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Mit Optimismus im Krisenmodus

CSU-Landratskandidat Bernhard Kern in der Stichwahl mit Dr. Bartl Wimmer (Grüne) im Berchtesgadener Land

Am 29. März geht es für den CSU-Landratskandidaten Bernhard Kern in die Stichwahl, mit 41,94 Prozent verfehlte er die absolute Mehrheit. Seit Juli 2019 ist er im Wahlkampfmodus und bekennt: „Ich beschäftige mich mit der Kandidatur als Landrat bereits seit geraumer Zeit. Zuerst verständigten wir uns als Familie, ob wir das gemeinsam wollen, und suchten auch bei engen Freunden und Bekannten um Rat“, erzählt Bernhard Kern.

Bei seiner Wahl zum Bürgermeister von Saaldorf-Surheim im Jahr 2014 war es für ihn etwas einfacher gewesen. „Unser Haus liegt beim Rathaus gleich ‚um die Ecke‘, was die Sache natürlich günstig gestaltete.“
Die Wahl am Wochenende stand auch unter dem Zeichen von Corona, Grenzschließung und der Ankündigung vom Schließen vieler Geschäfte. Für Bernhard Kern war es kein gutes Gefühl, auch als er aus dem Bekanntenkreis und von etlichen Anrufen kleiner Unternehmer und Dienstleister die Unsicherheit über das wirtschaftliche Fortkommen erfuhr. Krisenmodus: das wird auch für den neuen Landrat zur Hauptaufgabe werden.

Meine Privatsphäre wurde respektiert

Bernhard Kern setzt und setzte auf Offenheit. „Selbst bei dem Flyer für die Wahl zum Landrat war meine persönliche Adresse, Email und Telefonnummer abgedruckt. Ich habe diese Entscheidung nicht bereut.“ Mut machte ihm wohl auch der Umstand, dass er in den sechs Jahren als Bürgermeister weder beleidigt, beschimpft noch bedroht wurde, selbst die Privatsphäre der eigenen Wohnung wurde gewahrt.

Als Landrat freilich ist er jetzt nicht mehr für 100, sondern für 460 Beschäftigte verantwortlich und nicht mehr für 5600 Gemeindebürger, sondern für 108.000 Einwohner des Landkreises. Dabei vermittelte ihm der Wahlkampf auch interessante Einblicke. „Es ist tatsächlich so, dass die Menschen unterschiedlich geprägt sind, wenn man den Norden mit den Süden des Landkreises vergleicht. Es stehen auch andere Themen im Vordergrund.“ Bernhard Kern aber fühlte sich immer wohl im Gespräch mit den Menschen. „Im Großen verstand man sich, auch über politische Parteien hinweg, und pflegte einen respektvollen Umgang.“

Kommunikation über Parteien hinweg

Es ist für Kern ebenso gelebter Alltag, wenn sich die 15 Bürgermeister des Landkreises alle paar Wochen für einen gemeinsamen Austausch treffen. Als Landrat will er diese Treffen nicht missen. „Uns verbindet viel mehr als wir manchmal glauben, wenn wir zu intensiv im politischen Geschehen eingebunden sind.“ Damit das nicht passiert, nimmt er sich rechtzeitig Auszeiten und widmet sich dabei gern der Familie und seinen Hobbys, wie etwa dem Musizieren.

Bernhard Kern sagt von sich selber, dass er ein gutes Bauchgefühl habe. „In den über 20 Jahren meiner beruflichen Selbständigkeit mit zeitweise 25 Mitarbeitern, war es häufig mein Bauchgefühl, dass bei Entscheidungen weitergeholfen hat.“ Das helfe ihm, neue und positive Ansätze zu finden. Seine Erfahrungen im Umgang mit Kommunen, Zweckverbänden und Verwaltungen sollen nicht umsonst gewesen sein.

Die Regionen wachsen zusammen

„Als Planer und Sachverständiger saß ich in vielen Gemeinderatssitzungen, dann 12 Jahre als Gemeinderat und sechs Jahre als Bürgermeister. Jetzt, als Landrat, lerne ich wieder eine neue Perspektive kennen. Insgesamt aber wird es mir weiterhelfen, mehrere Perspektiven zu den Themen zu haben“, ist sich Bernhard Kern sicher.

Auch sein Großvater war bereits Bürgermeister, und setzte sich bis 1969 intensiv mit der Gebietsreform auseinander, als die Orte Thundorf und Straß nach Ainring eingemeindet wurden, bevor die Gemeinde Ainring im Rahmen der Gebietsreform 1972 Teil des Landkreises Berchtesgadener Land wurde. „Dieser Prozess hat in vielen Regionen lange nachgewirkt. Heute müssen wir es schaffen, die Bereich Nord, Mitte und Süd besser zu vereinen und mit unseren Nachbarn, dem Landkreis Traunstein und dem Land Salzburg, besser zusammen arbeiten und Synergien nutzen.“

Auf Augenhöhe mit Salzburg

„Mit Salzburg sollten wir auf Augenhöhe kooperieren, was im Moment nicht einfach ist. Der Bezirkshauptmann ist nicht gewählt, sondern von der Landesregierung bestellt. Er ist ein Verwaltungsbeamter dem die Leitung der Bezirkshauptmannschaft obliegt. Salzburg ist über seine wirtschaftliche Bedeutung hinaus auch die Hauptstadt des Bundeslandes mit 555.000 Einwohnern. Dennoch verbinden uns viele Anliegen und Themen.“

Im Landratsamt selbst sieht Bernhard Kern ein sehr hohes Potential an Fachkompetenz und engagierten Mitarbeitern. „Wir werden uns aber zusammen setzen müssen, um die Prozesse weiter zu verbessern“, bekräftigt er. Selbst pflegt er eine Kultur der ‚offenen Türen‘, was der schnellen Kommunikation häufig hilfreich ist. In der wirtschaftlichen Entwicklung setzt er stark auf die BGLW (Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice), bei Fragen der Nutzung alternativer Energien auf die Energie-Agentur des Landkreises und im Tourismus natürlich auf die BGLT. „Landrat Georg Grabner und die Verwaltung haben im letzten Jahrzehnt viel geleistet und vor allem gute Strukturen aufgebaut. Davon profitieren wir heute und wohl über das Jahr 2030 hinaus.“

Kommentar: CSU macht die politische Linke stark

Nein, es wird niemals und in keiner Weise eine Zusammenarbeit mit der AFD geben, so das gemeinsame Credo der Parteien. Ob sie es nun will oder nicht, die CSU arbeitet damit der politischen Linken zu. Sehr deutlich wurde es in diesen Tagen bei der skandalträchtigen Wahl in Thüringen. „Rechtsextreme, alles Nazis und keine Demokraten“, so der Vorwurf vor allem aus der linken Ecke. Demokraten müssen zusammen halten, wobei man die AFD nicht dazu rechnet. Die AFD also keine zugelassene und demokratische Partei in Deutschland?

Es geht aber noch viel schlimmer, denn selbst ein Zeitgenosse vom Kaliber und Status eines Ministerpräsidenten lässt twittern, im Zweifelsfall zitieren, dass es höchst skandalös sei, sich von einer Partei an die Macht heben zu lassen, die für den Tod von Millionen verantwortlich sei. Die AFD für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich? Das ist eines Ministerpräsidenten nicht würdig, selbst eines Linken nicht. Auch habe er in dieser dunklen Stunde an Buchenwald denken müssen. Ein AFD-KZ? Wie will ein Mensch ein Land führen, wenn er einem Fünftel der Bevölkerung nicht die ausgestreckte Hand reicht, sondern die geballte Faust hochhält?

Und die CSU? Klar und kraftvoll distanziert sich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Das ist politisch verständlich und für sich gesehen mag es richtig sein. Doch rutscht die CSU damit ganz automatisch nach links, bereitet zumindest den Weg dafür. Selbst hat sie in Thüringen 12 Prozent an die AFD verloren, ehemalige Wähler, die jetzt ja alle Nazis seien und Nicht-Demokraten. Die CSU positioniert sich so, dass es nur einen ‚Weg nach Links‘ geben kann. Denn rechts der CSU gibt es keinen politischen Raum, er wird kurzerhand ausgeblendet. Das hatte FJS im letzten Jahrhundert eindeutig anders gemeint.

Aber laut gebrüllt wird aus Bayern gerne, da macht es der Söder dem Seehofer gleich. Was haben wir nicht alles für markige Worte gehört, selbst ein Bruch mit der Schwesterpartei CDU stand kurz im Raum, in den Jahren nach 2015, das man getrost als Geburtsstunde einer starken AFD bezeichnen kann. Nur passiert ist dann gar nichts und nicht umsonst lautete ein Wahlslogan, „wer Merkel wähl, wählt CSU“.

Und dass die Kanzlerin Alleingänge bis heute liebt, weiß man nicht erst seit den ‚offenen Grenzen‘, sondern auch nach der Thüringwahl. Merkel schafft an – die Partei folgt. Und dann ist diese Partei eben mal grün angehaucht und im nächsten Moment rot, man ist wandelfähig, ganz wie es dem Zeitgeist beliebt. Nur was soll der Wähler glauben? Und ganz offensichtlich glaubt er nicht mehr, weder der Kirche, noch der CSU, noch der CDU. Welche Alternative bleibt ihm dann? Die SPD hat sich längst vom Status einer Volkspartei gelöst. Die Wähler suchen Alternativen.

In Thüringen soll jetzt eine linke Regierung an der Macht gehalten werden, die weder eine Mehrheit verfügt, noch aus der letzten Wahl gestärkt hervorging. In Summe haben Linke, SPD und Grüne fast zwei Prozent verloren. Neuwahlen lehnen die Parteien ab, aus gutem Grund. Es ist völlig klar, dass es in Thüringen nicht um den Willen der Wähler geht. Denn was nicht passt, das darf nicht sein. Geistlicher Führer des Volkes ist dabei die Bundeskanzlerin Angelika Merkel. Sie hat die Richtung unmissverständlich vorgegeben.

Auf Welt.de wird das aktuell so kommentiert:
„Die Widersprüche, denen die Christdemokraten in Erfurt nicht gewachsen waren, stellen sich der Partei in ganz Ostdeutschland. Auch die Gemütslage, die von Unverständnis über die Politik der Kanzlerin längst in Aggression gegenüber der Berliner Parteizentrale umgeschlagen ist, gleicht sich überall in den neuen Ländern – und teilweise auch darüber hinaus. Deshalb war Thüringen kein Unfall, sondern könnte erst der Anfang gewesen sein.“

Zum Autor:
Der Autor ist kein Mitglied der AFD, auch keiner anderen politischen Partei. Es geht ihm um eine „Un-Kultur“ der politischen Sprache, die im Nachgang der Thüringer Wahlen hochkochte. Es geht um das hohe Gut einer Demokratie, die angesichts der Sprache und jüngsten Entwicklungen gefährdeter denn je zu sein scheint. Und es geht um das unbedingte Festhalten an der politischen Macht und die hohen Bezüge, notfalls bis zum Zerbruch – gegen jede Vernunft.

Starke Worte und ein starkes Bier im Brenner-Bräu

 

‚Ozapft is‘ – die erste Maß im Krug. Von links: Bürgermeister Thomas Weber, Ministerin Michaela Kaniber, CSU-Generalsekretär Markus Blume, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, CSU-Ortsvorsitzender Josef Pletzer und Wieninger-Braumeister Bernhard Löw. – Fotos: Gerd Spranger

(gsp) War es 2018 die damalige Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, die dem Starkbieranstich im Gasthof Brennerbräu die politische Note gab, so übernahm dies am Freitag CSU-Generalsekretär Markus Blume aus München-Ramersdorf. Bevor es aber so richtig politisch wurde, zapfte Braumeister Bernhard Löw von der Brauerei Wieninger mit Markus Blume erst einmal das erste Fass Starkbier an. „Unser Impulsator ist mit 18 % Stammwürze aus gutem Aromahopfen und fünf Monaten der Reifung zu einem süffigen Starkbier mit 7,3 Prozent Alkohol und einer ausgeprägten Malznote gereift“, schwärmt er für das nahrhafte Fastengetränk.

Gute Stimmung und viel Prominenz

Und die Stimmung hätte nicht besser sein können. ‚A zünftige Musi‘ von der Musikkapelle Bischofswiesen, ein Wirtshaus, voll besetzt mit Gesellschaft in festlicher Tracht, wo schon früh lebhaft diskutiert und getratscht wurde – ganz im gelebten Klischee einer bayerischen Wirtschaft zum Starkbieranstich. Gekommen war die Prominenz des Ortes und darüber hinaus, angefangen bei den Bürgermeistern und Gemeinderäten über den Kommandeur des Gebirgsjägerbataillon 232 Markus Sonnenberger, Monsignore Thomas Frauenlob, bis hin zu Vertretern der Vereine und Bürgern der Gemeinde Bischofswiesen.

Die Festrede von Markus Blume war über weite Strecken ein Appell für eine ehrliche Politik, die er immer wieder mit launige Beiträgen würzte. „Der Aschermittwoch soll der Kirche als christlicher Feiertag erhalten bleiben. Es ist in Bischofswiesen Brauch, erst am Freitag zu feiern und die Fastenzeit für eine „Innere Einkehr“ zu nutzen.“

Die Musikkapelle Bischofswiesen sorgte für gute Stimmung

„Und warum soll nur im Wein und nicht auch im Bier, im Starkbier, der mit seinem kräftigen Aroma und Alkoholgehalt ja einem guten Wein gleichkommt, die Wahrheit liegen? Und was ist treffender, als mit einem Impulsator, quasi als Turbo unseres Denkens, sich über die Welt im Allgemeinen und der Politik im Besonderen auszutauschen. Die große Herausforderung dabei ist allerdings, ob wir am nächsten Tag noch wissen, was wir alles gehört und diskutiert haben“, gab er zu bedenken.

Fastenzeit sei ja für eine Besinnung die gute Gelegenheit, und diese bräuchten wir heute dringend. „Unsere Gefühlswelt, angespornt durch die Medien via TV und Talkshows, malen uns fast täglich schreckliche Bilder vor Augen. „Die Krise, ist sie da – wirklich?“ fragte er in die Runde.

CSU-Generalsekretär Markus Blume bewegt sich gut auf dem politischen Parkett.

Der Politikwissenschaftler und ehemalige Unternehmensberater Markus Blume schwenkte nach diesem Statement elegant zur europäischen Bühne. So seien die Probleme in England, Frankreich oder Italien ja um ein Vielfaches größer. „Solange wir in Deutschland über Bienensterben, ein drittes Geschlecht – was kaum einer versteht – und über ein Verbot von ‚Indianerkleidung‘ zum Fasching streiten, geht es uns gut“, meinte er und erntete damit kräftigen Applaus.

Weiter gab Markus Blume zu bedenken: „Wir sind bombastisch unterwegs, verzeichnen seit 10 Jahren ein stabiles Wirtschaftswachstum und haben die niedrigste Arbeitslosigkeit! Und doch verändern sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen drastisch, aber wir dürften nicht den Fehler machen, immer in den Rückspiegel zu schauen.“ Und das lastete er der SPD an. Sie vergäßen, was dieses Land groß gemacht habe, nämlich die Reformen auf dem Arbeitsmarkt. „Es ist nicht die Zeit, hier den Rückwärtsgang einzulegen, sondern endlich den Soli abzuschaffen – davon profitieren alle!“ Und auch hier erntete er wieder lebhafte Zustimmung vom Publikum. Der CSU-Generalsekretär schloss die anderen Parteien von seiner pointierten launischen Kritik nicht aus.

Nicht von Emotionen leiten lassen

Die deutsche Politik dürfe sich nicht von Emotionen bei wichtigen Entscheidungen leiten lassen. Es dürfe nicht aus jeder Sachdebatte heraus eine moralische Grundsatzdebatte geführt und der vermeidliche Gegner dann als ’schlechter Mensch‘ abgestempelt werden. „Natürlich sprechen wir bei dringenden Lebensgrundlagen für die Bienen auch von der „Bewahrung der Schöpfung“. Aber es darf keine Spaltung der Gesellschaft voran getrieben werden, etwa „Bienen gegen Bauern“. Das muss man zusammen bringen. Warum haben denn die Grünen dagegen gestimmt, den Klimaschutz als Staatsziel in der Bayerischen Verfassung zu verankern?“ fragt er. Emotionen versus Ratio, etwa bei der führenden und weltweit geachteten Leitindustrie unseres Landes, nämlich der Autoindustrie. „Sie wird in einer selbst-zerstörenden Art kaputt geredet, ungeachtet der wirtschaftlichen Bedeutung und der Arbeitsplätze. Das ist unserem Land nicht würdig. Wir wollen die Mobilität erhalten, sie ist ein Grundrecht von uns Menschen, unserer Freiheit.“

Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Ministerin Michaela Kaniber und CSU-Generalsekretär Markus Blume in gutem Einvernehmen.

„Es ist sehr zu begrüßen, dass wir in unserem Land wieder über Politik sprechen. Wir dürfen es aber nicht ‚den Rändern‘, ob links oder rechts, überlassen“, so Markus Blume. Und immer wieder findet er einen Bezug zur europäischen Ebene. „Die etablierten Parteien sind geschwächt, der Druck von allen Seiten wächst. Immer wichtiger werden die sozialen Medien. Es kann nicht sein, dass sich hier jeder anonym über alles auslässt – bis hin zu üblen Beschuldigungen und Beleidigungen. Selbst ein internationaler Konzern wie Facebook wird sich gefallen lassen müssen, dass hier die Regeln der Presse gelten, auf der Grundlage von Transparenz und Öffentlichkeit“, mahnte er an.

Zuletzt konnte die AfD nicht außen vor bleiben. „Eine Partei, die es mit Recht, Gesetz und Wahrheit nicht so ernst nimmt, die sich immer mehr in Spendenskandale verwickelt und im braunen Sumpf versinke“, skizzierte er die aktuelle Situation aus seiner Sicht.

Sein Schlussplädoyer galt dem CSU-Europakandidaten Manfred Weber, der ein ganz ausgezeichneter Spitzenkandidaten für Brüssel sei. Er bringe hier ein Stück bayerische Identität und Werte in ‚dieses unser Europa‘ ein. Es gehe um ein starkes Europa, in dem wir uns selbst stark machen müssen.

Bruder Barnabas vertritt das Untersbergmandl

Das launige Element vertiefte beim Starkbieranstich der CSU in Bischofswiesen „Bruder Barnabas“ (Wasti Rasp), der in Vertretung des ‚Untersbergmandls‘ sein Debüt feierte. Der Mann vom Untersberg wollte dieses Jahr nicht herab steigen, denn es liege noch immer zu viel Schnee vor den tiefen Höhlen, ließ er sich entschuldigen.

„Bruder Barnabas“ (Wasti Rasp) feierte seine Premiere im Gasthof Brenner-Bräu in Bischofswiesen

Und Bruder Barnabas übte sich in Vorsicht, war doch ’sein Chef‘, Monsignore Thomas Frauenlob, zugegen. Er gab sich bibelfest und zitierte aus dem Korintherbrief. Darin fragte schon Paulus, ober er mit der Rute oder im Geiste der Sanftmut kommen solle. Barnabas entschied sich für die Sanftmut. Noch bewegt von der Rede des CSU-Generalsekretärs erinnerte er sich an dessen Jugend. Markus Blume schaffte es in jungen Jahren, im Eiskunstlauf mit seiner Schwester zum Deutschen Juniorenmeister. „Da wundert es nicht, dass er sich auf dem glatten politischen Parkett so gut zu bewegen weiß“, konstatierte Barnabas.

„Und überhaupt, bei diesem Namen und diesem Geburtstag, nämlich der 14. Februar, müssen ihm die Frauenherzen ja zufliegen.“ Er sei auch weltoffen und tolerant, denn als Münchner einen Franken an der Spitze von Bayern zu unterstützen, zeuge von Weltoffenheit. Auch beherrsche er bereits das ‚richtige Draufhauen‘, denn mit drei Schlägen anzuzapfen zeige seine Geschicklichkeit. Ganz im Gegensatz zum Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Weber, der sich aus unerklärlichen Gründen stets vor dem Anzapfen drücke. Respekt zollte er auch der Ministerin Michaela Kaniber, die es schnell verstand, sich in der CSU-Herrenriege zurecht zu finden. Das sei in Bischofswiesen ganz anders. „Von wegen Frauenquote“, ereifert sich Bruder Barnabas. „Da muss man auf dem Foto des Gemeinderates die Frau ja mit der Lupe suchen. Frauenquote ist hier bei fünf Prozent.“

MIt Interesse und skeptischem Blick verfolgen Markus Blume und Prof. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen die Auslassungen des Bruder Barnabas

Ein wenig schämen müsse er sich als Einwohner des Berchtesgadener Talkessels allerdings schon, „denn der Familienname des grünen Fraktionsvorsitzenden sei auch in Berchtesgaden zu finden“, bekennt Bruder Barnabas. „Ja, Laptop und Lederhose hieß es in Bayern. Dabei hat die Elfenbeinküste heute ein besseres Netz als Deutschland. Ein schlechtes Netz wäre für die USA gar nicht schlecht“, sinniert er, „denn was man auf Twitter alles so anrichten kann, zeigt uns Herr Trump.“

Bruder Barnabas fand noch viele Anknüpfungspunkte in seiner Rede. Sie reichten vom Areal des ehemaligen Hotels Geiger über Hotelchalets am Königssee bis hin zu einem Doktor vom Doktorberg, dem Götschen und der Beruhigung der Ortsdurchfahrt als Meisterstück der Kommunikation in sechs Akten.

Meisterstück in sechs Akten

„Zuerst herrschte Begeisterung, dann Verwirrung und schließlich Ernüchterung beim Ausbau. Es folgten Fluchtbewegungen, die Suche nach Schuldigen, bis zur Bestrafung von Unschuldigen und schließlich die Belobigung von Nichtbeteiligten.“ Als eine neue bahnbrechende Idee brachte Bruder Barnabas einen Skywalk in Bischofswiesen ins Spiel. „Da könne man dann über die erforderlichen 70 Parkplätze hinweg einen Blick auf alle Kreisverkehre der Gemeinde hinweg richten.“

Auch zu lesen im Berchtesgadener Anzeiger:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-starke-worte-und-starkes-bier-im-brenner-braeu-_arid,475954.html