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Niedergang des Tourismus in Bayern?

Gastronomie & Hotellerie zu Freizeiteinrichtungen geschlossen – Handel in den Städten vor massiven Problemen

– Im Gespräch mit Johannes Hofmann, Kreisvorsitzendes des DEHOGA-Bayern –

Zahlt der Staat ist alles gut? Diese Frage stellt der Kreisvorsitzendes des DEHOGA-Bayern, Johannes Hofmann, im Berchtesgadener Land. Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sollen vom Staat pauschal 75 Prozent ihres im November 2019 gemachten Umsatzes erhalten. Der von der Politik inszenierte Lockdown-Light soll damit in der Gastronomie und Hotellerie abgefedert werden, um so Betriebsschließungen zu vermeiden. „Das klingt zunächst sehr großzügig und hilft den Betrieben ‚das Schlimmste‘ zu verhindern“, so Hofmann. Doch er bewertet den gesamtwirtschaftlichen Schaden sehr hoch. „Die ganze Zulieferkette, vom Bäcker bis hin zu den Zulieferbetrieben wie Brauereien und der Lebensmittelhandel bleiben auf der Strecke. Was ist mit unserem Personal und vor allem den Auszubildenden? Auch sie sind von dem Lockdown betroffen. 

Weihnachtsfeiern abgesagt

Johannes Hofmann vor dem Rathaus in Bad Reichenhall, in dem er als Stadtrat auch Jahre aktiv war.

Wie sollen wir verhindern, dass gute Mitarbeiter, die mit reduziertem Gehalt (Kurzarbeit) und Teilzeitbeschäftigung sowie Jobverlust rechnen müssen, der Branche den Rücken kehren oder in weniger betroffene Regionen zum Arbeiten abwandern?“ Und auch ein Zweites treibt den DEHOGA-Vorsitzenden um. „Im Sommer kamen viele Gäste, die sonst im Ausland ihren Urlaub verbringen, in das Berchtesgadener Land und waren begeistert“, weiß er aus vielen Gespräche mit seinen Kollegen. „Im Oktober mussten sie aufgrund der Verfügung des Landratsamtes über Nacht abreisen. Der positive Effekt, den wir nach dem ersten Lockdown für unsere Region verzeichnen konnten, wird so wieder leichtfertig auf’s Spiel gesetzt. Dazu kommt die Angst“, so Hofmann, „dass es im Dezember nicht besser wird, das gesamte Weihnachtsgeschäft wegbricht. Die vielen, für die Branche so wichtigen Weihnachtsfeiern der Betriebe, haben wir bereits absagen müssen.“ Hat die Politik über das Ziel hinausgeschossen?

Eine verunsicherte Branche

Die Verunsicherung der Branche sei bei Gastgebern wie bei potenziellen Gästen riesig. So habe der überstürzte Shotdown im Landkreis eine hohe Stornierungswelle ausgelöst. „Der Staat wird die Schließung der Betriebe auf Dauer nicht finanzieren können. Wir brauchen ein tragfähiges Konzept für den Tourismus, bis hin zu den Freizeiteinrichtungen. Kein Gast wird anreisen, wenn die gesamte Infrastruktur, von den Bergbahnen, über die Schifffahrten bis hin zu den Museen, Bädern und Thermen geschlossen bleiben“, fordert Johannes Hofmann.

Perspektiven für unternehmerisches Risiko

Ausschlaggebend für die Zukunft werde es sein, „dem Tourismusgewerbe wieder bessere Bedingungen zur Erwirtschaftung von Profiten zu ermöglichen, hier ist die Politik gefordert. Nur dann werden Betriebe auch ein gewisses unternehmerisches Risiko wagen. Das heißt Ausbildungsplätze schaffen und in die Betriebe investieren, was wiederum dem Fiskus ein Vorteil sein wird“, bekräftigt der DEHOGA-Kreisvorsitzende. So habe etwa das Hotelgewerbe beim reduzierten Steuersatz auf Übernachtungen wieder den nötigen Raum für Investitionen gewonnen.

Motivation ist schwindend

Für Johannes Hofmann gehe die Rechnung nur bei einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive auf. Es würden alle gewinnen, die Gastronomie und Hotellerie, die Urlauber, der Einzelhandel und das Handwerk. Letztlich profitiere der Staat selbst durch höhere Steuereinnahmen. „Das ganze personalintensive ortsgebundene Gewerbe braucht diesen reduzierten Steuersatz anhand der fürchterlichen jetzigen Situation dringend“, so Hofmann. Die Motivation, die Unternehmen überhaupt weiterzuführen, sei schwindend.

Sein Appell an die Politik: „Der Tourismus in Bayern funktioniert ohne bayerische Gastronomie nicht. Mittelstand und Handel gehen Hand in Hand mit dem Tourismus. Was der Politik der Mittelstand wert ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Anscheinend wurde vergessen, wer das stabile Rückgrat der Finanz und Wirtschaftskrise war. Politiker aller Couleur denkt darüber nach.“

Schöne Worte für den Miss-Stand

K O M M E N T A R

Ein Wettbewerb der Ideen, Inspirationen und Impulse, Projekte und Marketing – das alles klingt gut und vorwärts gewandt. Von was aber sprechen wir eigentlich? Von einem hohen Leerstand der Geschäfte in Bad Reichenhall. Dahinter stehen hunderte Tragödien, denn niemand schließt sein Geschäft freiwillig. Im Stadtrat von Bad Reichenhall wird bei jeder Wahl, seit einem Jahrzehnt und länger, immer wieder betont, wie dringend doch ein Stadtmarketing für Bad Reichenhall wäre.

Ganz viel Abstand und ohne Maske: Da kommt Shopping-Laune auf. Von links: OB Dr. Christoph Lung, Dr. Brigitte Schlögl, Maria Fuschlberger und Martin Schoberth

Wir haben jetzt eines, nämlich Dr. Brigitte Schlögl und wie auf dem Foto in der Lokalpresse zu entnehmen war, auch eine Mitarbeiterin, Maria Fuschlberger, und einen CSU-Wirtschaftsreferenten, Martin Schoberth. Nicht zu vergessen natürlich der jung-dynamische Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung.

Dr. Schlögl sollte ja eigentlich einen Schwerpunkt ihrer Arbeit, neben der Leitung der BGLT im Zweierteam, im Stadtmarketing für Bad Reichenhall finden. Seit acht Monaten aber ist sie alleinige Geschäftsführerin der BGLT und „im Nebenjob“ noch ein wenig für das Stadtmarketing zuständig. Das ist symptomatisch für Bad Reichenhall. Stadtmarketing im Nebenjob. Und weil das Problem seit über einem Jahrzehnt bekannt ist, sollen jetzt Gespräche mit Hauseigentümern und in Folge auch mit den Pächtern, den noch verbliebenen, geführt werden. Es dauert eben ein wenig in der Alpenstadt. Zwei Jahre später soll ein Ideenwettbewerb erhellende Erkenntnisse liefern. Bis zur Umsetzung, wenn überhaupt, dürften dann erneut zwei Jahre vergehen. Frequenzmessungen und die Ströme des Geldes (Kaufkraft) sind ebenfalls Ziel einer Analyse.

Das klingt nach viel Aktionismus und Profilierungs-Ambitionen. Unterdessen schließen weitere Geschäfte und bunte Bilder an den Schaufenstern, so schön und gut gemeint sie auch sein mögen, ändern die Situation nicht. Längst müssten die Zahlen und Analysen auf dem Tisch liegen. Woher kommen die Käufer, wie viel Geld geben sie aus, was fehlt im Sortiment des Branchenmixes? Fehlt es etwa an Parkplätzen, an guter Erreichbarkeit, an Service-Freundlichkeit? Was wurde an Innovationen in den letzten Jahren umgesetzt, außer einer Reihe sehr guter Veranstaltungen, die jetzt, in Corona-Zeiten, leider obsolet sind. Warum sollten Einheimische und Gäste aus dem Umland nach Bad Reichenhall fahren? Wie hoch ist das Werbebudget, nimmt die Stadt „Geld in die Hand“?

Allein an der Hauptzielgruppe, nämlich in Stadt und Land Salzburg, wird deutlich, wie wenig hier in den letzten Jahren angestoßen wurde. Wer zu geizig ist, in Werbung zu investieren, verbunden mit einer klaren Strategie, der kann gleich zusperren. Darüber hinaus braucht es Konzepte und Ideen die sofort bewegen, und nicht in zwei Jahren diskutiert und in Schubläden abgelegt werden. Die CIMA Stadtmarketing ist nicht die erste Organisation, die Fehlentwicklungen aufzeigen wird. Zusperren: ein Schicksal, von dem in Bad Reichenhall immer mehr Selbständige, ihre Familien und Angestellten betroffen sind. Da helfen auch schöne Worte und Absichtserklärungen nicht weiter. Es muss gehandelt werden, und zwar sofort!

Der direkte Weg in die Unfreiheit

K O M M E N T A R

Ab Samstag den 21. März hat sich das Leben in Bayern und darüber hinaus drastisch geändert, es gelten die „Ausgangsbeschränkungen anlässlich der Corona-Pandemie“. Der direkte Weg in die Unfreiheit der Bürger, den wir jetzt seit einer Woche hautnah erleben. Zu dieser Zeit hatten wir in Deutschland rund 22.000 Infizierte und 75 Todesfälle. Eine Woche später sind es rund 54.000 Infizierte und 400 Todesfälle. Das ist tragisch, ganz sicher; für jeden einzelnen Sterbenden, für seine Freunde, Familie und Angehörige.

81 Millionen Menschen eingesperrt

Über 81.000.000 Millionen Menschen aber sind gefangen in der Unfreiheit, in der völligen Aberkennung aller ihrer Persönlichkeitsrechte. Keine Kinder mehr auf Spielplätzen, Schulen sind -trotz Schulpflicht – eben mal ausgesetzt. Nicht einmal das ungezwungene Gespräch mit dem Nachbarn ist erlaubt, auch kein „Sonnenbaden im Park“, selbst wenn man dort ganz alleine sitzt, ebenso wenig ein „Ausflug ins Grüne“. Mit Freunden kommuniziert man bestenfalls über Skype oder Telefon und sich ‚auf ein Getränk‘ zu verabreden ist von Staatswegen verboten – Kontaktsperre., der direkte Weg in die Unfreiheit. Jeder, der das Pech hat, selbständig zu sein, muss häufig sein Geschäft schließen, sofern er keinen Lebensmittelhandel sein eigen nennt. Oma darf nicht besucht werden und ebenso wenig ist der Kontakt mit den Enkelkindern gewünscht.

Unfreiheit wird akzeptiert

Und ja, das Leben bleibt lebensgefährlich. Selbst bei einer schweren Grippeinfektion, bei einer Erkrankung an Aids oder Krebs oder einem ganz alltäglichen Unfall in den eigenen vier Wänden. Und ja, Kinder stecken an und stecken sich an. Kindergärten und Schulen sind ein Hort der Ansteckungen, davon können Eltern aller Generationen ein Lied singen. Daran werden auch alle Impfungen dieser Welt nichts ändern, im Gegenteil, Krankheiten stärken eben auch unser Immunsystem und helfen uns selbst bei Ansteckung mit dem Coronavirus, von dem es ja rund ein halbes Dutzend geben soll. Selbst das Militär übernimmt zwischenzeitlich öffentliche Aufgaben.

Milliarden ohne Einnahmen

Der ganz persönlichen Tragödie mit dem Entzug sicher geglaubter Persönlichkeitsrechte folgt ein noch viel schwererer, was am Absturz der Börsen um 40 Prozent deutlich zu sehen ist. Treffen wird es nicht die Beamten, Politiker oder öffentlich Bediensteten, dafür um so härter alle anderen, die es nicht sind. Wir haben die Zwei-Klassen-Gesellschaft, zementiert bis zum Grab, bis zum Ende der Rente, pardon, der Pensionen und Bezüge. Also, stellen wir uns einmal vor, 40 Prozent der „frei arbeitenden Bevölkerung“ gibt es in den nächsten Monaten als Erwerbstätige und Steuerzahler nicht mehr. Gleichzeitig wirft der Deutsche Staat 750 Milliarden Euro in eine von Lobbyisten und Politiker geprägte Gemengelage. Das könnte der Anfang vom Ende sein, und so gesehen sind dann auch die nicht mehr existenten Persönlichkeitsrechte, die Freiheit der Bürger, nicht mehr von Bedeutung.

Kernschmelze der Macht

Der bekannte (und allseits abgelehnte) Investigativ-Journalist Gerhard Wisnewski, gebraucht zur aktuellen Entwicklung deutliche Worte und redet von der „Fratze der Diktatur“. Er gebraucht Begriffe wie 1929, Ausnahmezustand, 1933, Kriegsrecht, Freiheitsberaubung, Internierung, Isolation, Machtergreifung. Das Interview mit ihm ist zu finden
unter: https://www.youtube.com/watch?v=6XcFJyYkEbk

Kommentar: CSU macht die politische Linke stark

Nein, es wird niemals und in keiner Weise eine Zusammenarbeit mit der AFD geben, so das gemeinsame Credo der Parteien. Ob sie es nun will oder nicht, die CSU arbeitet damit der politischen Linken zu. Sehr deutlich wurde es in diesen Tagen bei der skandalträchtigen Wahl in Thüringen. „Rechtsextreme, alles Nazis und keine Demokraten“, so der Vorwurf vor allem aus der linken Ecke. Demokraten müssen zusammen halten, wobei man die AFD nicht dazu rechnet. Die AFD also keine zugelassene und demokratische Partei in Deutschland?

Es geht aber noch viel schlimmer, denn selbst ein Zeitgenosse vom Kaliber und Status eines Ministerpräsidenten lässt twittern, im Zweifelsfall zitieren, dass es höchst skandalös sei, sich von einer Partei an die Macht heben zu lassen, die für den Tod von Millionen verantwortlich sei. Die AFD für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich? Das ist eines Ministerpräsidenten nicht würdig, selbst eines Linken nicht. Auch habe er in dieser dunklen Stunde an Buchenwald denken müssen. Ein AFD-KZ? Wie will ein Mensch ein Land führen, wenn er einem Fünftel der Bevölkerung nicht die ausgestreckte Hand reicht, sondern die geballte Faust hochhält?

Und die CSU? Klar und kraftvoll distanziert sich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Das ist politisch verständlich und für sich gesehen mag es richtig sein. Doch rutscht die CSU damit ganz automatisch nach links, bereitet zumindest den Weg dafür. Selbst hat sie in Thüringen 12 Prozent an die AFD verloren, ehemalige Wähler, die jetzt ja alle Nazis seien und Nicht-Demokraten. Die CSU positioniert sich so, dass es nur einen ‚Weg nach Links‘ geben kann. Denn rechts der CSU gibt es keinen politischen Raum, er wird kurzerhand ausgeblendet. Das hatte FJS im letzten Jahrhundert eindeutig anders gemeint.

Aber laut gebrüllt wird aus Bayern gerne, da macht es der Söder dem Seehofer gleich. Was haben wir nicht alles für markige Worte gehört, selbst ein Bruch mit der Schwesterpartei CDU stand kurz im Raum, in den Jahren nach 2015, das man getrost als Geburtsstunde einer starken AFD bezeichnen kann. Nur passiert ist dann gar nichts und nicht umsonst lautete ein Wahlslogan, „wer Merkel wähl, wählt CSU“.

Und dass die Kanzlerin Alleingänge bis heute liebt, weiß man nicht erst seit den ‚offenen Grenzen‘, sondern auch nach der Thüringwahl. Merkel schafft an – die Partei folgt. Und dann ist diese Partei eben mal grün angehaucht und im nächsten Moment rot, man ist wandelfähig, ganz wie es dem Zeitgeist beliebt. Nur was soll der Wähler glauben? Und ganz offensichtlich glaubt er nicht mehr, weder der Kirche, noch der CSU, noch der CDU. Welche Alternative bleibt ihm dann? Die SPD hat sich längst vom Status einer Volkspartei gelöst. Die Wähler suchen Alternativen.

In Thüringen soll jetzt eine linke Regierung an der Macht gehalten werden, die weder eine Mehrheit verfügt, noch aus der letzten Wahl gestärkt hervorging. In Summe haben Linke, SPD und Grüne fast zwei Prozent verloren. Neuwahlen lehnen die Parteien ab, aus gutem Grund. Es ist völlig klar, dass es in Thüringen nicht um den Willen der Wähler geht. Denn was nicht passt, das darf nicht sein. Geistlicher Führer des Volkes ist dabei die Bundeskanzlerin Angelika Merkel. Sie hat die Richtung unmissverständlich vorgegeben.

Auf Welt.de wird das aktuell so kommentiert:
„Die Widersprüche, denen die Christdemokraten in Erfurt nicht gewachsen waren, stellen sich der Partei in ganz Ostdeutschland. Auch die Gemütslage, die von Unverständnis über die Politik der Kanzlerin längst in Aggression gegenüber der Berliner Parteizentrale umgeschlagen ist, gleicht sich überall in den neuen Ländern – und teilweise auch darüber hinaus. Deshalb war Thüringen kein Unfall, sondern könnte erst der Anfang gewesen sein.“

Zum Autor:
Der Autor ist kein Mitglied der AFD, auch keiner anderen politischen Partei. Es geht ihm um eine „Un-Kultur“ der politischen Sprache, die im Nachgang der Thüringer Wahlen hochkochte. Es geht um das hohe Gut einer Demokratie, die angesichts der Sprache und jüngsten Entwicklungen gefährdeter denn je zu sein scheint. Und es geht um das unbedingte Festhalten an der politischen Macht und die hohen Bezüge, notfalls bis zum Zerbruch – gegen jede Vernunft.

Ministerin Michaela Kaniber: Zukunftsinvestitionen

Bei der Sitzung des IHK-Regionalausschusses Berchtesgadener Land unterstrich Ministerin Michaela Kaniber die Notwendigkeit einer Energiewende. „Wir brauchen in Bayern zwei neue Energietrassen. Der Bedarf ist mit einer dezentralen Versorgung nicht zu decken. Darüber hinaus sollen tausende neue Blockheizkraftwerke entstehen und Biogasanlagen, um eine echte Energiewende zu erreichen.“ Die Dringlichkeit unterstrich sie damit, dass der Wirtschaftsabschwung sich in Bayern fortsetze und sich ohne eine gesicherte Energieversorgung die Probleme weiter vertiefen.

Natürliche Energien besser nutzen

Ebenso eindringlich wirbt sie für die Nutzung natürlicher Energien wie etwa die Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik. „Ich glaube nicht, dass wir uns auf Dauer der Nutzung von Windrädern verschließen können und bedauere sehr, dass wir an der Salzach mit dem Bau eines neuen Wasserkraftwerkes nicht weiter kommen.“ Bayern sei darüber hinaus ein Sonnenland und auch diese Energie gelte es besser zu nutzen.

Landwirtschaft für eine bessere Umwelt

Signifikant und kritisch erleben wir dies aktuell bei der Automobilindustrie. „China und die USA machen mit der Dieseltechnik ausgezeichnete Geschäfte, während wir hier in Deutschland unsere Spitzentechnologie bekämpfen.“ Nicht ganz so stark steht die Landwirtschaft in der öffentlichen Wahrnehmung. „Dabei haben wir hier eine Wirtschaftszweig mit 158 Milliarden Umsatz und für ein neues Klimakonzept, für Ökologie und Umweltschutz ist die Landwirtschaft entscheidend wichtig,“ so MdL Michaela Kaniber.

In die Zukunft investieren

Als weiteren wichtigen Schritt nannte sie die Förderung der Geisteswissenschaften und hier vor allem die Forschung und Entwicklung künstlicher Intelligenz. „Wir dürfen uns von China und den USA nicht abhängen lassen. Wir brauchen in diesem Bereich 1000 neue Professoren und 10.000 neue Studenten. Wir brauchen die Besten der Besten,“ zeigt sich die Ministerin kämpferisch. „Wir investieren 42 Milliarden in Bildung, Kinder und Jugend und fördern verstärkt die MINT-Studien.

„Wir brauchen innere Sicherheit“

Als drängendes regionales Problem machte sie den Ausbau der A8 und die Grenzkontrollen aus. Dabei dürfte der Autobahn-Ausbau noch auf sich warten lassen, denn der Abschnitt bis zur Grenze ist aktuell nur im weiteren Bedarf eingestuft. Eminent wichtig aber seien die Kontrollen der Grenzen. „Solange die EU-Außengrenzen nicht sicher sind, müssen wir kontrollieren. Wir haben im vergangenen Jahr 6000 Zurückweisungen und 20.000 Delikte festhalten können. Wir brauchen innere Sicherheit.“ In Zahlen nannte die Ministerin darüber hinaus 3169 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, 2008 Urkundendelikte wie Ausweisfälschungen, 903 Waffen- und Sprengstoffdelikte, 733 Eigentums- und Vermögensdelikte, 4836 Verkehrsdelikte und 13.201 Fahndungstreffer. Darunter 750 Haftbefehle, 61 Wiedereinreisesperren und 111 Personen die europaweit zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben waren.

Starke Worte und ein starkes Bier im Brenner-Bräu

 

‚Ozapft is‘ – die erste Maß im Krug. Von links: Bürgermeister Thomas Weber, Ministerin Michaela Kaniber, CSU-Generalsekretär Markus Blume, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, CSU-Ortsvorsitzender Josef Pletzer und Wieninger-Braumeister Bernhard Löw. – Fotos: Gerd Spranger

(gsp) War es 2018 die damalige Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, die dem Starkbieranstich im Gasthof Brennerbräu die politische Note gab, so übernahm dies am Freitag CSU-Generalsekretär Markus Blume aus München-Ramersdorf. Bevor es aber so richtig politisch wurde, zapfte Braumeister Bernhard Löw von der Brauerei Wieninger mit Markus Blume erst einmal das erste Fass Starkbier an. „Unser Impulsator ist mit 18 % Stammwürze aus gutem Aromahopfen und fünf Monaten der Reifung zu einem süffigen Starkbier mit 7,3 Prozent Alkohol und einer ausgeprägten Malznote gereift“, schwärmt er für das nahrhafte Fastengetränk.

Gute Stimmung und viel Prominenz

Und die Stimmung hätte nicht besser sein können. ‚A zünftige Musi‘ von der Musikkapelle Bischofswiesen, ein Wirtshaus, voll besetzt mit Gesellschaft in festlicher Tracht, wo schon früh lebhaft diskutiert und getratscht wurde – ganz im gelebten Klischee einer bayerischen Wirtschaft zum Starkbieranstich. Gekommen war die Prominenz des Ortes und darüber hinaus, angefangen bei den Bürgermeistern und Gemeinderäten über den Kommandeur des Gebirgsjägerbataillon 232 Markus Sonnenberger, Monsignore Thomas Frauenlob, bis hin zu Vertretern der Vereine und Bürgern der Gemeinde Bischofswiesen.

Die Festrede von Markus Blume war über weite Strecken ein Appell für eine ehrliche Politik, die er immer wieder mit launige Beiträgen würzte. „Der Aschermittwoch soll der Kirche als christlicher Feiertag erhalten bleiben. Es ist in Bischofswiesen Brauch, erst am Freitag zu feiern und die Fastenzeit für eine „Innere Einkehr“ zu nutzen.“

Die Musikkapelle Bischofswiesen sorgte für gute Stimmung

„Und warum soll nur im Wein und nicht auch im Bier, im Starkbier, der mit seinem kräftigen Aroma und Alkoholgehalt ja einem guten Wein gleichkommt, die Wahrheit liegen? Und was ist treffender, als mit einem Impulsator, quasi als Turbo unseres Denkens, sich über die Welt im Allgemeinen und der Politik im Besonderen auszutauschen. Die große Herausforderung dabei ist allerdings, ob wir am nächsten Tag noch wissen, was wir alles gehört und diskutiert haben“, gab er zu bedenken.

Fastenzeit sei ja für eine Besinnung die gute Gelegenheit, und diese bräuchten wir heute dringend. „Unsere Gefühlswelt, angespornt durch die Medien via TV und Talkshows, malen uns fast täglich schreckliche Bilder vor Augen. „Die Krise, ist sie da – wirklich?“ fragte er in die Runde.

CSU-Generalsekretär Markus Blume bewegt sich gut auf dem politischen Parkett.

Der Politikwissenschaftler und ehemalige Unternehmensberater Markus Blume schwenkte nach diesem Statement elegant zur europäischen Bühne. So seien die Probleme in England, Frankreich oder Italien ja um ein Vielfaches größer. „Solange wir in Deutschland über Bienensterben, ein drittes Geschlecht – was kaum einer versteht – und über ein Verbot von ‚Indianerkleidung‘ zum Fasching streiten, geht es uns gut“, meinte er und erntete damit kräftigen Applaus.

Weiter gab Markus Blume zu bedenken: „Wir sind bombastisch unterwegs, verzeichnen seit 10 Jahren ein stabiles Wirtschaftswachstum und haben die niedrigste Arbeitslosigkeit! Und doch verändern sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen drastisch, aber wir dürften nicht den Fehler machen, immer in den Rückspiegel zu schauen.“ Und das lastete er der SPD an. Sie vergäßen, was dieses Land groß gemacht habe, nämlich die Reformen auf dem Arbeitsmarkt. „Es ist nicht die Zeit, hier den Rückwärtsgang einzulegen, sondern endlich den Soli abzuschaffen – davon profitieren alle!“ Und auch hier erntete er wieder lebhafte Zustimmung vom Publikum. Der CSU-Generalsekretär schloss die anderen Parteien von seiner pointierten launischen Kritik nicht aus.

Nicht von Emotionen leiten lassen

Die deutsche Politik dürfe sich nicht von Emotionen bei wichtigen Entscheidungen leiten lassen. Es dürfe nicht aus jeder Sachdebatte heraus eine moralische Grundsatzdebatte geführt und der vermeidliche Gegner dann als ’schlechter Mensch‘ abgestempelt werden. „Natürlich sprechen wir bei dringenden Lebensgrundlagen für die Bienen auch von der „Bewahrung der Schöpfung“. Aber es darf keine Spaltung der Gesellschaft voran getrieben werden, etwa „Bienen gegen Bauern“. Das muss man zusammen bringen. Warum haben denn die Grünen dagegen gestimmt, den Klimaschutz als Staatsziel in der Bayerischen Verfassung zu verankern?“ fragt er. Emotionen versus Ratio, etwa bei der führenden und weltweit geachteten Leitindustrie unseres Landes, nämlich der Autoindustrie. „Sie wird in einer selbst-zerstörenden Art kaputt geredet, ungeachtet der wirtschaftlichen Bedeutung und der Arbeitsplätze. Das ist unserem Land nicht würdig. Wir wollen die Mobilität erhalten, sie ist ein Grundrecht von uns Menschen, unserer Freiheit.“

Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Ministerin Michaela Kaniber und CSU-Generalsekretär Markus Blume in gutem Einvernehmen.

„Es ist sehr zu begrüßen, dass wir in unserem Land wieder über Politik sprechen. Wir dürfen es aber nicht ‚den Rändern‘, ob links oder rechts, überlassen“, so Markus Blume. Und immer wieder findet er einen Bezug zur europäischen Ebene. „Die etablierten Parteien sind geschwächt, der Druck von allen Seiten wächst. Immer wichtiger werden die sozialen Medien. Es kann nicht sein, dass sich hier jeder anonym über alles auslässt – bis hin zu üblen Beschuldigungen und Beleidigungen. Selbst ein internationaler Konzern wie Facebook wird sich gefallen lassen müssen, dass hier die Regeln der Presse gelten, auf der Grundlage von Transparenz und Öffentlichkeit“, mahnte er an.

Zuletzt konnte die AfD nicht außen vor bleiben. „Eine Partei, die es mit Recht, Gesetz und Wahrheit nicht so ernst nimmt, die sich immer mehr in Spendenskandale verwickelt und im braunen Sumpf versinke“, skizzierte er die aktuelle Situation aus seiner Sicht.

Sein Schlussplädoyer galt dem CSU-Europakandidaten Manfred Weber, der ein ganz ausgezeichneter Spitzenkandidaten für Brüssel sei. Er bringe hier ein Stück bayerische Identität und Werte in ‚dieses unser Europa‘ ein. Es gehe um ein starkes Europa, in dem wir uns selbst stark machen müssen.

Bruder Barnabas vertritt das Untersbergmandl

Das launige Element vertiefte beim Starkbieranstich der CSU in Bischofswiesen „Bruder Barnabas“ (Wasti Rasp), der in Vertretung des ‚Untersbergmandls‘ sein Debüt feierte. Der Mann vom Untersberg wollte dieses Jahr nicht herab steigen, denn es liege noch immer zu viel Schnee vor den tiefen Höhlen, ließ er sich entschuldigen.

„Bruder Barnabas“ (Wasti Rasp) feierte seine Premiere im Gasthof Brenner-Bräu in Bischofswiesen

Und Bruder Barnabas übte sich in Vorsicht, war doch ’sein Chef‘, Monsignore Thomas Frauenlob, zugegen. Er gab sich bibelfest und zitierte aus dem Korintherbrief. Darin fragte schon Paulus, ober er mit der Rute oder im Geiste der Sanftmut kommen solle. Barnabas entschied sich für die Sanftmut. Noch bewegt von der Rede des CSU-Generalsekretärs erinnerte er sich an dessen Jugend. Markus Blume schaffte es in jungen Jahren, im Eiskunstlauf mit seiner Schwester zum Deutschen Juniorenmeister. „Da wundert es nicht, dass er sich auf dem glatten politischen Parkett so gut zu bewegen weiß“, konstatierte Barnabas.

„Und überhaupt, bei diesem Namen und diesem Geburtstag, nämlich der 14. Februar, müssen ihm die Frauenherzen ja zufliegen.“ Er sei auch weltoffen und tolerant, denn als Münchner einen Franken an der Spitze von Bayern zu unterstützen, zeuge von Weltoffenheit. Auch beherrsche er bereits das ‚richtige Draufhauen‘, denn mit drei Schlägen anzuzapfen zeige seine Geschicklichkeit. Ganz im Gegensatz zum Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Weber, der sich aus unerklärlichen Gründen stets vor dem Anzapfen drücke. Respekt zollte er auch der Ministerin Michaela Kaniber, die es schnell verstand, sich in der CSU-Herrenriege zurecht zu finden. Das sei in Bischofswiesen ganz anders. „Von wegen Frauenquote“, ereifert sich Bruder Barnabas. „Da muss man auf dem Foto des Gemeinderates die Frau ja mit der Lupe suchen. Frauenquote ist hier bei fünf Prozent.“

MIt Interesse und skeptischem Blick verfolgen Markus Blume und Prof. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen die Auslassungen des Bruder Barnabas

Ein wenig schämen müsse er sich als Einwohner des Berchtesgadener Talkessels allerdings schon, „denn der Familienname des grünen Fraktionsvorsitzenden sei auch in Berchtesgaden zu finden“, bekennt Bruder Barnabas. „Ja, Laptop und Lederhose hieß es in Bayern. Dabei hat die Elfenbeinküste heute ein besseres Netz als Deutschland. Ein schlechtes Netz wäre für die USA gar nicht schlecht“, sinniert er, „denn was man auf Twitter alles so anrichten kann, zeigt uns Herr Trump.“

Bruder Barnabas fand noch viele Anknüpfungspunkte in seiner Rede. Sie reichten vom Areal des ehemaligen Hotels Geiger über Hotelchalets am Königssee bis hin zu einem Doktor vom Doktorberg, dem Götschen und der Beruhigung der Ortsdurchfahrt als Meisterstück der Kommunikation in sechs Akten.

Meisterstück in sechs Akten

„Zuerst herrschte Begeisterung, dann Verwirrung und schließlich Ernüchterung beim Ausbau. Es folgten Fluchtbewegungen, die Suche nach Schuldigen, bis zur Bestrafung von Unschuldigen und schließlich die Belobigung von Nichtbeteiligten.“ Als eine neue bahnbrechende Idee brachte Bruder Barnabas einen Skywalk in Bischofswiesen ins Spiel. „Da könne man dann über die erforderlichen 70 Parkplätze hinweg einen Blick auf alle Kreisverkehre der Gemeinde hinweg richten.“

Auch zu lesen im Berchtesgadener Anzeiger:
https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-starke-worte-und-starkes-bier-im-brenner-braeu-_arid,475954.html