Die wilden Jahre von Bad Reichenhall

Die wilden Jahre von Bad Reichenhall in den 60er- bis in die 80er-Jahre mit täglich Live-Musik in 18 Tanzlokalen

Tanzlokale, Alleinunterhalter und Ensembles prägten die Zeit

Bad Reichenhall war Ende der 60er- bis weit in die 80er-Jahre hinein bekannt für seine Tanzlokale mit Livemusik. Nicht nur der hohe Anteil an Kurgästen, denen damals vorwiegend die „Offene Badekur“ verschrieben wurde und die in vielen Kurheimen, Pensionen oder bei Privatvermietern logierten, bestimmte die Szene. Es reisten auch viele Tanzfreudige eigens an, sogar aus Niederbayern oder München. Bad Reichenhall hatte sich in der Szene einen guten Namen gemacht, war bis weit über die Grenzen hinaus bekannt. Begünstigt hatte diese Entwicklung ein „Casinobus“, der seine Kunden kostenlos mehrmals wöchentlich nach Bad Reichenhall fuhr. Neben dem Spiel im Casino, nutzten viele die Gelegenheit zu einem Besuch der Tanzlokale.

Seit 60 Jahren kennt er die Szene

Ein Kenner und Akteur dieser Zeit ist Martin Koch (78), der von 1969 bis 1980 selbst wöchentlich sechsmal als Alleinunterhalter auftrat und in den Folgejahren die Szene mit einem eigenen Tonstudio begleitete und weiterhin bei besonderen Veranstaltungen zu hören war. Die Redaktion hat sich mit ihm getroffen, um mehr über ihn und „seine Zeit“ zu erfahren.

Martin Koch und sein Equipment für stimmungsvolle Abende mit Musik und Gesang mit Gesangsanlage, Rythmusgerät, Orgelverstärker, Elektronik sowie die gesamte Verstärkeranlage und Effektgeräte. – Fotos: Gerd Spranger

Seine musikalischen Talente entwickelte er in seiner Kindheit und Jugend in der Trachtenkapelle in Anger-Höglwörth und im Quintett „Höglwörther Buam“. Gebürtig ist er vom Högl, wo seine Familie über Generationen hinweg einen Bauernhof betreibt. Seine Musikerkarriere als Alleinunterhalter startete er im Jahr 1969. „Ich spielte das ganze Jahr durch ohne Urlaube, täglich sechs Stunden, und meist bis weit in die Nacht hinein. Nur im Dezember nahm ich mir eine zweiwöchige Pause“, erzählt er und betont: „Es ist mir nicht schwer gefallen, ich konnte mit dem Publikum immer interagieren“, und meint damit, dass er es als Alleinunterhalter verstand, sein Publikum mitzureißen. „Nicht immer die Perfektion zählt, sondern die Stimmung muss passen und dafür braucht es immer ein gewisses Gespür für die Gäste und natürlich die Wahl der richtigen Titel.“ Für Martin Koch ist die Musik bis heute seine große Leidenschaft.

Hochkonjunktur des Deutschen Schlagers

Gespielt wurde in jenen Jahren hauptsächlich der deutsche Schlager, der zu jener Zeit eine Hochkonjunktur erlebte. Martin spielte und sang zudem noch Wiener Lieder, G’stanzl und zwischendurch hielten „ruhige Schleicher“ das Publikum bei Laune. In seinen ersten Jahren trat er im Reichenhaller Heustadel, in den Winzerstuben des Kurhauses und in der Klosterklause auf. Eine Wintersaison spielte er in Reit im Winkl, häufig auch in Berchtesgaden und eine Saison auf der Nordseeinsel Borkum, wo der Gastronom Österreicher einen Zweigbetrieb des Bad Reichenhaller Tanzlokals Heustadel eröffnete.

Die Einladung zum Tanz

„Es war eine ganz andere Zeit damals“, erinnert sich Martin. „Von den vielen Tanzlokalen ist auch ohne die Corona-Pandemie keins mehr geblieben. An Namen wie Meran, Winzerstuben im Kurhaus, Azteka, White Horse, Enzianstüberl oder Schroffen erinnert sich heute nur noch die ältere Generation. Manche Namen wie Klosterklause, Salzburger Hof, Kammererbräu, Kurcafé oder das Axelstüberl sind geblieben, doch Livemusik oder die Einladung zum Tanz sind die Ausnahme.

Martin Koch in seinen jungen Jahren und ein Blick in das ehemalige Lokal Heustadl am Kaiserplatz.

Um die Dynamik jener Zeit zu verstehen, muss man die großen Veranstaltungen im Staatlichen Kurhaus mit einbeziehen. Es war mit „prallem Leben“ erfüllt und internationale bekannte Bands und Ensembles wechselten sich wöchentlich ab wie etwa: Hugo Strasser, Egerländer Musikanten, Original Oberkrainer, Max Greger und ebenso bekannte Unterhalter und Musiker wie Iwan Rebroff, Roy Black, Franzl Lang, Maria Hellwig, Roberto Blanko, Hermann Prey und viele andere mehr. Martin Koch erinnert sich:

Dicke Autos und große Namen
Martin Koch vor alten Plakaten mit ihm als Alleinunterhalter und seine Kinder Martin und Renate, die ebenfalls bei bekannten Musikgruppen aktiv waren.

„Es fuhren die großen und teuren Autos vor, wie Lamborghinis, Rolls-Royce, Porsches und schwere Mercedes und BMW. Der Parkplatz war meist voll belegt. Es lag wohl auch daran, dass bis zum Bau des Kurgastzentrums auch das Spielcasino im Kurhaus integriert war.“

Martin Koch vor alten Plakaten mit ihm als Alleinunterhalter und seine Kinder Martin und Renate, die ebenfalls bei bekannten Musikgruppen aktiv waren.

Froh ist Martin bis heute im Salzburger Musikschulwerk, dass dem Mozarteum angegliedert ist, eine Gesangsausbildung gemacht zu haben. „Die Stimme muss für Auftritte bis zu sechs Stunden lang gehalten werden. Davor helfen Übungen zur Lockerung der Stimmbänder“, verrät er. Damals hatte man sich richtig ‚fein gemacht‘, das Tragen einer Krawatte etwa war in manchen Lokalen obligatorisch, es gab an der Garderobe auch immer welche zum Ausleihen. Mit Turnschuhen etwa fand man ebenfalls keinen Einlass. Die Damen machten sich im Kostüm oder im Dirndl zum Fortgehen fesch.

200 Titel im Repertoire

Die Abende begannen um 19.00 Uhr, manchmal wurde bereits am Nachmittag zum Tanztee geladen. „Die Kurgäste waren im Alter von 20 bis 70 Jahren und sie blieben bis zu vier Wochen, manche verlängerten noch um weitere zwei Wochen“, erinnert sich Martin. „Viele waren richtig tanzbegeistert, bereits nach dem ersten oder zweiten Lied war die Tanzfläche voll.“ Getanzt wurde alles. Ob Foxtrott, Tango, Wiener Walzer oder Tschatschatscha (Cha-Cha-Cha). Entsprechend groß war das Repertoire von Martin, wenn er mit seiner Akkordeonorgel aufspielte, mit der damals möglichen zusätzlichen Technik verstärkte und live gesungen hat. „In meinen besten Zeiten konnte ich an die 200 Titel auswendig spielen und singen, heute schaffe ich noch etwa 100, muss dafür aber viel üben,“ räumt er ein. Corona hat seinen Auftritten vor zwei Jahren ein jähes Ende gesetzt. „Wenn du ein gewisses Alter erreicht hast und nicht wöchentlich auftreten kannst, verlierst du manches. Um es auf Neudeutsch zu sagen: der Flow ist dann weg und es wird psychisch immer schwieriger, wieder hinein zu finden bei heute gestiegenen Ansprüchen“, bedauert er.

Ein eigenes Tonstudio

Die Karriere als Alleinunterhalter mit täglichen Auftritten beendete Martin 1980, als er ein eigenes Tonstudio gründete. Er war aber weiterhin mehrmals die Woche zu hören, etwa auf dem Berghof Schroffen, im Haus des Gastes in Bayerisch Gmain, im Kurcafè, im Luisenbad, wo er 15 Jahre lang aufspielte, ebenso wie zum Apress-Ski in Berchtesgaden-Oberau, im Café Waldluft in Berchtesgaden und 52 Jahren lang immer an Silvester, zu Hochzeiten, an Fasching und bei großen Familienfeiern.

Martin Koch mit seinem Hohner Knopfakkordeon

2003 übergab er das Tonstudio, das sich in den 25 Jahren seines Bestehens mehrfach gewandelt und gut entwickelt hatte, an seinen Sohn Martin junior, der es bis heute erfolgreich führt und erweitert hat. Auch hier unterlag die Zeit einem großen Wandel. „1979 gab es zwischen Salzburg und München nur wenige Studios für professionelle Aufnahmen. Es gab damals kaum Möglichkeiten für eine Ausbildung zum Tontechniker, ich habe mir das alles selbst beigebracht.

LPs, Kassetten und CDs

„Es war damals schon eine große Sache, eine eigene Kassettenproduktion zu betreiben“, erzählt er. „Das Gerät, eine Kasetten-Duplizieranlage, überspielte ein Band in 62-facher Geschwindigkeit auf Kopierplätze und ermöglichte eine Produktion von 120 bis 130 Stück in der Stunde. Für die Produktion von LP (Langspielplatten und Singles) fertigten wir Masterbänder (Mutterband), die dann in einem Presswerk in München oder Gütersloh auf Platte gebracht wurden. 2005 begann Martin Junior mit einer eigenen CD-Herstellungsanlage und eine kleine Druckwerkstatt für die Produktion der Cover. Größere CD-Aufträge wurden dann über das Sonypresswerk in Anif abgewickelt.

Tradition wird weiter geführt

Sein Sohn Martin führt die Tradition seines Vaters fort. Früh schon war er gemeinsam mit seiner Schwester Renate mit verschiedenen Musikgruppen bei Liveauftritten unterwegs. Heute ist Martin aktiv im Studio, hat dazu einen Musikalienhandel von Verstärkeranlagen, und auswärts sorgt er mit Beschallungstechnik, Licht- und Videoanlagen bei kleinen und großen Veranstaltungen für den richtigen Ton und gute Stimmung. In Coronazeiten wuchs das Geschäft für Kommunen und Schulen mit der Ausstattung von Bild-, Ton- und Übertragungstechnik – zum Glück – „denn leider wurden allein im letzten Jahr über 200 Veranstaltungen ersatzlos abgesagt“, bedauert er.

Anekdoten zur Unterhaltung

Eine heimliche Leidenschaft von Martin Koch Senior sind kleine Anekdoten und Witze, die er heute bei seinen Auftritten zum Besten gibt. „Früher passte es bei einem tanzfreudigen Publikum nicht so, doch im Laufe der Zeit habe ich etwas umgestellt“, erzählt er. Die Schlager von 1951 bis 1993 sind ihm bestens geläufig, aber auch aktuellere Titel wie „Eine Nacht mit Dir“, „Atemlos“, „Warum hast Du nicht Nein gesagt“, „Einen Stern der Deinen Namen trägt“. Und ältere Klassiker wie: „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“, Rote Lippen soll man Küssen“, „Griechischer Wein“, „Marmor Stein uns Eisen bricht“ oder „Blue Spanish Eyes“.

„Livemusik war mein Leben“

Für Martin Koch war es eine wunderschöne Zeit. „Die Livemusik war mein Leben“, bekennt er. Zudem „waren die Menschen geselliger, tanzfreudiger und aufgeschlossener für diese Art der Musik und Unterhaltung“. Es war auch eine Zeit ohne Computer, Privat-TV, Internet, Sozial-Media, Handy und Smartphone. Die Welt war damals vielleicht nicht besser, aber womöglich etwas gemütlicher. Ein Brief brauchte eben seine Zeit und die Dinge im Allgemeinen.

Die wilden Jahre von Bad Reichenhall und die Tanzlokale:

Tanzcafé Meran, täglich internationale Tanz- und Show-Kapelle – Tanzlokal Azteka, täglich im Hotel Bayerischer Hof mit Profi-Kapelle – Tanzcafe Bayerischer Hof, täglich Alleinunterhalter – Kurhaus Winzerstube, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Kurcafé am Kurpark, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Heustadl am Kaiserplatz, täglich Tanzmusik und Alleinunterhalter – Berghof Schroffen (Saal), in der Saison mit Tanzkapelle – Berghof Schroffen (Stüberl), täglich Alleinunterhalter für Tanz u Unterhaltung – Weinlokal Klosterklause, täglich mit Alleinunterhalter – Wettersteinkeller, täglich Alleinunterhalter für Tanz und Unterhaltung – White Horse, täglich Alleinunterhalter für Tanz und Unterhaltung – Kammererbräu, täglich Alleinunterhalter und Duos – Hotel Axelmannstein (Bar), täglich Pianomusik, teilw. Tanzkapelle im Saal – Hotel Axelmannstein (Stüberl), täglich Alleinunterhalter und Zithermusik – Hotel Luisenbad, mittwochs Alleinunterhalter, samstags Tanzkapelle – Weinlokal „s’Herzl“, täglich Pianospieler und Schrammelmusik – Weinlokal Enzianstüberl, täglich Alleinunterhalter, Harfenspieler – Wienerwald, täglich Alleinunterhalter mit echter Wiener Musik – Große Veranstaltungen im Kurhaus: Wahl der „Miss Kurgast“, Wahl der „Miss Rosenkönigin“, große Bälle und international bekannte Musiker, Künstler und Interpreten (siehe Bericht).

Unterschiedliche Reaktionen auf G2 in Berchtesgaden

Auch in Berchtesgaden gilt für den Einzelhandel die 2G-Regel. Die Redaktion hat bei Bekleidungs- und Sportgeschäften nachgefragt. Wie gehen Sie mit der neuen Situation um? Verärgert zeigen sich die Händler über immer neue auferlegte politische Maßnahmen und die langfristigen Folgen daraus.

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Kunsteisbahn Königssee ohne schriftliche Kostenzusage keine Planung

„Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit stehen“, waren sich Landrat Bernhard Kern und Kreisrat Dr. Bernhard Zimmer einig, als es um die Zukunft der Bobbahn am Königssee geht. Mündlich wurde die Finanzierung für einen schnellen Wiederaufbau mehrfach gegeben und der Kreistag hat sich bereits eingehend mit dem Thema und dem Ausmaß der Schäden befasst (wie berichtet). Am 27. September gab es dazu im Bayerischen Staatsministerium des Inneren eine Besprechung mit den drei Ministern Joachim Herrmann, Kerstin Schreyer und Michaela Kaniber sowie Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister Hannes Rasp von der Gemeinde Schönau am Königssee und Hans Jahn, Geschäftsbereichsleiter beim Landratsamt.

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10 Naturgärten im Landkreis ausgezeichnet

Im Berchtesgadener Land gibt es jetzt die ersten zehn vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege ausgezeichnete Naturgärten. Er ist der Dachverband der 19 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis und sein Geschäftsführer heißt Josef Stein. Er ist beim Landratsamt erster „Garten-Ansprechpartner“.

Im Berchtesgadener Land gibt es jetzt die ersten zehn vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege ausgezeichnete Naturgärten. Er ist der Dachverband der 19 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis und sein Geschäftsführer heißt Josef Stein. Er ist beim Landratsamt erster „Garten-Ansprechpartner“, gelernter Landschaftsgärtner, Geograph (BA), Ingenieur für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (MA) und damit hoch qualifiziert. Er selbst aber winkt ab: „Die Natur und Umwelt ist in ihrer Biodiversität so komplex, dass man letztlich in der Praxis lernt. Da bin ich an der richtigen Stelle und habe noch viel zu tun.“

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Natur für alle und jeder Platz?

Jetzt ist es soweit: die Gumpen am Königssee sind die nächsten fünf Jahre gesperrt.

Sperre die Gumpen am Königsbach / Köngissee

Die Schönheit der Natur genießen, in jedem Gelände und überall? Damit ist jetzt Schluss, laut Verordnung des Landratsamtes Berchtesgadener Land als untere Naturschutzbehörde. Die Gumpen am Königsbach im Nationalpark Berchtesgaden sind für die nächsten fünf Jahre gesperrt und zwar bereits ab Mittwoch, 30. Juni. Besucher und Naturnutzer, insbesondere aus dem Bereich der Neuen Medien, sollen für die Bedürfnisse der Pflanzen- und Tierwelt im Nationalpark sensiblisiert werden, heißt es zu der Verordnung. Es solle ein Bewusstsein für deren Schutz geweckt werden. Diese Hoffnung spiegele sich in der Befristung der Verordnung für die kommenden fünf Jahre wieder.

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Bergbahnen mit unterschiedlichen Konzepten aus der Krise

Die Preise bei den Bergbahnen für eine Berg- und Talfahrt reichen von 24 bis zu 49 Euro. Preistreiber ist die Predigtstuhlbahn in Bad Reichenhall.

Nicht alles für jeden,
für jeden aber etwas auf dem Berg

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Leere Strände und Plätze in Italien

Willkommen in Italien. 24 Grad und Sonne, daheim ist es viel zu kalt.

Der große Run bleibt aus
Die Lockdowns hallen nach

Sieben Monate im Lockdown und der Sommer hält im Mai zögerlich seinen Einzug. Unser Verlangen nach Freizeit ohne Einschränkungen und Urlaub steigt. 9 Grad sind eindeutig zu kalt, in Italien immerhin 24 Grad und Sonne. Doch was ist möglich in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten, wie ist die Stimmung? Wir wagen früh den Versuch und starten am 15. Mai zu unserem italienischen Urlaubsdomizil, zu unseren seit Jahren bevorzugten Campingplatz zwischen Jesolo und Venedig. Die Quarantäne-Pflicht wurde ja beendet und eine Impfung oder PCR-Test für die Einreise und erholsamen Urlaub reichen aus.

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Ein kleines Gartenparadies am Rande der Stadt

Die kleinen beschaulichen Parzellen der Kleingärten in Bad Reichenhall mit Größen von 200 bis 500 Quadratmetern sind liebevoll gepflegt und die vielen Blumen, Beete und Sträucher ein kultiviertes Naturparadies.

  • Die ersten Kleingärten gab es bereits 1919
  • Soziale, ökologische, kulturelle und wirtschaftliche Funktion

Seit über 100 Jahren stehen die ersten kleinen Gartenhäuschen in der Alpenstadt Bad Reichenhall, in der Kleingartenanlage gegenüber den Kasernen. Der Kleingartenverein Bad Reichenhall e.V. zählt heute 180 Mitglieder, und die Anlage mit den kleinen Wegen zwischen den Gärten wird bei Spaziergängen und Radtouren gerne besucht. Die kleinen beschaulichen Parzellen mit Größen von 200 bis 500 Quadratmetern sind liebevoll gepflegt und die vielen Blumen, Beete und Sträucher ein kultiviertes Naturparadies.

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Mit Unternehmergeist gegen den Lockdown arbeiten

Der Gasthof „Zum Bergei“, in den Heimgärten von Bad Reichenhall: Mit einem großen sonnigen Biergarten, einer idyllische Lage mitten in der Gartenanlage und die Nähe zu den Radwegen entlang der Saalach und den Nonner Auen entwickelten sie sich zu einer beliebten Ausflugsgastronomie.

  • Warten auf die Öffnung der Biergärten und warten auf Hilfsgelder
  • Gasthof Heimgarten „Zum Bergei“
  • To-Go und Lieferservice mit bayerischer Küche

Der Lockdown im Berchtesgadener Land für Hotellerie, Gastronomie, Tourismus- und Kultubranche hält an. Lieferservice und ein Ausser-Haus-Verkauf (To-Go) lohnen wirtschaftlich häufig nicht, zumindest für 87 Prozent der Branche nach offiziellen Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Lieferdienste hätten sich vor allem in städtischen Bereichen etabliert. Es gibt aber auch Ausnahmen, die mit To-Go zumindest eine Firmenpleite abwenden. Einer dieser Betriebe ist in Bad Reichenhall die Gaststätte in den Heimgärten, „Zum Bergei“. Die Redaktion hat sich mit den Wirtsleuten unterhalten.

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Stadt verspielte die Chance

Die Stadt hat ihre Chance für eine leistungsstarke Ortsumfahrung vertan. 50 Jahre umsonst bemüht. Verkehr und Feinstaub bleiben in der Kurstadt.

K O M M E N T A R :

Die Stadt Bad Reichenhall hatte die Chance als Kurstadt und Staatsbad gegen Erkrankungen der Atemwege nachhaltig und zukunftsweisend den Verkehr aus dem Tal zu bringen. Diese Chance ist nun vergeben, wie im Artikel der Lokalzeitung vom 23. April dargestellt und in der Stadtratssitzung ausführlich dargelegt. Eine Ortsumfahrung sei nun „hinten runter gefallen“. „Erst Brücke, dann Vollanschluss“ lautet die Entscheidung des Straßenbauamtes Traunstein, die so bereits im September 2020 mit kommunalen CSU-Spitzenvertretern und der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer getroffen wurde. Bad Reichenhall, und hier die Mehrheit der politischen Parteien, inklusive der Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Dr. Christian Lung, haben abgewartet, als hätte man alle Zeit der Welt.

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Dehoga Kreisvorsitzender enttäuscht vom Dauer-Lockdown

Er sei tief enttäuscht vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, macht DEHOGA Kreisvorsitzender Johannes Hofmann nach sechs Monaten Lockdown seine Stimmungslage deutlich. In einem eigenen Videochat versuchten 40 Branchenvertreter jetzt Markus Söder die Lage von Hotellerie und Gastronomie zu verdeutlichen. „Viele von uns aber hatten das Gefühl, dass beim Ministerpräsidenten nichts angekommen ist“, so Johannes Hofmann. Die Politik etwa verweise gerne darauf, dass man ja „Ausser-Haus“ verkaufen könne und auch Geschäftsreisende beherbergen dürfe. „Das aber geht an der Lebenswirklichkeit der Branche vorbei“, so Hofmann. „Nur sehr wenige Betriebe können damit ihre Kosten decken, von einem Gewinn ganz zu schweigen. An der Ausflugsgastronomie geht es gänzlich vorbei.“

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Weitere Investitionen in die Eisarena am Königssee

Unbestritten ist die wirtschaftliche und sportliche Bedeutung der Lotto Bayern Eisarena am Königssee. Eine Bahn mit besonderen Ansprüchen die internationalen Ansprüchen genügen muss. „Das aber wird zunehmend schwieriger, denn es fehlt eine durchgehende Überdachung. Sonne, Wind und Wetter setzen der Bahn zu und darunter leiden Trainings- und Wettkampfveranstaltungen“, beklagt Thomas Schwab, Vorstand des Sport- und Schlittenverbandes Deutschland. Die Bahn soll darum eine neue Überdachung mit Beleuchtung, Beschallungs- und Videoanlage erhalten. Ob die Maßnahmen aber in den nächsten Jahren erfolgen können, darüber beschließt der Kreistag. Für den Landkreis bedeutet eine Gesamtinvestition von 4,6 Millionen Euro ein Aufwand von 920.000 Euro.

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Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden für den Landkreis?

Branchenvertreter mit klarem Statement  Wirtschaftshilfe BGL zeigt sich zögerlich

Dr. Anja Friedrich-Hussong, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, schweigt noch zu den aktuellen Zahlen des Wirtschaftseinbruchs im Landkreis. Fotos: Gerd Spranger
Dr. Anja Friedrich-Hussong, Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice GmbH, schweigt noch zu den aktuellen Zahlen des Wirtschaftseinbruchs im Landkreis. Fotos: Gerd Spranger

Wie hoch ist der Schaden für den Tourismus mit den betroffenen Branchen von Hotellerie, Gastronomie, Handel und Freizeiteinrichtungen – von den Thermen bis zu den Bergbahnen – nach sechs Monaten Stillstand. Wie stellt sich die wirtschaftliche Lage im Landkreis dar, wollten wir als Redaktion wissen. Erster Ansprechpartner in der Region ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. 

Sie unterstützt nach eigener Aussage mit einem Team von elf Mitarbeitern „Unternehmerinnen und Unternehmer umfassend, individuell und vertraulich“. Vor vier Wochen baten wir um aktuelle Zahlen, bis heute könne man dazu keine Angaben machen, „man wisse es ganz einfach nicht, arbeite aber daran“, ließ Geschäftsführerin Dr. Anja Friedrich-Hussong ausrichten. Jetzt steht endlich ein Termin fest. Wir haben uns vorher bereits umgehört.

Keiner nennt das Ausmaß
der Kollateralschäden

Interessiert hätte uns, wie hoch der Wirtschaftseinbruch für den Landkreis im Jahr 2020 ausfällt. Deutschlandweit sollen es fünf Prozent gewesen sein, in unserer vom Tourismus geprägten Region dürfte er höher ausfallen. Nach dem Wegfall des Weihnachtsgeschäftes bleiben im neuen Jahr für viele Unternehmer die Türen geschlossen. Sie dürfen nicht aufsperren, nicht vermieten und auch keine Gäste befördern oder bewirten. Ein Jahresumsatz von 487 Millionen Euro im Jahr 2019, laut Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif), zeigt die Bedeutung der Branche für das Berchtesgadener Land. Tourismusmanagerin Dr. Brigitte Schlögl bezifferte den Umsatzausfall für den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 bereits mit rund 50 Millionen Euro für den Landkreis.

Einbruch von 36 Prozent

Dehoge-Kreisvorsitzender Johannes Hofmann

„Ein überaus starker Sommer verhinderte zwar das Schlimmste“, bekennt Dehoga-Kreisvorsitzender Johannes Hofmann, „die Reisen ins Ausland waren ja nur erschwert möglich, doch die Einbrüche im Landkreis liegen zwischen 16 und 36 Prozent, je nach Region.“ So verlor Berchtesgaden im Jahr 2020 knapp 370.000 Übernachtungen und Bad Reichenhall mit Bayerisch Gmain 353.000 Übernachtungen. Für Bad Reichenhall aber bedeutet dies bei insgesamt nur 958.000 Nächtigungen ein Minus von 36 Prozent. Die fünf südlichen Landkreisgemeinden brachten es 2019 auf 2,27 Millionen Nächtigungen. Dazu verzeichnete der Landkreis jährlich noch knapp sechs Millionen Ausflugsgäste, die seit Oktober 2020 weitgehend ausbleiben. Je Tagesgast wird ein Umsatz von 24,80 Euro zugrunde gelegt.
Ein aktuelles pdf dazu hier: dwif-wirtschaftsfaktor-tourismus-bgl

Rücklagen aufgebraucht – 
Griff nach der Altersvorsorge

Wieninger Schwabenbräu überbrückt mit einem Außer-Haus-Verkauf.

Wie hoch der angerichtete Schaden dabei ist, kann auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Berchtesgadener Landes aktuell nicht benennen. Wie viel Unternehmerinnen und Unternehmer haben ihre Rücklagen aufgebraucht, teilweises sogar ihre Altersvorsorge investiert? Wie viele „arbeitslose Selbständige“ zählen wir im Landkreis? Wie viele Fachkräfte wenden sich von der Branche ab? Zu all dem gibt es keine Angaben und gerade sie wären zur Beurteilung der Lage wichtig. Erschwerend wirken sich darüber hinaus die verzögerten Hilfen aus. „Erst wenn klar ist was bei den Betrieben ankommt, kann man Bilanz ziehen und das kann noch dauern“, gibt Johannes Hofmann zu denken.

Wirte leben von Hartz IV
Tourismus ohne Zukunft

Tische stehen auf der Bergstation der Jennerbergbahn keine mehr, auch Gäste bleiben seit einem halben Jahr aus. Der Betrieb musste schließen.

Er macht sich Sorge um die Zukunft der Branche: „Ich kenne erste Wirte die Hartz IV beziehen und erste Köche und Servicekräfte die in die Verwaltung, das Handwerk oder in die Dienstleistungsbranche wechseln.“ Noch vor einem Jahr zeichnete sich die Tourismusbranche durch Innovation, Internationalität, Wachstum und einen guten Ruf aus. Das ist jetzt nachhaltig vorbei, „wer will in einer unsicheren Branche noch seine berufliche Zukunft investieren?“ fragt der Dehoga-Kreisvorsitzende. Selbst Landrat Bernhard Kern, der die negativen Auswirkungen für das Berchtesgadener Land fürchtet, zeigt sich laut seiner jüngsten Pressemeldung „fassungslos über die jüngsten Beschlüsse der Staatsregierung“, sieht die Belange des Landkreises nicht berücksichtigt.

Wo bleiben
die Gelder und Hilfen?

Zu der wirtschaftlich angespannten Situation der Branche kommt noch die schleppende Auszahlung versprochener Hilfen. Hannes Lichtmannegger vom Hotel Rehlegg in der Ramsau, und mit ihm auch alle anderen betroffenen Unternehmen im Landkreis, können erst jetzt im März die Oktoberhilfe beantragen. „Und dabei haben wir aufgrund der Zwangsverordnung des Landkreises über Nacht bei Vollbelegung alle Gäste nach Hause schicken müssen“, erinnert der Hotelier. Für den gesamten Zeitraum von Oktober bis November seien bislang nur 150.000 Euro Überbrückungshilfe geflossen, bei einem Umsatzausfall von zwei Millionen Euro.

Nicht jeder
bekommt einen Kredit

Auch bei der Rupertustherme in Bad Reichenhall „geht nichts mehr“. Parkplatz und Therme sind seit sechs Monaten geschlossen.

“Die Hilfen für November wurden erst im Februar ausbezahlt und für Dezember und Januar sind ebenfalls noch keine Gelder angewiesen“, ergänzt er. Zudem müsse er als Unternehmer das Kurzarbeitergeld für die Angestellten am Monatsanfang ausbezahlen, bekommt es aber erst drei, vier Wochen später wieder erstattet, abzüglich des Arbeitgeberanteils. „Ich schätze mich heute glücklich, dass ich sofort das Gespräch mit meiner Hausbank gesucht habe und sie mir für diese schwere Zeit einen großzügigen Kredit gewährte. Den muss ich natürlich wieder zurückzahlen, größere Investitionen in den Betrieb sind damit für die nächsten Jahre erst einmal gestoppt“, bekennt Hannes Lichtmannegger. Nicht alle Hoteliers und Gastronomen dürften in dieser glücklichen Lage sein. „Bei Pachtbetrieben oder jungen Unternehmen wird es nur bedingt Kredite geben, um sich über diese Monate zu retten“, räumt Johannes Hofmann ein. „Die Situation vieler Betriebe wird zunehmend äußerst kritisch, weder ein Aufatmen durch Umsätze während der Weihnachtszeit, noch die Winter- und Skisaison konnten die schreckliche Situation in den Betrieben verbessern“, führt er in einem persönlichen Schreiben als Dehoga-Kreisvorsitzender an den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder aus.

Klare Ansage der Bürgermeister

An ihn wandten sich bereits am 15. Februar alle fünf Bürgermeister des südlichen Landkreises sowie Dr. Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden- Königssee, und die Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen und vom Markt Oberstdorf. Sie bezeichnen den Tourismus in der Alpenregion für eine stabile Wirtschaftslage als unverzichtbar und warnen vor der Abwanderung von qualifizierten Fachkräften, denn „die Qualität in den touristischen Betrieben hängt stark von geeignetem Personal ab.“ Zudem „stößt eine mangelnde Planungsperspektive Gäste ab. Buchungen erscheinen unsicher und werden vermieden.“

Nichts für Ferienwohnungen

Sie appellieren bereits im Februar an den Ministerpräsidenten Markus Söder, Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und Ausflugsziele gleichzeitig zu öffnen, denn „sonst verliert der Aufenthalt in der Urlaubsregion zu stark an Attraktivität.“ Ein in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommener Aspekt der Lockdowns ist die Schließung von nichtgewerblichen Privatvermietern und Ferienwohnungen. Die Bürgermeister treten auch für sie ein. „Sie zahlen wie jeder andere Betrieb Steuern und Gebühren, erhalten aber trotz großer Umsatzeinbußen keine finanziellen Hilfen.“

Protest gegen das Straßenbauamt

Die Lokalzeitung, das „Reichenhaller Tagblatt“, berichtete jüngst über die Vorhaben das Straßenbauamtes Traunstein zur Verbesserung der Verkehrssituation im Reichenhaller Talkessel. Problematisch wirkt sich der Transitverkehr aus, und hier der hohe Anteil an LKW, die über das „kleine deutsche Eck“ ihre Fahrten zwischen Salzburg und Tirol abkürzen. Abhilfe würde für das Staatsbad Bad Reichenhall eine leistungsfähige Ortsumfahrung schaffen, die jetzt zum fünften Male im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen ist, seit 2016 sogar wieder als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Das Straßenbauamt Traunstein allerdings verweigert eine entschlossene Umsetzung, sieht sich laut eigener Aussage personell dazu nicht in der Lage. Der Verein „Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.“ hat zu dem Artikel „Kirchholztunnel auf Eis gelegt“ vom Freitag, 26.02.2021, in einer Presseerklärung seinen Protest geäußert. Wir veröffentlichen hier das Schreiben an die Regionalzeitung vom zweiten März 2021.

Straßenbauamt Traunstein
festigt den Missstand

Nun also ist es amtlich, das Staatliche Bauamt in Traunstein (STBA) sieht sich nicht in der Lage, die Planung für eine leistungsfähige Ortsumfahrung von Bad Reichenhall und deren Verwirklichung umzusetzen. Es besteht zwar seit 2016 der vom Bund festgeschriebene Bundesverkehrswegeplan, und damit auch ganz offiziell der Auftrag an das STBA zur Umsetzung, doch seit Jahren verweist man auf fehlendes Personal. Selbst über das Verkehrsgutachten vom Herbst 2020 hüllt sich das STBA in tiefem Schweigen, bis heute ist darüber nicht einmal der Stadtrat von Bad Reichenhall informiert. Dabei bedankte sich Staatsministerin Kerstin Schreyer noch im Oktober 2020 beim Verein „Reichenhall pro Kirchholztunnel e.V.“ für die entsprechende Nachfrage. Die Ministerin bat um Geduld, das STBA in Traunstein werde das Gutachten noch dem Stadtrat präsentieren. Seitdem sind vier Monate vergangen und es ist wieder einmal nichts passiert. Grundlage des Gutachtens war übrigens eine Verkehrserhebung aus dem Jahr 2019. Auch hier brauchte die Behörde ein Jahr, um belastbare Rückschlüsse zu ziehen.

40.000 Fahrzeuge noch erträglich
für das Staatsbad ?

Darüber hinaus gibt es einen Stadtratsbeschluss vom April 2019, in dem man sich für eine Fortschreibung des Projektes aussprach und eine Verbesserung der kritischen Knotenpunkte forderte. Stattdessen präsentiert das STBA jetzt einen Gutachter, der die Verkehrssituation in Bad Reichenhall noch bis in das Jahr 2035 hinein als „noch verträglich“ bezeichnet. Damit stellt sich die Frage, warum alle anderen Gutachter, die für die Einbindung der Ortsumfahrung von Bad Reichenhall in den ‚Vordringlichen Bedarf‘ des Bundesverkehrswegeplanes stimmten, offenbar zu einem ganz anderen Schluss kamen. Selbst im Mobilitätskonzept des Landkreises wird die Umfahrung als dringend notwendig eingestuft.

Umfahrung seit 1970 gefordert

Ebenso eindeutig äußerste sich das Bundesministerium für Verkehr im November 2017 zur Situation: „Eine Ortsumfahrung von Bad Reichenhall ist bereits seit 1970 Bestandteil der Bedarfspläne. Das heißt, seit langer Zeit laufen bereits Bemühungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung, die verkehrlich schwierige Situation in Bad Reichenhall mit seiner engen Tallage und dem hohen Durchgangsverkehr verkehrlich zu verbessern.“

Beim Durchgangsverkehr wiegen vor allem die LKW mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent schwer. Eine Verkehrssituation, die für die nächsten 15 Jahre als „noch verträglich“ eingestuft wird, kann kein Kriterium für ein Staatsbad gegen Erkrankung der Atemwege sein. Die Stadt Bad Reichenhall aber übt sich in vornehmer Zurückhaltung, der Leidensdruck scheint noch nicht groß genug zu sein. Hingegen tut das Bauamt in Traunstein alles dafür, um die B20/ B21 für den Transitverkehr zu sichern und auszubauen:

Weg frei für den LKW-Transitverkehr

Ausbau am Bodenberg bei Melleck, Ausbau und Beruhigung der Staatsstraße 2101 in Richtung Thumsee, Ausbau und umfassende Lärmschutzmaßnahmen an der B20 in Unterjettenberg, der Bau einer großen Galerie und jetzt in Bad Reichenhall die Sanierung der „TÜV-Brücke“ und die Sanierung der Saalachbrücke nach Piding. Selbst der Vollanschluss der Bundesstraße B21 am Autobahngrenzübergang Walserberg soll vollzogen werden. Nur mit der Schaffung einer leistungsfähigen Ortsumfahrung für Bad Reichenhall scheint das Staatliche Bauamt in Traunstein komplett überfordert zu sein. Es drängt sich uns, als betroffene Anwohner, der Verdacht auf, dass neben der Unfähigkeit der fehlende Wille dazu kommt, eine seit 50 Jahren als notwendig eingestufte und für Bad Reichenhall zukunftsweisende Ortsumfahrung mit dem gebotenen Nachdruck auszuführen.

Mehr Infos zu „den Turbulenzen“ um die Ortsumfahrung lesen Sie unter: https://proreichenhall.wordpress.com/

Hier der Artikel des Reichenhaller Tagblatts 

Es lebe der Fasching – die Traditionen hochleben lassen!

Fasching im Schwabenbräu in Bad Reichenhall hat Tradition. Wir lassen uns das nicht nehmen, auch nicht in Coronazeiten. Es wird gefeiert.

Wieninger Schwabenbräu
setzt ein Zeichen der guten Laune

Die Wirtsleute vom Schwabenbräu setzen auf gute Stimmung und zeigen wie es geht. Verkleidet als Graf Dracula und Robin Hood, unterstützt von Musik-Klaus als Kaptitän Jack Sparrow, haben Sie für Fasching einen eigenen Spot online gestellt.

Der Fasching in Bad Reichenhall muss nicht ausfallen. Mit guter Stimmung und viel Kreativität gehen die Wirtsleute vom Schwabenbräu, Thomas und Ruth Riedl zusammen mit ‚Musik-Klaus‘ mit Frohsinn gegen ‚den tierischen Ernst‘ vor. Traditionell ist das Faschingstreiben im Schwabenbräu in Bad Reichenhall bekannt. 500 bis 600 Personen sind an den Faschingstagen vom Unsinnigen Donnerstag (Weiberfasching) bis zum Aschermittwoch normalerweise an diesen Tagen zu Gast. 

Ein guter Dreh braucht seine Zeit, auch im Wieninger Schwabenbräu. – Fotos: Gerd Spranger

Heuer bleibt das Wirtshaus zur „Narrischen Zeit“ zum ersten Mal seit 25 Jahren geschlossen. Gefeiert wird online und mit Abholservice. „Tuat’s trotzdem singen, tanzen, lachen und feiern“, ermuntert Wirtin Ruth Riedl ihr treues Stammpublikum. „Macht’s euch die Arbeit, maskiert euch.“ „Ausgelassenheit und Stimmung brauchen wir alle“, setzt Thomas Riedl noch einen drauf. „Denkt’s positiv, net negativ.“ Und so gehen Ruth, Thomas und Musik-Klaus mit gutem Beispiel voran, haben einen Spot als Graf Dracula, Robin Hood und Kaptitän Jack Sparrow online gestellt. Also, auf geht’s zur online-Weiberroas am Faschingsdonnerstag und Fischessen zum Abholen am Aschermittwoch.

Interessierte finden das Video auf Facebook unter „Wieninger Schwabenbräu“. Hier ist der Link: https://www.facebook.com/wieninger.schwabenbraeu/videos/