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Leere Strände und Plätze in Italien

Der große Run bleibt aus
Die Lockdowns hallen nach

Sieben Monate im Lockdown und der Sommer hält im Mai zögerlich seinen Einzug. Unser Verlangen nach Freizeit ohne Einschränkungen und Urlaub steigt. 9 Grad sind eindeutig zu kalt, in Italien immerhin 24 Grad und Sonne. Doch was ist möglich in dieser von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten, wie ist die Stimmung? Wir wagen früh den Versuch und starten am 15. Mai zu unserem italienischen Urlaubsdomizil, zu unseren seit Jahren bevorzugten Campingplatz zwischen Jesolo und Venedig. Die Quarantäne-Pflicht wurde ja beendet und eine Impfung oder PCR-Test für die Einreise und erholsamen Urlaub reichen aus.

Sehnsuchtsort: Strand, Sonne, Meer. Richtig heiß wird es erst im Juni. Das Klima und die Meerluft stärken aber auch so die Gesundheit, das Immunsystem und natürlich das Rundum-Wohlgefühl. Fotos: Gerd Spranger

Bereits vor einem Jahr, im Juni 2020, eine Woche nachdem Italien wieder für Urlauber öffnete, machten wir unsere ersten Erfahrungen, wie die Menschen mit den massiven Einschnitten umgehen. Signifikant war die Belegung zu etwa nur 40 Prozent auf dem Campingplatz, in einer Jahreszeit, in der der Platz sonst weitgehend ausgebucht ist. Es war ein erholsamer und ruhiger Urlaub mit weiten Spaziergängen und idyllischer Stimmung. Was erwartet uns 2021, jetzt wo Reisen an die Adria wieder möglich ist? So früh in der Saison waren die Plätze in den letzten Jahren etwa zu einem Drittel belegt. Wird es 2021 einen Run geben oder sind die Menschen weiter zurückhaltend?

Allein auf der Autobahn

Die Antwort fanden wir bereits bei der Anreise. Zwischen Salzburg und Udine zählten wir keine zehn Wohnmobile oder Wohnwagen auf der Autobahn. Waren wir etwa zu früh dran? Öffnete Italien erst am 16. Mai? Was ist los, was erwartet uns? Keine Kontrolle an der italienische Grenze und auch unterwegs nicht. Nach fünf Stunden und 450 Kilometern stehen wir dann an der Einfahrt zu unserem Domizil auf Zeit, alleine. Ein aktueller PCR-Test ist ausreichend, Quarantäne nicht mehr nötig, der Urlaub kann beginnen. Wir fahren ein in den Platz mit Kapazitäten für 5500 Gäste. Im Mai 2021 aber sind kaum Bungalows oder Zelte belegt, auf dem großen Areal der Stellplätze, die sich auf einer Länge von einem Kilometer zum Meer hinziehen, stehen sechs einsame Wohnmobile, in der Zone C kein einziger. Wir haben das Gefühl, allein zu sein auf dem Platz. Wo sind die Menschen?

Einsam steht unser Zelt-Caravan auf dem Platz. Wir genießen die Ruhe und lange Spaziergänge.

Am ersten Tag genießen wir die Ruhe, die Idylle, das Meer, den Strand und natürlich ‚unsere‘ Sunshine Strandbar von Omar, bei der wir seit zehn Jahren immer wieder gerne zu Gast sind, neben zahlreichen italienische Urlaubern und Einheimischen, man spricht aber deutsch. Wie sieht es auf den anderen Plätzen in der Nachbarschaft aus? Bei ausgedehnten Strandspaziergängen besuchen wir vier weitere. Überall das gleiche Bild. Kaum Gäste an der Adria. Zugegeben, es ist noch früh im Jahr, nachts Regen und die Pfingstferien beginnen erst in einer Woche. Das Meer ist noch kalt, und bestenfalls bei strahlender Sonne zu genießen, dazu das Wetter wechselhaft. Das milde Klima aber, der stetige Wind vom Meer, das sanfte Brausen der Wellen, die auf den gepflegten feinen Sandstrand auflaufen, das alles tut der Seele, dem Körper und Geist gut.

Italien im Mai: Leere Strände und leere Plätze bei zu kaltem Wetter. Dennoch: Sehnsuchtsort, mildes Klima und immer eine Brise vom Meer her. Wir kommen wieder.

Nach einer Woche wandelt sich das Bild kaum. Der Platz zählt nun 50 Wohnmobile und Cravans, wo sonst 500 stehen. Besonders beliebt ist die sonnige Ecke hin zur Sunshine-Bar, hier stehen die Wohnmobile eng an eng, ansonsten gähnenden Leere. Es sind fast ausschließlich Wohnmobile, der Anteil an Caravans geht seit zehn Jahren beständig zurück. Für viele Menschen ist es die neue Form des schnellen und leichten Reisens, wenn sie uns denn lassen. Die Heimfahrt starten wir nach einem letzten „Strand-Cappuccino“ bei 24 Grad in der Sonne und werden in Arnoldstein mit sieben Grad und Schnee auf den Bergen begrüßt. Willkommen im Urlaub, willkommen in Italien, es sind noch Plätze frei, daheim ist es viel zu kalt.

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Parkplätze und Autobahn bieten ein ungewohntes Bild. Es sind keine Wohnmobile oder Wohnwagen unterwegs, auch sonst herrscht wenig Verkehr am zweiten Maiwochenende.