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Eine Spende für das Frauenhaus Rosenheim-Taunstein

Aktuell laufen Verhandlungen des Lankreises BGL zum Anschluss an das Frauenhaus Rosenheim. Landrat Bernhard Kern lässt eine Absichtserklärung zur Vorlage bei der Stadt Rosenheim für weiteren Beitrittsmodalitäten vorbereiten. Das Frauenhaus Rosenheim-Traunstein freut sich indessen über eine großzügige Spende der ‚Freien Wähler‘ von 550 Euro.

Gerade in der Pandemiezeit böten sich den Frauen und Kindern des Frauen- und Kinderschutzhauses wenig Möglichkeiten, außerhalb der Einrichtung an Freitzeitaktivitäten teilzunehmen. Die Spende fördert eine Mutter-Kind-Malaktion im Frauenhaus. Dabei sollen traumatische Erfahrungen über kreatives Malen verarbeitet werden. Die Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses bedanken sich herzlichst bei den ‚Freien Wählern‘.

Unser Foto zeigt von links: Sabine Weiß von der Interventionsstelle Traunstein, Karin Freyer von den Freien Wählern und Iris Hinkel (rechts), Geschäftsführerin des Sozialdienst kath. Frauen e.V. Südostbayern.

Foto: Frauenhaus/ Repro: Gerd Spranger

Staatsforsten fahren Verlust ein

Verlust von 2,13 Millionen Euro
Gefallene Holzpreise in Deutschland
Aufarbeitung der Waldschäden 

Was es neues in unseren Wäldern gibt, darüber informiert Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller von den Bayerischen Staatsforsten. Der Verwaltungsbereich erstreckt sich auf das Berchtesgadener Land und die Landkreise Traunstein auf 28.400 Hektar, die Hälfte davon ist Schutzwald. Dieses Jahr jedoch hatte er die Situation der Wälder in ganz Deutschland im Blick, was in den herausragenden Dürrejahren 2018 und 2019 begründet ist. „Wir verzeichnen bei uns zwar durchgängig eine Klimaerwärmung von knapp zwei Grad, doch das verkraften die Wälder. Nicht aber große Dürren, die vor allem in Nordbayern und Mitteldeutschland zu massiven Schäden, vor allem der starken Ausbreitung des Borkenkäfers führten. Bei uns war die Lage hingegen stabil, wir hatten in den Alpen wassergesättigte Böden.“

Dr. Daniel Müller zeigt die Dürrezeiten und betroffenen Regionen in den Jahren 2018 bis 2020 auf. – Foto: Gerd Spranger

Kopfzerbrechen bereiteten darum stark gefallene Holzpreise wegen der Gesamtsituation in Deutschland.. „Die massiven Schäden der Schneekatastrophe im Januar 2019 arbeiteten wir mit viel Aufwand und hohen Kosten bis in den Herbst 2020 hinein auf. Einen großen Teil der unter der Schneelast gebrochenen und gesplitterten Bäume konnte nur noch zu Hackschnitzel verarbeitet werden, um dem Borkenkäfer seinen Brutraum zu entziehen. „Der erzielte Preis dafür lag deutlich unter den dafür nötigen Aufwand.“ Für das Sägeholz waren die Preise ebenfalls niedrig.“ Allerdings, schränkt der Forstbetriebsleiter ein, „erzielten wir durch langfristige Verträge noch 70 Euro je Festmeter. Manche Private mussten für 25 Euro verkaufen, bei stabilen Märkten liegt der Preis bei 100 Euro.“

Das führte für das Geschäftsjahr 2020 bei den Bayerischen Staatsforsten Berchtesgaden zu einem Minus von 2,13 Millionen Euro. Bis auf eine Ausnahme (2018) erzielte das Unternehmen die letzten acht Jahre immer Gewinne. „Unter dem Strich aber“, so Dr. Daniel Müller, „haben wir in den letzten neun Jahren einen jährlichen Gewinn von 0,56 Millionen Euro erwirtschaftet.

Man täte den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) aber Unrecht, reduzierte man sie auf ihre reine Wirtschaftlichkeit. „Die BaySF so wertvoll wie nie!“, wählte Müller als Motto der Bilanzpressekonferenz 2020. Und die Beseitigung der Schäden in den Wäldern war alternativlos. Bei der Holzausbeutung werde man sich die nächsten Jahre bewusst zurückhalten. „Mit 103.400 Kubikmetern Ausbeute werden wir deutlich unter dem natürlichen Holzzuwachs von 158.000 Kubikmeter im Jahr liegen“, führt er aus. Der Wald muss sich wieder erholen, leistungsfähig sein und seine Schutzfunktion erhalten. Eine Basis dafür ist der Bestand an Tannen. „Ihr Anteil sollte bei 30 Prozent liegen, tatsächlich macht er je Region aber nur zwischen drei und sieben Prozent aus. Vor allem Tannen im mittleren Alter fehlen meistens komplett. Mut aber mache die aktuelle Entwicklung. Die Zahl der Jungtannen bis fünf Meter Höhe ist von 5,2 Millionen auf 12,9 Millionen gestiegen. 540.000 Tannen wurden die letzten 14 Jahre für insgesamt zwei Millionen Euro gepflanzt und ihr Anteil am Gesamtbestand ist von fünf auf sieben Prozent gestiegen.

Auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber machte sich persönlich ein Bild von den durch Schneebruch verursachten Schäden im Berchtesgadener Land.

Mit 51 Prozent bleibt die Fichte der dominierende Baum im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein. Mit 20 Prozent ist die Buche ebenfalls stark vertreten. Zwischen sechs und acht Prozent entfallen auf Kiefer, Tanne und Lärche. Ein Nischenbaum ist die Zirbe und auch die Eibe. Für sie werden die Geodaten erhoben und an einem eigenen Pflanzprogramm gearbeitet. Für die Douglasie sieht Dr. Müller vor allem im Alpenraum keine Zukunft, wenn in ausgewählten Lagen auch einige gepflanzt werden. Ebenso werde die Libanonzeder vereinzelt gesetzt.

Als besondere „Ökologische und Gesellschaftliche Leistung“ der Staatsforsten nannte Dr. Müller die Adlerfütterung im Lattengebirge. Die Umstellung auf bleifreie Munition zum Schutz von Adler, Gänse- und Bartgeier ist zum 01. Januar abgeschlossen. Das sei wichtig, da der Nationalpark 2021 die Auswilderung von Bartgeiern betreiben will. „Wir unterstützen das, sammeln bereits jetzt Futter in Säcken von zwei bis fünf Kilo und frieren sie bis zur Ausbringung ein“, so Müller. Für ein verstärktes Monitoring des Gamswildes arbeiten die Bayerischen Staatsforsten eng mit den Jagdbehörden und dem Bayerischen Jagdverband zusammen. „Wir hatten dabei wissenschaftliche Unterstützung von einem Schweizer Biologen und wollen sicherstellen, dass der Bestand an Gämsen in der Region gehalten wird.“

Hans Berger, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, macht sich vor Ort ein Bild über die Population an Gämsen.

Leuchtturmprojekte des Allgemeinwohls waren 2020 die Eröffnung eines Moosobservatoriums im Ainringer Moos. „Viele seltene Vögel sind zu beobachten, denn das Moor dient auch als Rastplatz für Zugvögel,“ Ebenso die Freigabe der Weißbachschlucht, die nun wieder für Besucher geöffnet ist. „In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schneizlreuth wurden viele Bauwerke erneuert und der Weg ertüchtigt.“

Das neu errichtete Observatorium im Ainringer Moos.

Besonders freut sich Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller über die Auszeichnung als „UN-Dekade Biologische Vielfalt für den Biodiversitäts Hotspot Gaßalm“ an den Ausläufern des Staufens. „Wir haben hier einen engagierten Förster, der das Moor und die Feuchtwiesen über Jahrzehnte gepflegt und so eine große Pflanzenvielfalt erhalten hat. Ohne diese Arbeit wäre die Wiese verbuscht und die Vielfalt verschwunden,“ führt Dr. Müller aus. Ebenso ging er auf den Jagderfolg am Fortsbetrieb Berchtesgaden ein. Ein eigener Bericht folgt.

Bei Neupflanzungen werden häufig vier verschiedene Baumarten ausgebracht.

4. Militär-Olympiade CISM ein Fest für die Region

Kostenlose Zutritte
Zivil-militärische Zusammenarbeit
Ein Band der Freundschaft knüpfen

Alle vier Jahre richtet der Internationale Militärsportverband CISM (Conseil International Du Sport Militaire) eine Militär-Olympiade aus, an der sich 45 Nationen beteiligen. Für die vierten Militär-Weltspiele stehen vor allem Berchtesgaden und Ruhpolding im sportlichen Zentrum. Die deutsche Bundeswehr richtet das sportliche Großereignis zum ersten Mal aus. Die Jahre zuvor waren es Italien (2010), Frankreich (2014) und Russland (2017).

Für Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee der 4. CISM WWG 2021, bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen. Zudem verlangen Wettkampforganisation, Logistik, Verpflegung, Transport, Unterkunft und Kommunikation einen hohen Einsatz. Dieses Engagement zeigen die Sportler der Bundeswehr anlässlich der geplanten Großveranstaltung im Rahmen ihrer Spitzensportförderung vom 23. bis 28. März. Angetreten wird in neun Sportarten: Alpin Ski, Biathlon, Para-Ski-Langlauf, Ski Bergsteigen, Klettern, Ski Patrouille, Cross-Lauf, Ski Orientierungslauf und Snowboard.

Das Organisationskomitee der 4. WWG 2021 informierte im Staatlichen Kurhaus von Bad Reichenhall über die sportliche Großveranstaltung. Auf dem Foto Brigadegeneral Georg Klein (rechts) mit Generalleutnant Jürgen Weigt (Mitte), den international erfolgreichen Sportlern Klaus Brandner und Anton Palzer sowie Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner, Bad Reichenhall. – Fotos: Gerd Spranger

Als Symbol der 4. Militär-Weltspiele CISM im Jahr 2021 steht ein „Band der Freundschaft“, in dem alle Nationen im sportlichen Wettkampf verbunden sind und die Bevölkerung mit einbeziehen. Nicht das Motto „höher, weiter, schneller“ soll dominieren, sondern unsere Willkommenskultur und Gastfreundschaft“, bekräftigt Generalleutnant Jürgen Weigt. Alle Events und Wettkämpfe sind für das Publikum kostenfrei, und erstmals werden Disziplinen angeboten, bei denen „unsere nationalen und internationalen Kameradinnen und Kameraden mit physischen Einschränkungen und psychischen Belastungen an den Welt-Winterspielen teilnehmen können“, bekräftigt Jürgen Weigt. Insgesamt werden 1300 Athleten erwartet.

Von links: Brigadegeneral Georg Klein, Abteilungsleiter Ausbildung Streitkräfte; Josef Wenig, 3. Bürgermeister der Marktgemeinde Berchtesgaden und Leiter des AlpenCongress; Generalleutnant Jürgen Weigt, Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis und Präsident Organisationskomitee 4. CISM WWG 2021; Hauptfeldwebel und international erfolgreicher Skirennläufer Klaus Brandner aus Berchtesgaden und Feldwebel Anton Palzer aus der Ramsau, Junioren Weltmeister im Skibergsteigen und Weltcup-Gesamtsieger (2018) im Vertical.

Für die Durchführung der Spiele könne man ausschließlich auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen. In Berchtesgaden soll der Weihnachtsschützenplatz zu einem „Friendship-Place“ als internationale Begegnungsstätte werden. „Sportler und Offizielle können sich dort in entspannter bayerischer Atmosphäre austauschen und anfreunden“, informiert Oberst Jürgen Ammann, Koordinator des Bereichs Kommunikation. Die Eröffnungsfeier wird am 23. März am Götschen und die Abschlussfeier am 28. März 2021 in der Max-Aicher-Arena in Inzell sein.

Bei den 4. CISM Winterspielen setzt man auf eine funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit. Bestes Beispiel dafür die vier Bäuerinnen, Ingrid, Maria, Kathi und Christl, die für die Präsentation im Alten Königlichen Kurhaus ein Berchtesgadener Bauernbuffet angerichtet haben. Im gesunden Selbstverständnis prangt die Schrift „Ohne Bäuerin läuft gar nichts“, auf ihren Schürzen.

Die Kommunen und Vereine sind in die 4. CISM Militär-Weltspiele des Wintersports eingebunden. Neben allen sportlichen Ambitionen und Spitzenleistungen sind in Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden Tagesausflüge zu den touristischen Sehenswürdigkeiten geplant, sowie ein begleitendes Kultur- und Freizeitprogramm. Im Focus steht ebenso die Unterbringung von offiziell teilnehmenden Delegationen in 23 Hotels- und Unterkünften. In Ruhpolding etwa ist mit dem SV-Ruhpolding vor Beginn der Wettkämpfe eine Schulstaffel angedacht, bei der die jungen Sportler auf der gleichen Strecke laufen wie die Top-Athleten des Militärs. Offen sei man für weitere Ideen und Aktionen in diese Richtung.

Für Generalleutnant Jürgen Weigt bietet sich bei den Winterspielen die große Chance, Bayern mit seiner Landschaft und Kultur einem internationalen Publikum aus vier Kontinenten darzustellen.

Bereits jetzt habe man schon ein Verkehrskonzept entwickelt, und zwar ist die Anreise zentral über den Airport München vorgesehen. Ein Shuttle mit Fahrzeugen der Bundeswehr wird eingesetzt. Vor Ort arbeite man an einem Konzept mit regionalen Verkehrsverbünden. Die ganze Veranstaltung werde von der „Operationszentrale AlpenCongress“ aus gesteuert, die zugleich als zentrale Anlaufstelle für jedermann dient. Dazu gehören der Infobereich und die Open-Area. Die Bundeswehr hebt die funktionierende zivil-militärische Zusammenarbeit positiv hervor, besonders die Unterstützung durch die Sportverbände, Gemeinden und Betreiber der Wettkampfstätten mit der Bereitstellung von Personal und Material im Bereich der Wettkampflogistik. Ein eigenständiges Pressecenter ist in der Chiemgau-Arena Ruhpolding geplant, sowie ein „Internationales Broadcasting Centre“ für die TV-Übertragungen.

Oberst Jürgen Ammann koordiniert den Bereich Kommunikation bei den 4. CISM Winterspielen

Brigadegeneral Georg Klein hebt in seinem Schlusswort die wichtige sportliche Dimension der Veranstaltung hervor. „Sehen sie die Augen der jungen Leute leuchten, die Motivation im Dienst für die Bundeswehr? Das würde sich manches private Unternehmen wünschen. Wir freuen uns auf diese Winterspiele und die gute Zusammenarbeit in und mit der Region.“