Archiv der Kategorie: Marketing

Stefanie Kohl bringt viele Branchen zusammen

Im Team den neuen Kurs bestimmen
Über Grenzen hinaus gehen

(gsp) Aktuell segelt der Gewerbeverein der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden in einer kräftigen Brise bei ruhiger See. Ein ganzes Dutzend erfolgreicher und wiederkehrender Veranstaltung sind bestens organisiert und sorgen für eine Belebung der Marktgemeinde, der Zusammenhalt und die Stimmung im Verein ist gut, und es herrscht eine Aufbruchstimmung. Doch gebrauchen die Unternehmer lieber das Bild eines großen Ruderbootes, in dem jeder seinen Platz findet und im gleichen Takt Fahrt aufgenommen wird. Neue Steuerfrau ist seit vergangene Woche Stefanie Kohl, die zur ersten Vorsitzenden gewählt wurde (wie berichtet).

Sie kennt ‚das Rudern‘, stammt aus einer Unternehmerfamilie, hat sich viele Jahre als alleinerziehende Mutter behaupten müssen, und parallel dazu eine Karriere gemacht, die von Wechsel und Herausforderungen geprägt war. Von der Textilreinigung über die Steuerfachgehilfin hin zur Finanzbuchhalterin war es ein weiter Weg. Doch für ‚Steffi‘, wie sie hier in Berchtesgaden genannt wird, war damit nicht Schluss. Sie machte weiter als Microsoft Office-Beraterin in Stuttgart, war Assistentin der kaufmännischen Leitung der Schönklinik und machte ihre Fachwirtin im Gesundheitswesen. Einen neuen Weg schlug sie ein, als sie 2013 ihren heutigen Mann und Unternehmer Alexander Kohl kennenlernte.

„Heute arbeite ich im Unternehmen mit und freue mich in einer Großfamilie zu leben“, bekennt sie. Ihre vier Söhne sind mittlerweile erwachsen und auch ein erster Enkel zählen zur Familie, ebenso wie ein Hund. Das hört sich nicht nach Langeweile an, sondern nach einem ausgefüllten Leben. Dennoch hat sie sich bei den AUB zur Wahl gestellt, ‚ein Herzensanliegen‘, nannte sie es. Was aber hat Stefanie Kohl vor, was bewegt sie?

Mit Diplomatie zum Erfolg

Selbst sieht sie sich, ebenso wie ihren Vorgänger Berni Zauner, als Diplomatin die anpacken kann und Ziele erreicht. Als geborene Waage wünscht sie sich gut im Team zu arbeiten und hier scheint der Vergleich zum Ruderboot wieder durch. Bei einer großen Besatzung – und die Aktiven Unternehmen zählen 150 Mitglieder – kommt es auf den Gleichklang an, um vorwärts zu kommen. Darum möchte sie sich zuerst mit ‚den Machern‘ und Beiräten über gemeinsame Ziele unterhalten.

Eines aber ist ihr schon heute am Herzen. Sie will den Verein weiter öffnen. „Wir haben von der Marktgemeinschaft Berchtesgaden bis hin zu den Aktiven Unternehmen Berchtesgaden schon einen weiten Weg hinter uns. Zugleich gibt es noch viel Potential in anderen Berufen und Dienstleistungsunternehmen und auch aus den anderen vier Gemeinden des inneren Landkreises finden hoffentlich noch viele Selbständige den Weg zu uns“, wünscht sich Steffi. „Auch ein Arzt oder Heilpraktiker, ein Handwerker oder Dienstleister haben gute Ideen und ihre spezielle Sicht auf die Dinge. Das hilft uns insgesamt und jedem Einzelnen weiter.“

Die eigenen Stärken erkennen

Zugute kommt ihr die breite Ausbildung in ganz unterschiedlichen Berufsfeldern. Sie kennt viele Facetten, vom Familienbetrieb bis hin zum Großunternehmen, und das in unterschiedlichen Branchen. Flexibilität in Verbindung mit fachlicher Kompetenz sind heute gefragte Tugenden. Steffi Kohl hat sich entschlossen, das zum Wohl von Berchtesgaden einzubringen. „Wenn wir gemeinsam stark sind, müssen wir eine Konkurrenz aus Salzburg oder über das Internet nicht scheuen. Wir haben unsere ganz eigenen Stärken und das weit über das eigene Geschäft hinaus, wie etwa die Marktfeste – von den Wochenmärkten bis zu den Ganghofer-Sonntagen, die Live-Musik jeden Montag oder ganz besondere Events wie ‚Berchtesgaden leuchtet‘ – zeigen.

Auf dem Jenner ist jetzt ein weiterer ‚besonderer Termin‘ gesetzt. Es ist der Event und die 40-Jahr-Feier der City Blues Connection mit Norbert Egger an der Spitze unter dem Motto: „Blues, Jazz ’n‘ Rock on Top“ am 31. August. Auch hier wirken viele potente Partner zusammen wie die Aktiven Unternehmen Berchtesgaden e.V., die Jennerbahn GmbH und die Familie Egger Holding AG. „Der Event ist in erster Linie unseren Mitarbeitern gewidmet. Es ist ein großes DANKESCHÖN für ihre Leistungen, ihren Einsatz, den sie das ganze Jahr über aufbringen“, betont Stefanie Kohl.

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Hohe Erwartungen in das neue Aja-Resort in Ruhpolding

Hohe Erwartungen werden in das Aja-Resort in Ruhpolding gesetzt. Fotos: Gerd Spranger

(gsp) Touristisch ist die Eröffnung des Aja-Hotelresorts in Ruhpoling am 3. Mai ein Paukenschlag, ein Weckruf für die kleine 7000 Einwohner zählende Gemeinde, die jährlich 608.000 Übernachtungen bei 122.000 Gästen verbucht. Das ist ordentlich, doch 1981 zählte man bereits über eine Million Übernachtungen. Auch hat der Ort in den letzten 20 Jahren rund 2000 Gästebetten verloren, bekennt Tourismusmanager Herbert Ringsgwandl. Bürgermeister Claus Pichler spricht von einem Strukturwandel, den der Ort durchlaufen habe, so wie die meisten Urlaubsorte in Oberbayern. „Die Gäste reisen kurzfristiger, bleiben kürzer und dafür mehrmals jährlich,“ führt das Gemeindeoberhaupt aus und ergänzt: „Das neue Ressort könnte eine gute Antwort auf diesen Wandel sein, vorausgesetzt, die Betreiber halten das Geschäft am Laufen und finden gutes Fachpersonal, es wird sich zeigen.“

Blickt man von Inzell kommend auf Ruhpolding, so sind die Greens des Golfplatzes dem Ort direkt vorgelagert. Rechts, direkt am Rand der Greens, liegt das Aja-Resort Ruhpolding

Ruhpolding der Inbegriff Bayerns

Claus Pichler sprach bewusst die glanzvollen Tourismusjahre des Ortes an, als sogar die renommierte Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ 1967 schrieb: „Für viele hunderttausend Bundesbürger ist Ruhpolding zugleich der Inbegriff Bayerns geworden, versinnbildlicht Almenrausch und Edelweiß, Schuhplattler und Sepplhose.“ Er meint, dass „Ruhpolding im Tourismus nie so weit gekommen wäre, hätte es nicht den Mut gehabt, neue Wege zu gehen.“ Und dafür steht der Ort im oberbayerischen Chiemgau, im Landkreis Traunstein.

In Bestlage direkt am Golfplatz

Durch die verwinkelte Architektur – drei große Baukörper laufen schräg zueinander zusammen – wirkt das 500-Betten-Hotel nicht so dominierend und passt sich gut in das Landschaftsbild ein.

Das Aja-Hotelresort steht in Bestlage direkt am Rand des Golfplatzes. „Wir haben auch 20 Jahre lang nach einem potenten Investor und Betreiber gesucht“, erzählt Herbert Ringsgwandl. Die Suche hat sich gelohnt, denn in 230 Komfort-Kingsize-Doppelzimmer und 14 Suiten stehen knapp 500 Gästebetten und der Betreiber, die ‚A-ja-Resort und Hotel GmbH‘ (eine 100prozentige Tochter der ‚Deutschen Seereederei GmbH‘), investiert 40 Millionen Euro in den dreigeschossigen Neubau. „Für den gesamten Chiemgau ein interessantes und spannendes Projekt“, freut sich Stephan Semmelmayr von der Chiemsee-Chiemgau-Tourismus. Es fehlen Hotels im gehobenen 3-Sterne und 4-Sterne-Bereich. Hier verzeichnen wir den größten Anfrage-Überhang.“

Größe und Markt
müssen sich entsprechen

Und immer wieder der Blick auf die Ruhpoldinger Bergwelt. HIer der Rauschberg im Hintergrund.

Auf die Größe des ländlich geprägten Umfeldes angesprochen bricht Bürgermeister Claus Pichler eine Lanze für den Investor. „Von den ersten Entwürfen bis hin zur Umsetzung haben die Betreiber viel getan der Landschaft und und dem Umfeld zu entsprechen. Allerdings“, schränkt er ein, „werden Sie nirgendwo ein kleines Haus finden, dass viele Zimmer, Appartements und Suiten bietet und den modernen Erfordernissen des viel gereisten Gastes von heute entsprechen kann. Das ist eine Utopie und der Blick nach anderen touristischen Destinationen zeigt, dass Größe und die Anforderungen des Marktes entsprechen müssen.“

DEHOGA erwartet
neue Impulse für die Region

Frontcooking mit alpenländischen Spezialitäten und besondere Noten von der See, von der Nordsee im Aja-Resort Ruhpolding

Ein Befürworter des Aja-Resort ist der DEHOGA mit seiner Kreisstelle in Traunstein. Hotelier und DEHOGA-Vorstand Peter Stocker sieht für Ruhpolding neue Impulse für einen nötigen Aufschwung. „Ein vergleichbares Projekt findet sich im Chiemgau bislang nicht, doch mehr solcher Hotelprojekte, vor allem im 4-Sterne-Superior-Bereich wünschen wir uns“, bekräftigt Peter Stocker. Selbst führt er seit Jahrzehnten das familieneigene Seehotel Wassermann in Seebruck am Chiemsee. Er sieht keine Konkurrenz für klassische Familienhotels, „die liegen seit Jahren voll im Trend“, ist sich der Hotelier sicher. Und: „ein Resort dieser Größe und Ausrichtung spricht ganz andere Gästekreise an.“

Genügend Platz auf den Greens

Im Aja-Resort Ruhpolding hat man einen Sinn für das Besondere. Resort-Manager Ralf Meister will das Hotel zu touristischen Höhen führen. Dafür steht symbolisch die Gondel einer Bergbahn.

Ebenso freut sich der Golfclub Ruhpoding über diese neue Klientel. Der Präsident des Clubs, Herbert Fritzenwenger, sieht der Eröffnung des direkt an den Greens angrenzenden neuen Aja-Resorts gelassen entgegen. „Wir haben aktuell 1000 Mitglieder und davon etwa 250 aktive, die mehrmals die Woche spielen. Täglich sind etwa 100 Golfer am Platz und wir haben eine Kapazität bis 200, ohne dabei an unsere Grenzen zu stoßen. Das neue Hotelressort ist für den Golfclub Ruhpolding eine große Chance.“

Ruhpoldinger Hoteliers
befürworten das Aja-Resort

Hotelier Markus Eismann
vom 4-Sterne-Alpenhotel Wittelsbach (32 Zimmer/ 60 Betten):

„Wir haben das Projekt immer unterstützt, denn wir brauchen Investment im Tourismus und freuen uns, dass jemand in den Ort und die Region investiert. Ruhpolding bietet bislang kein Haus mit 100 Einzelzimmer für große Tagungen und Kongresse. Es ergeben sich Synergien mit der nahen Chiemgau-Arena, die Biathlon Trainings- und Wettkampfstätte.“

Die Pfarrer Thomas Schmeckenbecher (evang.) und Otto Stangl (kath.) segnen das neue Resort als einen besonderen Ort der Gastlichkeit.

Hotelier Theo Stegmeier
vom 4-Sterne-Wohlfühlhotel Ortnerhof
(44 Zimmer/ 95 Betten)

„Das neue Ressort ist positiv für den Ort. Ein Haus mit dieser Größe und mit diesen Möglichkeiten wird Ruhpolding gut tun.“ Persönlich hätte er sich zwar ein 5-Sterne-Haus gewünscht, doch so ist es ein anderes Konzept und ein anderer Gästekreis, die ihren Weg finden werden.“ Theo Stegmeier hofft auf eine ‚Gute Nachbarschaft‘ und ist überzeugt davon, dass es auch unter den Gästen zu einem gegenseitigen Austausch kommen wird.

Hotelier Christian Mono
vom 4-Sterne Steinbach-Hotel (75 Zimmer/ 130 Betten):

„Von der fachlichen Seite wird es wohl funktionieren, denn es haben sich über viele Jahre hinweg viele Köpfe viele Gedanken gemacht und dabei viel Geld investiert. Das Aja wird einen neuen Gästekreis ansprechen und das wird dem Ort gut tun. Allerdings halte ich persönlich das Projekt für Ruhpolding als zu groß und es passt nicht in das Landschaftsbild. Andere Bauherren haben bereits Probleme ein Dachfenster einzubauen.“

Der Chiemsee-Chiemgau-Touristiker
Stephan Semmelmayr egänzt:

„Die Struktur der Vermieterbetriebe im Landkreis ist extrem klein strukturiert. Nirgendwo sonst ist der Anteil an Kleinvermieter (bis 8 Betten) höher als im Chiemgau. Deswegen brauchen wir dringend solche Betriebe, die hoffentlich auch andere Investoren ermutigen sich in der Region zu engagieren.“

„Ozapft is“ mit dem Bier vom Hofbräuhaus Traunstein, das als regionale Brauerei in das Sortiment mit aufgenommen wurde. Von links: Bräu Maximilian Sailer, Verkaufsleiter Andreas Hell, Resort-Manager Ralf Meister, Richard Hundhammer, DSR-Projektentwickler Torsten Vey und Daniel Bär von der Geschäftsleitung der DSR Hotel Holding.

Keine Tagungen im Ferienhotel

Bereits am zweiten Wochenende nach Eröffnung ist das Aja-Resort ausgebucht, knapp 500 Gäste werden das Hotel an seine Grenzen bringen, der erste wirkliche Testbetrieb. Angestrebt wird eine jährliche Auslastung von 80 Prozent. Zum Konzept des Hotels gehört der bewusste Verzicht auf Veranstaltungsräume, „obwohl die Nachfrage dafür vorhanden ist“, bekennt Ralf Meister. Es gäbe im Ort aber mit dem Kurhaus oder auch mit der nur wenige Kilometer außerhalb gelegenen Chiemgau-Arena genug Räumlichkeiten selbst für größere Events. Damit entfällt auch der Tagungs- und Seminarbereich. „Wir sind ein Urlaubs- und Ferienhotel mit Wellnessausrichtung, das verträgt sich nicht mit dem Geschäftsbereich“, ergänzt der Resort-Manager.

Daniel Bär von der DSR Hotel Holding (Deutsche Seereederei) und Resort-Manager Ralf Meister begrüßen die ersten Gäste im Aja-Resort Ruhpolding.

Das Aja-Resort Ruhpolding ist das erste Ferienhotel des Betreibers in den Alpen. Vor einem halben Jahr eröffnete man das City-Resort in Zürich und in 18 Monaten soll Garmisch Partenkirchen folgen. Die Aja-Resort und Hotel GmbH ist eine Tochter der Deutschen Seereederei GmbH (DSR). 2013 wurde in Warnemünde das erste Aja-Resort eröffnet.

3,5 Sterne für das neue
Aja-Resort in Ruhpolding

Zur Eröffnung des Aja-Resort in Ruhpolding liegt noch keine Sterneklassifizierung durch den DEHOGA vor. Resort-Manager Ralf Meister spricht jedoch von einem 4-Sterne-Haus. Damit dürfte er im Bereich des Spa mit Nivea-Wellnessabteilung, Fitnessraum, Sauna und Schwimmbad richtig liegen, auch mit dem großen Restaurant. Überhaupt ist es für den ländlich geprägten Chiemgau in jeder Hinsicht ein Haus der Superlative. Es braucht Größe, allein im Restaurant werden 220, auf der Terrasse 122 und im Biergarten 60 Plätze geboten. Dem Restaurant vorgelagert ist ein großer Barbereich und eine eigene Lounge für Stammgäste. Hohe Glasfronten geben den Blick in fast alle Richtungen auf die Ruhpoldinger Bergwelt, vom Rauschberg hinüber zum Unternberg und bis zum Sonntagshorn, mit 1961 Meter der höchste Berg im Chiemgau, auf dessen Gipfel die Grenze nach Österreich verläuft.

Der Spa-Bereich von Nivea hat auch für Männer viel zu bieten.

Bei einer 4-Sterne-Klassifizierung dürfte es bei den 230 Hotelzimmern knapp werden. Die Räume wirken beengt, das große Doppelbett füllt fast den ganzen Raum aus und die meisten Zimmer haben noch nicht einmal einen Balkon. Hier wurde mit spitzem Rotstift geplant, doch Hotelmanager Ralf Meister spricht bei einem Preis von 89 Euro pro Person inklusive Frühstück und Nutzung des Spa-Bereiches von einem günstigen Angebot. Der Eröffnungspreis liegt aktuell noch bei 64 Euro. Urlaubsstimmung wird auf den Zimmern nur schwer aufkommen, zum Schlafen aber sind sie ausreichend und das ist wohl auch der Plan. Die 14 Suiten mit großzügigem Raumangebot werden mit 120 Euro p.P. und Nacht berechnet.

Platz nehmen, sich entspannen – Wellness hautnah erleben.

Tagsüber sollen sich die Gäste im Hotel mit seiner breiten Infrastruktur entspannen, im nahen Ort oder an einem der Ausflugs- und Aktivprogramme teilnehmen. Aja-Wunscherfüller beraten dabei und die inkludierte Chiemgau-Karte bietet die kostenlose Nutzung von 30 Attraktionen der Region zum Nulltarif, darunter drei Bergbahnen, zwei Bäder und sechs Museen. Das dieser Trend richtig ist, zeigen auch die Buchungen. Zu 90 Prozent werden Übernachtung mit Halbpension gebucht. Darum gibt es mittags in dem Marktrestaurant mit Frontcooking auch nur ein kleines Angebot aus der alpenländischen Küche, ergänzt mit Fischgerichten und mediterraner Spezialitäten.

Reportage: Gerd Spranger

Lesen Sie auch in der AHGZ unter:
neueroeffnung-a-ja-ruhpolding-ist-gestartet

Wenn Häuser Geschichten erzählen könnten

50 Jahre Hotel-Pension Steiermark 

(gsp) 1969 erwarb Gertrud Wiedenmann die Hotel-Pension Steiermark in Bad Reichenhall, in ruhiger Lage, in der Nähe der RupertusTherme. Nicht nur das Haus, sondern auch Bernd Temeier, einer ihrer ersten Gäste, hatte es ihr angetan. Sie heirateten bald und ihre jüngere Tochter Julia führt heute die Geschäfte der um 1900 im Stil der Neurenaissance erbauten Villa. Sie steht für die ‚goldenen Jahre‘ in Bad Reichenhall, als im Kurviertel viele noble Villen und Beherbergungsbetriebe entstanden. Viele von ihnen haben in der Folge der Gesundheitsreform (1989) in den 90er-Jahren ihren Betrieb schließen müssen. In Bad Reichenhall gingen die Übernachtungszahlen von 1,7 auf 0,8 Millionen zurück. Die Familie Temeier aber überstand diese Krisenzeiten und investierte jährlich. Das fast 120 Jahre alte Hotel ist jetzt 50 Jahre im Besitz der Familie.
Foto:  Mit dem Türmchen, Erkern, Balkonen und den hohen Fenstern scheint das Haus wie aus der Zeit gefallen, die um 1900 so ganz anders war wie die heutige.

Etagentoilette und fließend Wasser

Im Tourismus sind 50 Jahre eine großer Zeitspanne, vieles hat sich verändert, ist heute nicht mehr denkbar. So erinnert sich Gertrud noch daran, dass es in den ersten Jahren auf der Etage nur eine Toilette gab, die dann von bis zu acht Personen benutzt wurde, und auch nur ein Wannenbad und ein Telefon. Die Zimmer hatten ‚fließend kalt und warm Wasser‘, jedoch verfügte die Pension Steiermark bereits über eine Zentralheizung, damals keine Selbstverständlichkeit. „Zimmer mit Frühstück gab es für 13 DM“ , erzählt sie.

Geselligkeit ohne TV

Im großen Frühstücksraum saß man in früheren Jahren auch abends noch gerne zusammen, die Gäste kannten sich häufig untereinander und nur hier gab es einen Fernseher im Haus. „Sobald wir TV auf den Zimmern hatten, war es auch vorbei mit der Geselligkeit. Die Gäste zogen sich abends mehr ins Private zurück“, erzählt sie. Die meisten Urlauber reisten mit der Bahn an und fuhren dann mit dem Taxi zur Pension. „Ein eigenes Auto hatten wir in den ersten Jahren gar nicht“, erinnert sich Gertrud Temeier. Die Gäste gingen zu den Kurkonzerten, in das Rupertusbad mit dem Solebewegungsbecken oder hinauf nach Nonn, wo vor allem der Gablerhof ein lohnendes Ziel war. Eine Fußgängerzone gab es damals auch noch nicht, die kam erst 1975.

Einbrüche von über 50 Prozent

Die ersten Jahre waren nicht leicht, denn als gebürtige Schwäbin verfügte sie in Bad Reichenhall kaum über Kontakte. Sie kannte den Ort, weil ihre Mutter damals einige Male hier zu Kur war. „Glücklicherweise unterstützte uns damals eine nette Dame aus dem örtlichen Reisebüro und auch die Hoteliersfamilie Saile vom damaligen „Sparkassenheim“ schickte uns immer mal wieder Gäste. Die sind drei bis vier Wochen geblieben und meistens wiedergekommen. Heute ist das anders, nur wenige reisen noch Jahr für Jahr in den gleichen Ort und kaum länger als eine Woche.

Eine alte Villa fordert viele Investitionen

1989 war aber nicht nur das Jahr der ‚Blümschen Gesundheitsreform‘, sondern auch das Jahr der Deutschen Wiedervereinigung. Die ‚Ossis‘ entdeckten den bayerischen Alpenraum für sich und viele auch die Kurstadt. So wandelte sich der Gästekreis in Bad Reichenhall langsam und ständig, auch in der Hotel-Pension Steiermark. Das familiengeführte Unternehmen stellte sich darauf ein und investierte weiter. Die alte charaktervolle Villa, die von außen und innen zumindest die Erinnerung an eine Zeit wach hält, die so ganz anders war, musste erhalten werden. „Alle bewundern zwar unser Haus, weil es Würde und Alter in sich vereint, doch die Kosten der Erhaltung sind enorm.“ Ein neues Vier- oder Fünf-Sternehaus, errichtet nach neuesten baubiologischen Richtlinien, hat da ganz andere Voraussetzungen.

Russen entdecken das Haus

Schätzen tun das besondere Ambiente aber die Gäste, denn wo sonst werden einem so hohe und helle Zimmer geboten, ist allein die alte Treppenstiege schon herrschaftlich, und für einen guten Service und zeitgemäßen Komfort sorgt die Familie Temeier. Mit der ersten Homepage entdecken zunehmend Gäste aus Russland das Haus und Gertrud Temeier hat sie ins Herz geschlossen. „Bei uns war eher die Mittelschicht vertreten, einfache Leute, die sich über einen Urlaub in Bad Reichenhall außerordentlich freuen. Wir haben beste Erfahrungen mit ihnen gemacht.“

Neue Gästegruppen durch das Internet

Im weiteren ‚Wandel der Technik‘ wird seit ungefähr 2012 vermehrt über Internetportale wie etwa booking.com gebucht. Seit drei Jahren sind es auf einmal wieder viele Gäste aus Deutschland, die im Hotel Steiermark einchecken. Ein Novum ist die Hotel-Pension Steiermark auch in anderer Hinsicht. Sie hat sich bis heute nicht nach Sternen klassifizieren lassen. „Es kostet viel Geld, fordert viele Investitionen und nicht alle sind für uns sinnvoll“, erklärt die Junior-Chefin Julia, die den Betrieb 2014 übernommen hat.

Von März bis Oktober ist das Hotel garni Steiermark nahezu ausgebucht. Von November bis März werden die Renovierungsarbeiten vorgenommen, und nur die sechs Ferienwohnungen stehen zur Vermietung zur Verfügung. Auch das war ein großer Trend, das Einrichten von Ferienwohnungen. „Gerne wird aber der Frühstücksservice in Anspruch genommen“, verrät Julia Temeier.

Ein Blick in die alte Kur-Zeitung

Viele Pensionen, Hotels
und Kuranstalten sind längst Geschichte

Der Sprung von 1999 ins neue Jahrtausend war wesentlich kleiner – von der Einführung des Euro abgesehen – als der von 1989, vor allem wenn es um die Entwicklung der alten Kur- und Badeorte geht. Auch Bad Reichenhall bekam das mit Rückgängen von bis zu 30 Prozent bei den Kuren zu spüren. Im Mittelpunkt stand dabei das Gesundheits-Reformgesetz von Norbert Blüm, die große Gesundheitsreform – und damit ‚das Aus‘ der offenen Badekuren – folgte einige Jahre später.

Wir haben in einer alten Kurzeitung geblättert und dabei wieder einige Fundstücke gemacht. Auch viele kleine Pensionen und Hotels entdeckt, die es längst nicht mehr gibt, ebenso sind die Kuranstalten fast alle längst Geschichte. Darum zeichnet Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner mit seiner Aussage, dass „es in Bad Reichenhall die letzten 30 Jahre keine Hotelneubauten mehr gegeben hat“, nur das halbe Bild.

Touristinfo am Bahnhof mit drei Angestellten

Die treibenden Kräfte im Staatsbad waren in jenen Jahren Kurdirektor Wolfgang Städtler und Dr. Herbert Pfisterer vom Kur- und Verkehrsverein, der bis 2005 die gesamte Werbung und Außendarstellung Bad Reichenhalls – vor allem auf vielen Tourismus-Messen – voran brachte. Neue Schaltzentrale der Aktivitäten war das neu gebaute Kurgastzentrum. Bis 1987 war die „Touristinfo“ von Bad Reichenhall in einen Raum am Bahnhof (heute Eisdiele) untergebracht.

Sole-Bewegungsbad mit Therapiebecken

Damals wurden noch im Sole-Bewegungsbad „Rupertus“ Bewegungstherapien durchgeführt, aber auch Yoga, Tänze und Skigymnastik standen auf dem Programm. Und was die Ernährung betrifft, war man bereits in den 80er-Jahren längst am Umdenken. Diäten, Vollwert- und Schonkost waren die sichtbaren Zeichen davon. Selbst einzelne Betriebe spezialisierten sich darauf, wie etwa die Hotel-Pension Hansi in der Rinkstraße oder die Schroth-Kuranstalt in der Vogelthennstraße. Beide Betriebe gibt es heute nicht mehr. Im damals neuen Kurgastzentrum wird den Gästen „entspannte Unterhaltung in absolut rauchfreien Räumen bei nichtalkoholischen Getränken“ versprochen. Rauchfrei – war damals noch die besondere Ausnahme.

Eine große Kneipp-Abteilung

Neben einer Anzeige des „Sanatorium der Barmherzigen Brüder“ findet sich ein Beitrag zum Wandel der ‚Volksgesundheit‘. Schon damals sprach man von einer Zunahme der Alterskrankheiten. „Wer zur Kur fährt ist kein Drückeberger“ lautet die Headline. Die Kur werde weiter an Bedeutung gewinnen, waren sich ihre Fürsprecher sicher. Lebensqualität habe etwas mit „biologischer und psychischer Lebensbalance“ zu tun. Zu jener Zeit hat man kräftig investiert, etwa auch die Barmherzigen Brüder, in einem neuen Gymnastiksaal, ein Bewegungsbad und eine Vergrößerung der Kneipp-Abteilung und des Saunabereiches.

Geburt des ‚Sanften Tourismus‘

Touristisch mühte man sich einem ’sanften Tourismus‘ auf die Spur zu kommen oder ihn gar in die Spur zu bringen. War es damals die Sehnsucht nach einer ‚heilen Welt‘, litt man zu sehr unter der sich ständig drehenden Erfolgsspirale, den Änderungen in der Gesellschaft, der Harmonie zwischen Job und Familie? Die Ursachen waren damals ebenso vielfältig wie heute. Dr. Herbert Pfisterer vermutete dahinter sogar den Einfluss einer stärker werdenden ‚New-Age-Bewegung‘, von der heute keiner mehr spricht. Das New-Age des 21. Jahrhunderts hat weder geistig noch spirituell den erhofften Segen gebracht.

Gesundheitsbildung
und medizinische Aufklärung

Gesundheitsbildung, Patientenschulung und medizinische Aufklärung waren da wohl die seriöseren Ansätze um vor allem den Ruf des Staatsbades zu festigen. „Medizinische Aufklärung ist gefragt, die Kurgäste danken es.“ Und damals konnte man nicht einfach mal bei Google nachfragen. Der moderne Mensch sei gefordert von einer Gefährdung von Herz und Kreislauf, Bewegungsarmut, Allergien, Stress, Blutzucker und Bluthochdruck. Das klingt für uns auch heute noch nicht ganz unbekannt. „Kur- und Fachärzte sollen zwischen Arzt und Patienten ein Gefühl der Partnerschaft und des ‚Vertraut-Seins‘ herstellen.“

Das Hotelsterben begann bei den Pensionen

Das Hotel ‚Bayerischer Hof‘ und ‚Salzburger Hof‘ standen damals noch unter der Leitung der Hoteliersfamilie Herkommer, -Die Pensionen Villa Augusta, Hotel Aurora, Gästehaus Eisenrieth, Gästehaus Laxenburg, Haus garni Rosette gibt es heute nicht mehr, ebenso das Hotel Tiroler Hof, Hotel St. Peter, Sanatorium Dr. Mack, Sanatorium der Barmherzigen Brüder, Hotel Panorama, Hotel Hansi, Kuranstalt Geyer und auch die anderen Kuranstalten, die einstigen Hochburgen der Gesundheit. Einige der wenigen Pensionen die überlebt haben ist das Hotel Steiermark. Es feiert im Februar sein 50-jähriges Bestehen.

Dazu zählten die Kuranstalt Fürstenbad, das Viktoriabad, das Staatlich-Städtische Kurmittelhaus, die Kuranstalt Becker und auch die Kuranstalt Salus, die heute zur Klinik ausgebaut ist. Seit 30 Jahren ist in Bad Reichenhall kein neues Hotel mehr gebaut worden, ganz im Gegenteil. Viele haben für immer geschlossen. Die Hotels und Pensionen hatten damals auch noch keine Sterne, selbst nicht das Grandhotel Axelmannstein, es brauchte sie auch nicht, denn unter der Leitung von Steigenberger war es jeder Kritik enthoben und prominenten Gäste aus aller Welt logierten hier.

Kur-Anstalten: Es ist paradox, doch sie wurden teilweise wie Anstalten geführt. Lange Wartezeiten, bis man endlich mit seinen ambulanten Kuranwendungen an der Reihe war. Doch sie haben viel für die Volksgesundheit geleistet.

Was macht Bad Reichenhall als Alpenstadt so lebenswert?

Tourismus-Chefin Dr. Brigitte Schlögl im Gespräch mit der Redaktion

(gsp) Dr. Brigitte Schlögl, seit einem Jahr in der BGLT für die Marke Bad Reichenhall verantwortlich, gibt sich vorsichtig im Interview, wenn es um konkrete Marketing-Maßnahmen für die Alpenstadt geht und doch hat sie schon viel auf den Weg gebracht. Das Ergebnis der Umfrage zur „Einkaufsstadt Bad Reichenhall“, von Studenten der Universität Passau in der Region durchgeführt, hält sie noch unter Verschluss, möchte darüber erst den Stadtrat informieren. Regionale Schwerpunkte waren dabei Salzburg, der Pinzgau und der Chiemgau.

Salzburger schätzen die Alpenstadt

Soviel aber verrät sie schon, nämlich dass das Image der Kur- und Einkaufsstadt ‚bei den Salzburgern‘ wesentlich besser ist, als selbst bei vielen Einheimischen. Die inhabergeführten Geschäfte, die vielen Parks, die Fußgängerzone und auch die beschauliche Ruhe der lebenswerten Alpenstadt stehen hoch im Kurs. Und gerade darum möchte man die Werbung im nahen Salzburg verstärken, PR in den Salzburger Nachrichten, beim ORF und Salzburg-TV ausbauen.

Marketing der Stadt
und Tourismus gehören zusammen

„Das ist in eigentlichem Sinne kein touristisches Marketing, doch je mehr wir hier erreichen, die Kaufkraft in unserer lebenswerten Alpenstadt gestärkt wird, desto höher ist die Anziehungskraft bei den Gästen“, erklärt sie den Zusammenhang. Sie ist sich sicher, „dass die Verbindung von Stadtmarketing und dem touristischen Marketing zusammen gehören und nicht voneinander zu trennen sind.“ Als Beispiel nennt sie etwa den Adventrundgang und Christkindlmarkt, die 2019 unter ihrer Leitung und mit neuem Konzept vertieft werden sollen. Gleiches gilt auch für die “Klangwolke‘ oder das ‚Stadtlesen‘.

Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend

Tourismus und Stadtmarketing haben in Bad Reichenhall ein Gesicht, nämlich das von Dr. Brigitte Schlögl, hier vor dem Kurgastzentrum in Bad Reichenhall.

Die „Reichenhaller Klangwolke“ etwa ist ein Erlebnis der besonderen Art, das sich selbst in Salzburg herumgesprochen hat. Das Konzert des Philharmonischen Orchesters erklingt an einem lauen Sommerabend von 17 bis 20 Uhr in die gesamte Innenstadt, vor allem aber entlang der zwei Kilometer langen Fußgängerzone. Auf der Homepage der BGLT heißt es dazu überschwänglich. „Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend, zur schwungvollen Kurmusik der Bad Reichenhaller Philharmonie. Wenn im Königlichen Kurgarten die AlpenSole glitzernd in der Abendsonne am Solebrunnen am Gradierhaus zerstäubt, es überall grünt und blüht.“

Dabei spielt das Philharmonische Orchester nicht nur zur Klangwolke eine tragende Rolle. Es ist mit dem Staatsbad Bad Reichenhall seit 150 Jahren auf das Engste verbunden. Große Sinfonik in großer Orchesterbesetzung mit täglichem Konzertprogramm – das ist selbst in Bayern nahezu einzigartig.

Was hat Zukunft für Bad Reichenhall?

Es braucht Zeit, um mit allen Leistungsträgern Gespräche zu führen, Ideen aufzugreifen, auszuloten, abzuschätzen was davon Zukunft hat und in einem Konzept weiterverfolgt werden kann. „Ideen gibt es sehr viele denn Bad Reichenhall hat ein großes Potential“, so Dr. Brigitte Schlögl. Für sie beginnt jetzt, nach einem Jahr der Sondierung und erster Aktionen, die eigentliche Aufgabe. „Personell sind wir unterbesetzt und meine Arbeitskraft ist begrenzt, doch wir werden vieles anstoßen und auf den Weg bringen“, verspricht sie.

Leerständen den Kampf ansagen

So freut sie sich über die jüngste Schaufensteraktion  in der Diana-Passage. Dort werben im Großformat einige Motive der neuesten Fotos für die Vermarktung der lebenswerten Alpenstadt. „Leerstände und nackte Schaufenster sind unattraktiv, bieten aber eine gute Werbefläche. Und die neuen frischen Motive von Bad Reichenhall, die glückliche Menschen zeigen, sind eine Augenweide.“ Leerstände von Geschäften in der Reichenhaller Innenstadt will man engagiert angehen und abstellen. Einerseits mit der Gestaltung, aber auch durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsservice, der Unternehmerin und Unternehmer umfassend, individuell und vertraulich berät und begleitet.

Wo steht Bad Reichenhall
in zehn Jahren?

Man darf gespannt sein, wie es mit der Marke Bad Reichenhall als belebendste Alpenstadt weiter geht. „Aufschwung wird zunächst sicher der Neubau des Hotel Luisenbad und dessen Umfeld mit sich bringen, auch wenn wir während der Bauzeit zunächst verlieren“, ist sich Schlögl sicher. Weitere Hotelprojekte könnten folgen. Viel wird davon für die Zukunft Bad Reichenhalls abhängen.

Aufbauarbeit im Markenprozess

Ein Problem sei allein schon die Kommunikation. „Egal wie viel wir selbst im engen Kreis und bei den Mitarbeitern informieren, es wird nicht alles gelesen, die Flut der Informationen ist einfach zu groß“, beteuert sie. In Bad Reichenhall gibt es viel auszuarbeiten, nachdem die touristische Marke Bad Reichenhall von der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus) in den letzten 13 Jahren nicht beworben, und sich 2018 wieder neu erfinden musste. Aufbauarbeit, die Dr. Brigitte Schlögel leistet.

Frauensache und Bierpauschale

Aktuell sind für Bad Reichenhall online acht Pauschalen zu buchen (https://www.bad-reichenhall.de/alpenstadt-angebote), zwei davon sind neu. Mit dem Slogan „Bier & Salz, Gott erhalt’s“ will man in der Alpenstadt 2019 dem 400-Jahr-Jubiläum der Soleleitung gedenken, der ältesten Pipeline der Welt, und der 525-jährigen Tradition der regionalen Brauerei. Dr. Brigitte Schlögl hat darüber hinaus die weibliche Seite von Bad Reichenhall im Focus. ‚Frauensache‘ heißt das Reizwort und soll zum Shopping mit Stilberatung, zum Relaxen in der Therme, auf den Predigtstuhl, zum Besuch eines Konzertes oder des Casinos einladen.

Vitalität, Gesundheit und Regionalität

Es ist Teil der Vitaltät und Gesundheit als touristisches Kernangebot, das ebenfalls weiterentwickelt wird. Ein anderer Bereich ist das Thema Genuss und Regionalität. Seit Januar ist der neue Blog „Sophie kocht“ online, wo die BGLT regionale Produkte und Produzenten in den Focus eines Koch-Blogs stellen. Umgesetzt wird der Blog von den BGLT-Mitarbeiterinnen Sophie Lödermann und Franziska Kleinert (www.sophiekocht.de).

Salzburg ist ein
Magnet für die Region

Die Tourismus-Chefin schwärmt aber auch von der alpinen Landschaft, die sich in Richtung Salzburg und Rupertiwinkel öffnet, so dass nie ein Gefühl der Enge entsteht. Darüber hinaus ist Salzburg für Bad Reichenhall nicht nur ein interessanter Markt, sondern auch ein Magnet, vom Airport über die Innenstadt bis hin zur Messe, den Museen und kulturellen Veranstaltungen.

Fotos & Interview: Gerd Spranger

Ein Besuch der Diana-Passage lohnt sich

 

Unerwartet – blicken dem Besucher zwei charmante Damen von der Terrasse des Kaufhauses Juhasz entgegen.

Nur wenige Meter von der Fußgängerzone Ludwigstraße in Bad Reichenhall erreicht man durch die Diana-Passage einen großen Innenhof (Cafe Löbich). Dort erwartet den Besucher eine Überraschung. In Bad Reichenhall hat man aus der Not nämlich eine Tugend gemacht. Die Schaufenster der leerstehenden Geschäfte im hinteren Teil verwandelte man kurzerhand in Plakatflächen. Und es sind ganz besondere Plakate, im Großformat und mit freundlichen Menschen, wie man ihnen gerne begegnet in der Alpenstadt. Vielleicht fällt der Blick so auch auf den Aushang ‚zu vermieten‘, so dass ebenso der Immobilienverwalter von der Aktion profitiert.

Die Motive stammen von dem neuen Bildmaterial, das die BGLT im Rahmen der Neuausrichtung von Bad Reichenhall als Marke in Auftrag gab. „Eine Landschaft oder eine Stadt ohne Menschen lebt nicht. Sie sind das lebendige Element, die Sympathieträger auf den Motiven“, bekennt sich die neue Marketingchefin von Bad Reichenhall, Dr. Brigitte Schlögl zu der Aktion. „Darüber hinaus sind Leerstände in einer Stadt ganz einfach nicht attraktiv.“

Die Bilder aus der Diana-Passage verwendet die BGLT bereits in ihren Print-Medien, wie etwa im Alpenstadt-Magazin 2019, auf Social Media und der Homepage des Tourismusverbandes.

Lesen Sie demnächst:

„Kann sich Bad Reichenhall als Marke neu positionieren?“ – Interview mit Dr. Brigitte Schlögl“ –

‚Lebendige Alpenstadt‘ heißt aktiv zu sein, das Leben spüren.