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Den KFZ-Bereich für die Zukunft rüsten

 

Berufsschule Freilassing:
Investitionen in das Kompetenzzentrum gefordert

Die Staatliche Berufsschule Freilassing bildet in sechs Handwerksberufen und in acht kaufmännischen Berufen aus. Außerdem bietet sie Zusatzangebote bis hin zur Erlangung der Fachhochschulreife. Jetzt will die Bildungseinrichtung ihre Kompetenz im Bereich Kfz-Technik erweitern. Durch den wachsenden Schwerpunkt der Hochvolt- und Systemtechnik für die KFZ-Mechatronik besteht zusätzlicher Bedarf.

Dabei ist die Staatliche Berufsschule für die Landkreise Berchtesgaden und Traunstein Kompetenzzentrum für Kraftfahrzeugtechnik. Die Ausbildung der angehenden KFZ-Mechatroniker soll auf dem modernen Stand der Technik weiterhin gewährleistet sein. Landrat Georg Grabner erinnerte, wie sehr man sich damals für eine Aufwertung des Standorts Freilassing einsetzte.

Wir müssen im Landkreis wettbewerbsfähig bleiben und brauchen dafür vor allem auch im Handwerk beste Ausbildungsbedingungen. Berufliche Bildung ist eine Kern- und Zukunftsaufgabe“, bekräftigt er. Der Landrat informierte dabei über eine eigene Woche der beruflichen Bildung. Vom 11. bis 15 November präsentieren sich 75 Betriebe aus dem ganzen Landkreis. Schwerpunkt der Veranstaltung werden die Berufsschule und die benachbarte Realschule sein, wo einzelne Marktstände über die beruflichen Perspektiven informieren. Auch dezentral gibt es in den Betrieben dazu Angebote. Am 14. November ist ein Aktionstag als „Markt der Berufe“ angesetzt.

Schulleiter Hermann Kunkel verweist darauf, dass es ein KFZ-Kompetenzzentrum wie in Freilassing nur noch in München und Ingolstadt gebe. Es soll jetzt ein wichtiger Schritt ‚in die neue Zeit‘ erfolgen, um den Auszubildenden die neueste Technik von Verbrennungs-, Elektro-, und Hybrid-Antrieb zu vermitteln. „Dafür brauchen wir mehr Platz und Technik. Die aktuellen Räume aus den 80er-Jahren sind dafür nicht mehr ausreichend“, begründet er den Antrag. Das ursprünglich für die Metallbearbeitung konzipierten Raumangebot werte man als nicht mehr optimal für einen handlungsorientierten Unterricht. Dabei entwickelt sich die Branche im Bereich von neuen Technologien insgesamt sehr rasant, und es ist offen, welche Technik die nächsten Jahre noch kommen wird.

Markus Hiebl, Fachbereichsleiter für das zentrale Gebäudemanagement des Landkreises, betont die enge Abstimmung mit der Schulleitung. Dabei liegt die Erweiterungsfläche für den Neubau auf einem anderen Grundstück, das aber im Besitz des Landkreises ist. Dennoch sei es schwierig, den Zeithorizont schon jetzt genau abzuschätzen. Zuvor gelte es den Schulstandort mit seinen Gebäuden ganzheitlich zu betrachten. Es braucht eine Bestandsanalyse, was bei dem bestehenden Gebäude noch möglich ist und eine Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern. Ziel soll eine richtige Weichenstellung für die nächsten zwanzig, dreißig Jahre sein.

Die Verwaltung schlägt vor, dass eine Bestands- und Bedarfsanalyse mit einer Beurteilung der vorhandenen baulichen und technischen Substanz nach folgenden Kriterien erstellt wird: Die schulische und pädagogische Funktionalität, die Organisation der Gastschüler, die Sicherheit und Statik, der Brandschutz sowie die Möglichkeit von Energieeinsparungen. Dieser Prozess soll bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Kreisrat Dr. Bernhard Ziemer merkt kritisch an: „Das wird Jahre brauchen, und doch besteht der Bedarf schon heute.“

Kreisrat Hans Metzenleitner bestätigte die Wichtigkeit der Berufsausbildung, besonders in Zeiten eines Mangels an Facharbeitern. „Das beginnt schon in der Schulzeit, und das Problem sind häufig die Eltern, die von den guten Perspektiven einer fundierten Berufsausbildung im Handwerk überzeugt werden müssen.“

Letztlich wurde die Beschlussvorlage als eine Empfehlung für den Kreistag einstimmig gefasst. Die Verwaltung soll dann eine Bestands- und Bedarfsanalyse für die gesamte Schulanlage erstellen.

Dem Tüchtigen steht die Welt offen

1000 Perspektiven einer beruflichen Ausbildung

(gsp) Der Informationstag für Beruf und Studium am Samstag im AlpenCongress Berchtesgaden gestaltete sich als eine eindrucksvolle Leistungsschau von Wirtschaft, Verwaltung, privaten wie öffentlichen Schulen und Handwerk. Auffallend war die Präsenz von Bildungseinrichtungen aus dem nahen Österreich, die das Ausbildungsangebot positiv aufwerteten.

„Einen Zukunftsjob mit dem Du Berge versetzen kannst“, nämlich bei der Saline (Südwestdeutsche Salzwerke AG). Sechs Ausbildungsberufe stehen zur Wahl.

Aber selbst Institutionen des Öffentlichen Dienstes, von der Kur Gmbh über das Landratsamt, zum Bayerischen Staatsministerium des Inneren, das Staatliche Straßenbauamt, der Allgemeine Vollzugsdienst und Polizei oder Sparkasse, Barmer, AOK, IHK und die Agentur für Arbeit zeigten berufliche Möglichkeiten und Perspektiven.

Stahlwerk Annahütte. Hier wird nicht nur Stahl gewalzt, sondern 580 Mitarbeiter schmieden eine stahlstarke Zukunft und bilden in fünf Berufen aus.

Namhafte Unternehmen wie die Milchwerke Berchtesgadener Land, das Stahlwerk Annahütte, die Südwestdeutschen Salzwerke AG (Saline), Schmölzl und viele aus der Hotellerie wie die Hotels Kempinski, Edelweiß, Klosterhof, Grünberger bis hin zur Steigenberger Akademie und Tourismusschulen verdeutlichten das breite Spektrum einer beruflichen Bildung.

Berufliche Veränderung ist immer möglich

BHG-Vorsitzender Johannes Hofmann im Gespräch mit Larissa Schütz von der Bayernwelle. „Nur wer selbst in der Küche am Herd gestanden ist, kennt die Praxis in der Gastronomie,“ ist sich Johannes Hofmann sicher, der selbst 42 Lehrlinge ausgebildet hat.

Dabei sind die einst eher starren Systeme längst einer innovativen Flexibilität gewichen. Egal welchen beruflichen Einstieg man heute wählt, fast immer ist berufliche Veränderung möglich, von der Weiterbildung bis zum Studium oder auch seine Karriere im Ausland fortzusetzen. Zu keiner anderen Zeit scheint sich der alte Spruch zu bewahrheiten, dass „dem Tüchtigen die Welt offensteht“. Denn bei diesem großen Angebot für die berufliche Bildung darf nicht übersehen werden, dass in jedem Bereich Leistung verlangt wird. Wer aber ‚das Richtige‘ findet, dem wird Leistung auch nicht schwerfallen und genau das war ein starker Impuls dieses Informationstages. Es standen an den meisten Ständen selbst Auszubildende oder ‚Menschen aus der Praxis‘ für offene Gespräche bereit.

Bei unserem kleinen Rundgang
sammelten wir einige Eindrücke:

Immer zu einem kleinen Späßchen aufgelegt, die Jungs von der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei, denen die Arbeit offensichtlich Spaß macht.

Ein junger Herr am Stand der Berufsfachschule der Schnitzer und Schreiner etwa meinte, dass sich heute viel mehr junge Menschen aus idealistischen Gründen für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden. Dabei öffne besonders der Werkstoff Holz viel Potential für Kreativität. Gleich nebenan präsentierten sich Beamte aus dem Vollzug, also eine völlig andere Ausrichtung und „das ist bei der Messe gewollt“, erläutert Ausstellungsleiterin Heike Mechelhoff.

Heike Mechelhoff vom Jugend-Treff.5 Förderverein e.V. organisiert und leitet seit acht Jahren diese jährlich wiederkehrende Ausstellung. Ihr liegt dabei das Wohl der Jugend besonders am Herzen. „Die jungen Menschen sollen für sich entdecken, wie viele Möglichkeiten ihnen das Leben bietet. Dazu zählt vor allem eine gute berufliche Zukunft, die dem einzelnen Menschen gerecht wird.“

„Wir wollen bewusst die Gewerke vermischen um die berufliche Vielfalt und Lebendigkeit zu zeigen.“ Das ist im AlpenCongress Berchtesgaden gut gelungen, die Räumlichkeiten sind für Ausstellungen und kleine Messen ideal. Einziger Schwachpunkt war, dass die Moderation vor Ort von Bayernwelle Südost mit halbstündigen Interviews in den drei großen Hallen nicht zu hören war, und die hätte man gerne mitverfolgt. Dabei gestaltete man im zentralen Eingangsbereich erstmals einen ‚kleinen Biergarten‘ mit Buffet, Tischen und Bänken, „als Kommunikationsbörse, zum Austauschen und Zusammensitzen.“

Im Justizvollzug wirken viele Berufe zusammen

Beim Justizvollzug steht eine Beamtenlaufbahn offen, doch in den Fachdiensten werden auch Ärzte, Juristen, Pädagogen, Psychologen, Seelsorger und Sozialpädagogen beschäftigt. Einige Stände weiter stellt die Fachhochschule Salzburg (FH) ihre 18 Bachelor- und 12 Masterstudiengänge vor. Je Semester ist an der FH mit rund 380 Euro Gebühren zu rechnen. Als Novum erscheint die Modeschule Hallein, die sich selbst als einzigartig in Österreich bezeichnet und zu fast allen Theatern gute Beziehungen pflegt. Die ‚ganz große Nummer‘ ist die fünfjährige Höhere Lehranstalt für Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei die mit einer Reife- und Diplomprüfung und einer abgeschlossenen Berufsausbildung endet. Darüber hinaus gibt es die ‚Internationale Modeklasse‘ und ein berufsbegleitendes 6-semestriges Kolleg.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentieren sich gerne im regionalen Umfeld. Ausgebildet wird in sieben Berufen. Ein besonderer Tipp für die Bewerbung: „Sei einfach du selbst“

Gleich um die Ecke ging es dann bodenständiger zu, denn die Milchwerke Berchtesgadener Land präsentierte sich an einem großen Stand. In sieben Berufen bildet der Betrieb in Piding aus. Spezielles Wissen wird etwa als Milchtechnologe verlangt. In den führenden Hotels des Landkreises, die fast alle auf der Messe vertreten waren, sucht man ebenfalls nach guten Nachwuchskräften.

Die Steigenberger Akademie zählt Europaweit zu den Besten. Sie bietet eine Top-Ausbildung für die Hotellerie. Die private Akademie ist allerdings nicht billig. „Es ist die richtige Einstiegsvoraussetzung, um in diesem facettenreichen Tätigkeitsfeld in der 5-Sterne Hotellerie auf internationaler Ebene erfolgreich zu sein“, wirbt das Unternehmen.

Ja, es ist anspruchsvoll, die Arbeitszeit etwas ungewöhnlich, doch dafür die Perspektiven gut, ist etwa eine Managerin vom Hotel Edelweiß überzeugt. Bei der Steigenberger Akademie hingegen sieht es wieder etwas anders aus, denn die Privatschule kostet Geld, deutlich mehr als ein Studium an der FH. Dafür zählt die Akademie mit zu den besten in Europa, „und gut ausgebildete Fachkräfte aus der Branche, vor allem aus Deutschland, werden weltweit gesucht“, weiß Linda Pfeiffer von der Studienberatung und vom Marketing.

Zierpflanzen-Gärtner gesucht

Auch im Bayerischen Staatsbad werden Auszubildende gesucht. Hier von der Kur-GmbH, die in insgesamt acht Berufen ausbildet. Dringend Azubis gesucht für Gärtner, Fachrichtung Zierpflanzen

Selbst die Kur GmbH aus Bad Reichenhall präsentierte sich in ihrer Suche nach Auszubildenden im AlpenCongress Berchtesgaden. In fünf Berufen wird ausgebildet, doch vor allem werden Zierpflanzengärtner gesucht, informierten die drei Vertreter am Stand. Drei charmante Damen präsentierten das Landratsamt und meine Frage nach dem Image der Behörde als Arbeitgeber wurde entschieden gekontert. „Wir haben moderne Arbeitsplätze, selbst höhenverstellbare Schreibtische, Gleitzeit, Home-Office, beste Möglichkeiten der Weiterbildung und selbst ein Wechsel in eine andere Abteilung, falls man sich verändern möchte, ist in der Regel möglich.“

Elopro Elektrik erarbeitet und programmiert eigene Automatisierungstechnik, Gebäudetechnik und Energiemanagement. Auch dieser ausgezeichnete Mittelstandsbetrieb sucht Auszubildende.

Selbst traditionsreiche Handwerksbetriebe sind auf der Suche nach Auszubildenden. Etwa das Autohaus Bachfrieder, das für 2020 noch sieben Ausbildungsstellen zu vergeben hat und aktuell noch einen Auszubildenden zum Zweiradmechatroniker (Motorradtechnik) sucht. Mit einem besonderen Tipp wartete der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice auf.

Auf seiner Homepage finden sich unter Beruf & Karriere zwei Links, die alle Stellen im näheren Umfeld zeigen. Erster Ansprechpartner bleibt natürlich die Agentur für Arbeit, auch sie war in Berchtesgaden vertreten.

Foto rechts:
Auf einer Messe bleibt immer Zeit für geschäftliche Gespräche. Im Bild Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein und Bürgermeister Herbert Gschoßmann aus der Ramsau. Das Straßenbauamt bietet Ausbildungsplätze vom Straßenwärter über den Bauzeichner bis hin zum Diplom-Verwaltungswirt.

Veröffentlicht im Berchtesgadener Anzeiger:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/startseite_artikel,-1001-perspektive-informationstag-fuer-beruf-und-studium-im-alpencongress-_arid,465064.html
Veröffentlicht im Reichenhaller Tagblatt:
https://www.pnp.de/lokales/berchtesgadener_land/3204343_Eindrucksvolle-Schau-beruflicher-Vielfalt.html