu nutzen.

Landwirtschaft für eine bessere Umwelt

Signifikant und kritisch erleben wir dies aktuell bei der Automobilindustrie. „China und die USA machen mit der Dieseltechnik ausgezeichnete Geschäfte, während wir hier in Deutschland unsere Spitzentechnologie bekämpfen.“ Nicht ganz so stark steht die Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung. „Dabei haben wir hier eine Wirtschaftszweig mit 158 Milliarden Umsatz und für ein neues Klimakonzept, für Ökologie und Umweltschutz ist die Landwirtschaft entscheidend wichtig,“ so MdL Michaela Kaniber.

In die Zukunft investieren

Als weiteren wichtigen Schritt nannte sie die Förderung der Geisteswissenschaften und hier vor allem die Forschung und Entwicklung künstlicher Intelligenz. „Wir dürfen uns von China und den USA nicht abhängen lassen. Wir brauchen in diesem Bereich 1000 neue Professoren und 10.000 neue Studenten. Wir brauchen die Besten der Besten,“ zeigt sich die Ministerin kämpferisch. „Wir investieren 42 Milliarden in Bildung, Kinder und Jugend und fördern verstärkt die MINT-Studien.

„Wir brauchen innere Sicherheit“

Als drängendes regionales Problem machte sie den Ausbau der A8 und die Grenzkontrollen aus. Dabei dürfte der Autobahn-Ausbau noch auf sich warten lassen, denn der Abschnitt bis zur Grenze ist aktuell nur im weiteren Bedarf eingestuft. Eminent wichtig aber seien die Kontrollen der Grenzen. „Solange die EU-Außengrenzen nicht sicher sind, müssen wir kontrollieren. Wir haben im vergangenen Jahr 6000 Zurückweisungen und 20.000 Delikte festhalten können. Wir brauchen innere Sicherheit.“ In Zahlen nannte die Ministerin darüber hinaus 3169 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 2008 Urkundendelikte wie Ausweisfälschungen, 903 Waffen- und Sprengstoffdelikte, 733 Eigentums- und Vermögensdelikte, 4836 Verkehrsdelikte und 13.201 Fahndungstreffer. Darunter 750 Haftbefehle, 61 Wiedereinreisesperren und 111 Personen die europaweit zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben waren.

Erfolgreicher ARD-Krimi ‚Watzmann ermittelt‘

Neue Folgen ab Sommer 2020

Sie drehen für die neue Folge „Watzmann ermittelt“ in Berchtesgaden (v.r.): Geneveva Mayer, Andreas Giebel, Nadine, Regisseur John Delbrigde, Peter Marton, Marie Theres Kroetz-Relin, Rosalie Schlagheck und Sven Gielnik.

(gsp) Die neue Krimiserie „Watzmann ermittelt“ ist mit 3,3 Millionen Zuschauern seit Jahren die erfolgreichste ARD-Vorabendserie. Jetzt werden weitere acht Folgen zur ersten Staffel gedreht, auch für eine zweite Staffel wurde bereits ein Auftrag erteilt informierte Boris Ausserer von der Produktions‎firma ‎“Lucky Bird Pictures GmbH“. Sendestart soll im Sommer 2020 sein und vorab nochmals die ersten acht Folgen ausgestrahlt werden.

Dreharbeiten in Berchtesgaden

„Wir versuchen die Klischees zu umschiffen“, bekennt Hauptdarsteller Andreas Giebel, der die Rolle des etwas ‚grantelnden‘, aber herzlichen Hauptkommissars Benedikt Beissl spielt. Und doch lebt die Serie von den Klischees einzigartiger Landschaftsbilder, idyllisch gelegenen bäuerlicher Anwesen und den alten malerischen Gassen der Marktgemeinde Berchtesgaden. Für Krimispannung sorgen meist familiäre und private Tragödien, die sich im Rahmen der Ermittlungen weitgehend erschließen. So soll es in der neuen Folge eine Wirtin treffen, gespielt von Marie Theres Kroetz-Relin, deren Mann sich plötzlich von ihr trennt und sie mit der ganzen Lebenssituation alleine lässt. „Kein Klischee“, betont sie. Privat engagiert sie sich für die Rechte der Frau und für eine Inklusion von Flüchtlingen, etwa mit dem Projekt ‚kino-frauen-aller-kulturen‘.

Keiner stiehlt die Show

Hauptkommissars Benedikt Beissl ( Andreas Giebel) und sein Ermittlerteam.- Fotos: Gerd Spranger

Ein junges und dynamisches Gesicht der Serie ‚Watzmann ermittelt‘ ist der gebürtige Wiener Peter Marton in seiner Rolle als Kommissar Jerry Paulsen. Er geht spontan und mit Empathie auf die Menschen zu und erobert schnell die Herzen. Auch privat fährt er damit gut, versichert Marton. Neuland war für ihn Berchtesgaden, den Watzmann kannte er nur von der Ferne. „Die Leute hier sind natürlich etwas anders geprägt, wie etwa in einer Großstadt wie Wien.“ Damit aber komme er gut zurecht. Gut zusammen kommen auch die beiden Kommissare der Serie. Die Beziehung zwischen Andreas Giebel und Peter Marton habe sich vertieft. „Keiner stiehlt dem Anderen die Pointe und wir lernen vermehrt in leisen Tönen zwischen den Zeilen unseren Humor zu entfalten“, verrät Andreas Giebel.

Die Freiheit des Schauspielers

Regisseur John Delbrigde und Marie Theres Kroetz-Relin

Dass dazu Raum bleibt, sind sich die Akteure einig. Regisseur John Delbrigde gibt dafür die schauspielerische Freiheit. „Als Darsteller passen wir uns den besonderen Gegebenheiten vor Ort an und da gibt es immer wieder unbekannte Situationen und Umstände, die so im Drehbuch nicht zu finden sind. Ein gutes Team setzt das erfolgreich um, und wir machen unsere Sache nicht schlecht“, erklärt Giebel augenzwinkernd. Eine Vorabendserie sei auch nicht dazu angetan mit allzu viel Aktion oder psychologischen Tiefgang gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen. Sie soll unterhaltsame Spannung, eingebunden in einer reizvollen Kulisse, vermitteln. Und da macht der Watzmannkrimi seine Sache gut, wie die Einschaltquoten belegen. Ein wenig ist er zwischen Bergdoktor und Bozen-Krimi angesiedelt.

Berchtesgaden gewinnt
durch das Filmbusiness

Die Kommissare Jerry Paulsen (Peter Marton) und Benedikt Beissl (Andreas Giebel) posieren vor der Polizeistation in Berchtesgaden.

Für Maren Hauke, die die Dreharbeiten vor Ort für die BGL-Tourismus GmbH begleitet, ist der Erfolg der Serie für Berchtesgaden schon jetzt durch die zahlreichen positiven Rückmeldungen mehr als belegt. „„Die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH freut sich sehr darüber, dem Team von „Watzmann ermittelt“ optimale Rahmenbedingungen für den Dreh zu schaffen und die Region wiederholt in den neuen Folgen in Szene zu setzen. Durch das Film- und TV-Business gewinnt das Berchtesgadener Land nicht nur ein ausgezeichnetes Image, sondern erzielt auch eine hohe Reputation und Wertschöpfung. Wir freuen uns über den Film-Tourismus, den wir mittlerweile an beliebten Drehorten erleben dürfen“, bekennt BGLT-Geschäftsführer Peter Nagel.

Peter Marton mit Regisseur John Delbrigde und Geneveva Mayer, die Gerichtsmedizinerin in der ARD-Serie ‚Watzmann ermittelt‘.

 

Schafft es die Jennerbahn in die Gewinnzone?

Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn AG, Franz Moderegger (l.) und Aufsichtsrats-Vorsitzender Peter Hettegger präsentierten den Aktionären die aktuellen Geschäftszahlen.

(gsp) In den „neuen Jenner“ wurden 56,7 Millionen Euro investiert und ab Juni 2019 ist der volle Betrieb bis zur Bergstation wieder möglich. Schafft es die Jennerbahn kurzfristig  in die Gewinnzone? Ein erster Vergleich lässt hoffen.  Vergleicht man die aktuellen Zahlen der Jennerbahn mit jenen ‚der alten Bahn‘ aus der Saison 2015/2016, so ist der positive Trend klar zu sehen. Damals nutzten von Juni bis August 90.000 Gäste die Bahn. Heute zählt man in diesen drei Monaten 125.000 Fahrgäste.

Zielmarke von 220.000 Besuchern

Insgesamt registrierte die neue Jennerbahn seit November 2018 bereits 189.000 Fahrgäste. Damit stehen die Chancen gut, in den verbleibenden zwei Monaten des Geschäftsjahres die Besucherzahl von 220.000 Gästen aus dem Jahr 2015/16 zu übertreffen, hoffte man auf der Hauptversammlung der Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG) am ersten September-Wochenende.

Bis zu 3000 Gäste täglich

Dieses Ergebnis wird von den Gesellschaftern als ein außerordentlicher Erfolg gewertet, zumal bereits das Winterhalbjahr bis April 2019 die Erwartungen um 39 Prozent übertraf und der Betrieb nur bis zur Mittelstation offen war. Darum lagen die Umsatzzahlen im Vergleich niedriger. „Die aus dem Wintergeschäft und dem anfänglich nur eingeschränkten Sommerbetrieb noch übertragenen Umsatzrückstände werden aber sukzessive ausgeglichen“, freut sich Franz Moderegger, Vorstand der Jennerbahn. Er ist zuversichtlich, dass „die Planzahlen deutlich überschritten werden.“ Ebenso zeigt sich der Vorstand zufrieden mit den Ergebnissen aus dem gastronomischen Geschäft, das von der Jenneralm GmbH getragen wird. Ein weiterer Indiz für den guten Geschäftsverlauf ist das Ergebnis vom 04. September. Erstmals erreichte die Bahn an diesem Tag 3000 Gäste ‚im normalen Fahrbetrieb‘.

Ein neuer Tagungsraum

Verschwunden ist mittlerweile der große Kran, der über ein Jahr lang weithin sichtbar über den Rohbau der Bergstation aufragte. Die Hochbauarbeiten sind abgeschlossen und in den nächsten Wochen wird intensiv an den Außenanlagen und den Vorbereitungen zur Pistenanbindung gearbeitet. Mit der Hauptversammlung der BBAG wurde ebenso der große helle Tagungsraum eingeweiht, auch wenn die Technik und der letzte Schliff noch fehlte. Tagungen, Seminare und selbst Hochzeiten auf dem Jenner werden das Geschäft weiter voran bringen. Die Jenneralm GmbH hat sich bereits jetzt zu einer tragenden Säule des Gesamtunternehmens BBAG entwickelt.

Richard Wagner folgt
auf Wilfried Deubler

Zur Trennung vom langjährigen technischen Betriebsleiter Wilfried Deubler wollte man kein Statement abgeben. „Man hat sich einvernehmlich getrennt und werde auch künftig verbunden bleiben“, erklärte Franz Moderegger knapp. Als Nachfolger soll Richard Wagner eingesetzt werden, der bis zu seiner Ernennung vorläufig die Geschäfte des Betriebsleiters übernimmt.

Schon bei der Eröffnung der Bergstation der Jennerbahn im Juni ist das auf die Terrasse ‚aufgesetzte‘ Gebäude mit großem Veranstaltungssaal gut zu sehen. Im Hintergrund der Schneibstein (2.176 m). Die Schneereste sind im August längst verschwunden. Fotos: Gerd Spranger

 

Der Königssee ist einfach anders

Fjordartig schlängelt der See sich zwischen den steil abfallenden Felsen hindurch – Fotos: Gerd Spranger

Marcus Weisbecker ist seit dem Jahr 2000 Prokurist der Bayerischen Seenschifffahrt die auf dem Tegernsee, Starnberger See, Ammersee und vor allem auf dem Königssee Fahrgastschifffahrt betreibt. Der Königssee ist für den gebürtigen Bad Reichenhaller aber in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer See. Eingebettet zwischen Watzmann, Hagengebirge und Steinernem Meer und mit einer Tiefe von bis zu 200 Metern verleiht er dem Nationalpark Berchtesgaden eine einzigartige Prägung. Es führt keine Straße oder Bahn nach St. Bartholomä oder weiter zum Obersee. Die Welt scheint hier ihr Ende gefunden zu haben.

Seit 110 Jahren fahren Elektroboote

Prokurist Marcus Weisbecker vor dem Ensamble der Bootshäuser

Die sanfte Technik eines Elektroantriebes für die Boote, wie sie seit 110 Jahren über den See fahren, trägt dieser besonders naturnahen Beziehung Rechnung. Gemächlich und ruhig befahren die 19 Schiffe den Königssee mit einer Kapazität von jeweils nur 80 Personen. Das setzt Grenzen und von Juli bis September spüren die Besucher das an längeren Wartezeiten, selbst wenn die Schiffe im 6-Minuten-Takt ablegen. Für den Erhalt von Natur und der Idylle des Alpennationalparks bleibt es aber die bessere Perspektive und es gibt keine Alternative dazu, wie Marcus Weisbecker ausführt.

„Der Nationalpark setzt Grenzen“

Jährlich bis zu 700.000 Menschen überqueren den See mit den Elektrobooten.

„Das Ensemble unserer Bootshäuser steht unter Denkmalschutz und wir könnten dort weder mehr, noch größere Schiffe unterbringen. Aber selbst wenn es ginge, etwa durch den Einsatz großer und schnellerer Schiffe mit Dieselantrieb, setzt der Nationalpark hier klare Grenzen und das ist auch gut so. Wir würden dieses Naturjuwel damit zerstören. Die zeitlose Majestät der Bergwelt mahnt uns zu einer gesunden Bescheidenheit. Entschleunigung ist das moderne Attribut dafür – Zeit haben und sich Zeit nehmen.“ Die Schiffe werden zudem komplett in der eigenen Bootswerft am Königssee gefertigt und dort auch gewartet. Die Bayerische Seenschifffahrt am Königssee ist je nach Saison für 70 bis 100 Menschen ein verlässlicher Arbeitgeber.

„Der See ist für alle da“

Sehnsuchtsort St. Bartholomä mit der Watzmann-Ostwand. Nur selten bleibt es ruhig während der Sommermonate.

„Einmal hatten wir den Versuch gestartet ab 14.00 Uhr keine Tickets mehr auszugeben. Sie glauben nicht was da los war, die Leute sind ja fast handgreiflich geworden. Ein Besucher beteuerte, dass er nach einer dreistündigen Anreise aus München es einfach nicht glauben kann, dass es jetzt keine Überfahrt mehr gibt.“ Natürlich könne man auch über den Preis die Zahl der Besucher reduzieren und die Fahrten deutlich teurer machen. „Das wollen wir aber nicht. Es würde die Falschen, nämlich Familien mit Kindern, treffen. Und der See ist für alle da, nicht nur für jene, die sich mehr leisten können.“

Zu lange beim Frühstück,
zu spät am See

Ein neues Schiff, etwas länger und etwas größer, wartet auf seine Fertigstellung. Bis zu 120 Gäste kann es aufnehmen.

Eine andere Ursache für die Rush-Hours sieht der Prokurist in den heute üblichen großen Frühstücksbuffets der Hotels. „Heute buchen viele Halbpension, stehen etwas später auf, frühstücken reichlich und landen dann gegen elf Uhr bei uns an. Dann wird es natürlich eng am Schalter und ebenso bei der Rückfahrt, wenn zwischen 16 und 17 Uhr alle gleichzeitig fahren wollen. Es ist auch die Zeit in der viele Bergsteiger zusteigen. Auch können an den Stegen in St. Bartholomä und am Salet nur zwei Boote gleichzeitig festmachen. Die Grenzen des Machbaren sind eng gesetzt.“

Viele Besucher
unterschätzen den Zeitfaktor

Die Werft der Königsseeschifffahrt ist komplett unabhängig und alle Arbeiten werden selbst ausgeführt.

Man könnte für die Rückfahrt gleich die Zeit mit buchen und so die Zahl der Fahrgäste steuern. Das funktioniert einigermaßen beim Kehlsteinhaus, nicht aber am Königssee, ist sich Weisbecker sicher. „Selbst jene, die den See und sein Umfeld kennen, haben damit ihr Problem. Was ist, wenn der Besucher sich beim Besuch der Eiskapelle in der Zeit verschätzt oder spontan vom Salet aus noch an den Obersee gehen möchte? Da sind ein, zwei Stunden gleich zusammen. Wie aber soll ein Ortsfremder das überblicken können?“ Der Königssee ist nämlich auch Ausgangspunkt für Wanderungen und einiger großer Bergtouren, die bis weit in den Alpennationalpark Berchtesgaden reichen.

Entschleunigen am Königssee

„Nichts geht mehr“, Endstation. Hinter dem Obersee geht es nur noch für geübte Bergsteiger weiter.

Organisatorisch schafft selbst die wechselnde Zahl an Bergsteigern mit zwei zusätzlichen Haltestellen Umstände, die nicht zu kalkulieren sind. Hingegen ist Marcus Weisbecker mit dem Status Nationalpark sehr zufrieden. „Der gesteckte Rahmen erhält ein Gleichgewicht, und wir stoßen mit bis zu 700.000 Besuchern jährlich, vor allem während der Sommerferien, an unsere Grenzen“, so der Prokurist. Der Königssee ist aufgrund seines langgestreckten fjordartigen Charakters, eingegrenzt von hohen Bergen, für einen Massentourismus nur bedingt geeignet. Der See lädt eher zum Entschleunigen ein, wovon die Wallfahrtskirche St. Bartholomä bis heute ein stummes Zeugnis ablegt. „Am See geht es beschaulich zu, und es finden sich viele stille Winkel und Plätze“, ergänzt Marcus Weisbecker.

Onlinebuchung und Online am See

Das alles löst freilich nicht das Problem von langen Wartezeiten, obgleich seit August wieder Online-Reservierungen möglich sind und zur Entspannung beitragen. Auf jedem Fall investiert man am Königssee weiter, etwa in eine sieben Kilometer lange Seeleitung, so dass jetzt selbst St. Bartholomä und Salet endlich online sind. Im November wird eine neues Fahrgastschiff in den Betrieb genommen.

Drei Tage Sonnenschein für das Weinfest

Freunde treffen und mit Gästen
in geselliger Runde feiern

So alt wie der Euro ist das Weinfest in Bad Reichenhall, es wurde zum 17. Male rund um den Rathausbrunnen gefeiert. Dabei soll in der Alpenstadt bereits vor 350 Jahren, während einer ausgeprägten mittelalterlichen Wärmeperiode, der Weinanbau kultiviert worden sein, bekräftigt Mike Rupin, erster Vorsitzender des Gewerbevereins. der sich seit wenigen Monaten ‚Reichenhaller Unternehmerforum‘ (Rufo) nennt.

BGL-Tourismuschefin Dr. Brigitte Schlögl mit Weinfest-Initiator Peter Zumkeller, Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Mike Rupin, Vorsitzender der Bad Reichenhaller Unternehmer – Fotos: gsp

Von dieser kurzen Wärmeperiode abgesehen ist Oberbayern aber kein Weinland, sondern eher für seinen Hopfen bekannt. Doch das Weinfest in Bad Reichenhall kommt bei der Bevölkerung und den Gästen gut an. Und Initiator Peter Zumkeller musste 2019 sogar einigen Ausstellern absagen. „Wir wollen bewusst klein bleiben, denn das macht die Atmosphäre am Rathausplatz aus. Und mit rund 25 Ausstellern haben wir eine gesunde Grenze erreicht, so dass für die Besucher genügend Raum bleibt, das Ensemble mit Altem und Neuen Rathaus und den herrlichen Ausblick auf Staufen und Predigtstuhl wirken.“

Der Rathausplatz von Bad Reichenhall wird zur Festbühne für Weinkenner und Genießer.

Und es wirkt nach, denn viele Gäste und Besucher kommen seit Jahren zum Reichenhaller Weinfest. Für Dr. Brigitte Schlögl von der BGLT ist es das zweite Weinfest, und als Chefin des Reichenhaller Stadtmarketings freut sie sich besonders über den regen Besucherandrang, der 2019 einen neuen Rekordwert erreichen könnte, denn das Wetter hielt an allen drei Tagen. Einen persönlichen Bezug zum Wein hat sie durch ihre Großeltern, die Weinbauern im Burgenland waren. „Und auch hier sehen wir, dass Bayern und Österreich gut zusammen gehen, denn viele gute Weine und Aussteller kommen aus unserem Nachbarland“, so Dr. Schlögl. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner freute sich über das gesellige Miteinander von Gästen und Einheimischen, von Alt und Jung und die entspannte Atmosphäre im Zentrum der Alpenstadt.

Zoran Cica und sein Sohn präsentieren sich mit einem großen Buffet. Das Leben muss weitergehen nach der Gaststätte Schießstände, die drei Monate zuvor abbrannte.

Tatsächlich waren sogar Gäste aus Holland angereist. Für sie ist das Berchtesgadener Land südlich genug, und hier finden sie italienisches Ambiente und die Gebirgswelt harmonisch vereint. Viel Freude machte ihnen auch die Livemusik mit dem großen Akkordeon, bekannten Liedern und Weisen von Wien bis zur Nordsee. Lieder zum Mitsingen und Mitschunkeln, wie man es nach einem oder zwei Gläschen Wein und in angenehmer Gesellschaft gerne macht.

Mit der ganzen Familie, mit Nachbarn, mit ‚Kind und Kegel‘ auf dem Weinfest in Bad Reichenhall

Eine Künstlerin aus München ließ sich von dem geselligen Treiben sogar so inspirieren und fertigte Skizzen an, um sie für ihr nächstes Seminar mit einzuarbeiten. Ganz zwanglos ist es unter Freunden, Gästen und Nachbarn und viele fröhliche Runden und Gesichter waren 2019 auch wieder beim Reichenhaller Weinfest zu finden. Das Weinfest gestaltet sich dabei immer auch zu einem Schmankerlfest, denn an den Ständen werden viele kulinarische Leckerbissen angeboten, vom Schinken zum Braten, vom Käse bis zum Flammkuchen, vom Hendl bis zum Fisch und auch Süßigkeiten fehlten nicht.

Auszeichnung für den Kapuzinerhof

„Der Mensch ist es uns wert“

(gsp) Das Seminarhotel Kapuzinerhof in Laufen wurde jetzt als Teilnehmerbetrieb am „Umweltpakt Bayern“ für seine besonderen Verdienste und Leistungen ausgezeichnet. Der Umweltpakt ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und der bayerischen Wirtschaft und geht auf das Jahr 1995 zurück. Nicht ganz so weit reicht die Geschichte des Seminarhotels Kapuzinerhof in Laufen, es wurde nach der Renovierung, Erweiterung und Modernisierung des alten Klosters 2001 eröffnet und steht seit 2008 unter der Führung von Peter und Sina Fingerhut. Heute sind 40 Mitarbeiter beschäftigt und die meisten von Ihnen sind mindestens acht Jahre im Betrieb.

Bürgermeister Hans Feil, Hotelmeisterin Johanna Feil, Managerin und Hotelierin Sina Fingerhut, Landrat Georg Grabner – Fotos: Gerd Spranger

Umweltschutz ist für Sina Fingerhut nicht eine Sache des Images. „Was hilft ein Etikett oder ein Qualitätssiegel, wenn nicht erfüllt wird was es verspricht“, fragt sie. „der Mensch im Allgemeinen und unsere Gäste im Besonderen sind es wert, das Beste zu bekommen, was unsere Region zu bieten hat.“ Dass bei ihr hinter den Worten auch harte Fakten stecken, zeigen fast 30 Kriterien, die das Seminarhotel Kapuzinerhof aktiv für den Schutz der Umwelt erfüllt. Das beginnt bei der Schulung der Mitarbeiter, reicht über die Einsparung von Energie bis hin zu Lebensmitteln, die vorwiegend aus regionalem und ökologische Anbau bezogen werden. Selbst die Möglichkeit E-Bikes und Elektrofahrzeuge aufzuladen wird geboten.

Umweltschutz und gut wirtschaften

Landrat Georg Grabner, sprach bei der Überreichung der Urkunde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz von Synergien und der gegenseitigen Bereicherung und Befruchtung bei der Umsetzung des Umweltgedankens. „Der Kapuzinerhof ist ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, dass jeder von uns etwas für den Schutz der Umwelt tun kann. Für einen Betrieb heißt das in der Folge, dass er durch nachhaltiges Wirtschaften auch Kosten einspart, es rechnet sich.“

Landrat Georg Grabner gratuliert der Hotelbetreiberin Sina Fingerhut zu dem Erfolg des Seminarhotels Kapuzinerhof in Laufen.

Der Landrat erinnert sich, dass er sich vor über 15 Jahren beim Minister Thomas Goppel, als Abgeordneter im Bayerischen Landtag, intensiv für eine wirtschaftliche Nutzung der damals brach liegenden Klostergebäude eingesetzt hat. Es ist bis heute die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen, die das Seminarhotel nutzt. Doch der Kreis der Kunden reicht weit darüber hinaus und der Kapuzinerhof hat sich in Deutschland und Österreich einen guten Namen gemacht, ist an vielen Monaten im Jahr ausgebucht. Er lebt aber nicht nur vom Seminar- und Tagungsgeschäft, sondern ebenso von Familienfeiern und Firmenevents. Bürgermeister Hans Feil aus Laufen bekräftigt dabei die ausgezeichnete Qualität des Restaurants.

Urgemüse und regionale Produkte

Der Erfolg kommt aber nicht von ungefähr und zentral ist auch hier der Umweltgedanke und die Nachhaltigkeit verankert. „Wir haben noch nie einen Meeresfisch oder Garnelen, sondern ausschließlich heimische Fische auf der Karte geführt. Unsere Gäste haben das auch immer zu schätzen gewusst“, nannte Hotelmeisterin Johanna Feil ein Beispiel. Vor zehn Jahren etwa habe man bereits damit begonnen, vergessenes Urgemüse, Saaten und Kräuter vorzustellen und wieder in Erinnerung zu bringen. „Wir brauchen keine Modetrends, müssen nicht besser, höher oder weiter springen, um mit der Zeit gehen zu können. Wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen und versuchen einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten“, gibt sich die Hotelmeisterin bescheiden.

Stadt Laufen mit hohem Freizeitwert

Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der Mensch, war man sich bei dem Austausch im Landratsamt einig. Georg Grabner betonte, „dass es einfach zu spüren ist, ob der Service oder auch das, was die Karte bietet, mit Herz und Verstand zubereitet ist. Man schmeckt es ebenso, wie man Herzlichkeit spüren kann. Und das ist nicht nur eine Phrase, denn ‚Herzlichkeit‘ ist uns heute weitgehend verloren gegangen.“ Ebenso zählen auch das Umfeld zu den ‚Erfolgsfaktoren‘ und Laufen etwa verstrahle ein wenig abseits der Bundesstraße einen südlichen Charme, ist sich Bürgermeister Feil sicher. Das werde auch immer mehr wahrgenommen, denn nicht umsonst sei die Einwohnerzahl des Salzachstädchens in den letzten zehn Jahren von 5.800 auf 7.200 gestiegen. Laufen punkte mit seiner Nähe zum Abstorfer-, Waginger-, Obertrumer- und Mattsee sowie zu seiner Nähe und guten Anbindung nach Salzburg.

Die richtige work-life-balance

Herausforderungen kommen aber noch von einer ganz anderen Seite. „Die Menschen streben heute immer mehr nach einer ‚work-life-balance“, ist sich der Landrat sicher. Für die Hotellerie und Gastronomie aber setze das andere Herausforderungen als im Öffentlichen Dienst. „Hier muss noch viel getan werden“, räumt die Chefin des Kapuzinerhofes ein, sieht den eigenen Betrieb aber auf einen guten Weg. „Wir sind kein Saisonbetrieb und wir arbeiten in zwei Schichten“, bekräftigt sie. „Auch hier arbeiten wir nachhaltig und die Mitarbeiter danken es uns. Natürlich möchten wir Familie und Beruf miteinander in Einklang bringen“, sonst wären wir schlechte Arbeitgeber und Gastgeber.“

Bestnote für den Kapuzinerhof

Das bestätigen ebenso die Gäste, denn sie gaben dem Haus bei Holiday-Chek 5,8 von möglichen sechs Punkten. Ausgezeichnet wurde das Seminarhotel bereits von der Europäischen Union der Köche, von Slow-Food Deutschland, von der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land, von Greentable und aktuell vom Umweltpakt Bayern.