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Wann kommt der Wandel in der Autobranche?

Von einem Wandel in der Autobranche war bei der Berchtesgadener Automobil-Ausstellung auf dem ersten Blick nichts zu spüren. Wunderschöne große Fahrzeuge, viele von ihnen ab 50.000 Euro aufwärts, buhlten um die Gunst der Besucher im Berchtesgadener Kongresshaus mit 70 Modellen und 15 Automarken bei freiem Eintritt und attraktivem Rahmenprogramm. Seit 1973 ist die Show alle zwei Jahre im Terminkalender des Alpencongress zu finden.

Bürgermeister Franz Rasp und Bernd Buchwinkler eröffnen die Automobil-Ausstellung. Bernd Buchwinkler ist der Senior unter den Händlern. Bereits seit 1968, gleich nach der Lehre, arbeitete er in der elterlichen Werkstatt und leitete später über Jahrzehnte das Unternehmen. – Fotos: Gerd Spranger

Bürgermeister Franz Rasp freut sich über das Miteinander aller Autohäuser im inneren Landkreis und diese besondere Leistungsschau im Herzen von Berchtesgaden. Dabei bietet das 45 Jahre alte Alpencongress mit großer Tiefgarage im Zentrum die besten Voraussetzungen. „Die Zeit für eine radikale Wende in der Autoindustrie ist noch nicht reif“, glaubt Rasp. „Die Stromnetze wären in einer Großstadt völlig überfordert, wenn der Anteil an Elektroautos innerhalb eines Jahres auf 50 Prozent klettern würde“, ist sich der Bürgermeister sicher. So hat die Marktgemeinde im Bauhof ein erstes E-Auto für Kurzstrecken im Einsatz, „und es wird bei den Mitarbeitern immer beliebter“, so Franz Rasp.

Für Berchtesgaden sei die intelligente Nutzung und Vernetzung des Verkehrs zukunftsweisend, also ein gutes Zusammenspiel von Auto, Bahn, Bus, Rufbusse und Taxi. „Experten sagen, dass es künftig nicht mehr darum gehe ein Auto zu besitzen, sondern es zu nutzen“, so der Bürgermeister.

Ein Beleg dieses Umdenkens sieht er in den seit neun Jahren fahrenden Gratis-Gäste-Bussen in Verbindung mit den Park- & Ride-Parkplätzen. „Im Sommer ist er immer voll, ja geradezu überfüllt in Richtung Salzburg, so dass wir zusätzliche Busse einsetzen müssen.“

Bei der Berchtesgadener Autobmobil-Ausstellung fällt der hohe Anteil der SUV auf. „Am liebsten mit Allrad“, sind sich viele Aussteller einig. Der Anteil liege bei manchen Modellen bei bis zu 70 Prozent. Hinter den Kulissen aber arbeiten immer mehr Hersteller an bezahlbaren und leistungsfähigen Elektroautos. „Ab 2020 kommen sie und das nach und nach für alle Modelle,“ bestätigten einige Hersteller auf Nachfrage. Viele aber setzen auf Hybridantriebe, also auf einen konventionellen Benzinmotor mit einem Elektroantrieb, die sich gegenseitig ergänzen und so zu einer merkbaren Kraftstoffersparnis beitragen. „In Berlin etwa fahren heute 60 Prozent aller Taxis mit Hybrid und wir sind seit 20 Jahren damit erfolgreich auf dem Markt“, freut sich ein Händler.

Selbst bei dem weltweit größten Autohersteller in bester deutscher Tradition steht aktuell wieder ein SUV im Vordergrund, auch wenn es ihm auf dem ersten Blick nicht gleich anzusehen ist. Natürlich gibt es dieses Modell auch mit einem Allrad-Antrieb. „Ob nun E-Autos oder Hybridantrieb, generell verbrauchen alle modernen Fahrzeuge heute rund 40 Prozent weniger Energie als noch von 20 Jahren. Dabei ist das Gewicht deutlich gestiegen, signifikant wird das allein schon an den schweren, großen Reifen,“ bekräftigt der Händler und bringt damit auch seinen Zweifel an der aufgeheizten öffentlichen Diskussion um Fahrverbote zum Ausdruck. „Es kann nicht sein, dass ein Familienvater, der ein älteres Modell fährt und wirtschaftlich haushalten muss, quasi kriminalisiert wird, weil er nicht das neueste und sauberste Auto fährt.“

Es waren zwei sonnige Tage und eine eindrucksvolle Leistungsschau der Autohändler in Berchtesgaden bei gutem Besuch. Zum Kauf animieren durchwegs gute Konditionen bis hin zu einer Null-Prozent-Finanzierung, attraktive Leasing-Angebote und ’satte Prozente‘. Auch das Publikum orientiert sich neu, nicht zuletzt wegen der vielen Schlagzeilen und Umbrüche, denen sich die Branche heute mehr denn je ausgesetzt sieht. Aktuell aber scheint sich die Lage langsam zu beruhigen. Sehenswert waren die Automobil-Raritäten mit ‚Schmuckstücken aus der Vergangenheit‘, Informationen zum ‚Rossfeldrennen‘, Sicherheit im Verkehr durch die aktive Mitarbeit der Deutschen Verkehrswacht und ein großes Rahmenprogramm für Kinder mit Schminken, Bauklötze-Areal und Kasperltheater.

Vizeweltmeister Stefan Eberharter, der sich diesen Titel 2015 im Mountainbike-Trail in Spanien erkämpfte, begeistert heute viele Menschen mit seiner Leistungsschau, die er bei Events in ganz Europa zeigt.

Dass die Freude und Bewegung am Fahren auch ganz ohne PS, Benzin und Elektroantrieb auskommen kann, zeigte Vizeweltmeister (2015) Stefan Eberharter im Mountainbike-Trail mit einer akrobatischen Leistungsschau und perfekten Beherrschung von Bike, Bewegung und Körper. Folgende Autohäuser waren im Alpencongress Berchtesgaden dabei: Moderegger (BMW), Brandner (Opel), Angerer (Ford), Höfler (Fiat), Eppich (Toyota), Czech (Peugeot), Stockklausner (Subaru), Eppich (Seat), Sauder (Suzuki), Buchwinkler (VW, Audi, Skoda) und Benischke (Renault, Dacia, Nissan). Und einmal mehr überzeugt der ‚Preisbrecher‘ Dacia. Der neue Duster ist eine echte Aufwertung der Marke. Ein neuer Stepway soll bis zum Jahresende folgen.

Dem Tüchtigen steht die Welt offen

1000 Perspektiven einer beruflichen Ausbildung

(gsp) Der Informationstag für Beruf und Studium am Samstag im AlpenCongress Berchtesgaden gestaltete sich als eine eindrucksvolle Leistungsschau von Wirtschaft, Verwaltung, privaten wie öffentlichen Schulen und Handwerk. Auffallend war die Präsenz von Bildungseinrichtungen aus dem nahen Österreich, die das Ausbildungsangebot positiv aufwerteten.

„Einen Zukunftsjob mit dem Du Berge versetzen kannst“, nämlich bei der Saline (Südwestdeutsche Salzwerke AG). Sechs Ausbildungsberufe stehen zur Wahl.

Aber selbst Institutionen des Öffentlichen Dienstes, von der Kur Gmbh über das Landratsamt, zum Bayerischen Staatsministerium des Inneren, das Staatliche Straßenbauamt, der Allgemeine Vollzugsdienst und Polizei oder Sparkasse, Barmer, AOK, IHK und die Agentur für Arbeit zeigten berufliche Möglichkeiten und Perspektiven.

Stahlwerk Annahütte. Hier wird nicht nur Stahl gewalzt, sondern 580 Mitarbeiter schmieden eine stahlstarke Zukunft und bilden in fünf Berufen aus.

Namhafte Unternehmen wie die Milchwerke Berchtesgadener Land, das Stahlwerk Annahütte, die Südwestdeutschen Salzwerke AG (Saline), Schmölzl und viele aus der Hotellerie wie die Hotels Kempinski, Edelweiß, Klosterhof, Grünberger bis hin zur Steigenberger Akademie und Tourismusschulen verdeutlichten das breite Spektrum einer beruflichen Bildung.

Berufliche Veränderung ist immer möglich

BHG-Vorsitzender Johannes Hofmann im Gespräch mit Larissa Schütz von der Bayernwelle. „Nur wer selbst in der Küche am Herd gestanden ist, kennt die Praxis in der Gastronomie,“ ist sich Johannes Hofmann sicher, der selbst 42 Lehrlinge ausgebildet hat.

Dabei sind die einst eher starren Systeme längst einer innovativen Flexibilität gewichen. Egal welchen beruflichen Einstieg man heute wählt, fast immer ist berufliche Veränderung möglich, von der Weiterbildung bis zum Studium oder auch seine Karriere im Ausland fortzusetzen. Zu keiner anderen Zeit scheint sich der alte Spruch zu bewahrheiten, dass „dem Tüchtigen die Welt offensteht“. Denn bei diesem großen Angebot für die berufliche Bildung darf nicht übersehen werden, dass in jedem Bereich Leistung verlangt wird. Wer aber ‚das Richtige‘ findet, dem wird Leistung auch nicht schwerfallen und genau das war ein starker Impuls dieses Informationstages. Es standen an den meisten Ständen selbst Auszubildende oder ‚Menschen aus der Praxis‘ für offene Gespräche bereit.

Bei unserem kleinen Rundgang
sammelten wir einige Eindrücke:

Immer zu einem kleinen Späßchen aufgelegt, die Jungs von der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei, denen die Arbeit offensichtlich Spaß macht.

Ein junger Herr am Stand der Berufsfachschule der Schnitzer und Schreiner etwa meinte, dass sich heute viel mehr junge Menschen aus idealistischen Gründen für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden. Dabei öffne besonders der Werkstoff Holz viel Potential für Kreativität. Gleich nebenan präsentierten sich Beamte aus dem Vollzug, also eine völlig andere Ausrichtung und „das ist bei der Messe gewollt“, erläutert Ausstellungsleiterin Heike Mechelhoff.

Heike Mechelhoff vom Jugend-Treff.5 Förderverein e.V. organisiert und leitet seit acht Jahren diese jährlich wiederkehrende Ausstellung. Ihr liegt dabei das Wohl der Jugend besonders am Herzen. „Die jungen Menschen sollen für sich entdecken, wie viele Möglichkeiten ihnen das Leben bietet. Dazu zählt vor allem eine gute berufliche Zukunft, die dem einzelnen Menschen gerecht wird.“

„Wir wollen bewusst die Gewerke vermischen um die berufliche Vielfalt und Lebendigkeit zu zeigen.“ Das ist im AlpenCongress Berchtesgaden gut gelungen, die Räumlichkeiten sind für Ausstellungen und kleine Messen ideal. Einziger Schwachpunkt war, dass die Moderation vor Ort von Bayernwelle Südost mit halbstündigen Interviews in den drei großen Hallen nicht zu hören war, und die hätte man gerne mitverfolgt. Dabei gestaltete man im zentralen Eingangsbereich erstmals einen ‚kleinen Biergarten‘ mit Buffet, Tischen und Bänken, „als Kommunikationsbörse, zum Austauschen und Zusammensitzen.“

Im Justizvollzug wirken viele Berufe zusammen

Beim Justizvollzug steht eine Beamtenlaufbahn offen, doch in den Fachdiensten werden auch Ärzte, Juristen, Pädagogen, Psychologen, Seelsorger und Sozialpädagogen beschäftigt. Einige Stände weiter stellt die Fachhochschule Salzburg (FH) ihre 18 Bachelor- und 12 Masterstudiengänge vor. Je Semester ist an der FH mit rund 380 Euro Gebühren zu rechnen. Als Novum erscheint die Modeschule Hallein, die sich selbst als einzigartig in Österreich bezeichnet und zu fast allen Theatern gute Beziehungen pflegt. Die ‚ganz große Nummer‘ ist die fünfjährige Höhere Lehranstalt für Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei die mit einer Reife- und Diplomprüfung und einer abgeschlossenen Berufsausbildung endet. Darüber hinaus gibt es die ‚Internationale Modeklasse‘ und ein berufsbegleitendes 6-semestriges Kolleg.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentieren sich gerne im regionalen Umfeld. Ausgebildet wird in sieben Berufen. Ein besonderer Tipp für die Bewerbung: „Sei einfach du selbst“

Gleich um die Ecke ging es dann bodenständiger zu, denn die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentierte sich an einem großen Stand. In sieben Berufen bildet der Betrieb in Piding aus. Spezielles Wissen wird etwa als Milchtechnologe verlangt. In den führenden Hotels des Landkreises, die fast alle auf der Messe vertreten waren, sucht man ebenfalls nach guten Nachwuchskräften.

Die Steigenberger Akademie zählt Europaweit zu den Besten. Sie bietet eine Top-Ausbildung für die Hotellerie. Die private Akademie ist allerdings nicht billig. „Es ist die richtige Einstiegsvoraussetzung, um in diesem facettenreichen Tätigkeitsfeld in der 5-Sterne Hotellerie auf internationaler Ebene erfolgreich zu sein“, wirbt das Unternehmen.

Ja, es ist anspruchsvoll, die Arbeitszeit etwas ungewöhnlich, doch dafür die Perspektiven gut, ist etwa eine Managerin vom Hotel Edelweiß überzeugt. Bei der Steigenberger Akademie hingegen sieht es wieder etwas anders aus, denn die Privatschule kostet Geld, deutlich mehr als ein Studium an der FH. Dafür zählt die Akademie mit zu den besten in Europa, „und gut ausgebildete Fachkräfte aus der Branche, vor allem aus Deutschland, werden weltweit gesucht“, weiß Linda Pfeiffer von der Studienberatung und vom Marketing.

Zierpflanzen-Gärtner gesucht

Auch im Bayerischen Staatsbad werden Auszubildende gesucht. Hier von der Kur-GmbH, die in insgesamt acht Berufen ausbildet. Dringend Azubis gesucht für Gärtner, Fachrichtung Zierpflanzen

Selbst die Kur GmbH aus Bad Reichenhall präsentierte sich in ihrer Suche nach Auszubildenden im AlpenCongress Berchtesgaden. In fünf Berufen wird ausgebildet, doch vor allem werden Zierpflanzengärtner gesucht, informierten die drei Vertreter am Stand. Drei charmante Damen präsentierten das Landratsamt und meine Frage nach dem Image der Behörde als Arbeitgeber wurde entschieden gekontert. „Wir haben moderne Arbeitsplätze, selbst höhenverstellbare Schreibtische, Gleitzeit, Home-Office, beste Möglichkeiten der Weiterbildung und selbst ein Wechsel in eine andere Abteilung, falls man sich verändern möchte, ist in der Regel möglich.“

Elopro Elektrik erarbeitet und programmiert eigene Automatisierungstechnik, Gebäudetechnik und Energiemanagement. Auch dieser ausgezeichnete Mittelstandsbetrieb sucht Auszubildende.

Selbst traditionsreiche Handwerksbetriebe sind auf der Suche nach Auszubildenden. Etwa das Autohaus Bachfrieder, das für 2020 noch sieben Ausbildungsstellen zu vergeben hat und aktuell noch einen Auszubildenden zum Zweiradmechatroniker (Motorradtechnik) sucht. Mit einem besonderen Tipp wartete der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice auf.

Auf seiner Homepage finden sich unter Beruf & Karriere zwei Links, die alle Stellen im näheren Umfeld zeigen. Erster Ansprechpartner bleibt natürlich die Agentur für Arbeit, auch sie war in Berchtesgaden vertreten.

Foto rechts:
Auf einer Messe bleibt immer Zeit für geschäftliche Gespräche. Im Bild Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein und Bürgermeister Herbert Gschoßmann aus der Ramsau. Das Straßenbauamt bietet Ausbildungsplätze vom Straßenwärter über den Bauzeichner bis hin zum Diplom-Verwaltungswirt.

Veröffentlicht im Berchtesgadener Anzeiger:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-1001-perspektive-informationstag-fuer-beruf-und-studium-im-alpencongress-_arid,465064.html
Veröffentlicht im Reichenhaller Tagblatt:
https://www.pnp.de/lokales/berchtesgadener_land/3204343_Eindrucksvolle-Schau-beruflicher-Vielfalt.html