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Auszeichnung für den Kapuzinerhof

„Der Mensch ist es uns wert“

(gsp) Das Seminarhotel Kapuzinerhof in Laufen wurde jetzt als Teilnehmerbetrieb am „Umweltpakt Bayern“ für seine besonderen Verdienste und Leistungen ausgezeichnet. Der Umweltpakt ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und der bayerischen Wirtschaft und geht auf das Jahr 1995 zurück. Nicht ganz so weit reicht die Geschichte des Seminarhotels Kapuzinerhof in Laufen, es wurde nach der Renovierung, Erweiterung und Modernisierung des alten Klosters 2001 eröffnet und steht seit 2008 unter der Führung von Peter und Sina Fingerhut. Heute sind 40 Mitarbeiter beschäftigt und die meisten von Ihnen sind mindestens acht Jahre im Betrieb.

Bürgermeister Hans Feil, Hotelmeisterin Johanna Feil, Managerin und Hotelierin Sina Fingerhut, Landrat Georg Grabner – Fotos: Gerd Spranger

Umweltschutz ist für Sina Fingerhut nicht eine Sache des Images. „Was hilft ein Etikett oder ein Qualitätssiegel, wenn nicht erfüllt wird was es verspricht“, fragt sie. „der Mensch im Allgemeinen und unsere Gäste im Besonderen sind es wert, das Beste zu bekommen, was unsere Region zu bieten hat.“ Dass bei ihr hinter den Worten auch harte Fakten stecken, zeigen fast 30 Kriterien, die das Seminarhotel Kapuzinerhof aktiv für den Schutz der Umwelt erfüllt. Das beginnt bei der Schulung der Mitarbeiter, reicht über die Einsparung von Energie bis hin zu Lebensmitteln, die vorwiegend aus regionalem und ökologische Anbau bezogen werden. Selbst die Möglichkeit E-Bikes und Elektrofahrzeuge aufzuladen wird geboten.

Umweltschutz und gut wirtschaften

Landrat Georg Grabner, sprach bei der Überreichung der Urkunde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz von Synergien und der gegenseitigen Bereicherung und Befruchtung bei der Umsetzung des Umweltgedankens. „Der Kapuzinerhof ist ein ganz hervorragendes Beispiel dafür, dass jeder von uns etwas für den Schutz der Umwelt tun kann. Für einen Betrieb heißt das in der Folge, dass er durch nachhaltiges Wirtschaften auch Kosten einspart, es rechnet sich.“

Landrat Georg Grabner gratuliert der Hotelbetreiberin Sina Fingerhut zu dem Erfolg des Seminarhotels Kapuzinerhof in Laufen.

Der Landrat erinnert sich, dass er sich vor über 15 Jahren beim Minister Thomas Goppel, als Abgeordneter im Bayerischen Landtag, intensiv für eine wirtschaftliche Nutzung der damals brach liegenden Klostergebäude eingesetzt hat. Es ist bis heute die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen, die das Seminarhotel nutzt. Doch der Kreis der Kunden reicht weit darüber hinaus und der Kapuzinerhof hat sich in Deutschland und Österreich einen guten Namen gemacht, ist an vielen Monaten im Jahr ausgebucht. Er lebt aber nicht nur vom Seminar- und Tagungsgeschäft, sondern ebenso von Familienfeiern und Firmenevents. Bürgermeister Hans Feil aus Laufen bekräftigt dabei die ausgezeichnete Qualität des Restaurants.

Urgemüse und regionale Produkte

Der Erfolg kommt aber nicht von ungefähr und zentral ist auch hier der Umweltgedanke und die Nachhaltigkeit verankert. „Wir haben noch nie einen Meeresfisch oder Garnelen, sondern ausschließlich heimische Fische auf der Karte geführt. Unsere Gäste haben das auch immer zu schätzen gewusst“, nannte Hotelmeisterin Johanna Feil ein Beispiel. Vor zehn Jahren etwa habe man bereits damit begonnen, vergessenes Urgemüse, Saaten und Kräuter vorzustellen und wieder in Erinnerung zu bringen. „Wir brauchen keine Modetrends, müssen nicht besser, höher oder weiter springen, um mit der Zeit gehen zu können. Wir bleiben auf dem Boden der Tatsachen und versuchen einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten“, gibt sich die Hotelmeisterin bescheiden.

Stadt Laufen mit hohem Freizeitwert

Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der Mensch, war man sich bei dem Austausch im Landratsamt einig. Georg Grabner betonte, „dass es einfach zu spüren ist, ob der Service oder auch das, was die Karte bietet, mit Herz und Verstand zubereitet ist. Man schmeckt es ebenso, wie man Herzlichkeit spüren kann. Und das ist nicht nur eine Phrase, denn ‚Herzlichkeit‘ ist uns heute weitgehend verloren gegangen.“ Ebenso zählen auch das Umfeld zu den ‚Erfolgsfaktoren‘ und Laufen etwa verstrahle ein wenig abseits der Bundesstraße einen südlichen Charme, ist sich Bürgermeister Feil sicher. Das werde auch immer mehr wahrgenommen, denn nicht umsonst sei die Einwohnerzahl des Salzachstädchens in den letzten zehn Jahren von 5.800 auf 7.200 gestiegen. Laufen punkte mit seiner Nähe zum Abstorfer-, Waginger-, Obertrumer- und Mattsee sowie zu seiner Nähe und guten Anbindung nach Salzburg.

Die richtige work-life-balance

Herausforderungen kommen aber noch von einer ganz anderen Seite. „Die Menschen streben heute immer mehr nach einer ‚work-life-balance“, ist sich der Landrat sicher. Für die Hotellerie und Gastronomie aber setze das andere Herausforderungen als im Öffentlichen Dienst. „Hier muss noch viel getan werden“, räumt die Chefin des Kapuzinerhofes ein, sieht den eigenen Betrieb aber auf einen guten Weg. „Wir sind kein Saisonbetrieb und wir arbeiten in zwei Schichten“, bekräftigt sie. „Auch hier arbeiten wir nachhaltig und die Mitarbeiter danken es uns. Natürlich möchten wir Familie und Beruf miteinander in Einklang bringen“, sonst wären wir schlechte Arbeitgeber und Gastgeber.“

Bestnote für den Kapuzinerhof

Das bestätigen ebenso die Gäste, denn sie gaben dem Haus bei Holiday-Chek 5,8 von möglichen sechs Punkten. Ausgezeichnet wurde das Seminarhotel bereits von der Europäischen Union der Köche, von Slow-Food Deutschland, von der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land, von Greentable und aktuell vom Umweltpakt Bayern.

TSV  zum seniorenfreundlichen Verein ausgezeichnet

Ein Siegel soll neue Anreize geben – Bürgerschaftlich engagierte Hilfe

(gsp) Als einer der ersten Vereine hat der TSV Bad Reichenhall vom Bayerischen Turnerverband (BTV) das Qualitätssiegel ‚Seniorenfreundlicher Verein‘ erhalten. Vereinsvorsitzender Josef Dennerl und sein Team ließen dafür eigens zwei Übungsleiter des Sportvereins weiterbilden, die sich jetzt verstärkt der Senioren annehmen. „Von den 1700 Mitgliedern des TSV (Turn- und Sportverein 1862 Bad Reichenhall e.V.) zählen wir rund 700 Kinder und Jugendliche. Der Anteil unserer Senioren dürfte sich auch auf einige Hundert summieren und so verpflichten wir uns mit dieser Auszeichnung ihnen zusätzliche Aufmerksamkeit zu geben.“ Die neu gekürten Seniorenbeauftragten Renate Bosch und Rudi Sprinzing möchten einige ’niederschwellige Angebote‘ mit leichter Gymnastik ins Leben rufen und mit kulturellen Programmen und Ausflügen für besseren Kontakt untereinander sorgen.

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Thomas Bender, ehemaliger Vicepräsident des BTV und aktives Mitglied des TSV, überreicht das Qualitätssiegel des Bayerischen Turnerverbandes. Von links: Thomas Bender, Josef Dennerl mit den beiden Seniorenbeauftragten Renate Bosch und Rudi Sprinzing. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner wünscht dem Verein viel Erfolg und bedankt sich für das Engagement über alle Altersgruppen hinweg. – Foto: Gerd Spranger

Gefördert soll mit der Auszeichnung zum seniorenfreundlichen Verein ebenso die Kooperation hin zu Senioreneinrichtungen und Krankenkassen mit ihren Gesundheitsprogrammen. Der BTV will mit dieser Initiative die Vereine bei der Gewinnung neuer Mitglieder unterstützen und die Senioren besser Einbinden. Die Vereine sollen ihre Angebote im Sinne einer bürgerschaftlich engagierten Nachbarschaftshilfe verbessern. Das Qualitätssiegel füge sich gut in das Programm der Bayerischen Staatsregierung ‚Selbstbestimmtes Leben im Alter‘ ein. Zu den Förderern des Siegels zählen die zwei Sponsoren Flexo-Handlaufsysteme GmbH und die TOGU GmbH in Prien am Chiemsee.

Klimaschutz und Fake-News beim Kreistag

(gsp) Der Kreistag befasste sich im Mai mit Klimazielen, Bauprojekten und Fake-News. Dabei ging es einmal mehr um den geplanten Neubau des Landratsamtes und einer kleinen Gruppe von Bürgern, namentlich wurden Stefan Glas, Wolfgang Wagner und Ludwig Unterreiner genannt, die ein Bürgerbegehren gegen den Neubau des Landratsamtes initiiert haben. „Es wird mit falschen Anschuldigungen gearbeitet und das ganz persönlich gegen mich“, stellte der Landrat klar.

Aus der Vogelperspektive wird das Wohngebiet iin Ricchtung Marzoll erweitert, was durchaus Sinn macht. Für das neue Landratsamt steht dann viel Platz zur Verfügung. Anderseits: ist ein Neubau wirklich erforderlich? Die Kreisräte bejahen dies einstimmig.

 

Hans Metzenleitner (SPD) sprach in der Sache gar von einem Demokratieprojekt, denn der Kreisrat habe sich über mehrere Jahre und sehr intensiv mit der Thematik Landratsamt befasst und und einstimmig für den Neubau gestimmt.  Agnes Thannbichler (ÖDP) verwehrte sich gegen Bürgerbegehren, die auf Grundlage von Fake-News aufgebaut sind und Silvester Enzinger (CSU) war gar erschüttert über die Diffamierung des gesamten Kreisrates mit haltlosen Anschuldigungen.

Jennerbahn-Bergstation
ohne Genehmigung?

Der gastronomische Schwerpunkt vom Restaurant „Halbzeit“ der Jennerbahn-Mittelstation verlagert sich am Wochenende hinauf zur Bergstation, wenn die Bahn wieder über die gesamte Länge, vom Tal bis hinauf auf 1800 Höhenmeter, fährt.

Einen Verbreiter von Fake-News ganz anderer Art machte Hannes Rasp (CSU) in seinem Kreistagskollegen Dr. Bartl Wimmer (Grüne) aus. Der sprach im Hinblick auf die Eröffnung der Jennerbahn-Bergstation am 08. Juni von einem „Schwarzbau“. Rasp wies dies entschieden zurück. Es habe mit dem Juristen vom Bund Naturschutz eingehende Gespräche gegeben, und der Vorwurf des Schwarzbaues durch ein BN-Mitglied wurde zurück genommen. Das war es dann auch mit den Fake-News in der Sitzung des Kreistages. Auf der Tagesordnung standen sechs Punkte. Den größten Raum in der Diskussion nahm der Klimaschutz ein.

Rückschläge bei der Energieplanung

Landrat Georg Grabner und Klimaschutzbeauftragter Manuel Münch informierten über die Entwicklung der kommunalen Energieplanung im Landkreis und auf Landkreisebene. Der Landrat erinnerte an die Auszeichnung im November 2018 mit dem Klimapreis. Das Berchtesgadener Land habe damit Vorbild- und Signalwirkung für ganz Bayern. Manuel Münch sprach von 150 unterschiedlichen Projekten, von denen 50 bereits in der Planung und Umsetzung seien. Er appellierte an die Städte und Gemeinden sich aktiv an das Landratsamt zu wenden. Es gibt bis zu 70 Prozent Fördergelder und auch viele Hilfen und Informationen für die Vorplanung.

„Was kostet es,
wenn wir es nicht machen“

Für Simon Köppl (Grüne) ist der Energienutzungsplan des Landkreises ein gute Grundlage. Es gehe jetzt darum die Projekte umzusetzen und weiter zu entwickeln. Er sprach von einem grundsätzlichen Umdenken, das gefordert sei. „Heute sprechen wir darüber was uns die einzelne Maßnahme kostet, künftig werden wir darüber sprechen, was die Maßnahme kostet wenn wir sie nicht umsetzen.“ Und dabei hatte der Kreisrat vor allem den Schutz der Umwelt im Blick. Grabner bezeichnete es als eine Daueraufgabe nachhaltige Politik zu betreiben und bekräftigte nochmals die Möglichkeiten der Einsparung und Nutzung von natürlicher Energiegewinnung. Leider sehe es aktuell mit einem Flusskraftwerk an der Salzach nicht gut aus, wurde ihm bei einem Gespräch im Bayerischen Umweltministerium signalisiert. „Wir sprachen mit einigen Bürgermeistern und MdB Michaela Kaniber in der Sache vor und nahmen den sehr intensiven Eindruck mit, dass sich in der Sache nichts bewegt.“

Windkraft und Mobilitätskonzept

Georg Wetzelsperger (CSU) lobte den Energienutzungsplan, denn man habe damit ein handwerkliches Werkzeug für die Umsetzung von Einsparungen in der Hand. Doch „werden dann konkrete Einzelmaßnahmen in der Praxis häufig ausgebremst“, bedauert er. Dr. Bartl Wimmer klagte über selbst gemachte Erfahrungen bei der Installation einer Hackschnitzelanlage im Verbund mit einigen Nachbarn. „Da geht man einen dezentralen und klimafreundlichen Weg und dann werden von den Bayerischen Staatsforsten für Leitungen so hohe Gebühren erhoben, dass das ganze Projekt zum Fall kommt. Das kann so nicht gehen.“ Grabner stimmte zu, er habe vor Jahren bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. „Da muss man kämpfen, sich durchsetzen,“ ermutigte er. Ebenso wurde das Thema Windkraft angesprochen, die Mobilität, eine Verkehrswende und Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr.

Wer reinigt die Biotonnen?

Ein anderes Umweltthema, nämlich ein FDP-Antrag zur Reinigung von Biotonnen, löste weitere Diskussionen aus. Die Auffassungen, ob die Leerung der Tonnen, die Trennung des Mülls bis hin zum pünktlichen Abtransport der gelben Säcke denn jetzt wirklich funktioniere, gingen weit auseinander. Für Grabner war klar, es funktioniert nach Anlaufschwierigkeiten jetzt bestens. Im Landratsamt selbst habe man dafür neue Kräfte eingeschult, Ressourcen erschlossen und die Mitarbeiter hätten sich sehr engagiert, sich auch viel anhören müssen. Edwin Hertlein (Grüne) sieht das anders. „Es läuft ganz und gar nicht, auch nach fünf Monaten nicht. Die Bürger unterscheiden auch nicht, ob es um den gelben Sack oder um die Biotonne gehe. Da liegt noch viel im Argen.“ Dr. Bartl Wimmer forderte eine Stellungnahme des Geschäftsführers des verantwortlichen Unternehmens im Kreistag. „Er muss uns Rede und Antwort stehen.“ Der FDP Antrag selbst wurde mit zwei Gegenstimmen abgelehnt, was Tilo Schöne (Republikaner) bedauerte. Mit einem Hausmeisterservice betreut er über 100 Anlagen im Landkreis und meint: „Mieter in größeren Wohnanlagen trennen nicht sauber, nehmen keine eigenen Papiertüten und es kommt zu erheblichen Verschmutzungen der Tonnen.“

Kindertagespflege und Jugendhilfeausschuss

Ohne Diskussion wurde der Antrag auf die Anpassung der Kostenbeitragsatzung Kindertagespflege ab dem ersten Juni beschlossen. Die Kosten richten sich nach dem Jahresbruttoeinkommen und der täglichen Betreuungszeit. Die maximale monatliche Elternbeteiligung bei der Betreuung eines Kindes bis zu sechs Stunden täglich steigt von 1073,07 auf 1131,22 Euro. Kostenpflichtig wird die Betreuung ab einem Jahreseinkommen von 10.000 Euro.

Gestärkt wurde der Jugendhilfeausschuss des Landkreises mit der Bestellung neuer Mitglieder. Einstimmig wählte der Kreistag Bernd Rohrbach als beratendes Mitglied als Nachfolger für Tabea Seidel. Als stellvertretendes beratendes Mitglied wurde Veronika Pummerer benannt. Des weiteren hat der Kreistag beschlossen Monika Tauber-Spring als beratendes Mitglied zu benennen.

Mehr Geld für die Sanierung
des Rottmayr-Gymnasium Laufen

Die Sanierung des aus dem Jahr 1964 stammenden Rottmayer-Gymnasium in Laufen macht Fortschritte. Der erste Bauabschnitt wurde abgeschlossen und der zweite soll bis September 2019 fertiggestellt sein. Der Kreistag befasste sich jetzt mit dem dritten Bauabschnitt und einer Steigerung der Kosten um 1,074 Millionen (1.074.707,44 €) für die ersten beiden Bauabschnitte. Dazu entfallen noch Mehrkosten von 147.000 Euro für die Anpassung der Nebenkosten „Damit haben wir Mehrkosten von unter 10 Prozent. Bedenkt man die allgemeine Kostensteigerung auf dem Baumarkt, so kommen wir damit noch günstig weg“, erklärt Landrat Georg Grabner. In dem aufgestockten Budget sind auch vorgezogene Kosten und Inventar mit eingerechnet. Ein noch zu klärender Umstand sei dabei die Verwirklichung einer Aula oder die eines großen Pausenraumes. Der Kreistag wird dazu noch zu einem späteren Zeitpunkt eine Entscheidung treffen müssen. „Positiv ist“, so der Landrat, „dass der Zuschuss durch die Regierung von Oberbayern voraussichtlich von 60 auf 65 Prozent steigen wird.“ Insgesamt belaufen sich die Kosten auf knapp 16 Millionen Euro.

Dr. Bernhard Zimmer (Grüne) mahnte an, dass man daraus seine Lehre ziehen sollte und solche Projekte in der Vorbereitung besser durchzurechnen sind. Auch solle man die Lebenserwartung und Ökobilanz stärker in die Planung mit einbeziehen. Grabner entgegnete, dass selbst bei gründlicher Vorplanung, bei fehlenden oder fehlerhaften Altplänen, und vorher nicht abzusehende lokalen Umständen, immer ein Risiko bestehen bleibe. Der Bau des Gymnasiums war noch zu einer Zeit, als Laufen ein eigener Landkreis war. Der Kreistag stimmte einstimmig für die Genehmigung und Änderung des Bau-Umfanges sowie der Genehmigung der überplanmäßigen Mittel für den Bauabschnitt I und II.

Die Vorwürfe an Landrat Georg Grabner:

Er habe behauptet, dass

  • die Neubaumaßnahme Alternativlos ist
  • während seiner Amtszeit für das Landratsamt keinerlei Bauunterhalt geleistet wurde
  • wissentlich gegen Auflagen des Brandschutzes verstoßen wurde
  • Ziel sei der Verkauf des Grundstückes mit 800 Euro je Quadratmeter

„Alle diese Anschuldigungen sind falsch und haltlos“, so der Landrat.

Auszeichnung
für Simon Metzendorf

Simon Metzendorf wurde für seine besonderen Leistungen im Wettbewerb ‚Jugend forscht‘ von Landrat Georg Grabner ausgezeichnet. Er hat eine ‚Murmel-Musik-Maschine“ erfunden, die durch den Fall von Stahlmurmeln auf ein Xylophon Musikstücke abspielt. Unterstützt wurde er dabei vom Gymnasium Berchtesgaden, und vom Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land. Simon will nach Abschluss seines Abiturs im Sommer 2019 eine Lehre als Elektromechaniker absolvieren.

Auf dem Foto (v.l.n.r.): Oberstudienrat Martin Hofreiter (Gymnasium Berchtesgaden), Landrat Georg Grabner, Jürgen Gasteiger (Projektbetreuer am Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land), Simon Metzendorf, Christoph Geistlinger (Geschäftsführer Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land) – Foto: Gerd Spranger

Hohe Auszeichnung für Fritz Eberlein und Elisabeth Homberg

Fritz Eberlein und Elisabeth Homberg
mit dem Ehrenzeichen des
Bayerischen Ministerpräsidenten gewürdigt

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ‚für im Ehrenamt tätige Männer und Frauen‘ verlieh Landrat Georg Grabner an Elisabeth Homberg aus Berchtesgaden und an Friedrich Eberlein aus Bad Reichenhall. Mit Blick auf die Lebensgeschichte und das Engagement der Geehrten betonte der Landrat, dass „die Ehrennadel als Zeichen ja nur sichtbar mache, was über Jahrzehnte hinweg über jedes Maß und jede Verpflichtung hinaus geleistet wurde.“ Er zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss mit den Worten: „solange es noch Leute gibt, die da sind um für Andere da zu sein, ist es um die Welt gut bestellt.“ In Würdigung der Verdienste gratulierten vor Ort Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp.

Fritz Eberlein 27 Jahre Hüttenrefernt
für das Staufenhaus

Fritz Eberlein ist ein seit Jahrzehnten über jedes Maß hinaus ehrenamtlich Tätiger. 385.000 Höhenmeter hat er zu Fuß von 1989 bis 2016 auf dem Staufen überwunden. 385 Mal war er auf dem Reichenhaller Haus und als Hüttenreferent das Bindeglied zwischen Vorstandschaft und Hüttenwirt. „Heute bräuchten wir einen Gönner der bereit wäre eine Million zu investieren, denn sehr umfangreiche Sanierungsarbeiten und eine Kanalisation stehen an“, erzählt Fritz, dem das Staufenhaus bis heute am Herzen liegt. Seine Leidenschaft aber gilt der Natur, seit 1949 beschäftigt er sich intensiv damit. Nur so ist es erklärbar, dass er fast 40.000 Einzelfunde in eine Datenbank des Nationalparks eingepflegt hat. Seit Ende der 90-Jahre dokumentiert Eberlein ehrenamtlich seine detaillierten floristischen Beobachtungen. Sorge bereitet ihm aktuell das Insektensterben. „Wenn man früher unterwegs war, so herrschte ein Summen und auf einer Blüte waren nicht selten mehrere Bienen und Käfer zu sehen. Da ist es heute sehr still geworden.“

Der Naturforscher gibt sein umfangreiches Wissen gerne an Doktoranden und Masterstudenten weiter, unterstützt und hilft bei zahlreichen Forschungsprojekten im Nationalpark Berchtesgaden und führt auch heute noch gerne Exkursionen durch. Seine Arbeiten legten den Grundstein für eine künftige Beobachtung von Umweltveränderungen im Klimawandel. Fast schon nebenbei kartierte Fritz Eberlein 70 aufgelassene Almen im Gebiet des Nationalparks und historische Felszeichnungen. Freude bereitet ihm, wenn er die Selbstheilungskraft der Natur beobachtet. „Sieht man heute jene Regionen, die unter den großen Stürmen in den 90er- und 2000er-Jahren schwer litten, so ist hier eine wunderbare vielfältige Vegetation mit einem gesunden Mischwald nachgewachsen.“

Eberlein ist ein scharfer Beobachter und hat als Mitglied der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zahlreiche Publikationen veröffentlicht und unterstützt, die seine in Fachkreisen anerkannte wissenschaftliche Tätigkeit belegen. Er ist auch wieder in der Neufassung der Artenliste des Nationalparks involviert. Darüber hinaus ist er ein fleißiger Sammler von einigen Tausend Herbarbelegen für die Botanische Staatssammlung München. Dabei wird eine getrocknete oder flach gepresste Pflanze auf einen Karton oder einen Bogen Papier aufgeklebt, zu dem man früher etwa dicke Bücher benutzte. Wem die Natur so am Herzen liegt, der engagiert sich auch für den Umweltschutz und so ist Fritz Eberlein bis heute Naturschutzwart und Naturschutzausbilder bei der Reichenhaller Bergwacht. Er freut sich über die vielen jungen Menschen, die sich ganz in seinem Sinne für die Natur und Heimat engagieren. Sein Dank gilt vor allem aber seiner Frau Christa, die seit 50 Jahren treu an seiner Seite steht und in all den Jahren häufig auf ihren Mann ‚verzichten‘ musste.

Elisabeth Homberg 28 Jahre lang
beim Evangelischen Diakonieverein Berchtesgaden

Das ‚Da sein‘ für andere Menschen hat die heute 74jährige Elisabeth Homberg aus Berchtesgaden von ihrer Jugend an praktiziert, als sie als junges Mädchen bereits mehrmals wöchentlich in das Berchtesgadener Krankenhaus radelte um dort mitzuhelfen. Später durchlief sie dann eine Ausbildung zur Krankenschwester und bildete sich mehrfach fort. Als katholische Schwester kam sie 1981 zum „Evangelischen Diakonieverein Berchtesgaden“, zunächst als Halbtagskraft neben einer evangelischen Diakonisse. 28 Jahre lang, bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2009, war sie dort als Pflegedienstleitung. Zuletzt arbeiteten beim Verein acht Vollzeit- und sieben Teilzeitkräfte plus zwei Haushaltshilfen. Sie erinnert sich noch gut an das Jahr 2002, als der Neubau in Bischofswiesen an der Aschauerweiher-Straße entstand. „Wir waren alle aus dem Pflegebereich, keiner hatte eine betriebswirtschaftliche Ausbildung, dennoch haben wir uns über dieses Millionenprojekt drüber getraut.“

Und getraut hat sich Elisabeth Homberg immer und häufig. Sie hatte zum Beispiel eine „Daseinsvorsorge zu Hause“ möglich gemacht. „Wir sind vier bis sechs Mal täglich zu den hilfebedürftigen Senioren nach Hause gefahren, von morgens 6.30 bis abends um 22.30, und halfen ihnen bei den wichtigen Alltagsdingen. So konnten sie weiter in ihrem Zuhause bleiben,“ erklärt sie. Nebenbei habe sie damit die Gehälter der Mitarbeiter gesichert und zwar längerfristig und als gesicherte Einnahmen.

In diese Richtung zielte auch die 1995 eingeführte Pflegeversicherung, mit der vieles leichter geworden ist, erinnert sie sich. „Zuvor musste alles über die Krankenkassen abgerechnet werden und das war nicht einfach. Jetzt wurde das Prinzip ‚ambulant vor stationär‘ forciert und somit war Hilfe in vielen Lebenslagen möglich. Wie selbstverständlich engagierte sich Elisabeth auch in der Sterbebegleitung mit einemTeam von ausgebildeten Krankenschwestern, die das gleiche Anliegen hatten und haben. „Für einen Menschen in den letzten Stunden da sein, für und mit ihm ein Gebet zu sprechen, seine Hand zu halten, ihn nicht alleine zu lassen“, das sollte doch selbstverständlich sein.

Einmal wöchentlich bietet Elisabeht Homberg als Seniorenbeauftragte des Marktes Berchtesgaden eine Sprechstunde, die sehr gut angenommen wird. Häufig geht es um Pflege, um Hilfeleistungen, einen anderen Pflegegrad oder einfach nur den Menschen ihre Ängste zu nehmen. Weiters ist die aktive Seniorin seit sechs Jahren für die Freiwilligenagentur des Landkreises tätig, gründete das Demenzcafe Rosenrot im Werk 24, das Mehrgenerationenhaus von Berchtesgaden, hat Besuchsdienste auf der Abteilung Geriatrische Rehabilitation im Krankenhaus Berchtesgaden aufgebaut und ist Gründungsmitglied der Seniorengemeinschaft BGL Süd e.V..

Dennoch kam der Anruf aus dem Landratsamt anlässlich ihrer Ehrung überraschend. „Es gibt so viele Menschen die sich ehrenamtlich engagieren“, meint sie. Auch habe man sie mit allen ihren Initiativen in ihre Bemühungen immer wieder gefördert. Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ist für Elisabeth Homberg aber schon eine ganz besondere Auszeichnung, eine tolle Wertschätzung. „Gefreut hat es mich, dass unser Bürgermeister Franz Rasp trotz seines Urlaubes bei der Auszeichnung zugegen war“, betont sie. Dabei war auch ihr Mann Harry und ihr Enkel Niklas.

Von links: Barbara Müller (Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landkreises Berchtesgadener Land), Walter Parma (Seniorengemeinschaft Süd e.V.), Landrat Georg Grabner, die Geehrte Elisabeth Homberg mit ihrem Mann Harry und Enkel Niklas sowie Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp.

Von links: Fritz Eder und Dr. Hubert Zierl (Nationalpark Berchtesgaden), Landrat Georg Grabner, der Geehrte Friedrich Eberlein mit dessen Frau Christa, Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Helmut Schöndorfer

Fotos: Gerd Spranger