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TV-Team von Kontrovers besucht den Schwabenbräu

Aufschwung für Bad Reichenhall erwartet
In den Sozialen Medien profilieren 

Bereits im November hat die Redaktion sich mit Thomas Riedl, seit 23 Jahren Wirt vom Schwabenbräu in Bad Reichenhall, über die Folgen des erneuten Lockdowns für die Branche unterhalten. Schon damals befürchtete er einen Umsatzverlust von fünfzig Prozent für das Jahr 2020. Er beklagte hohe fünfstellige Investitionen, um etwa auch den hohen Hygieneauflagen für den laufenden Betrieb gerecht zu werden. Einen Lieferservice, wie Kollegen von ihm anbieten, wollte er im November nicht starten. Jetzt aber hat er sich für die Variante „Essen to Go“ entschieden, eine kleine Karte zusammengestellt und am vergangenen Wochenende nach drei Monaten die Küche wieder aufgesperrt. Und er ist überwältigt von dem Zuspruch.

Personal mit hohen Einbußen

Auf Facebook zählt der Schwabenbräu eine große Fangemeinde von fast 2000 Gästen, fünfstellige Aufrufzahlen und seine Ankündigung werden mehrfach geteilt. Für seinen Küchenstart hatte er großes Glück, denn am Wochenende war bei ihm gleich ein Fernsehteam von Kontrovers, dem Politmagazin des Bayerischen Rundfunks, mehrere Stunden zu Gast. Thomas Riedl hat bei dem Service auch seine Mitarbeiter im Blick. „Für sie ist die Situation ebenfalls schwer. Seit drei Monaten haben sie keine Arbeit und ein reduziertes Einkommen. Sie beziehen Kurzarbeitergeld und der Wegfall von Trinkgeldern, ein wichtiger Teil des Einkommens, müssen sie ebenfalls verkraften. Da verbleiben nur 50 Prozent des sonst üblichen Einkommens und weniger. Dazu kommt die psychische Belastung und die Unsicherheit, wie es beruflich weitergeht.“ Der Unternehmer beschäftigte zuletzt einen Personalstamm von 35 Mitarbeitern.

Junge Gäste sind begeistert

Thomas Riedl und seine Frau Ruth sind trotz aller Umstände aber Optimisten geblieben. Bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 haben sie sich darauf geeinigt, „nicht zurück, sondern nach vorne zu schauen.“ Sie freuen sich über die Filmaufnahmen, weil es vor allem auch Bad Reichenhall zugute kommt. Mit der Filmcrew waren sie zwei Stunden in der Innenstadt unterwegs. Thomas Riedl ist als Gastronom und Unternehmer aber auch Realist und räumt ein, dass womöglich jeder zweite Gastronomiebetrieb die Krise nicht überstehen wird, wie aktuelle Prognosen der IHK aufzeigen würden. „Insgesamt aber werden wir in den nächsten Jahren in Bad Reichenhall einen starken Aufschwung spüren“, ist er sich sicher. In seinen Ferienwohnungen registrierte er aufmerksam, dass im Sommer auch viele junge Menschen kamen, teilweise mit Kindern und teilweise noch nicht einmal verheiratet. „Viele von ihnen waren begeistert, von der Landschaft, der Ruhe und den unzähligen Möglichkeiten, die die Region bietet.“ Das Auseinanderbrechen der BGLT sei zwar ein Wermutstropfen für den Landkreis, doch Bad Reichenhall werde einen Aufschwung erleben, müsse sich insgesamt aber moderner präsentieren.

In der Krise Zeichen setzen

Dabei geht der Wirt vom Schwabenbräu selbst neue Wege. Zu Weihnachten etwa hat er seinen Gastgarten über Wochen hinweg in ein lebendiges kleines Weihnachts-Wunderland verwandelt und über Livestream eine Rock-Christmas übertragen mit 10.000 Zuschauern. Sein ebenfalls im Livestream übertragene „Vor-Silvester-Party“ verfolgten sogar 13.000 Zuschauer. Beide Veranstaltungen führte er seit 22 Jahren erfolgreich in seinem Betrieb durch, bei vollem Lokal und Gastgarten. Für den Livestream sicherte er sich professionelle Hilfe von seinem Freund, dem Alleinunterhalter Klaus Mehlig, der für ihn in den sozialen Medien für „echte Hingucker“ sorgt. „Natürlich war er auch bei den aktuellen Fernsehaufnahmen von Kontrovers mit dabei,“ bekräftigt Thomas Riedl. Für ihn ist es der Weg „nach außen“, hin zu seinen Gästen und zu einem großen Publikum. Mit den Angestellten halten er und seine Frau über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt.

Der Erfolg von seinem auf die Wochenenden (Freitag bis Sonntag) begrenzten Außer-Haus-Verkauf kommt darum nicht von ungefähr. „Zwischen 50 und 100 Essen verkaufen wir am Tag und viele Gäste zeigen sich beim Trinkgeld großzügig. Sie wollen uns unterstützen und ihren Schwabenbräu auch in den nächsten Jahren noch erleben“, hört er häufig. Was nach großem Erfolg klingt, wird aber wohl eher die Kosten decken, und ist mit viel Arbeit verbunden. „Allein die Pflege in den sozialen Medien, die Beantwortung vieler Kommentare und Emails verlangen ihm und seiner Frau Ruth täglich viele Stunden ab. „Ohne geht es aber nicht, und das vielfache positive Feedback zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Wer sich näher über die Aktivitäten des Gastronomen informieren möchte, muss etwa bei Facebook nach Wieninger Schwabenbräu suchen.

Der aktuelle Beitrag ist im Bayerischen Fernsehen in der Sendung Kontrovers am Mittwoch ab 21.15 zu sehen.

Alles begann im ‚Haus der Jugend‘ mit den Disc-Partys

Aktuell freut sich Bernhard (DJ Börnsen) wieder mit guter Musik für beste Stimmung zu sorgen. Die den Corona-Maßnahmen geschuldete zweijährige Abstinenz war auch für ihn eine schwere Zeit. Er freut sich, wenn die Clubs wieder öffnen und private Feiern „ohne Handicap“ wieder möglich sind. Für Termine einfach unter Facebook-Messenger (Diyay Börnsen) anfragen. Hier seine Geschichte und ein Revival auf gute alte Zeiten:

Mit 15 Jahren legte er die ersten Platten im ‚Haus der Jugend‘ in Bad Reichenhall auf und durchlief zu jener Zeit eine Ausbildung zum Metzger, seinem Beruf, in dem er 20 Jahre lang gearbeitet hat. Es waren die frühen 80er-Jahre und es waren noch echte Schallplatten, meistens Singles, die er damals auflegte, erzählt Bernhard, der in der Alpenstadt und weit darüber hinaus als DJ Börnsen bekannt ist.

„Jede Woche durfte ich dafür zehn neue Singles aus den Charts im Auftrag von Rupert Fegg, dem damaligen Leiter der städtischen Einrichtung, beim Kaufhaus Juhasz kaufen“, erzählt er. „Wir hatten zuletzt einen Fundus von 300 LP’s und 1000 Singles um bei den Disc-Partys für gute Stimmung zu sorgen.

Hunderte Jugendliche
bei den Partys

Und die Stimmung war gut, denn die 14tägig angesetzten Partys im Haus der Jugend waren begehrte Treffs unter den Jugendlichen. In der Kurstadt gab es dazu keine Alternative und nicht selten besuchten sie einige hundert Jugendliche. Als ‚Disc-Jockey“ war man bei den Mädchen beliebt und irgendwie stand man damit auch im Mittelpunkt, was dem jungen Mann schmeichelte. „Ein Gefühl, dass ich von Anfang an mochte und zu dem ich heute, mit 50 Jahren, auch stehe. Ich bin nun mal extrovertiert und dennoch seit über 25 Jahren glücklich verheiratet.“

Gutes Geld und
ein hoher Zeitaufwand

Den Sprung ganz in das „Musik-Business“ einzusteigen hat DJ Börnsen nie gemacht. „Es ist zwar ein gutes Gefühl an einem Abend die Leute zu begeistern, und viele glauben damit reich zu werden, die Realität aber sieht anders aus. Will man wirklich in diesem Geschäft bestehen, muss die Soundanlage gestellt werden, was mit hohen Investitionen und dem Auf- und Abbau bei jeder Veranstaltung einhergeht. Und dann wächst der Zeitaufwand von fünf auf neun Stunden an, und so relativiert sich das gute Einkommen.“ Eines der ganz großen Events, an die sich Bernhard bis heute gerne erinnert, war die Snow-Board-WM am Götschen. „Ich bespielte über mehrere Tage den Zielbereich und legte auch bei den Siegerehrungen im Gasthof Brennerbräu auf, ein tolles Erlebnis und eine Super-Stimmung.“

Von den Singles auf die CD’s

Doch selbst nebenberuflich war der Zuspruch stark. Kontakte und Auftritte vertiefte Börnsen über das Sternenzelt, über die Event-Lokation Kaktus, Baamhake und in vielen Lokalen in Bad Reichenhall. Gerne erinnert er sich an die großen Faschingsbälle auf dem Schroffen im Brauereigasthof Bürgerbräu oder Kammerer-Bräu. Von der umfangreichen Sammlung an Langspielplatten und Singles trennte sich Bernhard gegen Ende der 80er-Jahre. „Da habe ich alles auf CD umgestellt. Das war dann schon bedeutend einfacher.“

Große Namen und große Rockbands

Es ist die Musik jener Jahre, die Nach-Beatles- und die Nach-Abba-Zeit. Als die Neue Deutsche Welle und der Electro-Synth-Pop seine Erfolge feierte. Es ist die Zeit von Madonna, Prince, Michael Jackson und Falco, aber auch von Udo Jürgens, Frank Zander, Boy George, Laid Back. Es ist aber auch die Aera der großen Rockbands, die die Jahrzehnte überdauert haben. Namen wie Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, AC/DC, Queen, Led Zeppelin, Eagles, Santana, Beach Boys, Scorpions und Status Quo sind unvergessen.

Den Stimmungspegel hoch halten

Der Erfolg des Metzger-Fachverkäufers Bernhard als DJ Börnsen wuchs weiter. Ab 2000 meldete er dann doch ein eigenes Gewerbe an, nebenberuflich war es die aktivste Zeit für ihn. Es verging keine Woche, an der er nicht mindestens zweimal in Rosenheim, Traunstein, Salzburg oder im Berchtesgadener Land irgendwo die Musik einspielte und mit Licht und Lasershows das Publikum unterhielt. Auch Bands engagierten ihn gerne, um vornweg, zwischendurch und zum Ausklang den Stimmungspegel oben zu halten.

Online und mit Tonstudio

Technisch stand ab 2004 der nächste Sprung an. Ab da an ging’s online mit Laptop zu den Auftritten. Sein langjähriger Partner, das Tonstudio Martin, sorgte jetzt für die Technik und das ist bis heute so geblieben. „Das macht es für mich einfacher, ich kann mich auf das Kerngeschäft konzentrieren, und die Profis vom Tonstudio machen einen guten Job. Stimmt nämlich die Akustik nicht, dann kommt auch gute Musik nicht zur Geltung“, weiß DJ Börnsen.

Die Generation 50-Plus

Beruflich ist Bernhard nicht stehen geblieben. Er machte noch eine Ausbildung zum Kaufmann, engagiert sich heute als Fahrer bei den Malteser Hilfsdiensten und legt auch weiterhin bei Events und privaten Feiern auf, online versteht sich, mit der guten alten Musik aus den 70-, 80- und 90-er Jahren. „Da dominiert im Publikum meist die Generation 50-Plus, eben meine Generation, die mich über die vielen Jahre hinweg kennt und schätzen gelernt hat.

„Qualität ist geil“

„Die Zeiten sind für einen Entertainer mit regionalem Bezug heute besser geworden“, meint Bernhard. „Die ‚Geiz-ist-geil-Welle‘ ist ausgelaufen. Gern werden zwei, drei Euro mehr bezahlt oder ein kleiner Obolus für den Eintritt, wenn die Show und damit auch die Stimmung passen.“ Das kommt ihm selbst, vor allem aber den Gastronomen und Veranstaltern zugute.