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Schöne Worte für den Miss-Stand

K O M M E N T A R

Ein Wettbewerb der Ideen, Inspirationen und Impulse, Projekte und Marketing – das alles klingt gut und vorwärts gewandt. Von was aber sprechen wir eigentlich? Von einem hohen Leerstand der Geschäfte in Bad Reichenhall. Dahinter stehen hunderte Tragödien, denn niemand schließt sein Geschäft freiwillig. Im Stadtrat von Bad Reichenhall wird bei jeder Wahl, seit einem Jahrzehnt und länger, immer wieder betont, wie dringend doch ein Stadtmarketing für Bad Reichenhall wäre.

Ganz viel Abstand und ohne Maske: Da kommt Shopping-Laune auf. Von links: OB Dr. Christoph Lung, Dr. Brigitte Schlögl, Maria Fuschlberger und Martin Schoberth

Wir haben jetzt eines, nämlich Dr. Brigitte Schlögl und wie auf dem Foto in der Lokalpresse zu entnehmen war, auch eine Mitarbeiterin, Maria Fuschlberger, und einen CSU-Wirtschaftsreferenten, Martin Schoberth. Nicht zu vergessen natürlich der jung-dynamische Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung.

Dr. Schlögl sollte ja eigentlich einen Schwerpunkt ihrer Arbeit, neben der Leitung der BGLT im Zweierteam, im Stadtmarketing für Bad Reichenhall finden. Seit acht Monaten aber ist sie alleinige Geschäftsführerin der BGLT und „im Nebenjob“ noch ein wenig für das Stadtmarketing zuständig. Das ist symptomatisch für Bad Reichenhall. Stadtmarketing im Nebenjob. Und weil das Problem seit über einem Jahrzehnt bekannt ist, sollen jetzt Gespräche mit Hauseigentümern und in Folge auch mit den Pächtern, den noch verbliebenen, geführt werden. Es dauert eben ein wenig in der Alpenstadt. Zwei Jahre später soll ein Ideenwettbewerb erhellende Erkenntnisse liefern. Bis zur Umsetzung, wenn überhaupt, dürften dann erneut zwei Jahre vergehen. Frequenzmessungen und die Ströme des Geldes (Kaufkraft) sind ebenfalls Ziel einer Analyse.

Das klingt nach viel Aktionismus und Profilierungs-Ambitionen. Unterdessen schließen weitere Geschäfte und bunte Bilder an den Schaufenstern, so schön und gut gemeint sie auch sein mögen, ändern die Situation nicht. Längst müssten die Zahlen und Analysen auf dem Tisch liegen. Woher kommen die Käufer, wie viel Geld geben sie aus, was fehlt im Sortiment des Branchenmixes? Fehlt es etwa an Parkplätzen, an guter Erreichbarkeit, an Service-Freundlichkeit? Was wurde an Innovationen in den letzten Jahren umgesetzt, außer einer Reihe sehr guter Veranstaltungen, die jetzt, in Corona-Zeiten, leider obsolet sind. Warum sollten Einheimische und Gäste aus dem Umland nach Bad Reichenhall fahren? Wie hoch ist das Werbebudget, nimmt die Stadt „Geld in die Hand“?

Allein an der Hauptzielgruppe, nämlich in Stadt und Land Salzburg, wird deutlich, wie wenig hier in den letzten Jahren angestoßen wurde. Wer zu geizig ist, in Werbung zu investieren, verbunden mit einer klaren Strategie, der kann gleich zusperren. Darüber hinaus braucht es Konzepte und Ideen die sofort bewegen, und nicht in zwei Jahren diskutiert und in Schubläden abgelegt werden. Die CIMA Stadtmarketing ist nicht die erste Organisation, die Fehlentwicklungen aufzeigen wird. Zusperren: ein Schicksal, von dem in Bad Reichenhall immer mehr Selbständige, ihre Familien und Angestellten betroffen sind. Da helfen auch schöne Worte und Absichtserklärungen nicht weiter. Es muss gehandelt werden, und zwar sofort!

Drei Tage Sonnenschein für das Weinfest

Freunde treffen und mit Gästen
in geselliger Runde feiern

So alt wie der Euro ist das Weinfest in Bad Reichenhall, es wurde zum 17. Male rund um den Rathausbrunnen gefeiert. Dabei soll in der Alpenstadt bereits vor 350 Jahren, während einer ausgeprägten mittelalterlichen Wärmeperiode, der Weinanbau kultiviert worden sein, bekräftigt Mike Rupin, erster Vorsitzender des Gewerbevereins. der sich seit wenigen Monaten ‚Reichenhaller Unternehmerforum‘ (Rufo) nennt.

BGL-Tourismuschefin Dr. Brigitte Schlögl mit Weinfest-Initiator Peter Zumkeller, Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner und Mike Rupin, Vorsitzender der Bad Reichenhaller Unternehmer – Fotos: gsp

Von dieser kurzen Wärmeperiode abgesehen ist Oberbayern aber kein Weinland, sondern eher für seinen Hopfen bekannt. Doch das Weinfest in Bad Reichenhall kommt bei der Bevölkerung und den Gästen gut an. Und Initiator Peter Zumkeller musste 2019 sogar einigen Ausstellern absagen. „Wir wollen bewusst klein bleiben, denn das macht die Atmosphäre am Rathausplatz aus. Und mit rund 25 Ausstellern haben wir eine gesunde Grenze erreicht, so dass für die Besucher genügend Raum bleibt, das Ensemble mit Altem und Neuen Rathaus und den herrlichen Ausblick auf Staufen und Predigtstuhl wirken.“

Der Rathausplatz von Bad Reichenhall wird zur Festbühne für Weinkenner und Genießer.

Und es wirkt nach, denn viele Gäste und Besucher kommen seit Jahren zum Reichenhaller Weinfest. Für Dr. Brigitte Schlögl von der BGLT ist es das zweite Weinfest, und als Chefin des Reichenhaller Stadtmarketings freut sie sich besonders über den regen Besucherandrang, der 2019 einen neuen Rekordwert erreichen könnte, denn das Wetter hielt an allen drei Tagen. Einen persönlichen Bezug zum Wein hat sie durch ihre Großeltern, die Weinbauern im Burgenland waren. „Und auch hier sehen wir, dass Bayern und Österreich gut zusammen gehen, denn viele gute Weine und Aussteller kommen aus unserem Nachbarland“, so Dr. Schlögl. Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner freute sich über das gesellige Miteinander von Gästen und Einheimischen, von Alt und Jung und die entspannte Atmosphäre im Zentrum der Alpenstadt.

Zoran Cica und sein Sohn präsentieren sich mit einem großen Buffet. Das Leben muss weitergehen nach der Gaststätte Schießstände, die drei Monate zuvor abbrannte.

Tatsächlich waren sogar Gäste aus Holland angereist. Für sie ist das Berchtesgadener Land südlich genug, und hier finden sie italienisches Ambiente und die Gebirgswelt harmonisch vereint. Viel Freude machte ihnen auch die Livemusik mit dem großen Akkordeon, bekannten Liedern und Weisen von Wien bis zur Nordsee. Lieder zum Mitsingen und Mitschunkeln, wie man es nach einem oder zwei Gläschen Wein und in angenehmer Gesellschaft gerne macht.

Mit der ganzen Familie, mit Nachbarn, mit ‚Kind und Kegel‘ auf dem Weinfest in Bad Reichenhall

Eine Künstlerin aus München ließ sich von dem geselligen Treiben sogar so inspirieren und fertigte Skizzen an, um sie für ihr nächstes Seminar mit einzuarbeiten. Ganz zwanglos ist es unter Freunden, Gästen und Nachbarn und viele fröhliche Runden und Gesichter waren 2019 auch wieder beim Reichenhaller Weinfest zu finden. Das Weinfest gestaltet sich dabei immer auch zu einem Schmankerlfest, denn an den Ständen werden viele kulinarische Leckerbissen angeboten, vom Schinken zum Braten, vom Käse bis zum Flammkuchen, vom Hendl bis zum Fisch und auch Süßigkeiten fehlten nicht.

Was macht Bad Reichenhall als Alpenstadt so lebenswert?

Tourismus-Chefin Dr. Brigitte Schlögl im Gespräch mit der Redaktion

(gsp) Dr. Brigitte Schlögl, seit einem Jahr in der BGLT für die Marke Bad Reichenhall verantwortlich, gibt sich vorsichtig im Interview, wenn es um konkrete Marketing-Maßnahmen für die Alpenstadt geht und doch hat sie schon viel auf den Weg gebracht. Das Ergebnis der Umfrage zur „Einkaufsstadt Bad Reichenhall“, von Studenten der Universität Passau in der Region durchgeführt, hält sie noch unter Verschluss, möchte darüber erst den Stadtrat informieren. Regionale Schwerpunkte waren dabei Salzburg, der Pinzgau und der Chiemgau.

Salzburger schätzen die Alpenstadt

Soviel aber verrät sie schon, nämlich dass das Image der Kur- und Einkaufsstadt ‚bei den Salzburgern‘ wesentlich besser ist, als selbst bei vielen Einheimischen. Die inhabergeführten Geschäfte, die vielen Parks, die Fußgängerzone und auch die beschauliche Ruhe der lebenswerten Alpenstadt stehen hoch im Kurs. Und gerade darum möchte man die Werbung im nahen Salzburg verstärken, PR in den Salzburger Nachrichten, beim ORF und Salzburg-TV ausbauen.

Marketing der Stadt
und Tourismus gehören zusammen

„Das ist in eigentlichem Sinne kein touristisches Marketing, doch je mehr wir hier erreichen, die Kaufkraft in unserer lebenswerten Alpenstadt gestärkt wird, desto höher ist die Anziehungskraft bei den Gästen“, erklärt sie den Zusammenhang. Sie ist sich sicher, „dass die Verbindung von Stadtmarketing und dem touristischen Marketing zusammen gehören und nicht voneinander zu trennen sind.“ Als Beispiel nennt sie etwa den Adventrundgang und Christkindlmarkt, die 2019 unter ihrer Leitung und mit neuem Konzept vertieft werden sollen. Gleiches gilt auch für die “Klangwolke‘ oder das ‚Stadtlesen‘.

Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend

Tourismus und Stadtmarketing haben in Bad Reichenhall ein Gesicht, nämlich das von Dr. Brigitte Schlögl, hier vor dem Kurgastzentrum in Bad Reichenhall.

Die „Reichenhaller Klangwolke“ etwa ist ein Erlebnis der besonderen Art, das sich selbst in Salzburg herumgesprochen hat. Das Konzert des Philharmonischen Orchesters erklingt an einem lauen Sommerabend von 17 bis 20 Uhr in die gesamte Innenstadt, vor allem aber entlang der zwei Kilometer langen Fußgängerzone. Auf der Homepage der BGLT heißt es dazu überschwänglich. „Die Alpenstadt tanzt in den Sommerabend, zur schwungvollen Kurmusik der Bad Reichenhaller Philharmonie. Wenn im Königlichen Kurgarten die AlpenSole glitzernd in der Abendsonne am Solebrunnen am Gradierhaus zerstäubt, es überall grünt und blüht.“

Dabei spielt das Philharmonische Orchester nicht nur zur Klangwolke eine tragende Rolle. Es ist mit dem Staatsbad Bad Reichenhall seit 150 Jahren auf das Engste verbunden. Große Sinfonik in großer Orchesterbesetzung mit täglichem Konzertprogramm – das ist selbst in Bayern nahezu einzigartig.

Was hat Zukunft für Bad Reichenhall?

Es braucht Zeit, um mit allen Leistungsträgern Gespräche zu führen, Ideen aufzugreifen, auszuloten, abzuschätzen was davon Zukunft hat und in einem Konzept weiterverfolgt werden kann. „Ideen gibt es sehr viele denn Bad Reichenhall hat ein großes Potential“, so Dr. Brigitte Schlögl. Für sie beginnt jetzt, nach einem Jahr der Sondierung und erster Aktionen, die eigentliche Aufgabe. „Personell sind wir unterbesetzt und meine Arbeitskraft ist begrenzt, doch wir werden vieles anstoßen und auf den Weg bringen“, verspricht sie.

Leerständen den Kampf ansagen

So freut sie sich über die jüngste Schaufensteraktion  in der Diana-Passage. Dort werben im Großformat einige Motive der neuesten Fotos für die Vermarktung der lebenswerten Alpenstadt. „Leerstände und nackte Schaufenster sind unattraktiv, bieten aber eine gute Werbefläche. Und die neuen frischen Motive von Bad Reichenhall, die glückliche Menschen zeigen, sind eine Augenweide.“ Leerstände von Geschäften in der Reichenhaller Innenstadt will man engagiert angehen und abstellen. Einerseits mit der Gestaltung, aber auch durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsservice, der Unternehmerin und Unternehmer umfassend, individuell und vertraulich berät und begleitet.

Wo steht Bad Reichenhall
in zehn Jahren?

Man darf gespannt sein, wie es mit der Marke Bad Reichenhall als belebendste Alpenstadt weiter geht. „Aufschwung wird zunächst sicher der Neubau des Hotel Luisenbad und dessen Umfeld mit sich bringen, auch wenn wir während der Bauzeit zunächst verlieren“, ist sich Schlögl sicher. Weitere Hotelprojekte könnten folgen. Viel wird davon für die Zukunft Bad Reichenhalls abhängen.

Aufbauarbeit im Markenprozess

Ein Problem sei allein schon die Kommunikation. „Egal wie viel wir selbst im engen Kreis und bei den Mitarbeitern informieren, es wird nicht alles gelesen, die Flut der Informationen ist einfach zu groß“, beteuert sie. In Bad Reichenhall gibt es viel auszuarbeiten, nachdem die touristische Marke Bad Reichenhall von der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus) in den letzten 13 Jahren nicht beworben, und sich 2018 wieder neu erfinden musste. Aufbauarbeit, die Dr. Brigitte Schlögel leistet.

Frauensache und Bierpauschale

Aktuell sind für Bad Reichenhall online acht Pauschalen zu buchen (https://www.bad-reichenhall.de/alpenstadt-angebote), zwei davon sind neu. Mit dem Slogan „Bier & Salz, Gott erhalt’s“ will man in der Alpenstadt 2019 dem 400-Jahr-Jubiläum der Soleleitung gedenken, der ältesten Pipeline der Welt, und der 525-jährigen Tradition der regionalen Brauerei. Dr. Brigitte Schlögl hat darüber hinaus die weibliche Seite von Bad Reichenhall im Focus. ‚Frauensache‘ heißt das Reizwort und soll zum Shopping mit Stilberatung, zum Relaxen in der Therme, auf den Predigtstuhl, zum Besuch eines Konzertes oder des Casinos einladen.

Vitalität, Gesundheit und Regionalität

Es ist Teil der Vitaltät und Gesundheit als touristisches Kernangebot, das ebenfalls weiterentwickelt wird. Ein anderer Bereich ist das Thema Genuss und Regionalität. Seit Januar ist der neue Blog „Sophie kocht“ online, wo die BGLT regionale Produkte und Produzenten in den Focus eines Koch-Blogs stellen. Umgesetzt wird der Blog von den BGLT-Mitarbeiterinnen Sophie Lödermann und Franziska Kleinert (www.sophiekocht.de).

Salzburg ist ein
Magnet für die Region

Die Tourismus-Chefin schwärmt aber auch von der alpinen Landschaft, die sich in Richtung Salzburg und Rupertiwinkel öffnet, so dass nie ein Gefühl der Enge entsteht. Darüber hinaus ist Salzburg für Bad Reichenhall nicht nur ein interessanter Markt, sondern auch ein Magnet, vom Airport über die Innenstadt bis hin zur Messe, den Museen und kulturellen Veranstaltungen.

Fotos & Interview: Gerd Spranger

Steht Bad Reichenhall vor einer neuen Blütezeit?

Aktuell und viele Jahre hat es düster ausgeschaut um das Alpenhotel Fuchs. Kann hier wieder ein touristischer Leitbetrieb entstehen?

(gsp) Bad Reichenhall „könnte 2018 wieder eine Million Übernachtungen erreichen“, bekräftigt Dr. Brigitte Schlögl, seit Frühjahr 2018 als Mit-Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus für die Marke Bad Reichenhall und das Stadtmarketing verantwortlich. Der Aufschwung wird in den nächsten Jahren sogar noch deutlich zulegen, denn in der Alpenstadt stehen gleich sieben große Hotelprojekte an. Das bedeutet in den nächsten fünf Jahren eine deutliche Steigerung der Hotel-Kapazitäten. Kann das Staatsbad dann wieder an die ‚Goldenen Jahre‘ vor der Gesundheitsreform anknüpfen, als es in der Hochzeit noch 1,7 Millionen Übernachtungen jährlich verbuchte?  Steht Bad Reichenhall vor einer neuen Blütezeit? weiterlesen